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2023 · Ono et al. — Therapeutische Inhalation von Wasserstoffgas bei Alzheimer-Patienten und anschließende Langzeitnachbeobachtung als krankheitsmodifizierende Behandlung: eine offene Pilotstudie

Originaltitel: Therapeutic Inhalation of Hydrogen Gas for Alzheimer's Disease Patients and Subsequent Long-Term Follow-Up as a Disease-Modifying Treatment: An Open Label Pilot Study.

Kurzfassung

In einer offenen Pilotstudie verbesserten sich acht Alzheimer-Patienten, die 6 Monate lang zweimal täglich eine Stunde 3 % Wasserstoffgas einatmeten, in der ADAS-cog (mittlere Veränderung −4,1 Punkte), während sich unbehandelte Patienten verschlechterten (+2,6), laut Abstract signifikant. Auch die Bildgebung der Nervenfaserbündel durch den Hippocampus verbesserte sich gegenüber dem Ausgangswert. Laut Volltext stammten die unbehandelten Patienten aus der Datenbank der Klinik und wurden nicht parallel aufgenommen, und das Abstract nennt keine p-Werte. (Pharmaceuticals, 2023.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, und die Autoren prüften, ob eingeatmeter Wasserstoff als krankheitsmodifizierende Behandlung wirken könnte. In dieser offenen Pilotstudie atmeten acht Patienten mit Alzheimer-Krankheit 6 Monate lang zweimal täglich eine Stunde 3 % Wasserstoffgas ein, laut Volltext über eine Gesichtsmaske zu Hause oder im Pflegeheim. Danach wurden sie 1 Jahr lang ohne Wasserstoff nachbeobachtet. Laut Volltext nahmen die Patienten ihre bisherigen Antidementiva weiter ein und wurden nicht randomisiert. Die Kognition wurde mit der ADAS-cog erfasst. Die Integrität der Neuronen in Faserbündeln durch den Hippocampus wurde mit Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) im MRT bestimmt. Laut Volltext stammten die unbehandelten Vergleichsdaten für die ADAS-cog von 19 Patienten aus der Datenbank der Klinik und für die DTI von 5 Patienten, und das Personal, das ADAS-cog und DTI erhob, wusste nicht, wer an der Studie teilnahm. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt und berichtet keine unerwünschten Ereignisse.

Wichtige Zitate

  1. „Die mittlere individuelle Veränderung der ADAS-cog zeigte nach 6 Monaten H2-Behandlung eine signifikante Verbesserung (−4,1) gegenüber unbehandelten Patienten (+2,6).“ Original (EN): „The mean individual ADAS-cog change showed significant improvement after 6 months of H2 treatment (-4.1) vs. untreated patients (+2.6).“ — das kognitive Hauptergebnis, verglichen mit unbehandelten Patienten statt mit einer Placebogruppe
  2. „Die Verbesserung in ADAS-cog und DTI blieb während der Nachbeobachtung nach 6 Monaten (signifikant) bzw. nach 1 Jahr (nicht signifikant) erhalten.“ Original (EN): „The improvement by ADAS-cog and DTI assessments were maintained during the follow-up after 6 months (significantly) or 1 year (non-significantly).“ — Nachbeobachtung nach Ende der Wasserstoffgabe: signifikant nach 6 Monaten, nicht nach 1 Jahr
  3. „Diese Studie deutet darauf hin, dass die H2-Behandlung nicht nur vorübergehend Symptome lindert, sondern trotz ihrer Einschränkungen auch krankheitsmodifizierende Wirkungen hat.“ Original (EN): „This study suggests that H2 treatment not only relieves temporary symptoms, but also has disease-modifying effects, despite its limitations.“ — das Fazit der Autoren, das über das hinausgeht, was eine offene Studie mit acht Patienten tragen kann

