2019 Clinics and research in hepatology and gastroenterology RCT H₂-Therapie am Menschen Trinken (HRW)
2019 · Korovljev et al. — Wasserstoffreiches Wasser reduziert die Fettansammlung in der Leber und verbessert die Leberenzymprofile bei Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung: eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie.
Kurzfassung
In einer doppelblinden Crossover-Studie mit 12 übergewichtigen NAFLD-Patienten reduzierte 28-tägige Einnahme von 1 L/Tag wasserstoffreichem Wasser das per MRT gemessene Leberfett signifikant (von 284 auf 256,5 mM, –2,9 %) und tendierte zu einer 10-%-Senkung der Aspartat-Aminotransferase gegenüber Placebo. Körpergewicht und -zusammensetzung wurden nicht signifikant verändert. Die Autoren ordnen dies vorsichtig als Pilot ein, der Folgestudien rechtfertigt. (Clinics and Research in Hepatology and Gastroenterology, 2019.)
Kommentar
Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen weltweit, und eine wirksame pharmakologische Behandlung bleibt ein ungedeckter Bedarf. Diese kleine, aber methodisch solide Crossover-Studie verwendet Dual-Echo-MRT — eine validierte Methode zur Leberfettquantifizierung — als primären Endpunkt. Der Befund einer bescheidenen, aber statistisch signifikanten Leberfettreduktion in mehreren Interessenregionen ist der Hauptbeitrag der Studie. Die AST-Reduktion (–10 %) erreichte keine statistische Signifikanz (95-%-KI schließt Null ein), was auf einen Trend hindeutet. Das Null-Ergebnis für Körperzusammensetzung ist wichtig: Das leberspezifische Signal scheint unabhängig von Gewichtsveränderungen, was mechanistisch interessant wäre.
Wichtige Zitate
- „Dual-Echo-MRT zeigte, dass HRW die Fettansammlung in der Leber in einzelnen Regionen of Interest nach 28-tägigem Follow-up signifikant reduzierte, verglichen mit Placebogabe (P < 0,05).“ Original (EN): „Dual-echo MRI revealed that HRW significantly reduced liver fat accumulation in individual liver regions-of-interest at 28-day follow-up, as compared to placebo administration (P < 0.05).“ — der Primärbefund — MRT-bestätigte Leberfettreduktion vs. Placebo
- „Der Serum-AST-Spiegel sank nach Wasserstoffbehandlung um 10,0 % (95-%-KI: –23,2 bis 3,4).“ Original (EN): „Serum aspartate transaminase levels dropped by 10.0% (95% CI; from -23.2 to 3.4) after hydrogen treatment at 28-day follow-up.“ — AST-Trend — nicht statistisch signifikant; KI schließt Null ein
- „Obwohl vorläufig, nominieren die Ergebnisse dieser Studie HRW möglicherweise als adjuvante Behandlung für leichte bis mittelschwere NAFLD.“ Original (EN): „Although preliminary, the results of this trial perhaps nominate HRW as an adjuvant treatment for mild-to-moderate NAFLD.“ — vorsichtige Schlussfolgerung der Autoren — angesichts des Pilotmaßstabs angemessen zurückhaltend
Unsere Einordnung
Dies ist ein sorgfältig durchgeführter kleiner Pilot mit klinisch bedeutsamem Endpunkt (MRT-Leberfett). Das doppelblinde Crossover-Design mit objektivem Primärendpunkt ist eine erhebliche methodische Stärke. Limitationen: n = 12 — für definitive Schlussfolgerungen stark unterpowert; Crossover-Design bei chronischer Erkrankung (NAFLD) birgt Übertragungsrisiko trotz Washout; die AST-Reduktion erreichte keine Signifikanz; keine Leberbiopsie (Histologie); kein Langzeit-Follow-up. Die Studie ist eine angemessene Grundlage für eine größere randomisierte Studie — sie kann nicht allein als Wirksamkeitsbeleg stehen.
