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2026 · Chen et al. — Randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie zum Hirnschutz bei Säuglingen mit epileptischem Spasmen-Syndrom durch vernebelte Inhalation von Wasserstoff-Sauerstoff-Gas

Originaltitel: A randomized controlled double-blind study on the brain protection of infantile patients with epileptic spasm syndrome through atomized inhalation of hydrogen-oxygen gas.

Kurzfassung

Bei 53 Kindern mit infantilem epileptischem Spasmen-Syndrom ergab vernebeltes Wasserstoff-Sauerstoff-Gas zusätzlich zur Standardbehandlung über 14 Tage gegenüber medizinischer Luft keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Rate der Spasmenlinderung und der Wirksamkeitsrate (p = 0,705 und p = 0,950). Auch die sekundären Wirksamkeitsendpunkte, darunter das Verschwinden der Hypsarrhythmie im EEG, Kramer- und BASED-Score sowie auffällige IL-6-Werte, zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in keiner Gruppe auf. Erhöhte Herzmuskelenzyme (28,3 % gegenüber 10,9 %), Magen-Darm-Funktionsstörungen (43,5 % gegenüber 23,9 %) und auffällige Leberwerte (8,7 % gegenüber 0 %) waren unter Wasserstoff-Sauerstoff jedoch signifikant häufiger (alle p < 0,05). (Frontiers in Neurology, 2026.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die Autoren gehen davon aus, dass vernebeltes Wasserstoff-Sauerstoff-Gas das Gehirn schützt, und prüften es als Zusatzbehandlung beim infantilen epileptischen Spasmen-Syndrom (IESS). In diese prospektive, randomisierte, doppelblinde kontrollierte Studie wurden von November 2021 bis November 2023 53 Kinder mit IESS aufgenommen und per Zufallszahlentabelle zugeteilt. Die Wasserstoff-Sauerstoff-Gruppe (27 Kinder) atmete ein vernebeltes Gemisch aus 66,6 % H₂ und 33,3 % O₂ ein. Die Luftgruppe (26 Kinder) atmete vernebelte medizinische Luft ein. Beide Gruppen erhielten die Standardbehandlung und zusätzlich 14 Tage lang täglich vier einstündige Anwendungen. Primäre Endpunkte waren die Rate der Spasmenlinderung und die Wirksamkeitsrate. Sekundäre Endpunkte waren die Besserung des hochamplitudigen auffälligen EEG, die IL-6-Werte, die Rate der Atemwegsinfektionen und Nebenwirkungen. Die Ergebnisse nennen außerdem das Verschwinden der Hypsarrhythmie sowie Veränderungen von Kramer- und BASED-Score. Der Abstract beschreibt weder die Standardbehandlung noch die Zahl der Zentren oder die Dauer der Nachbeobachtung.

