2024 · Moribe et al. — Gesundheitliche Wirkungen von elektrolysiertem Wasserstoffwasser bei metabolischem und prämetabolischem Syndrom: eine dreimonatige randomisierte kontrollierte Studie und anschließende Analysen
Kurzfassung
Bei 181 Personen mit metabolischem oder prämetabolischem Syndrom verringerte elektrolysiertes Wasserstoffwasser, drei Monate lang getrunken, den Taillenumfang nur in der Untergruppe mit hoher körperlicher Aktivität statistisch signifikant stärker als gefiltertes Wasser. Der Abstract nennt keinen primären Endpunkt und berichtet für die Gesamtgruppe keinen statistisch signifikanten Unterschied. 8-OHdG und Nitrotyrosin im Urin, HbA1c und Blutzucker stiegen mit gefiltertem Wasser und sanken mit Wasserstoffwasser, doch der Abstract nennt dafür keine p-Werte und spricht von positiven Ergebnissen ohne signifikanten Unterschied. (Antioxidants, 2024.)
Kommentar
Die Autoren weisen darauf hin, dass oxidativer Stress bei körperlicher Belastung zunimmt und aktive Sauerstoffspezies beim metabolischen Syndrom höher sein sollen als bei Gesunden. Es handelte sich um eine randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie mit gefiltertem Wasser als Placebo. Aufgenommen wurden 181 Personen mit metabolischem oder prämetabolischem Syndrom. Drei Monate lang trank eine Gruppe elektrolysiertes Wasserstoffwasser aus einem handelsüblichen Elektrolysegerät, die andere gefiltertes Wasser. Der Abstract nennt weder die tägliche Trinkmenge noch die Wasserstoffkonzentration noch die Größe der Gruppen. Berichtet werden unter anderem Taillenumfang, 8-OHdG und Nitrotyrosin im Urin, 8-Isoprostan, HbA1c, Blutzucker und hochsensitives CRP. Die Ergebnisse wurden zusätzlich nach dem Ausmaß der körperlichen Aktivität der Teilnehmer ausgewertet. Durchgeführt wurde die Studie gemeinsam von einer Stadt, einer Universität und dem Unternehmen, das das Elektrolysegerät herstellt, im Rahmen eines regionalen Wiederbelebungsprojekts mit dem Schlüsselwort Gesundheit.
Wichtige Zitate
- „In der Untergruppenanalyse zeigte die EHW-Gruppe nur bei Berücksichtigung hoher körperlicher Aktivität eine signifikant stärkere Abnahme des Taillenumfangs als die FW-Gruppe.“ Original (EN): „In subgroup analysis, the EHW group showed a significantly greater reduction in waist circumference than the FW group only when controlled for high physical activity.“ — das einzige statistisch signifikante Ergebnis, beschränkt auf eine Untergruppe mit hoher körperlicher Aktivität
- „Obwohl kein signifikanter Unterschied beobachtet wurde, fanden sich bei den Teilnehmern mit hoher körperlicher Aktivität mehrere positive Ergebnisse.“ Original (EN): „Although no significant difference was observed, several positive results were found in the participants who engaged in a high level of physical activity.“ — die Autoren geben an, dass die günstigen Veränderungen nicht statistisch signifikant waren
- „Auf Grundlage des Ergebnisses vermuten wir, dass bei den Studienteilnehmern mit metabolischem und prämetabolischem Syndrom, bei denen der Spiegel aktiver Sauerstoffspezies höher sein soll als bei Gesunden, in der Gruppe, die EHW trank und sich zugleich viel bewegte, der Anstieg aktiver Sauerstoffspezies unterdrückt oder verringert war.“ Original (EN): „Based on the result, we suggest that, among participants in the study who suffered from metabolic syndrome and pre-metabolic syndrome in which the level of active oxygen species is said to be higher than in healthy subjects, the group that consumed EHW and also engaged in a high level of physical activity experienced a suppressed or reduced increase in active oxygen species.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, die den Effekt mit körperlicher Aktivität und aktiven Sauerstoffspezies verbindet
Unsere Einordnung
Randomisierung und doppelte Verblindung schützen diese Studie vor einigen Verzerrungen. Für die Gesamtgruppe berichtet der Abstract keinen statistisch signifikanten Nutzen des Wasserstoffwassers. Das einzige signifikante Ergebnis, eine stärkere Abnahme des Taillenumfangs, zeigte sich nur bei Teilnehmern mit hoher körperlicher Aktivität in einer Untergruppenanalyse. Ein solcher Untergruppenbefund kann eine Hypothese liefern, aber für sich allein keine Wirkung des Wassers zeigen. Einschränkungen: Der Abstract nennt keinen primären Endpunkt und berichtet weder Gruppengrößen noch Trinkmenge, Wasserstoffkonzentration, Studienabbrüche oder unerwünschte Ereignisse. Viele Endpunkte wurden gemessen, und die günstigen Veränderungen der Marker für oxidativen Stress werden ohne Signifikanztests berichtet. Die Schlussfolgerung der Autoren zu aktiven Sauerstoffspezies stützt sich auf diese Marker. Das Unternehmen, das das Elektrolysegerät herstellt, war an der Durchführung der Studie beteiligt.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie gegen gefiltertes Wasser, 3 Monate · n: 181 Personen mit metabolischem oder prämetabolischem Syndrom, Gruppengrößen nicht berichtet · H₂-Gabe: elektrolysiertes Wasserstoffwasser getrunken, Menge und H₂-Konzentration nicht berichtet