Unsere Einordnung

Die Studie begleitete acht Patienten über 6 Monate Behandlung und 1 Jahr Nachbeobachtung und kombinierte einen klinischen Wert mit einem bildgebenden Maß. Die ADAS-cog verbesserte sich nach 6 Monaten Wasserstoff um 4,1 Punkte, während sich unbehandelte Patienten um 2,6 Punkte verschlechterten. Die Vergleichsgruppe war nicht Teil der Studie: Laut Volltext bestand sie aus Patienten aus der Datenbank der Klinik, sodass Unterschiede in Auswahl und Versorgung nicht auszuschließen sind. Einschränkungen: acht Patienten, offenes Design, keine Randomisierung, kein Placebo und keine gleichzeitig aufgenommene Kontrollgruppe. Das Abstract nennt keine p-Werte, Konfidenzintervalle oder Daten zu unerwünschten Ereignissen. Die DTI-Verbesserung ist ein Vergleich mit dem Ausgangswert jedes Patienten, und die Bildgebung von Faserbündeln ist ein Surrogatmarker. Nach 1 Jahr Nachbeobachtung war die Verbesserung nicht mehr statistisch signifikant. Die Behauptung einer krankheitsmodifizierenden Wirkung stützt sich auf diese kleine unkontrollierte Stichprobe und bräuchte eine randomisierte, placebokontrollierte Studie. Laut Volltext haben die Autoren auf Grundlage dieser Arbeit ein Patent angemeldet.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

(1) HINTERGRUND: Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist eine fortschreitende und tödliche neurodegenerative Erkrankung. Wasserstoffgas (H2) ist ein therapeutisches medizinisches Gas mit mehreren Funktionen, etwa antioxidativ, entzündungshemmend, dem Zelltod entgegenwirkend und den Energiestoffwechsel anregend. Um über multifaktorielle Mechanismen eine krankheitsmodifizierende Behandlung der AD zu entwickeln, wurde eine offene Pilotstudie zur H2-Behandlung durchgeführt. (2) METHODEN: Acht Patienten mit AD atmeten 6 Monate lang zweimal täglich eine Stunde 3 % H2-Gas ein und wurden anschließend 1 Jahr lang ohne H2-Inhalation nachbeobachtet. Die Patienten wurden klinisch mit der kognitiven Subskala der Alzheimer's Disease Assessment Scale (ADAS-cog) beurteilt. Um die Integrität der Neuronen objektiv zu bestimmen, wurde die Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) mit fortgeschrittener Magnetresonanztomografie (MRT) auf Neuronenbündel angewandt, die durch den Hippocampus verlaufen. (3) ERGEBNISSE: Die mittlere individuelle Veränderung der ADAS-cog zeigte nach 6 Monaten H2-Behandlung eine signifikante Verbesserung (−4,1) gegenüber unbehandelten Patienten (+2,6). In der DTI-Beurteilung verbesserte die H2-Behandlung die Integrität der durch den Hippocampus verlaufenden Neuronen signifikant gegenüber dem Ausgangszustand. Die Verbesserung in ADAS-cog und DTI blieb während der Nachbeobachtung nach 6 Monaten (signifikant) bzw. nach 1 Jahr (nicht signifikant) erhalten. (4) SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Studie deutet darauf hin, dass die H2-Behandlung nicht nur vorübergehend Symptome lindert, sondern trotz ihrer Einschränkungen auch krankheitsmodifizierende Wirkungen hat.
Original-Abstract (englisch)
(1) Background: Alzheimer's disease (AD) is a progressive and fatal neurodegenerative disorder. Hydrogen gas (H2) is a therapeutic medical gas with multiple functions such as anti-oxidant, anti-inflammation, anti-cell death, and the stimulation of energy metabolism. To develop a disease-modifying treatment for AD through multifactorial mechanisms, an open label pilot study on H2 treatment was conducted. (2) Methods: Eight patients with AD inhaled 3% H2 gas for one hour twice daily for 6 months and then followed for 1 year without inhaling H2 gas. The patients were clinically assessed using the Alzheimer's Disease Assessment Scale-cognitive subscale (ADAS-cog). To objectively assess the neuron integrity, diffusion tensor imaging (DTI) with advanced magnetic resonance imaging (MRI) was applied to neuron bundles passing through the hippocampus. (3) Results: The mean individual ADAS-cog change showed significant improvement after 6 months of H2 treatment (-4.1) vs. untreated patients (+2.6). As assessed by DTI, H2 treatment significantly improved the integrity of neurons passing through the hippocampus vs. the initial stage. The improvement by ADAS-cog and DTI assessments were maintained during the follow-up after 6 months (significantly) or 1 year (non-significantly). (4) Conclusions: This study suggests that H2 treatment not only relieves temporary symptoms, but also has disease-modifying effects, despite its limitations.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 36986533

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.