2008 · Kajiyama — Supplementierung mit wasserstoffreichem Wasser verbessert den Fett- und Glukosestoffwechsel bei Patienten mit Typ-2-Diabetes oder gestörter Glukosetoleranz
Kurzfassung
Wasserstoffreiches Wasser senkt oxidativen Stress bei Diabetikern. Im randomisierten Doppelblind-Crossover (36 Patienten, 900 ml/Tag, 8 Wochen) sank das schädlich modifizierte LDL-Cholesterin um 15,5 %; bei 4 von 6 Prädiabetikern normalisierte sich der Glukosetoleranztest. (Nutrition Research, 2008 — eine der ersten klinischen H₂-Studien mit hartem Design.)
Kommentar
Das ist klinische Evidenz auf hohem Niveau: ein <strong>randomisiertes, doppelblindes, placebokontrolliertes Crossover-Design</strong> — der Goldstandard — mit 30 Typ-2-Diabetikern und 6 Personen mit gestörter Glukosetoleranz. Über 8 Wochen tranken die Teilnehmer entweder 900 ml wasserstoffreiches Wasser oder optisch identisches Placebo-Wasser, dann (nach Auswaschphase) das jeweils andere. Die Ergebnisse sind konkret und statistisch signifikant: modifiziertes LDL −15,5 %, kleines dichtes LDL −5,7 %, der oxidative-Stress-Marker 8-Isoprostan im Urin −6,6 %. Dazu Trends in die richtige Richtung — oxidiertes LDL und freie Fettsäuren runter, das „gute“ Hormon Adiponectin und das Schutzenzym EC-SOD rauf. Der vielleicht eindrucksvollste Befund: Bei 4 von 6 Prädiabetikern normalisierte sich der orale Glukosetoleranztest komplett. Ehrlich dazu: die Stichprobe ist klein — aber das Design ist stark.
Wichtige Zitate
- „Die Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser war mit signifikanten Abnahmen der Spiegel von modifiziertem Low-Density-Lipoprotein (LDL)-Cholesterin ... und der Urin-8-Isoprostane um 15,5 % (P < .01), 5,7 % (P < .05) bzw. 6,6 % (P < .05) verbunden.“ Original (EN): „Intake of hydrogen-rich water was associated with significant decreases in the levels of modified low-density lipoprotein (LDL) cholesterol ... and urinary 8-isoprostanes by 15.5% (P < .01), 5.7% (P < .05), and 6.6% (P < .05), respectively.“ — die signifikanten Kernergebnisse mit p-Werten
- „Bei 4 von 6 Patienten mit gestörter Glukosetoleranz normalisierte die Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser den oralen Glukosetoleranztest.“ Original (EN): „In 4 of 6 patients with IGT, intake of hydrogen-rich water normalized the oral glucose tolerance test.“ — der stärkste Einzelbefund: normalisierter oGTT bei Prädiabetes
- „Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine Supplementierung mit wasserstoffreichem Wasser eine günstige Rolle bei der Prävention von Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz spielen könnte.“ Original (EN): „these results suggest that supplementation with hydrogen-rich water may have a beneficial role in prevention of T2DM and insulin resistance.“ — die Schlussfolgerung der Autoren
Unsere Einordnung
Direkt relevant für den Glukose- und Fettstoffwechsel bei Typ-2-Diabetes und ein starker Beleg, weil das Studiendesign (doppelblind, placebokontrolliert, Crossover) Zufalls- und Placeboeffekte weitgehend ausschließt. Die Studie übersetzt den Mechanismus von Ohsawa 2007 erstmals in messbaren klinischen Nutzen bei einer Volkskrankheit. Limitation, ehrlich benannt: kleine Stichprobe (n=36), Surrogat-Marker statt harter Endpunkte (keine Aussage zu Folgeerkrankungen), 8 Wochen sind kurz.