Wichtige Zitate

  1. „Die primären Wirksamkeitsendpunkte (Rate der Spasmenlinderung p = 0,705, Wirksamkeitsrate p = 0,950) und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte (Rate des Verschwindens der Hypsarrhythmie im Elektroenzephalogramm p = 0,576, Veränderung des Kramer-Scores p = 0,140, Veränderung des BASED-Scores p = 0,168, Rate auffälliger IL-6-Werte p = 0,081) der beiden Gruppen von Kindern wurden verglichen. Es bestand kein statistisch signifikanter Unterschied.“ Original (EN): „The primary efficacy endpoints (spasm relief rate p = 0.705, effective rate p = 0.950) and secondary efficacy endpoints (disappearance rate of electroencephalogram hypsarrhythmia p = 0.576, change in Kramer score p = 0.140, change in BASED score p = 0.168, abnormal IL-6 rate p = 0.081) of the two groups of children were compared. There was no statistically significant difference.“ — primäre und sekundäre Wirksamkeitsendpunkte: kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen
  2. „Allerdings waren die Häufigkeiten erhöhter Herzmuskelenzyme (28,3 % gegenüber 10,9 %), von Magen-Darm-Funktionsstörungen (43,5 % gegenüber 23,9 %) und auffälliger Leberfunktion (8,7 % gegenüber 0 %) in der Wasserstoff-Sauerstoff-Inhalationsgruppe signifikant höher als in der Luft-Inhalationsgruppe (alle p < 0,05).“ Original (EN): „However, the incidences of elevated myocardial enzymes (28.3% vs. 10.9%), gastrointestinal dysfunction (43.5% vs. 23.9%), and abnormal liver function (8.7% vs. 0%) in the hydrogen-oxygen inhalation group were significantly higher than those in the air inhalation group (all p < 0.05).“ — ein Sicherheitssignal: drei Auffälligkeiten traten unter Wasserstoff-Sauerstoff häufiger auf als unter Luft
  3. „Eine kurzzeitige Vernebelungsinhalation von Wasserstoff-Sauerstoff verbesserte die klinische Wirksamkeit der Standardbehandlung bei Kindern mit IESS nicht signifikant. Obwohl sie im Allgemeinen sicher und durchführbar ist, müssen ihre möglichen Auswirkungen auf Herzmuskel-, Leber- und Magen-Darm-Funktion bei Kindern engmaschig überwacht werden.“ Original (EN): „Short-term hydrogen-oxygen nebulization inhalation failed to significantly improve the clinical efficacy of standard treatment for children with IESS. Although it is generally safe and feasible, its potential effects on myocardial, liver and gastrointestinal functions of children need to be closely monitored.“ — das Fazit der Autoren, das den Nullbefund mit einer Aufforderung zur Überwachung verbindet

Unsere Einordnung

Es handelt sich um eine randomisierte Doppelblindstudie mit medizinischer Luft als Vergleich. Beide primären Endpunkte und alle berichteten sekundären Wirksamkeitsendpunkte zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied. Die Autoren bezeichnen die Behandlung als im Allgemeinen sicher und durchführbar. Erhöhte Herzmuskelenzyme, Magen-Darm-Funktionsstörungen und auffällige Leberwerte waren in der Wasserstoff-Sauerstoff-Gruppe jedoch signifikant häufiger, und die Autoren fordern, diese Funktionen bei Kindern engmaschig zu überwachen. Einschränkungen: 53 Kinder sind eine kleine Stichprobe, und der Abstract sagt nicht, ob die Fallzahl darauf ausgelegt war, einen Unterschied nachzuweisen. Die Behandlung dauerte 14 Tage, die Dauer der Nachbeobachtung nennt der Abstract nicht. Die Standardbehandlung wird nicht beschrieben. Die Prozentwerte zu Nebenwirkungen stehen ohne die Zahl der pro Gruppe ausgewerteten Kinder. Es wurden viele Endpunkte verglichen, und die Zahl der Zentren ist nicht angegeben. Die Autoren fordern größere und längere multizentrische Studien.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

