2023 · Liang et al. — Wasserstoffreiches Wasser lindert Stoffwechselstörungen über eine Veränderung der Darmflora bei Patienten mit gestörter Nüchternglukose: eine randomisierte kontrollierte Studie
Kurzfassung
Bei 73 Erwachsenen mit gestörter Nüchternglukose sank der Nüchternblutzucker über 8 Wochen sowohl mit täglich 1000 ml wasserstoffreichem Wasser als auch mit Placebowasser, und das Abstract meldet einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen, ohne Zahlen zu nennen. Von den Teilnehmern mit Fettleber zu Studienbeginn erreichten in der Wasserstoffgruppe 62,5 % eine Remission, in der Placebogruppe 31,6 % (10 von 16 und 6 von 19). In der Wasserstoffgruppe veränderte sich die Darmflora, und diese Veränderungen korrelierten mit neun Stoffwechselprodukten. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt und berichtet keine unerwünschten Ereignisse. (Antioxidants, 2023.)
Kommentar
Wasserstoff hat in einigen Tiermodellen Wirkungen auf den Glukose- und Fettstoffwechsel gezeigt, Menschen mit gestörter Nüchternglukose (IFG) waren aber kaum untersucht. In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 73 Patienten mit IFG zugeteilt und tranken acht Wochen lang täglich 1000 ml wasserstoffreiches Wasser oder reines Placebowasser ohne Wasserstoff. Das Abstract nennt weder die Gruppengrößen noch die Wasserstoffkonzentration, den Studienort oder die Zahl der Teilnehmer, die die Studie abschlossen. Stoffwechselwerte und die Darmflora im Stuhl wurden zu Beginn und in Woche 8 bestimmt. Eine kombinierte Analyse von Metabolomik- und 16S-RNA-Daten der Darmflora suchte nach Zusammenhängen zwischen den Stoffwechselwirkungen des Wasserstoffs und der Vielfalt der Darmbakterien. Für die Teilnehmer mit auffälligem Fettleberbefund vor Studienbeginn wurde die Remission der Fettleber berichtet. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt und erwähnt keine unerwünschten Ereignisse.
Wichtige Zitate
- „Sowohl reines Wasser als auch HRW senkten den Nüchternblutzucker bei IFG-Patienten signifikant, wobei sich nach acht Wochen ein signifikanter Unterschied zwischen reinem Wasser und HRW zeigte.“ Original (EN): „Both pure water and HRW demonstrated a significant reduction in fasting blood glucose in IFG patients, with a significant difference between pure water and HRW after eight weeks.“ — der Nüchternblutzucker sank in beiden Gruppen; Größe und Richtung des Unterschieds fehlen
- „Von den IFG-Patienten mit auffälliger Fettleber vor Studienbeginn erreichten 62,5 % (10/16) in der HRW-Gruppe und 31,6 % (6/19) in der Gruppe mit reinem Wasser eine Remission.“ Original (EN): „Among IFG patients with abnormal pre-experimental fatty liver, 62.5% (10/16) in the HRW group and 31.6% (6/19) in the pure water group achieved remission.“ — ein Subgruppenergebnis, berichtet ohne statistischen Test
- „H2 verbesserte Stoffwechselauffälligkeiten und die Dysbiose der Darmflora geringfügig und liefert damit einen neuen Ansatzpunkt und eine theoretische Grundlage für die Vorbeugung und Behandlung der Blutzuckerregulation bei Patienten mit IFG.“ Original (EN): „H2 slightly improved metabolic abnormalities and gut microbiota dysbiosis, providing a novel target and theoretical basis for the prevention and treatment of blood glucose regulation in patients with IFG.“ — das Fazit der Autoren, die die Verbesserung selbst als geringfügig bezeichnen
Unsere Einordnung
Die Studie ist randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert, Wasserstoffwasser wurde also unter fairen Bedingungen mit reinem Wasser verglichen. Sie stützt höchstens eine kleine Stoffwechselwirkung: Die Autoren schreiben selbst, dass Wasserstoff die Stoffwechselauffälligkeiten nur geringfügig verbesserte. Der Nüchternblutzucker sank auch mit Placebowasser, was zeigt, wie viel sich ohne Wasserstoff veränderte. Einschränkungen: 73 Teilnehmer und kein benannter primärer Endpunkt. Das Abstract nennt weder Größe noch Richtung des Gruppenunterschieds beim Nüchternblutzucker. Das Fettleber-Ergebnis stammt aus einer Subgruppe und wird ohne statistischen Test berichtet. Die Befunde zu Darmflora und Stoffwechselprodukten sind Korrelationen und zeigen nicht, dass Bakterien eine Stoffwechselveränderung verursachen. Viele Messgrößen wurden ausgewertet. Studienabbrüche, unerwünschte Ereignisse und die Wasserstoffkonzentration nennt das Abstract nicht.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, 8 Wochen · n: 73 Patienten mit gestörter Nüchternglukose aufgenommen (Gruppengrößen im Abstract nicht angegeben) · H₂-Gabe: wasserstoffreiches Wasser, 1000 ml pro Tag (Konzentration im Abstract nicht angegeben)
