2026 · Tsai et al. — Wirkung von Gurgeln mit Wasserstoffwasser auf orale Mukositis und Schmerzen bei Patienten mit Kopf-Hals-Krebs: randomisierte kontrollierte Pilotstudie
Kurzfassung
In einer randomisierten Pilotstudie bei Patienten mit Kopf-Hals-Krebs unter Strahlen- oder Radiochemotherapie zeigte die Gruppe, die mit Wasserstoffwasser gurgelte, an Tag 7 (p = 0,04) und Tag 14 (p = 0,002) eine signifikante Besserung der oralen Mukositis. Die Schmerzen gingen in dieser Gruppe bis Tag 14 signifikant zurück (p = 0,02), und die Lebensqualität verbesserte sich (p = 0,03), während sich die orale Gebrechlichkeit zwischen den Gruppen nicht unterschied (p = 0,74). Das Abstract nennt weder einen primären Endpunkt noch die Wasserstoffkonzentration; laut Volltext nahmen 31 Personen teil (16 Wasserstoffwasser, 15 Kontrolle). Die Studie war einfach verblindet. (Integrative Cancer Therapies, 2026.)
Kommentar
Wasserstoffwasser wird wegen antioxidativer und entzündungshemmender Eigenschaften untersucht, und diese Studie prüfte es als Gurgellösung während der Krebsbehandlung. In einem monozentrischen, einfach verblindeten Parallelgruppendesign wurden Patienten mit Kopf-Hals-Krebs unter Strahlentherapie oder gleichzeitiger Radiochemotherapie zufällig dem Gurgeln mit Wasserstoffwasser oder mit destilliertem Wasser zugeteilt. Das Abstract nennt weder die Zahl der Patienten (laut Volltext, PMC13305639, 31: 16 Wasserstoffwasser, 15 Kontrolle) noch die Wasserstoffkonzentration, Häufigkeit und Dauer des Gurgelns oder den primären Endpunkt. Die orale Mukositis wurde mit den Gradeinteilungskriterien der Weltgesundheitsorganisation für orale Mukositis bewertet, Schmerzen mit dem Brief Pain Inventory-Taiwan, die orale Gebrechlichkeit mit der Oral Frailty Checklist und die Lebensqualität mit dem Fragebogen EORTC QLQ-H&N35. Untersucht wurde zu Beginn sowie an den Tagen 1, 3, 7 und 14 nach der Behandlung. Worauf sich diese Tage beziehen, definiert das Abstract nicht.
Wichtige Zitate
- „Die HW-Gruppe zeigte an Tag 7 (p = 0,04) und Tag 14 (p = 0,002) eine signifikante Besserung der OM.“ Original (EN): „The HW group showed significant OM improvement at Day 7 (p = 0.04) and Day 14 (p = 0.002).“ — das zentrale Mukositis-Ergebnis, wobei das Abstract keinen primären Endpunkt nennt
- „Die Lebensqualität verbesserte sich in der HW-Gruppe (p = 0,03), während sich die OFC-Werte zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschieden (p = 0,74).“ Original (EN): „QoL improved in the HW group (p = 0.03), while OFC scores showed no significant difference between groups (p = 0.74).“ — Lebensqualität verbessert, orale Gebrechlichkeit ohne Unterschied zwischen den Gruppen
- „Gurgeln mit HW könnte als einfache, gut verträgliche und wirksame ergänzende und integrative Therapie während der Krebsbehandlung dienen.“ Original (EN): „HW gargling may serve as a simple, well-tolerated, and effective complementary and integrative therapy during cancer treatment.“ — das Fazit der Autoren, obwohl das Abstract keine Daten zur Verträglichkeit berichtet
Unsere Einordnung
Die Studie war randomisiert und nutzte destilliertes Wasser als Kontroll-Gurgellösung. Die berichteten Ergebnisse sprechen bei Mukositis und Schmerzen für Wasserstoffwasser, doch das Abstract lässt wichtige Angaben offen. Es nennt weder die Fallzahl (laut Volltext 31) noch einen primären Endpunkt, die Wasserstoffkonzentration oder das Gurgelschema. Es sagt auch nicht, ob die Ergebnisse an Tag 7 und Tag 14 die beiden Gruppen vergleichen oder Veränderungen innerhalb der Wasserstoffgruppe beschreiben. Die Lebensqualität verbesserte sich, die orale Gebrechlichkeit unterschied sich zwischen den Gruppen nicht. Einschränkungen: Pilotdesign an einem einzelnen Zentrum mit einfacher Verblindung. Mehrere Endpunkte wurden zu fünf Zeitpunkten geprüft, ohne dass ein primärer Endpunkt benannt ist, und die Nachbeobachtung dauerte 14 Tage. Das Abstract enthält keine Daten zu unerwünschten Ereignissen, obwohl die Autoren das Gurgeln als gut verträglich beschreiben. Die Ergebnisse deuten in diesem Rahmen auf einen möglichen Nutzen bei Mukositis hin, den eine größere, vollständig verblindete Studie bestätigen müsste.
