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2021 · Javorac — Hydrotherapie mit wasserstoffreichem Wasser im Vergleich zum RICE-Protokoll nach akuter Knöchelverstauchung bei Profisportlern: eine randomisierte Nicht-Unterlegenheits-Pilotstudie

Originaltitel: Hydrotherapy with hydrogen-rich water compared with RICE protocol following acute ankle sprain in professional athletes: a randomized non-inferiority pilot trial

Kurzfassung

Wasserstoffreiche Bäder waren bei akuter Knöchelverstauchung von Profisportlern genauso wirksam wie das Goldstandard-Verfahren RICE (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagerung). In einem randomisierten Nicht-Unterlegenheits-Pilotversuch (n = 18) gab es bei Schwellung, Beweglichkeit und Gleichgewicht keine signifikanten Unterschiede zwischen H₂-Hydrotherapie und RICE. (Research in Sports Medicine, 2021.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Bad / topisch, Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Eine akute Knöchelverstauchung ist eine der häufigsten Sportverletzungen, und die Standardbehandlung heißt seit Jahrzehnten RICE — also Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagern. Diese Studie hat etwas Mutiges versucht: Statt RICE bekam eine Gruppe von Profisportlern in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung intensive Bäder mit wasserstoffreichem Wasser. Das Design ist eine randomisierte Nicht-Unterlegenheits-Pilotstudie mit 18 Athleten, je 9 pro Gruppe. Die H₂-Gruppe nahm sechs 30-minütige Knöchelbäder, also alle vier Stunden eines, die RICE-Gruppe das übliche Protokoll. Das Ergebnis: Bei keinem der gemessenen Endpunkte gab es einen signifikanten Unterschied — Schwellungsreduktion (2,1 % vs. 1,6 %; p = 0,26), Beweglichkeit (p = 0,60) und Einbein-Gleichgewicht (p = 0,06 bei offenen Augen, p = 0,59 bei geschlossenen). Mit anderen Worten: Die H₂-Bäder waren der bewährten RICE-Methode ebenbürtig. Wichtig für die Ehrlichkeit: Das ist eine sehr kleine Pilotstudie (n = 18), und „nicht unterlegen“ heißt nicht „besser“ — bei dieser Stichprobengröße könnten echte Unterschiede schlicht untergegangen sein. Die Autoren selbst betonen, dass weitere Studien nötig sind.

Wichtige Zitate

  1. „HRW war dem RICE-Protokoll bei der Reduktion der Knöchelschwellung (2,1 ± 0,9 % vs. 1,6 ± 0,8 %; p = 0,26) und des Bewegungsumfangs (2,4 ± 1,3 cm vs. 2,7 ± 0,8 cm; p = 0,60) gleichwertig.“ Original (EN): „HRW was equivalent to RICE protocol to reduce ankle swelling (2.1 ± 0.9% vs. 1.6 ± 0.8%; P = 0.26), range of motion (2.4 ± 1.3 cm vs. 2.7 ± 0.8 cm; P = 0.60)“ — kein signifikanter Unterschied bei Schwellung und Beweglichkeit
  2. „Diese Nicht-Unterlegenheits-Pilotstudie stützt den Einsatz von HRW als wirksame Option im Management der akuten Knöchelverstauchung.“ Original (EN): „This non-inferiority pilot trial supports the use of HRW as an effective choice in AAS management.“ — die Kernaussage: H₂-Hydrotherapie als gleichwertige Option
  3. „Es sind jedoch weitere Studien nötig, um diese Befunde bei anderen Weichteilverletzungen zu bestätigen.“ Original (EN): „However, more studies are needed to corroborate these findings in other soft tissue injuries.“ — die ehrliche Einschränkung der Autoren

