2022 · Kura et al. — Biologische Wirkungen von Wasserstoffwasser bei Personen mit NAFLD: eine randomisierte, placebokontrollierte Studie
Kurzfassung
Bei 30 Personen mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung blieb wasserstoffreiches Wasser über acht Wochen ohne statistisch signifikante Wirkung: Gewicht (etwa 1 kg weniger), Body-Mass-Index, Blutfette und Laktatdehydrogenase zeigten nur nicht signifikante Trends. Die Leberenzyme veränderten sich nicht signifikant, und das Wasser wurde gut vertragen. Zwei Marker für oxidative Schäden, 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und Malondialdehyd, stiegen in der Wasserstoffgruppe tendenziell leicht an, ebenfalls ohne statistische Signifikanz. (Antioxidants, 2022.)
Kommentar
Laut Abstract betrifft die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) weltweit etwa 25 % der Bevölkerung; oxidativer Stress und Entzündung können zu ihr beitragen. In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie tranken 30 Personen mit NAFLD acht Wochen lang wasserstoffreiches Wasser oder ein Placebo. Das Abstract nennt weder Wasserstoffkonzentration noch tägliche Menge, die Zahl der Teilnehmer je Gruppe oder einen primären Endpunkt. Gemessen wurden unter anderem Körpergewicht und Body-Mass-Index, Leberenzyme, Lipidprofil und Laktatdehydrogenase, die entzündungs- und stressbezogenen Proteine Nuclear Factor kappa B, Hitzeschockprotein 70 und Matrix-Metalloproteinase-9 sowie die Marker für oxidative Schäden 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und Malondialdehyd. Auch die Verträglichkeit wurde erfasst.
Wichtige Zitate
- „Phänotypisch beobachteten wir in der HRW-Gruppe günstige Trends (p > 0,05) bei der Abnahme von Gewicht (≈ 1 kg) und Body-Mass-Index.“ Original (EN): „Phenotypically, we observed beneficial trends (p > 0.05) in decreased weight (≈1 kg) and body mass index in the HRW group.“ — der wichtigste klinische Befund: Trends ohne statistische Signifikanz
- „HRW wurde gut vertragen, ohne signifikante Veränderungen der Leberenzyme und mit einem Trend zu einem verbesserten Lipidprofil und niedrigeren Laktatdehydrogenase-Werten.“ Original (EN): „HRW was well-tolerated, with no significant changes in liver enzymes and a trend of improved lipid profile and reduced lactate dehydrogenase levels.“ — Verträglichkeit und Leberenzyme, auch hier ohne signifikante Veränderungen
- „Die günstigen Trends dieser Studie deuten zusammen mit früheren tierexperimentellen und klinischen Befunden darauf hin, dass HRW als wichtige Zusatztherapie zur Förderung und Erhaltung optimaler Gesundheit und optimalen Wohlbefindens dienen könnte.“ Original (EN): „The favorable trends in this study in conjunction with previous animal and clinical findings suggest that HRW may serve as an important adjuvant therapy for promoting and maintaining optimal health and wellness.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, die sich auf Trends und frühere Studien stützt statt auf signifikante Ergebnisse dieser Studie
Unsere Einordnung
Diese kleine, randomisierte, doppelblinde Studie hat ein Nullergebnis. Keine der berichteten Veränderungen war statistisch signifikant. Gewicht, Body-Mass-Index, Blutfette, Laktatdehydrogenase und die entzündungsbezogenen Proteine bewegten sich in die von den Autoren erwartete Richtung, doch die Studie kann diese Trends nicht vom Zufall unterscheiden. Den leichten Anstieg von 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und Malondialdehyd deuten die Autoren als möglichen hormetischen Effekt des Wasserstoffs. Die Daten im Abstract prüfen diese Deutung nicht. Ihre Schlussfolgerung stützt sich mehr auf frühere Studien als auf diese. Einschränkungen: 30 Teilnehmer ohne Angabe der Gruppengrößen, Dauer von acht Wochen, Wasserstoffdosis nicht angegeben, kein primärer Endpunkt benannt, viele geprüfte Endpunkte, überwiegend Surrogatmarker aus dem Labor, und im Abstract wird keine Messung des Leberfetts berichtet.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie · n: 30 Personen mit NAFLD (Aufteilung auf die Gruppen nicht angegeben) · H₂-Gabe: wasserstoffreiches Trinkwasser über acht Wochen (Konzentration und Menge nicht angegeben)