Studiendesign
- Typ: doppelblind, placebokontrolliert, randomisiertes Crossover · n: 12 übergewichtige NAFLD-Patienten (7 Frauen, 5 Männer; mittlerer BMI 37,7 kg/m²; mittleres Alter 56,2 Jahre) · H₂-Gabe: 1 L/Tag wasserstoffreiches Wasser für 28 Tage (registriert NCT03625362)
- Primärer Endpunkt: Leberfettgehalt per Dual-Echo-MRT — signifikant reduziert (284 → 256,5 mM, –2,9 %; P < 0,05)
- Sekundäre Endpunkte: AST –10 % (Trend, nicht signifikant); keine signifikante Veränderung von Körpergewicht oder -zusammensetzung
Abstract (deutsche Übersetzung)
Hintergrund und Ziele: Während die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) weltweit rasch zur häufigsten Lebererkrankung wird, bleibt ihre Behandlung schwierig. Da metabolische Beeinträchtigung eine wichtige Rolle in der NAFLD-Pathogenese spielt, könnten Pharmaka wie molekularer Wasserstoff (H₂), die den Lipid- und Glukosestoffwechsel verbessern, geeignet sein, diesen komplexen Zustand zu bekämpfen. Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen einer 28-tägigen Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser auf Leberfettablagerung, Körperzusammensetzung und Laborchemie-Profile bei übergewichtigen Patienten mit leichter bis mittelschwerer NAFLD zu analysieren. Methoden: Zwölf übergewichtige NAFLD-Ambulanzpatienten (Alter 56,2 ± 10,0 Jahre; BMI 37,7 ± 5,3 kg/m²; 7 Frauen und 5 Männer) nahmen freiwillig an dieser doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie teil. Alle Patienten erhielten entweder 1 L/Tag wasserstoffreiches Wasser (HRW) oder Placebowasser für 28 Tage. Die Studie wurde bei ClinicalTrials.gov registriert (ID NCT03625362). Ergebnisse: Dual-Echo-MRT zeigte, dass HRW die Leberfettansammlung in einzelnen Leberregionen nach 28-tägigem Follow-up signifikant reduzierte (P < 0,05). Der Ausgangsleber-Fettgehalt sank von 284,0 ± 118,1 mM auf 256,5 ± 108,3 mM nach Wasserstoffbehandlung (prozentuale Veränderung 2,9 %; 95-%-KI 0,5 bis 5,5). Der Serum-AST sank nach Wasserstoffbehandlung um 10,0 % (95-%-KI: –23,2 bis 3,4). Keine signifikanten Unterschiede wurden zwischen den Behandlungsgruppen bei Gewicht oder Körperzusammensetzung beobachtet. Schlussfolgerungen: Obwohl vorläufig, nominieren die Ergebnisse dieser Studie HRW möglicherweise als adjuvante Behandlung für leichte bis mittelschwere NAFLD. Diese Beobachtungen liefern eine Rationale für weitere klinische Studien zur Etablierung von Sicherheit und Wirksamkeit von molekularem Wasserstoff bei NAFLD.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND AND AIMS: While non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD) is rapidly becoming the most common liver disease worldwide, its treatment remains elusive. Since metabolic impairment plays a major role in NAFLD pathogenesis, any pharmaceuticals, such as molecular hydrogen (H2), that advance lipid and glucose metabolism could be appropriate to tackle this complex condition. The aim of this study was to analyze the effects of 28-day hydrogen-rich water intake on liver fat deposition, body composition and lab chemistry profiles in overweight patients suffering from mild-to-moderate NAFLD. METHODS: Twelve overweight outpatients with NAFLD (age 56.2 ± 10.0 years; body mass index 37.7 ± 5.3 kg/m2; 7 women and 5 men) voluntarily participated in this double-blind, placebo-controlled, crossover trial. All patients were allocated to receive either 1 L per day of hydrogen-rich water (HRW) or placebo water for 28 days. The study was registered at ClinicalTrials.gov (ID NCT03625362). RESULTS: Dual-echo MRI revealed that HRW significantly reduced liver fat accumulation in individual liver regions-of-interest at 28-day follow-up, as compared to placebo administration (P < 0.05). Baseline liver fat content was reduced from 284.0 ± 118.1 mM to 256.5 ± 108.3 mM after hydrogen treatment at 28-day follow-up (percent change 2.9%; 95% CI from 0.5 to 5.5). Serum aspartate transaminase levels dropped by 10.0% (95% CI; from -23.2 to 3.4) after hydrogen treatment at 28-day follow-up. No significant differences were observed between treatment groups in either weight or body composition among participants. CONCLUSIONS: Although preliminary, the results of this trial perhaps nominate HRW as an adjuvant treatment for mild-to-moderate NAFLD. These observations provide a rationale for further clinical trials to establish safety and efficacy of molecular hydrogen in NAFLD.
Quelle & Links
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