2024 Alternative therapies in health and medicine RCT H₂-Therapie am Menschen Inhalation Krebs (begleitend)NeurologieOxidativer Stress
2024 · Li et al. — Wirkung einer Wasserstoffinhalation auf neurologische Funktionsindikatoren, oxidative Stressmarker und E-Cadherin-Spiegel bei Patienten mit Hirngliom
Kurzfassung
Bei 100 Patienten mit Hirngliom ergab eine 2-wöchige Wasserstoffinhalation zusätzlich zur Routinebehandlung eine höhere Gesamtbewertung der Wirksamkeit, deren Kriterien das Abstract nicht definiert, als die Routinebehandlung allein (90,00 % gegenüber 72,00 %, p = 0,022). Labormarker für Nervenschädigung und oxidativen Stress fielen in der Wasserstoffgruppe günstiger aus (p < 0,05), und die Werte auf der Schlaganfallskala waren niedriger, als signifikant bezeichnet, aber ohne angegebenen p-Wert. Unerwünschte Reaktionen traten ähnlich häufig auf (64,00 % gegenüber 68,00 %, p = 0,673). Wasserstoff wurde nur als Zusatz zur Routineversorgung geprüft, und das Abstract nennt weder eine Verblindung noch die Wasserstoffdosis noch eine Wirkung auf den Tumor selbst. (Alternative Therapies in Health and Medicine, 2024.)
Kommentar
Die Autoren fragten, ob Wasserstoff als ergänzende Behandlung die Nervenfunktion und Marker verändert, die sie mit dem Fortschreiten des Tumors in Verbindung bringen, bei Patienten mit Gliom. 100 Patienten mit Gliom wurden per Zufallszahlentabelle der Routinebehandlung allein (50) oder Wasserstoffinhalation plus Routinebehandlung (50) zugeteilt. Die Behandlung dauerte 2 Wochen. Das Abstract beschreibt weder die Routinebehandlung noch den Tumorgrad, die Wasserstoffkonzentration, die tägliche Inhalationsdauer oder ob Patienten und Untersucher verblindet waren. Vor und nach der Behandlung verglichen wurden eine Gesamtbewertung der Wirksamkeit (als klinischer Behandlungserfolg bezeichnet), die National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS), die Marker für Nervenschädigung S100β, neuronenspezifische Enolase (NSE) und saures Gliafaserprotein (GFAP), die Marker für oxidativen Stress Malondialdehyd (MDA), Superoxiddismutase (SOD) und Katalase (CAT) sowie E-Cadherin, das die Autoren als Marker für das Fortschreiten des Tumors behandeln. Außerdem wurden unerwünschte Reaktionen während der Behandlung erfasst. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt.
Wichtige Zitate
- „Nach der Behandlung war die Gesamtwirkung in der Wasserstoffinhalationsgruppe (90,00 %) signifikant besser als in der konventionellen Gruppe (72,00 %), was statistisch signifikant war (p = 0,022).“ Original (EN): „After treatment, the overall effect of the hydrogen inhalation group (90.00%) was significantly better than that of the conventional group (72.00%), which was statistically significant (P = .022).“ — die Gesamtbewertung der Wirksamkeit, deren Kriterien das Abstract nicht nennt
- „Die Gesamthäufigkeit unerwünschter Reaktionen war in der Wasserstoffgruppe etwas niedriger (64,00 %) als in der Routinegruppe (68,00 %), der Unterschied war aber nicht statistisch signifikant (χ2 = 0,178, p = 0,673).“ Original (EN): „The total incidence of adverse reactions was slightly lower in the hydrogen group (64.00%) compared to the routine group (68.00%), but this difference was not statistically significant (χ2=0.178, P = .673).“ — unerwünschte Reaktionen waren in beiden Gruppen häufig und unterschieden sich nicht
- „Die Wasserstoffinhalationstherapie verbessert die Nervenfunktion signifikant, senkt lokale oxidative Stresswerte und erhöht die E-Cadherin-Spiegel bei Patienten mit Hirngliom, was auf ihr Potenzial als Zusatzbehandlung hindeutet.“ Original (EN): „Hydrogen inhalation therapy significantly enhances nerve function, reduces local oxidative stress levels, and increases E-cadherin levels in patients with brain glioma, suggesting its potential as an adjunct treatment.“ — das Fazit der Autoren, das Wasserstoff nur als Zusatz einordnet