Studiendesign
- Typ: monozentrische, einfach verblindete randomisierte kontrollierte Pilotstudie mit Parallelgruppen · n: 31 (16 Wasserstoffwasser, 15 Kontrolle; laut Volltext) · H₂-Gabe: Gurgeln mit Wasserstoffwasser während Strahlen- oder Radiochemotherapie, Konzentration und Schema nicht angegeben
- Vergleich: Gurgeln mit destilliertem Wasser
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt benannt. Orale Mukositis in der Wasserstoffwasser-Gruppe an Tag 7 (p = 0,04) und Tag 14 (p = 0,002) gebessert, Schmerzen an Tag 14 verringert (p = 0,02), Lebensqualität verbessert (p = 0,03). Orale Gebrechlichkeit: kein Unterschied zwischen den Gruppen (p = 0,74)
Abstract (deutsche Übersetzung)
HINTERGRUND: Traditionelle, komplementäre und integrative Medizin (TCIM) ist ein sich entwickelndes Feld der Onkologie, das sich auf die Behandlung von Krebssymptomen konzentriert. Wasserstoffwasser (HW) hat wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften Aufmerksamkeit erhalten, seine klinische Wirksamkeit muss jedoch weiter untersucht werden. Diese randomisierte kontrollierte Studie sollte die Wirkung des Gurgelns mit HW auf den Schweregrad der oralen Mukositis, die Schmerzstärke, die orale Gebrechlichkeit und die Lebensqualität bei Patienten mit Kopf-Hals-Krebs unter Strahlentherapie oder gleichzeitiger Radiochemotherapie bewerten. METHODEN: In dieser monozentrischen, einfach verblindeten, randomisierten kontrollierten Studie mit Parallelgruppen wurden die Patienten zufällig dem Gurgeln mit HW oder mit destilliertem Wasser (DW) zugeteilt. Schweregrad der oralen Mukositis (OM), Schmerzen, orale Gebrechlichkeit und Lebensqualität (QoL) wurden mit den World Health Organization Oral Mucositis Grading Criteria (WHO-OMGC), dem Brief Pain Inventory-Taiwan (BPI-T), der Oral Frailty Checklist (OFC) und dem Fragebogen EORTC QLQ-H&N35 erhoben. Die Untersuchungen fanden zu Beginn (T0) sowie an Tag 1 (T1), 3 (T2), 7 (T3) und 14 (T4) nach der Behandlung statt. ERGEBNISSE: Die HW-Gruppe zeigte an Tag 7 (p = 0,04) und Tag 14 (p = 0,002) eine signifikante Besserung der OM. Die Schmerzen nahmen in der HW-Gruppe an Tag 14 signifikant ab (p = 0,02). Die Lebensqualität verbesserte sich in der HW-Gruppe (p = 0,03), während sich die OFC-Werte zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschieden (p = 0,74). SCHLUSSFOLGERUNG: Gurgeln mit HW linderte den Schweregrad der OM und die Schmerzen signifikant und verbesserte die Lebensqualität bei Patienten mit Kopf-Hals-Krebs (HNC) unter Strahlentherapie oder CCRT. Gurgeln mit HW könnte als einfache, gut verträgliche und wirksame ergänzende und integrative Therapie während der Krebsbehandlung dienen.
Original-Abstract (englisch)
BackgroundTraditional, complementary, and integrative medicine (TCIM) is an evolving field in oncology focused on managing cancer symptoms. Hydrogen water (HW) has gained attention for its antioxidant and anti-inflammatory properties, yet its clinical effectiveness needs further exploration. This randomized controlled trial aimed to assess the impact of gargling with HW on oral mucositis severity, pain levels, oral frailty, and quality of life in head and neck cancer patients undergoing radiotherapy or concurrent chemo-radiotherapy.MethodsIn this single-center, single-blind, parallel-group randomized controlled trial, patients were randomly assigned to receive either HW or distilled water (DW) for gargling. Oral mucositis (OM) severity, pain, oral frailty, and quality of life (QoL) were assessed using the World Health Organization Oral Mucositis Grading Criteria (WHO-OMGC), the Brief Pain Inventory-Taiwan (BPI-T), the Oral Frailty Checklist (OFC), and the EORTC QLQ-H&N35 questionnaire. Assessments were conducted at baseline (T0) and on Days 1 (T1), 3 (T2), 7 (T3), and 14 (T4) post-treatment.ResultsThe HW group showed significant OM improvement at Day 7 (p = 0.04) and Day 14 (p = 0.002). Pain decreased significantly in the HW group at Day 14 (p = 0.02). QoL improved in the HW group (p = 0.03), while OFC scores showed no significant difference between groups (p = 0.74).ConclusionHW gargling significantly alleviated OM severity and pain and improved QoL in head and neck cancer (HNC) patients undergoing radiotherapy or CCRT. HW gargling may serve as a simple, well-tolerated, and effective complementary and integrative therapy during cancer treatment.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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