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2021 · Zanini — Die Wirkungen einer 6-monatigen Einnahme von wasserstoffreichem Wasser auf molekulare und phänotypische Biomarker des Alterns bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren: Eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie

Originaltitel: The effects of 6-month hydrogen-rich water intake on molecular and phenotypic biomarkers of aging in older adults aged 70 years and over: A randomized controlled pilot trial

Kurzfassung

6 Monate Wasserstoffwasser (0,5 L/Tag, 15 ppm) bei 40 über 70-Jährigen verlängerten die Telomere (Marker der Zellalterung) und verbesserten Hirnstoffwechsel sowie die Beinkraft (Chair-Stand-Test, P = 0,01) — während sich die Telomere in der Kontrollgruppe verkürzten. (Randomisierter Pilot-RCT, Experimental Gerontology, 2021.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Das ist ein randomisierter kontrollierter Pilot-Versuch — also die hochwertigere Studienform mit Kontrollgruppe, aber bewusst klein angelegt (40 ältere Menschen, davon 20 Frauen, Durchschnitt 76 Jahre). Eine Gruppe trank 6 Monate lang täglich 0,5 Liter Wasserstoffwasser mit 15 ppm H₂, die andere wirkstofffreies Wasser (0 ppm). Das spannendste Ergebnis: Bei den Telomeren — den Schutzkappen der Chromosomen, die mit dem Alter schrumpfen — gab es eine signifikante Wechselwirkung (P = 0,049). In der H₂-Gruppe wurden sie länger (0,99 → 1,02), in der Kontrollgruppe kürzer (0,92 → 0,79). Außerdem war der DNA-Methylierungs-Marker TET2 in der H₂-Gruppe stärker erhöht (P = 0,040), und im Gehirn stiegen Cholin-, NAA- und Kreatin-Werte messbar (P < 0,05). Funktionell verbesserte sich die Beinkraft beim Aufstehen vom Stuhl (P = 0,01). Für die Ehrlichkeit ganz wichtig: Es ist eine Pilotstudie mit sehr kleiner Stichprobe, viele andere Endpunkte zeigten keinen Unterschied, und die Effektgrößen sind klein. Die Autoren selbst bezeichnen H₂ vorsichtig als „possible anti-aging agent“.

Wichtige Zitate

  1. „Eine signifikante Wechselwirkung Behandlung vs. Zeit wurde für die Telomerlänge gefunden (P = 0,049), wobei sich die Länge nach der HRW-Intervention erhöhte ... und nach dem Trinken von Kontrollwasser verringerte.“ Original (EN): „A significant treatment vs. time interaction was found for telomere length (P = 0.049), with the length increased after HRW intervention ... and decreased after drinking control water.“ — der zentrale Befund: Telomer-Verlängerung statt -Verkürzung
  2. „HRW war dem Kontrollwasser überlegen darin, die Hirn-Cholin- und NAA-Werte in der linken frontalen grauen Substanz, das Hirn-Kreatin in der rechten parietalen weißen Substanz und das Hirn-NAA in der rechten parietalen mesialen grauen Substanz zu erhöhen (P < 0,05).“ Original (EN): „HRW was superior to control water to increase brain choline and NAA levels in the left frontal grey matter, brain creatine at the right parietal white matter, and brain NAA at the right parietal mesial grey matter (P < 0.05).“ — messbare Verbesserungen im Hirnstoffwechsel
  3. „dieses einfache biomedizinische Gas könnte als ein mögliches Anti-Aging-Mittel anerkannt werden, das mehrere Kennzeichen des Alterns angeht, darunter Funktionsverlust und Verkürzung der Telomerlänge.“ Original (EN): „this simple biomedical gas could be recognized as a possible anti-aging agent that tackles several hallmarks of aging, including loss of function and telomere length shortening.“ — vorsichtige Schlussfolgerung der Autoren

Unsere Einordnung

Diese Studie ist für uns direkt relevant, weil sie genau das Produkt testet, das im Alltag verwendet wird: Wasserstoffwasser zum Trinken (15 ppm, 0,5 L/Tag) — und das über ein halbes Jahr in einer echten Kontrollgruppe. Die Telomer- und Hirn-Daten sind ein starkes Erzähl-Argument für „gesundes Altern“. Limitationen, ehrlich benannt: Es ist ein Pilot-RCT mit nur 40 Teilnehmern (Evidenzstufe 2, nicht 3) — die Autoren nennen es selbst „pilot“. Viele Endpunkte waren nicht signifikant (P > 0,05), einige P-Werte liegen knapp unter 0,05 (Mehrfachtestung erhöht das Zufallsrisiko), und die Telomer-Veränderungen sind klein. Kein Beweis für Lebensverlängerung — sondern ein vielversprechendes Signal, das größere Studien braucht. Registriert unter NCT04430803.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