Unsere Einordnung
Die Studie teilte 100 Patienten per Zufallszahlentabelle zu und verglich Wasserstoff zusätzlich zur Routinebehandlung mit der Routinebehandlung allein. Nach 2 Wochen fielen die Gesamtbewertung der Wirksamkeit und alle berichteten Nerven- und Oxidationsmarker zugunsten der Wasserstoffgruppe aus. Wasserstoff wurde nur als Ergänzung zur Routineversorgung untersucht. Tumorgröße und Überleben wurden nicht berichtet, die Studie sagt also nichts über Wasserstoff als Krebsbehandlung aus. Einschränkungen: Das Abstract erwähnt weder eine Verblindung noch ein Placebogas, was bei einer ärztlich erhobenen Skala wie der NIHSS und bei der Wirksamkeitsbewertung ins Gewicht fällt. Wasserstoffdosis, tägliche Inhalationsdauer, Routinebehandlung und Tumorgrad werden nicht beschrieben. Die Kriterien der Wirksamkeitsbewertung fehlen, ein primärer Endpunkt wird nicht genannt, und viele Marker wurden verglichen. Die Unterschiede bei E-Cadherin und NIHSS stehen ohne eigene p-Werte. Die Nachbeobachtung dauerte 2 Wochen, und die meisten Endpunkte sind Laborwerte. Unerwünschte Reaktionen waren in beiden Gruppen häufig, ohne statistisch signifikanten Unterschied.
Studiendesign
- Typ: randomisierte kontrollierte Studie (Zufallszahlentabelle), Verblindung nicht angegeben · n: 100 (50 Wasserstoff plus Routinebehandlung, 50 Routinebehandlung) · H₂-Gabe: Wasserstoffinhalation zusätzlich zur Routinebehandlung über 2 Wochen, Konzentration und tägliche Dauer nicht angegeben
- Vergleich: Routinebehandlung allein (im Abstract nicht beschrieben), kein Placebogas erwähnt
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt genannt. Gesamtbewertung der Wirksamkeit (Kriterien nicht definiert) 90,00 % gegenüber 72,00 % (p = 0,022). NIHSS 12,19 ± 2,08 gegenüber 16,92 ± 2,23 (als signifikant bezeichnet, kein p-Wert angegeben). S100β 0,41 gegenüber 0,66 µg/l, NSE 8,24 gegenüber 10,67 ng/ml, GFAP 0,71 gegenüber 0,93 pg/ml, MDA 6,05 gegenüber 7,21 mmol/l (alle p < 0,05). SOD 63,21 gegenüber 52,31 U/l und CAT 8,01 gegenüber 5,25 U/ml (p < 0,05). E-Cadherin 0,84 gegenüber 0,72 ng/ml (kein eigener p-Wert). Unerwünschte Reaktionen 64,00 % gegenüber 68,00 % (p = 0,673, nicht signifikant)
Abstract (deutsche Übersetzung)
ZIEL: Diese Studie soll die Wirkung einer Wasserstofftherapie auf die Nervenfunktion und auf Tumorprogressionsmarker bei Gliompatienten bewerten, mit Schwerpunkt auf der Beeinflussung von oxidativem Stress und der Cadherin-Expression, um ihr Potenzial als ergänzende Behandlung zu ermitteln. METHODEN: 100 Gliompatienten wurden aufgenommen und mithilfe einer Zufallszahlentabelle in zwei Gruppen eingeteilt: Routinebehandlung (50) und Wasserstoffinhalation plus Routinebehandlung (50). Nach 2 Wochen Behandlung wurden zwischen beiden Gruppen verglichen: der klinische Behandlungserfolg, die Werte der Nervenfunktionsindizes [National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS), zentralnervöses spezifisches Protein (S100β), neuronenspezifische Enolase (NSE), saures Gliafaserprotein (GFAP)], der Indizes für oxidativen Stress [Malondialdehyd (MDA), Superoxiddismutase (SOD), Katalase (CAT)] und von E-Cadherin vor und nach der Behandlung sowie das Auftreten unerwünschter Reaktionen während der Behandlung. ERGEBNISSE: Nach der Behandlung war die Gesamtwirkung in der Wasserstoffinhalationsgruppe (90,00 %) signifikant besser als in der konventionellen Gruppe (72,00 %), was statistisch signifikant war (p = 0,022). Bei den einzelnen Biomarkern stieg E-Cadherin nach der Behandlung in der Wasserstoffgruppe auf 0,84 ± 0,05 ng/ml gegenüber 0,72 ± 0,06 ng/ml in der Routinegruppe. SOD und CAT stiegen