ZIEL: Die Vernebelungsinhalation von Wasserstoff-Sauerstoff hat eine hirnschützende Wirkung. Diese Studie soll ihre kurzfristige Wirksamkeit und Sicherheit als begleitende Behandlung beim infantilen epileptischen Spasmen-Syndrom (IESS) bewerten. METHODEN: In eine prospektive, randomisierte, doppelblinde kontrollierte Studie wurden 53 Kinder mit IESS aufgenommen (November 2021 bis November 2023) und mithilfe einer Zufallszahlentabelle einer Wasserstoff-Sauerstoff-Inhalationsgruppe (27 Fälle, Vernebelung von 66,6 % H₂/33,3 % O₂) oder einer Luft-Inhalationsgruppe (26 Fälle, Vernebelung medizinischer Luft) zugeteilt. Beide Gruppen erhielten die Standardbehandlung sowie an 14 aufeinanderfolgenden Tagen täglich 4 einstündige Anwendungen. Primäre Endpunkte waren die Rate der Spasmenlinderung und die Wirksamkeitsrate; zu den sekundären Endpunkten gehörten Besserungen des hochamplitudigen auffälligen EEG, die IL-6-Werte, die Rate der Atemwegsinfektionen und Nebenwirkungen. Die statistischen Auswertungen erfolgten mit der Software SPSS. ERGEBNISSE: Die primären Wirksamkeitsendpunkte (Rate der Spasmenlinderung p = 0,705, Wirksamkeitsrate p = 0,950) und die sekundären Wirksamkeitsendpunkte (Rate des Verschwindens der Hypsarrhythmie im Elektroenzephalogramm p = 0,576, Veränderung des Kramer-Scores p = 0,140, Veränderung des BASED-Scores p = 0,168, Rate auffälliger IL-6-Werte p = 0,081) der beiden Gruppen von Kindern wurden verglichen. Es bestand kein statistisch signifikanter Unterschied. Die Gesamthäufigkeit von Nebenwirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar, und in keiner der Gruppen traten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf. Allerdings waren die Häufigkeiten erhöhter Herzmuskelenzyme (28,3 % gegenüber 10,9 %), von Magen-Darm-Funktionsstörungen (43,5 % gegenüber 23,9 %) und auffälliger Leberfunktion (8,7 % gegenüber 0 %) in der Wasserstoff-Sauerstoff-Inhalationsgruppe signifikant höher als in der Luft-Inhalationsgruppe (alle p < 0,05). SCHLUSSFOLGERUNG: Eine kurzzeitige Vernebelungsinhalation von Wasserstoff-Sauerstoff verbesserte die klinische Wirksamkeit der Standardbehandlung bei Kindern mit IESS nicht signifikant. Obwohl sie im Allgemeinen sicher und durchführbar ist, müssen ihre möglichen Auswirkungen auf Herzmuskel-, Leber- und Magen-Darm-Funktion bei Kindern engmaschig überwacht werden. Künftig sind große, multizentrische Studien mit langer Nachbeobachtung nötig, um ihren klinischen Wert umfassend zu bewerten. KLINISCHE STUDIENREGISTRIERUNG: http://www.chictr.org.cn/bin/home, Kennung (ChiCTR2100047479).
Original-Abstract (englisch)
OBJECTIVE: Hydrogen-oxygen nebulization inhalation has a brain-protective effect. This study aims to evaluate its short-term efficacy and safety as an adjuvant treatment for infantile epileptic spasms syndrome (IESS). METHODS: A prospective randomized double-blind controlled trial enrolled 53 IESS children (Nov 2021-Nov 2023), randomized via a random number table into a hydrogen-oxygen inhalation group (27 cases, 66.6% H₂/33.3% O₂ nebulization) and an air inhalation group (26 cases, medical air nebulization). Both groups received standard treatment plus 4 daily 1-h interventions for 14 consecutive days. Primary endpoints were spasticity relief and effective rates; secondary endpoints included improvements in high-amplitude abnormal EEG, IL-6 levels, respiratory tract infection rate, and adverse reactions. Statistical analyses used SPSS software. RESULTS: The primary efficacy endpoints (spasm relief rate p = 0.705, effective rate p = 0.950) and secondary efficacy endpoints (disappearance rate of electroencephalogram hypsarrhythmia p = 0.576, change in Kramer score p = 0.140, change in BASED score p = 0.168, abnormal IL-6 rate p = 0.081) of the two groups of children were compared. There was no statistically significant difference. The overall incidence of adverse reactions in the two groups was comparable, and no serious adverse events occurred in either group. However, the incidences of elevated myocardial enzymes (28.3% vs. 10.9%), gastrointestinal dysfunction (43.5% vs. 23.9%), and abnormal liver function (8.7% vs. 0%) in the hydrogen-oxygen inhalation group were significantly higher than those in the air inhalation group (all p < 0.05). CONCLUSION: Short-term hydrogen-oxygen nebulization inhalation failed to significantly improve the clinical efficacy of standard treatment for children with IESS. Although it is generally safe and feasible, its potential effects on myocardial, liver and gastrointestinal functions of children need to be closely monitored. In the future, large-sample, long-term follow-up multi-center studies need to be carried out to comprehensively evaluate its clinical value. CLINICAL TRIAL REGISTRATION: http://www.chictr.org.cn/bin/home, identifier (ChiCTR2100047479).

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 41908285

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.