2020 Journal of sports medicine (Hindawi Publishing Corporation) Pilot / Beobachtung H₂-Therapie am Menschen Bad / topisch Sport & Belastung
2020 · Todorovic et al. — Wirkung von Bädern in übersättigtem wasserstoffreichem Wasser auf Biomarker für Muskelschäden und die Wahrnehmung von Muskelkater bei jungen Männern nach hochintensivem exzentrischem Training
Kurzfassung
Bei sechs jungen Männern blieb die Kreatinkinase im Serum nach einem einmaligen 30-minütigen Vollbad in Wasser mit 8 mg Wasserstoff pro Liter im Anschluss an hartes exzentrisches Training nach 24 Stunden auf Ausgangsniveau, während sie nach einem Kontrollbad anstieg (Gruppenunterschied p = 0,04). Die Werte für Muskelkater sanken nach dem Wasserstoffbad stärker, sowohl direkt nach dem Bad (p = 0,02) als auch nach 24 Stunden (p = 0,03). Das Abstract nennt den Anstieg nach dem Kontrollbad signifikant, gibt aber p > 0,05 an, und eine Randomisierung wird nicht berichtet. (Journal of Sports Medicine, 2020.)
Kommentar
Hochintensives exzentrisches Training kann einen verzögerten Muskelkater mit Muskelschäden und Druckempfindlichkeit auslösen, und die Autoren weisen darauf hin, dass es keine Daten zu Vollbädern in übersättigtem wasserstoffreichem Wasser nach solchem Training gab. Sechs gesunde junge Männer nahmen an einer doppelblinden Crossover-Pilotstudie teil. Laut Volltext absolvierten sie exzentrisches Beinpressen und hatten zwischen den beiden Bedingungen eine Auswaschphase von 2 Wochen; eine zufällige Zuteilung wird nicht beschrieben. Direkt nach dem Training saßen sie 30 Minuten lang bis zum Hals in einer 200-l-Badewanne mit wasserstoffreichem Wasser (8 mg H₂ pro Liter) oder mit Kontrollwasser ohne Wasserstoff. Laut Volltext hatte das Bad 28 °C, der Wasserstoff entstand durch aufgelöste Magnesiumtabletten, und die Kontrolltabletten erzeugten Kohlendioxidbläschen, damit beide Bäder gleich aussahen. Blutmarker für Entzündung und Muskelschäden sowie der Muskelkater auf einer visuellen Analogskala wurden vor dem Training und nach 24 Stunden gemessen. Laut Volltext war der primäre Endpunkt die Veränderung der Kreatinkinase im Serum.
Wichtige Zitate
- „Die zweifaktorielle Varianzanalyse ergab einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen im Verlauf der Kreatinkinase (CK) im Serum über den Interventionszeitraum (p = 0,04).“ Original (EN): „Two-way ANOVA revealed a significant difference between two groups in serum creatine kinase (CK) response over the period of intervention (P=0.04).“ — das Ergebnis für die Kreatinkinase, laut Volltext der primäre Endpunkt
- „Dagegen waren CK, Aldolase und Aspartat-Aminotransferase im Serum nach dem Kontrollbad bei der Nachuntersuchung nach 24 Stunden im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht (342 ± 309 U/l gegenüber 465 ± 295 U/l; p > 0,05).“ Original (EN): „On the other hand, serum CK, aldolase, and aspartate transaminase were significantly elevated at 24-hour follow-up as compared to the baseline levels after the control bath (342 ± 309 U/L vs. 465 ± 295 U/L; P > 0.05).“ — das Ergebnis des Kontrollbads, bei dem der angegebene p-Wert dem Wort signifikant widerspricht
- „Diese Pilotstudie deutet darauf hin, dass ein Vollbad in übersättigtem HRW ein sicheres Verfahren ist, das Muskelschäden abschwächt und Muskelkater nach hochintensivem exzentrischem Training lindern kann.“ Original (EN): „This pilot study suggests that the whole-body bathing in supersaturated HRW is a safe procedure that attenuates muscular damage and can ease sore muscles after high-intensity eccentric exercise.“ — das Fazit der Autoren aus einer Pilotstudie mit sechs Teilnehmern