auf 63,21 ± 5,36 U/l bzw. 8,01 ± 0,54 U/ml gegenüber 52,31 ± 5,24 U/l und 5,25 ± 0,59 U/ml in der Routinegruppe (jeweils p < 0,05). Umgekehrt sanken die NIHSS-Werte in der Wasserstoffgruppe signifikant auf 12,19 ± 2,08 gegenüber 16,92 ± 2,23 in der Routinegruppe. Ebenso lagen S100β, NSE, GFAP und MDA in der Wasserstoffgruppe niedriger (0,41 ± 0,09 µg/l, 8,24 ± 1,64 ng/ml, 0,71 ± 0,23 pg/ml bzw. 6,05 ± 1,08 mmol/l) als in der Routinegruppe (0,66 ± 0,12 µg/l, 10,67 ± 1,83 ng/ml, 0,93 ± 0,29 pg/ml bzw. 7,21 ± 1,12 mmol/l), bei allen Vergleichen p < 0,05. Die Gesamthäufigkeit unerwünschter Reaktionen war in der Wasserstoffgruppe etwas niedriger (64,00 %) als in der Routinegruppe (68,00 %), der Unterschied war aber nicht statistisch signifikant (χ2 = 0,178, p = 0,673). SCHLUSSFOLGERUNG: Die Wasserstoffinhalationstherapie verbessert die Nervenfunktion signifikant, senkt lokale oxidative Stresswerte und erhöht die E-Cadherin-Spiegel bei Patienten mit Hirngliom, was auf ihr Potenzial als Zusatzbehandlung hindeutet. Die Ergebnisse unterstreichen die Rolle der Therapie bei der Förderung der Genesung der Patienten und als Orientierung für künftige Forschung und Behandlungsstrategien.
Original-Abstract (englisch)
OBJECTIVE: This study aims to evaluate the effects of hydrogen therapy on nerve function and tumor progression markers in glioma patients, focusing on the modulation of oxidative stress and cadherin expression to establish its potential as a complementary treatment. METHODS: 100 glioma patients were enrolled and divided into two groups using the random number table: routine treatment (50) and hydrogen inhalation plus routine treatment (50). After 2 weeks of treatment, clinical curative effect, levels of nerve function indexes [national institute of health stroke scale (NIHSS), central nervous specific protein (S100β), neuron-specific enolase (NSE), glial fibrillary acidic protein (GFAP)], oxidative stress indexes [malondialdehyde (MDA), superoxide dismutase (SOD), catalase (CAT)] and E-cadherin before and after treatment, and occurrence of adverse reactions during treatment were compared between the two groups. RESULTS: After treatment, the overall effect of the hydrogen inhalation group (90.00%) was significantly better than that of the conventional group (72.00%), which was statistically significant (P = .022). In terms of specific biomarkers, post-treatment levels of E-cadherin were elevated to 0.84±0.05 ng/mL in the hydrogen group compared to 0.72±0.06 ng/mL in the routine group. SOD and CAT levels rose to 63.21±5.36 U/L and 8.01±0.54 U/mL, respectively, versus 52.31±5.24 U/L and 5.25±0.59 U/mL in the routine group (P < .05 for both). Conversely, the NIHSS scores decreased significantly to 12.19±2.08 in the hydrogen group, compared to 16.92±2.23 in the routine group. Similarly, S100β, NSE, GFAP, and MDA levels were found to be lower in the hydrogen group (0.41±0.09 µg/L, 8.24±1.64 ng/mL, 0.71±0.23 pg/mL, and 6.05±1.08 mmol/L respectively) than in the routine group (0.66±0.12 µg/L, 10.67±1.83 ng/mL, 0.93±0.29 pg/mL, and 7.21±1.12 mmol/L respectively) with P < .05 for all comparisons. The total incidence of adverse reactions was slightly lower in the hydrogen group (64.00%) compared to the routine group (68.00%), but this difference was not statistically significant (χ2=0.178, P = .673). CONCLUSION: Hydrogen inhalation therapy significantly enhances nerve function, reduces local oxidative stress levels, and increases E-cadherin levels in patients with brain glioma, suggesting its potential as an adjunct treatment. The findings underscore the therapy's role in enhancing patient recovery and guiding future research and treatment strategies.
Quelle & Links
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