2021 · Timón et al. — Wirkung einer 7-tägigen Einnahme von wasserstoffreichem Wasser auf die körperliche Leistungsfähigkeit trainierter und untrainierter Personen
Kurzfassung
In einer doppelblinden Crossover-Studie mit 37 Freiwilligen steigerten 7 Tage wasserstoffreiches Wasser gegenüber Placebowasser die Spitzen- und Durchschnittsleistung und senkten den Ermüdungsindex in einem maximalen anaeroben Test, allerdings nur bei trainierten Radfahrern und nicht bei untrainierten Teilnehmern. Die Effektstärken bei den trainierten Radfahrern lagen bei d = 0,51 für Spitzen- und Durchschnittsleistung und d = 0,45 für den Ermüdungsindex. Das Abstract nennt keine p-Werte und keine aeroben Ergebnisse. Laut Volltext unterschieden sich VO2max, maximale Arbeitsleistung und Zeit bis zur Erschöpfung zwischen den beiden Wassersorten nicht, und zwischen den beiden Einnahmewochen gab es keine Auswaschphase. (Biology of Sport, 2021.)
Kommentar
Sportler nutzen wasserstoffreiches Wasser, um Leistung zu steigern und Ermüdung zu verringern, und diese Studie fragte, ob der Trainingszustand die Wirkung verändert. 37 Freiwillige nahmen in zwei Gruppen teil, trainierte Radfahrer und untrainierte Personen. Laut Volltext umfassten die Gruppen 12 Radfahrer und 15 Untrainierte, was zusammen 27 ergibt, nicht 37. In einem doppelblinden Crossover-Design tranken alle eine Woche lang Placebowasser und eine Woche lang wasserstoffreiches Wasser mit Nanobläschen (1,9 ppm Wasserstoff, pH 7,5, Redoxpotenzial -600 mV). Laut Volltext war die Reihenfolge randomisiert, die Teilnehmer tranken 1920 bis 2240 ml pro Tag, und zwischen den beiden Wochen gab es keine Auswaschphase. Nach jeder 7-tägigen Phase wurde die Leistung mit einem Stufentest bis zur VO2max und einem maximalen anaeroben Test gemessen, der Spitzenleistung, Durchschnittsleistung und Ermüdungsindex erfasste. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt.
Wichtige Zitate
- „Nach der Einnahme von wasserstoffreichem Wasser verbesserten nur die trainierten Radfahrer ihre Leistung im anaeroben Test, mit einem Anstieg der Spitzenleistung (von 766,2 ± 125,6 auf 826,5 ± 143,4 W; d = 0,51) und der Durchschnittsleistung (von 350,0 ± 53,5 auf 380,2 ± 71,3 W; d = 0,51) sowie einer Abnahme des Ermüdungsindex (von 77,6 ± 5,8 auf 75,1 ± 5,9 %; d = 0,45).“ Original (EN): „After HRW intake, only trained cyclists improved their performance in the anaerobic test with an increase in peak power (from 766.2 ± 125.6 to 826.5 ± 143.4 W; d = .51) and mean power (from 350.0 ± 53.5 to 380.2 ± 71.3 W; d = .51), and a decrease in the fatigue index (from 77.6 ± 5.8 to 75.1 ± 5.9%; d = .45).“ — das Hauptergebnis, beschränkt auf trainierte Radfahrer im anaeroben Test
- „Es wurde ein doppelblindes Crossover-Design gewählt, bei dem alle Teilnehmer ein Placebo (PW) und wasserstoffreiches Wasser mit Nanobläschen erhielten (pH: 7,5; Wasserstoffkonzentration: 1,9 ppm; Redoxpotenzial (ORP): -600 mV).“ Original (EN): „A double-blind crossover design was performed in which all subjects took a placebo (PW) and nano-bubble HRW (pH: 7.5; hydrogen concentration: 1.9 ppm; oxidation-reduction potential (ORP): -600 mV).“ — das Design und die Wasserstoffkonzentration des Wassers
- „Die Ergebnisse zeigen, dass die leistungssteigernde Wirkung von wasserstoffreichem Wasser vom Trainingszustand abhängt und dass eine 7-tägige Einnahme eine wirksame Strategie zur Verbesserung der anaeroben Leistung bei trainierten Radfahrern wäre.“ Original (EN): „The findings demonstrate that the ergogenic effect of HRW is mediated by the training status, and that 7-day intake of HRW would be an effective strategy for improving anaerobic performance in trained cyclists.“ — das Fazit der Autoren, das nur auf der trainierten Untergruppe beruht
Unsere Einordnung
Das Crossover-Design vergleicht die beiden Wasserphasen jedes Teilnehmers, und laut Volltext war die Reihenfolge randomisiert und beide Wassersorten sahen gleich aus. Nur trainierte Radfahrer verbesserten sich im anaeroben Test, bei untrainierten Teilnehmern zeigte sich keine klare Wirkung. Laut Volltext beruht der Effekt bei den Radfahrern auf Wechselwirkungen zwischen Wassersorte und Trainingszustand mit p-Werten von 0,046 bis 0,049, während der Gesamteffekt des Wassers auf Spitzenleistung, Durchschnittsleistung und Ermüdungsindex nicht statistisch signifikant war. Ebenfalls laut Volltext unterschieden sich VO2max, maximale Arbeitsleistung, Zeit bis zur Erschöpfung, maximale Herzfrequenz und empfundene Anstrengung zwischen den Wassersorten nicht. Einschränkungen: kleine Gruppen, eine angegebene Gesamtzahl von 37, die nicht zu den Gruppengrößen im Volltext passt, keine Auswaschphase, nur 7 Tage Einnahme und kein benannter primärer Endpunkt. Viele Endpunkte wurden in zwei Gruppen geprüft. Laut Volltext wurden keine Marker für oxidativen Stress gemessen, und kein Teilnehmer berichtete unerwünschte Wirkungen durch das Wasser.