In dieser randomisierten kontrollierten Pilotstudie untersuchten wir die Wirkungen einer 6-monatigen Einnahme von wasserstoffreichem Wasser (HRW) auf mehrere molekulare und phänotypische Biomarker des Alterns bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren. Vierzig ältere Erwachsene (20 Frauen) wurden in einem Parallelgruppen-Design randomisiert zugeteilt, um während eines 6-monatigen Interventionszeitraums 0,5 L pro Tag HRW (15 ppm Wasserstoff) oder ein Kontrollgetränk (0 ppm Wasserstoff) zu erhalten. Die zu Baseline und nach 6 Monaten erfassten Biomarker waren molekulare Marker im Blut (DNA und Chromosomen, Nährstoff-Sensing, Protein- und Lipidstoffwechsel, oxidativer Stress und Mitochondrien, Zellseneszenz, Entzündung), Hirnstoffwechsel, kognitive Funktion, körperliche Funktion und Körperzusammensetzung, Ruhe-Blutdruck, Gesichtshautmerkmale, Schlaf-Endpunkte und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Das mittlere Alter, Gewicht und die Größe der Studienteilnehmer betrugen 76,0 ± 5,6 Jahre, 78,2 ± 16,1 kg bzw. 167,5 ± 11,5 cm. Eine signifikante Wechselwirkung Behandlung vs. Zeit wurde für die Telomerlänge gefunden (P = 0,049), wobei die Länge nach der HRW-Intervention zunahm (von 0,99 ± 0,15 zu Baseline auf 1,02 ± 0,26 beim Follow-up) und nach dem Trinken von Kontrollwasser abnahm (von 0,92 ± 0,27 auf 0,79 ± 0,15). Ein Marker der DNA-Methylierung (Tet-Methylcytosin-Dioxygenase 2, TET2)-Expression nahm beim 6-Monats-Follow-up in beiden Gruppen zu, doch das Ausmaß der Erhöhung war in HRW signifikant höher (von 0,81 ± 0,52 zu Baseline auf 1,62 ± 0,66 beim Follow-up) im Vergleich zum Kontrollwasser (von 1,13 ± 0,82 auf 1,76 ± 0,87) (P = 0,040). Ein starker Trend zur Wechselwirkung Behandlung vs. Zeit wurde für ein Ausmaß der DNA-Methylierung gefunden (P = 0,166), wobei die Methylierung in der HRW-Gruppe zunahm (von 120,6 ± 39,8 ng zu Baseline auf 126,6 ± 33,8 ng beim Follow-up) und nach dem Trinken von Kontrollwasser abnahm (von 133,6 ± 52,9 ng auf 121,2 ± 38,4 ng). HRW war dem Kontrollwasser überlegen darin, die Hirn-Cholin- und NAA-Werte in der linken frontalen grauen Substanz, das Hirn-Kreatin in der rechten parietalen weißen Substanz und das Hirn-NAA in der rechten parietalen mesialen grauen Substanz zu erhöhen (P < 0,05). Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Interventionen für andere Endpunkte gefunden (P > 0,05), mit Ausnahme einer signifikant verbesserten Chair-Stand-Leistung nach der HRW-Intervention im Vergleich zum Kontrollwasser (P = 0,01). Aufgrund der pleiotropen Wirkmechanismen von Wasserstoff könnte dieses einfache biomedizinische Gas als ein mögliches Anti-Aging-Mittel anerkannt werden, das mehrere Kennzeichen des Alterns angeht, darunter Funktionsverlust und Verkürzung der Telomerlänge. Die Studie wurde bei ClinicalTrials.gov registriert (NCT04430803).
Original-Abstract (englisch)
In this randomized controlled pilot trial, we investigated the effects of a 6-month intake of hydrogen-rich water (HRW) on several molecular and phenotypic biomarkers of aging in older adults aged 70 years and over. Forty older adults (20 women) were randomly allocated in a parallel-group design to receive 0.5 L per day of HRW (15 ppm of hydrogen) or control drink (0 ppm of hydrogen) during a 6-month intervention period. The biomarkers assessed at baseline and 6-month follow up were molecular markers in the blood (DNA and chromosomes, nutrient sensing, protein, and lipid metabolism, oxidative stress and mitochondria, cell senescence, inflammation), brain metabolism, cognitive functioning, physical function and body composition, resting blood pressure, facial skin features, sleep outcomes, and health-related quality of life. The mean age, weight, and height of study participants were 76.0 ± 5.6 years, 78.2 ± 16.1 kg, height 167.5 ± 11.5 cm, respectively. A significant treatment vs. time interaction was found for telomere length (P = 0.049), with the length increased after HRW intervention (from 0.99 ± 0.15 at baseline to 1.02 ± 0.26 at follow up) and decreased after drinking control water (from 0.92 ± 0.27 to 0.79 ± 0.15). A marker of DNA methylation (Tet methylcytosine dioxygenase 2, TET2) expression at 6-month follow-up increased in both groups, yet the degree of elevation was significantly higher in HRW (from 0.81 ± 0.52 at baseline to 1.62 ± 0.66 at follow up) comparing to the control water (from 1.13 ± 0.82 to 1.76 ± 0.87) (P = 0.040). A strong trend for treatment vs. time interaction was found for a degree of DNA methylation (P = 0.166), with the methylation increased in the HRW group (from 120.6 ± 39.8 ng at baseline to 126.6 ± 33.8 ng at follow up) and decreased after taking control water (from 133.6 ± 52.9 ng to 121.2 ± 38.4 ng). HRW was superior to control water to increase brain choline and NAA levels in the left frontal grey matter, brain creatine at the right parietal white matter, and brain NAA at the right parietal mesial grey matter (P < 0.05). No significant differences were found between interventions for other outcomes (P > 0.05), except for a significantly improved chair stand performance after HRW intervention compared to the control water (P = 0.01). Owing to pleiotropic mechanisms of hydrogen action, this simple biomedical gas could be recognized as a possible anti-aging agent that tackles several hallmarks of aging, including loss of function and telomere length shortening. The study was registered at ClinicalTrials.gov (NCT04430803).

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 34601077

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.