- Vergleich: gefiltertes Wasser als Placebo
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt genannt. Der Taillenumfang nahm mit Wasserstoffwasser nur in der Untergruppe mit hoher körperlicher Aktivität signifikant stärker ab. 8-OHdG und Nitrotyrosin im Urin, HbA1c und Blutzucker stiegen mit gefiltertem Wasser und sanken mit Wasserstoffwasser. Hochsensitives CRP stieg mit Wasserstoffwasser weniger an, 8-Isoprostan sank stärker. Für diese Marker werden keine p-Werte genannt
Abstract (deutsche Übersetzung)
Wir untersuchten die Wirkung einer dreimonatigen Anwendung von elektrolysiertem Wasserstoffwasser (EHW, erzeugt mit einem Konditionierer für elektrolysiertes Wasserstoffwasser [Hersteller- und Produktname ausgelassen]) bei Gruppen mit metabolischem und prämetabolischem Syndrom. Die Forschung wurde gemeinsam von der Stadt Susaki, dem Gerätehersteller und der Universität Kochi im Rahmen eines regionalen Wiederbelebungsprojekts mit dem Schlüsselwort Gesundheit durchgeführt. Eine randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie wurde durchgeführt, um die klinische Wirkung von EHW bei Teilnehmern mit metabolischem oder prämetabolischem Syndrom zu prüfen. EHW wurde durch Elektrolyse mit einem handelsüblichen Gerät desselben Herstellers (Osaka, Japan) erzeugt. Bei körperlicher Belastung nimmt oxidativer Stress zu, und aktive Sauerstoffspezies nehmen zu. In dieser Studie untersuchten wir 181 Personen mit metabolischem oder prämetabolischem Syndrom. In der Gruppe, die 3 Monate lang EHW trank, zeigten diejenigen, die zusätzlich körperlich sehr aktiv waren, einen signifikanten Unterschied bei der Abnahme des Taillenumfangs. Obwohl kein signifikanter Unterschied beobachtet wurde, fanden sich bei den Teilnehmern mit hoher körperlicher Aktivität mehrere positive Ergebnisse. 8-OHdG im Urin, Nitrotyrosin im Urin, HbA1c und Blutzucker stiegen in der Gruppe mit gefiltertem Wasser (FW) an, sanken aber in der EHW-Gruppe. Hochsensitives CRP stieg in der EHW-Gruppe weniger an. 8-Isoprostan sank in der EHW-Gruppe stärker. In der Untergruppenanalyse zeigte die EHW-Gruppe nur bei Berücksichtigung hoher körperlicher Aktivität eine signifikant stärkere Abnahme des Taillenumfangs als die FW-Gruppe. Auf Grundlage des Ergebnisses vermuten wir, dass bei den Studienteilnehmern mit metabolischem und prämetabolischem Syndrom, bei denen der Spiegel aktiver Sauerstoffspezies höher sein soll als bei Gesunden, in der Gruppe, die EHW trank und sich zugleich viel bewegte, der Anstieg aktiver Sauerstoffspezies unterdrückt oder verringert war.
Original-Abstract (englisch)
We studied the effect of three months' use of electrolyzed hydrogen water (EHW, Electrolyzed Hydrogen Water conditioner produced by Nihon Trim Co., Ltd.) on metabolic and pre-metabolic syndrome groups. This research was carried out jointly by Susaki City; Nihon Trim Co., Ltd.; and Kochi University as part of a local revitalization project with health as a keyword. A randomized, placebo-controlled, double-blind, parallel-group trial was conducted to evaluate the clinical impact of EHW on participants who suffered from metabolic syndrome or pre-metabolic syndrome. EHW was produced via electrolysis using a commercially available apparatus (Nihon Trim Co., Ltd., Osaka, Japan). During exercise, oxidative stress increases, and active oxygen species increase. In this study, we examined 181 subjects with metabolic syndrome or pre-metabolic syndrome. Among the group that drank EHW for 3 months, those who also engaged in a high level of physical activity showed a significant difference in waist circumference reduction. Although no significant difference was observed, several positive results were found in the participants who engaged in a high level of physical activity. Urinary 8-OHdG, urinary nitrotyrosine, HbA1c, and blood glucose levels increased in the filtered water (FW) group but decreased in the EHW group. High-sensitivity CRP increased less in the EHW group. 8-Isoprostane decreased more in the EHW group. In subgroup analysis, the EHW group showed a significantly greater reduction in waist circumference than the FW group only when controlled for high physical activity. Based on the result, we suggest that, among participants in the study who suffered from metabolic syndrome and pre-metabolic syndrome in which the level of active oxygen species is said to be higher than in healthy subjects, the group that consumed EHW and also engaged in a high level of physical activity experienced a suppressed or reduced increase in active oxygen species.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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