Unsere Einordnung
Das Crossover-Design und die Verblindung mit gleich aussehenden Bädern sind Stärken. Die Kreatinkinase als primärer Marker verlief nach den beiden Bädern unterschiedlich (p = 0,04), und die Werte für Muskelkater sanken nach dem Wasserstoffbad stärker. Einschränkungen: nur sechs Männer, ein einziges Bad und 24 Stunden Nachbeobachtung. Weder Abstract noch Volltext erwähnen eine Randomisierung, daher ist unklar, wie die Reihenfolge der Bäder festgelegt wurde. Das Abstract nennt keine Kreatinkinase-Werte für das Wasserstoffbad, und für das Kontrollbad bezeichnet es den Anstieg als signifikant, gibt aber p > 0,05 an. Der Volltext nennt p < 0,05. Laut Volltext unterschied sich unter den vielen geprüften Markern nur die Kreatinkinase zwischen den Gruppen. Die Aussage zur Sicherheit beruht auf sechs Teilnehmern; laut Volltext berichtete einer über ein leichtes, kurzes Brennen durch eine halb aufgelöste Tablette. In dieser sehr kleinen Stichprobe deuten die Ergebnisse auf eine Wirkung auf kurzfristige Schadensmarker hin, was größere randomisierte Studien bestätigen müssten.
Studiendesign
- Typ: doppelblinde Crossover-Pilotstudie, Randomisierung nicht berichtet · n: 6 gesunde junge Männer · H₂-Gabe: einmaliges 30-minütiges Vollbad in 200 l übersättigtem wasserstoffreichem Wasser (8 mg H₂ pro Liter) direkt nach exzentrischem Training, laut Volltext bei 28 °C, Wasserstoff aus aufgelösten Magnesiumtabletten
- Vergleich: Kontrollwasser ohne Wasserstoff, laut Volltext mit nicht wasserstoffbildenden Magnesiumtabletten, die Kohlendioxidbläschen erzeugten; 2 Wochen Auswaschphase zwischen den Bedingungen
- Ergebnis: Verlauf der Kreatinkinase im Serum unterschied sich zwischen den Bedingungen (p = 0,04, laut Volltext primärer Endpunkt). Nach dem Wasserstoffbad blieben alle Schadensmarker auf Ausgangsniveau (p > 0,05). Nach dem Kontrollbad wurden CK, Aldolase und AST als signifikant erhöht beschrieben (342 ± 309 gegenüber 465 ± 295 U/l, Abstract nennt p > 0,05). Rückgang des Muskelkaters 32,7 ± 8,6 % gegenüber 20,0 ± 12,8 % direkt nach dem Bad (p = 0,02) und 31,6 ± 24,3 % gegenüber 22,4 ± 27,5 % nach 24 Stunden (p = 0,03). Keine größeren Nebenwirkungen berichtet
Abstract (deutsche Übersetzung)
Hochintensives exzentrisches Training kann einen verzögert einsetzenden Muskelkater (DOMS) auslösen, einen kurzzeitigen Zustand mit Muskelschäden und Druckempfindlichkeit, der die Erholung verzögern und das Trainingsprogramm gefährden kann. Frühere Studien deuteten darauf hin, dass wasserstoffreiches Wasser (HRW) eine hilfreiche äußerliche Maßnahme zur Förderung der Erholung in der muskuloskelettalen Medizin sein könnte, doch es liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Vollbädern in übersättigtem HRW nach DOMS-auslösendem Training vor. Diese Studie bewertet die Wirkung eines einmaligen Bads in HRW auf biochemische Marker für Muskelschäden bei gesunden jungen Männern. Die sechs Freiwilligen, die einem DOMS-auslösenden exzentrischen Training ausgesetzt wurden, erhielten in einem doppelblinden Crossover-Design entweder ein Vollbad in übersättigtem HRW oder ein Kontrollbad. Unmittelbar nach einer Trainingseinheit tauchten die Teilnehmer 30 Minuten lang bis zum Hals in eine 200-l-Badewanne mit übersättigtem HRW (8 mg H2 pro Liter) oder mit Kontrollwasser (ohne Wasserstoff) ein. Blutmarker für Entzündung und Muskelschäden sowie die Werte der visuellen Analogskala (VAS) für Muskelkater wurden zu Beginn (vor dem Training) und bei der Nachuntersuchung nach 24 Stunden erhoben. Die zweifaktorielle Varianzanalyse