Studiendesign
- Typ: RCT, randomisiert/doppelblind/placebokontrolliert/Crossover · n: 36 (30 T2DM + 6 IGT) · Dauer: 8 Wochen (+12 Wochen Washout) · Methode der H₂-Gabe: 900 ml/Tag H₂-Wasser
- Ergebnis-Kennzahlen: modif. LDL −15,5 % (p<0,01); small dense LDL −5,7 % (p<0,05); Urin-8-Isoprostane −6,6 % (p<0,05); 4/6 IGT mit normalisiertem oGTT
Abstract (deutsche Übersetzung)
Oxidativer Stress wird weithin als mit verschiedenen Störungen assoziiert anerkannt, darunter Diabetes, Bluthochdruck und Atherosklerose. Es ist gut belegt, dass Wasserstoff eine reduzierende Wirkung hat. Wir untersuchten daher die Effekte der Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser auf den Fett- und Glukosestoffwechsel bei Patienten mit entweder Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) oder gestörter Glukosetoleranz (IGT). Wir führten eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie an 30 Patienten mit T2DM, der durch Diät und Bewegungstherapie kontrolliert wurde, und 6 Patienten mit IGT durch. Die Patienten konsumierten 8 Wochen lang entweder 900 ml/Tag wasserstoffreiches reines Wasser oder 900 ml Placebo-reinwasser, mit einer 12-wöchigen Auswaschphase. Mehrere Biomarker für oxidativen Stress, Insulinresistenz und Glukosestoffwechsel, beurteilt durch einen oralen Glukosetoleranztest, wurden zu Beginn und nach 8 Wochen ausgewertet. Die Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser war mit signifikanten Abnahmen der Spiegel von modifiziertem Low-Density-Lipoprotein (LDL)-Cholesterin (d. h. Modifikationen, die die negative Nettoladung des LDL erhöhen), kleinem dichtem LDL und der Urin-8-Isoprostane um 15,5 % (P < .01), 5,7 % (P < .05) bzw. 6,6 % (P < .05) verbunden. Die Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser war außerdem mit einem Trend zu verringerten Serumkonzentrationen von oxidiertem LDL und freien Fettsäuren sowie erhöhten Plasmaspiegeln von Adiponectin und extrazellulärer Superoxid-Dismutase verbunden. Bei 4 von 6 Patienten mit IGT normalisierte die Aufnahme von wasserstoffreichem Wasser den oralen Glukosetoleranztest. Zusammenfassend legen diese Ergebnisse nahe, dass eine Supplementierung mit wasserstoffreichem Wasser eine günstige Rolle bei der Prävention von Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz spielen könnte.
Original-Abstract (englisch)
Oxidative stress is recognized widely as being associated with various disorders including diabetes, hypertension, and atherosclerosis. It is well established that hydrogen has a reducing action. We therefore investigated the effects of hydrogen-rich water intake on lipid and glucose metabolism in patients with either type 2 diabetes mellitus (T2DM) or impaired glucose tolerance (IGT). We performed a randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study in 30 patients with T2DM controlled by diet and exercise therapy and 6 patients with IGT. The patients consumed either 900 mL/d of hydrogen-rich pure water or 900 mL of placebo pure water for 8 weeks, with a 12-week washout period. Several biomarkers of oxidative stress, insulin resistance, and glucose metabolism, assessed by an oral glucose tolerance test, were evaluated at baseline and at 8 weeks. Intake of hydrogen-rich water was associated with significant decreases in the levels of modified low-density lipoprotein (LDL) cholesterol (ie, modifications that increase the net negative charge of LDL), small dense LDL, and urinary 8-isoprostanes by 15.5% (P < .01), 5.7% (P < .05), and 6.6% (P < .05), respectively. Hydrogen-rich water intake was also associated with a trend of decreased serum concentrations of oxidized LDL and free fatty acids, and increased plasma levels of adiponectin and extracellular-superoxide dismutase. In 4 of 6 patients with IGT, intake of hydrogen-rich water normalized the oral glucose tolerance test. In conclusion, these results suggest that supplementation with hydrogen-rich water may have a beneficial role in prevention of T2DM and insulin resistance.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.