Studiendesign
- Typ: doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie (laut Volltext randomisierte Reihenfolge), keine Auswaschphase · n: 37 (trainierte Radfahrer und Untrainierte, laut Volltext 12 und 15) · H₂-Gabe: Wasser mit Nanobläschen und 1,9 ppm Wasserstoff, 7 Tage, laut Volltext 1920 bis 2240 ml pro Tag
- Vergleich: Placebowasser (laut Volltext 0 ppm Wasserstoff, aus einer gleichartigen Flasche)
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt genannt. Trainierte Radfahrer, anaerober Test: Spitzenleistung 766,2 gegenüber 826,5 W (d = 0,51), Durchschnittsleistung 350,0 gegenüber 380,2 W (d = 0,51), Ermüdungsindex 77,6 gegenüber 75,1 % (d = 0,45). Wechselwirkung p = 0,046 bis 0,049 laut Volltext. Untrainierte: keine klare Wirkung. Laut Volltext kein Unterschied bei VO2max, maximaler Arbeitsleistung, Zeit bis zur Erschöpfung, maximaler Herzfrequenz und empfundener Anstrengung. Laktat nach dem Stufentest bei trainierten Radfahrern niedriger (Wechselwirkung p = 0,043, d = 0,33)
Abstract (deutsche Übersetzung)
Wasserstoffreiches Wasser (HRW) wird bei Sportlern als Nahrungsergänzung eingesetzt, um die Leistung zu verbessern und Ermüdung zu verringern. Die möglichen günstigen Wirkungen der HRW-Einnahme könnten jedoch vom Trainingszustand der Sportler abhängen. Ziel der Studie war es, die leistungssteigernde Wirkung einer einwöchigen HRW-Einnahme auf die aerobe und anaerobe Leistung bei trainierten und untrainierten Personen zu untersuchen. 37 Freiwillige nahmen an der Studie teil und wurden in zwei Versuchsgruppen eingeteilt: trainierte Radfahrer und untrainierte Personen. Es wurde ein doppelblindes Crossover-Design gewählt, bei dem alle Teilnehmer ein Placebo (PW) und HRW mit Nanobläschen erhielten (pH: 7,5; Wasserstoffkonzentration: 1,9 ppm; Redoxpotenzial (ORP): -600 mV). Am Ende der 7-tägigen Einnahme wurde die Leistung mit einem Stufentest bis zur VO2max und einem maximalen anaeroben Test gemessen. Nach der HRW-Einnahme verbesserten nur die trainierten Radfahrer ihre Leistung im anaeroben Test, mit einem Anstieg der Spitzenleistung (von 766,2 ± 125,6 auf 826,5 ± 143,4 W; d = 0,51) und der Durchschnittsleistung (von 350,0 ± 53,5 auf 380,2 ± 71,3 W; d = 0,51) sowie einer Abnahme des Ermüdungsindex (von 77,6 ± 5,8 auf 75,1 ± 5,9 %; d = 0,45). Die Ergebnisse zeigen, dass die leistungssteigernde Wirkung von HRW vom Trainingszustand abhängt und dass eine 7-tägige HRW-Einnahme eine wirksame Strategie zur Verbesserung der anaeroben Leistung bei trainierten Radfahrern wäre.
Original-Abstract (englisch)
Hydrogen-rich water (HRW) is used as a supplement to improve performance and reduce fatigue in athletes. However, the potentially beneficial effects of HRW intake could be mediated by the training status of athletes. The purpose of the study was to analyse the ergogenic effect of intake of HRW for one week on aerobic and anaerobic performance, both in trained and untrained individuals. Thirty-seven volunteers participated in the study and were divided into two experimental groups: trained cyclists and untrained subjects. A double-blind crossover design was performed in which all subjects took a placebo (PW) and nano-bubble HRW (pH: 7.5; hydrogen concentration: 1.9 ppm; oxidation-reduction potential (ORP): -600 mV). At the end of 7-day intake, performance was assessed by an incremental VO2max test and by a maximum anaerobic test. After HRW intake, only trained cyclists improved their performance in the anaerobic test with an increase in peak power (from 766.2 ± 125.6 to 826.5 ± 143.4 W; d = .51) and mean power (from 350.0 ± 53.5 to 380.2 ± 71.3 W; d = .51), and a decrease in the fatigue index (from 77.6 ± 5.8 to 75.1 ± 5.9%; d = .45). The findings demonstrate that the ergogenic effect of HRW is mediated by the training status, and that 7-day intake of HRW would be an effective strategy for improving anaerobic performance in trained cyclists.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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