ergab einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen im Verlauf der Kreatinkinase (CK) im Serum über den Interventionszeitraum (p = 0,04). Ein einmaliges Bad in HRW verhinderte bei der Nachuntersuchung nach 24 Stunden einen belastungsbedingten Anstieg der zirkulierenden Marker für Muskelschäden und hielt alle Marker auf einem dem Ausgangswert ähnlichen Niveau (p > 0,05). Dagegen waren CK, Aldolase und Aspartat-Aminotransferase im Serum nach dem Kontrollbad bei der Nachuntersuchung nach 24 Stunden im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht (342 ± 309 U/l gegenüber 465 ± 295 U/l; p > 0,05). Das HRW-Bad bewirkte außerdem im Vergleich zum Kontrollwasser einen signifikanten Rückgang der VAS-Werte für Muskelkater, sowohl unmittelbar nach der Intervention (32,7 ± 8,6 % gegenüber 20,0 ± 12,8 %; p = 0,02) als auch bei der Nachuntersuchung nach 24 Stunden (31,6 ± 24,3 % gegenüber 22,4 ± 27,5 %; p = 0,03). Kein Teilnehmer berichtete während der Studie über größere Nebenwirkungen. Diese Pilotstudie deutet darauf hin, dass ein Vollbad in übersättigtem HRW ein sicheres Verfahren ist, das Muskelschäden abschwächt und Muskelkater nach hochintensivem exzentrischem Training lindern kann.
Original-Abstract (englisch)
High-intensity eccentric exercise can cause a delayed onset of muscle soreness (DOMS), a short-term condition characterized by muscle damage and tenderness that might hold up recovery and jeopardize exercise routine. Previous studies indicated that hydrogen-rich water (HRW) might be a helpful topical intervention to boost recovery in musculoskeletal medicine, yet no data are available concerning the effectiveness and safety of whole-body bathing with supersaturated HRW after DOMS-inducing exercise. This study evaluates the effects of a single-session bathing with HRW on biochemical markers of muscular damage in healthy young men. The six volunteers who were exposed to DOMS-inducing eccentric exercise were assigned to either supersaturated HRW or control whole-body bathing in a double-blind crossover design. Immediately after an exercise session, the participants were immersed up to the neck into a 200 L bathtub with supersaturated HRW (8 mg of H2 per L) or control water (no hydrogen) for 30 min. Blood biomarkers of inflammation and muscular damage and Visual Analogue Scale (VAS) scores for muscle soreness were assessed at baseline (before exercise) and at 24-hour follow-up. Two-way ANOVA revealed a significant difference between two groups in serum creatine kinase (CK) response over the period of intervention (P=0.04). A single-session bathing in HRW prevented a rise in circulating biomarkers of muscular damage induced by exercise at 24-hour follow-up, retaining the levels of all biomarkers similar to the baseline values (P > 0.05). On the other hand, serum CK, aldolase, and aspartate transaminase were significantly elevated at 24-hour follow-up as compared to the baseline levels after the control bath (342 ± 309 U/L vs. 465 ± 295 U/L; P > 0.05). HRW bath also induced a significant drop in VAS scores for muscle soreness in comparison with control water, both immediately after an intervention (32.7 ± 8.6% vs. 20.0 ± 12.8%; P=0.02) and at 24-hour follow-up (31.6 ± 24.3% vs. 22.4 ± 27.5%; P=0.03), respectively. No participants reported any major side effects during the trial. This pilot study suggests that the whole-body bathing in supersaturated HRW is a safe procedure that attenuates muscular damage and can ease sore muscles after high-intensity eccentric exercise.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.