- Vergleich: reines Placebowasser ohne Wasserstoff
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt benannt. Nüchternblutzucker sank in beiden Gruppen, mit signifikantem Gruppenunterschied in Woche 8 (ohne Zahlen). Fettleber-Remission 62,5 % (10/16) gegenüber 31,6 % (6/19), kein statistischer Test berichtet. Veränderungen der Darmflora unter Wasserstoff, korreliert mit neun Stoffwechselprodukten
Abstract (deutsche Übersetzung)
ZIEL: Molekularer Wasserstoff (H2) wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und antiapoptotisch und hat in bestimmten Tiermodellen für Stoffwechselstörungen Vorteile für den Glukose- und Fettstoffwechsel gezeigt. Der mögliche Nutzen einer H2-Behandlung bei Personen mit gestörter Nüchternglukose (IFG) wurde jedoch selten untersucht. Diese randomisierte kontrollierte Studie (RCT) soll die Wirkungen von wasserstoffreichem Wasser (HRW) bei Personen mit IFG untersuchen und den zugrunde liegenden Mechanismus erforschen. METHODEN: 73 Patienten mit IFG wurden in eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie aufgenommen. Sie erhielten acht Wochen lang entweder 1000 ml HRW pro Tag oder reines Placebowasser (ohne H2-Zusatz). Stoffwechselparameter und die Darmflora im Stuhl wurden zu Studienbeginn (Woche 0) und in Woche 8 erhoben. Eine kombinierte Analyse von Metabolomik und Darmflora wurde durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Wirkung von H2 auf den Stoffwechsel und der Vielfalt der Darmflora bei den IFG-Patienten (im Original „IGF“) zu untersuchen. ERGEBNISSE: Sowohl reines Wasser als auch HRW senkten den Nüchternblutzucker bei IFG-Patienten signifikant, wobei sich nach acht Wochen ein signifikanter Unterschied zwischen reinem Wasser und HRW zeigte. Von den IFG-Patienten mit auffälliger Fettleber vor Studienbeginn erreichten 62,5 % (10/16) in der HRW-Gruppe und 31,6 % (6/19) in der Gruppe mit reinem Wasser eine Remission. Darüber hinaus zeigte die 16S-RNA-Analyse in den Stuhlproben der IFG-Patienten eine durch HRW veränderte Dysbiose der Darmflora. Mittels Pearson-Korrelationsanalyse zeigte sich, dass die in der 16S-Analyse ermittelten unterschiedlichen Darmbakterien stark mit neun Stoffwechselprodukten korrelierten. SCHLUSSFOLGERUNG: H2 verbesserte Stoffwechselauffälligkeiten und die Dysbiose der Darmflora geringfügig und liefert damit einen neuen Ansatzpunkt und eine theoretische Grundlage für die Vorbeugung und Behandlung der Blutzuckerregulation bei Patienten mit IFG.
Original-Abstract (englisch)
OBJECTIVE: Molecular hydrogen (H2) exhibits antioxidant, anti-inflammatory and anti-apoptotic effects, and has shown benefits in glucose and lipid metabolism in certain animal metabolic disorder models. However, the potential benefits of H2 treatment in individuals with impaired fasting glucose (IFG) has seldom been studied. This randomized controlled study (RCT) aims to investigate the effects of hydrogen-rich water (HRW) on IFG subjects and explore the underlying mechanism involved. METHODS: Seventy-three patients with IFG were enrolled in a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical study. These patients were assigned to receive either 1000 mL per day of HRW or placebo pure water (no H2 infusion) for a duration of eight weeks. Metabolic parameters and fecal gut microbiota were assessed at baseline (week 0) and at week 8. A combined analysis of metabolomics and intestinal microbiota was conducted to investigate the correlation between the effect of H2 on the metabolisms and the diversity of intestinal flora in the IGF patients. RESULTS: Both pure water and HRW demonstrated a significant reduction in fasting blood glucose in IFG patients, with a significant difference between pure water and HRW after eight weeks. Among IFG patients with abnormal pre-experimental fatty liver, 62.5% (10/16) in the HRW group and 31.6% (6/19) in the pure water group achieved remission. Furthermore, 16S RNA analysis revealed HRW-modified gut microbiota dysbiosis in the fecal samples of IGF patients. Through Pearson correlation analysis, the differential gut microbiota obtained by 16S analysis was found to be highly correlated with nine metabolites. CONCLUSION: H2 slightly improved metabolic abnormalities and gut microbiota dysbiosis, providing a novel target and theoretical basis for the prevention and treatment of blood glucose regulation in patients with IFG.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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