- Vergleich: Placebo (nicht näher beschrieben)
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt benannt, keine statistisch signifikanten Wirkungen berichtet. Nicht signifikante Trends: Gewicht etwa 1 kg niedriger, niedrigerer Body-Mass-Index, besseres Lipidprofil, niedrigere Laktatdehydrogenase, niedrigere Werte für Nuclear Factor kappa B, Hitzeschockprotein 70 und Matrix-Metalloproteinase-9, leichter Anstieg von 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und Malondialdehyd. Keine signifikante Veränderung der Leberenzyme, gut verträglich
Abstract (deutsche Übersetzung)
Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist eine Lebererkrankung, die weltweit etwa 25 % der Bevölkerung betrifft. Übermäßiger oxidativer Stress, Entzündung und gestörte zelluläre Signalwege können zu dieser Leberfunktionsstörung und schließlich zu einem Karzinom führen. Molekularer Wasserstoff ist für seine selektiven antioxidativen Eigenschaften und seine Fähigkeit bekannt, Entzündungen abzuschwächen und Zellfunktionen zu regulieren. Wir verabreichten 30 Personen mit NAFLD acht Wochen lang randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert wasserstoffreiches Wasser (HRW). Phänotypisch beobachteten wir in der HRW-Gruppe günstige Trends (p > 0,05) bei der Abnahme von Gewicht (≈ 1 kg) und Body-Mass-Index. HRW wurde gut vertragen, ohne signifikante Veränderungen der Leberenzyme und mit einem Trend zu einem verbesserten Lipidprofil und niedrigeren Laktatdehydrogenase-Werten. HRW senkte die Spiegel von Nuclear Factor kappa B, Hitzeschockprotein 70 und Matrix-Metalloproteinase-9 tendenziell, aber nicht signifikant. Interessanterweise zeigte sich in der HRW-Gruppe eine leichte, wenn auch nicht signifikante Tendenz zu höheren Werten von 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und Malondialdehyd. Dieser leichte Anstieg könnte auf hormetische Effekte des molekularen Wasserstoffs hinweisen, die den signifikanten klinischen Verbesserungen vorausgingen, über die frühere, länger laufende Studien berichtet haben. Die günstigen Trends dieser Studie deuten zusammen mit früheren tierexperimentellen und klinischen Befunden darauf hin, dass HRW als wichtige Zusatztherapie zur Förderung und Erhaltung optimaler Gesundheit und optimalen Wohlbefindens dienen könnte. Längere Studien mit Schwerpunkt auf Prävention, Erhaltung oder Behandlung der NAFLD und früher Stadien der NASH sind gerechtfertigt.
Original-Abstract (englisch)
Non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD) is a liver pathology affecting around 25% of the population worldwide. Excess oxidative stress, inflammation and aberrant cellular signaling can lead to this hepatic dysfunction and eventual carcinoma. Molecular hydrogen has been recognized for its selective antioxidant properties and ability to attenuate inflammation and regulate cellular function. We administered hydrogen-rich water (HRW) to 30 subjects with NAFLD in a randomized, double-blinded, placebo-controlled manner for eight weeks. Phenotypically, we observed beneficial trends (p > 0.05) in decreased weight (≈1 kg) and body mass index in the HRW group. HRW was well-tolerated, with no significant changes in liver enzymes and a trend of improved lipid profile and reduced lactate dehydrogenase levels. HRW tended to non-significantly decrease levels of nuclear factor kappa B, heat shock protein 70 and matrix metalloproteinase-9. Interestingly, there was a mild, albeit non-significant, tendency of increased levels of 8-hydroxy-2’-deoxyguanosine and malondialdehyde in the HRW group. This mild increase may be indicative of the hormetic effects of molecular hydrogen that occurred prior to the significant clinical improvements reported in previous longer-term studies. The favorable trends in this study in conjunction with previous animal and clinical findings suggest that HRW may serve as an important adjuvant therapy for promoting and maintaining optimal health and wellness. Longer term studies focused on prevention, maintenance, or treatment of NAFLD and early stages of NASH are warranted.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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