Unsere Einordnung

Direkt relevant für H₂-Bad- und Hydrotherapie-Produkte im Sportbereich — eine alltagsnahe Anwendung mit großer Zielgruppe (Vereinssport, Physiopraxen). Der Befund ist vorsichtig zu lesen: Es wurde Ebenbürtigkeit, nicht Überlegenheit gezeigt. Das ist trotzdem stark, weil H₂-Bäder als komfortablere, wärmere Alternative zum unangenehmen Eis-Protokoll positioniert werden können. Limitation, ehrlich benannt: sehr kleine Stichprobe (n = 18), Pilot-Charakter, keine Verblindung möglich (Bad vs. Eis sind offensichtlich verschieden), und die Nicht-Unterlegenheits-Grenze wird im Abstract nicht beziffert. Mechanistisch passt der Effekt zum antioxidativen/entzündungshemmenden Profil von H₂ bei Gewebetrauma.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Wir analysierten die Effekte eines experimentellen, neuartigen Protokolls intensiver Hydrotherapie mit wasserstoffreichem Wasser (HRW) auf die Verletzungserholung bei sportlichen Männern, die eine akute Knöchelverstauchung (AAS) erlitten, und verglichen es mit einem RICE-Protokoll (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagerung). Profisportler (Alter 23,7 ± 4,0 Jahre; Gewicht 78,6 ± 5,7 kg, Größe 182,5 ± 4,3 cm; Berufserfahrung 5,9 ± 3,9 Jahre), die sich während einer sportbezogenen Aktivität eine AAS zuzogen, wurden unmittelbar nach der Verletzung zufällig entweder der Wasserstoffgruppe (n = 9) oder einer konventionellen RICE-Behandlungsgruppe (n = 9) zugeordnet. Die Wasserstoffgruppe erhielt während der ersten 24 h nach der Verletzung sechs 30-minütige Knöchelbäder mit HRW, wobei die Hydrotherapie im Interventionszeitraum alle 4 Stunden verabreicht wurde. Die RICE-Gruppe entlastete das verletzte Bein, mit Eispackungen für 20 min alle 3 Stunden, wobei der verletzte Knöchel 24 Stunden mit einer elastischen Bandage komprimiert und nach Möglichkeit über Herzhöhe hochgelagert wurde. HRW war dem RICE-Protokoll bei der Reduktion der Knöchelschwellung (2,1 ± 0,9 % vs. 1,6 ± 0,8 %; p = 0,26), des Bewegungsumfangs (2,4 ± 1,3 cm vs. 2,7 ± 0,8 cm; p = 0,60) und des Einbein-Gleichgewichts mit offenen Augen (18,4 ± 8,2 s vs. 10,7 ± 8,0 s; p = 0,06) und geschlossenen Augen (5,6 ± 8,4 s vs. 3,9 ± 4,2 s; p = 0,59) gleichwertig. Diese Nicht-Unterlegenheits-Pilotstudie stützt den Einsatz von HRW als wirksame Option im Management der AAS. Es sind jedoch weitere Studien nötig, um diese Befunde bei anderen Weichteilverletzungen zu bestätigen.
Original-Abstract (englisch)
We analysed the effects of an experimental novel protocol of intensive hydrotherapy with hydrogen-rich water (HRW) on injury recovery in athletic men who suffered an acute ankle sprain (AAS) and compared it with a RICE protocol (rest, ice, compression, elevation). Professional athletes (age 23.7 ± 4.0 years; weight 78.6 ± 5.7 kg, height 182.5 ± 4.3 cm; professional experience 5.9 ± 3.9 years) who incurred AAS during a sport-related activity were randomly assigned immediately after the injury to either hydrogen group (n = 9) or a conventional RICE treatment group (n = 9). Hydrogen group received six 30-min ankle baths with HRW throughout the first 24 h post-injury, with hydrotherapy administered every 4 hours during the intervention period. RICE group stood off the injured leg, with ice packs administered for 20 min every 3 hours, with the injured ankle compressed with an elastic bandage for 24 hours and elevated at all possible times above the level of the heart. HRW was equivalent to RICE protocol to reduce ankle swelling (2.1 ± 0.9% vs. 1.6 ± 0.8%; P = 0.26), range of motion (2.4 ± 1.3 cm vs. 2.7 ± 0.8 cm; P = 0.60), and single-leg balance with eyes opened (18.4 ± 8.2 sec vs. 10.7 ± 8.0 sec; P = 0.06) and closed (5.6 ± 8.4 sec vs. 3.9 ± 4.2 sec; P = 0.59). This non-inferiority pilot trial supports the use of HRW as an effective choice in AAS management. However, more studies are needed to corroborate these findings in other soft tissue injuries.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 33356580

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.