2022 · Ogawa et al. — Elektrolysiertes wasserstoffreiches Wasser zur Unterdrückung von oxidativem Stress und Verbesserung der Insulinresistenz: eine multizentrische, prospektive, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie
Kurzfassung
Bei 50 Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigte das Trinken von elektrolysiertem wasserstoffreichem Wasser gegenüber gefiltertem Wasser keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Veränderung der Insulinresistenz (HOMA-IR), dem primären Endpunkt. Das Serumlaktat sank innerhalb der Wasserstoffwasser-Gruppe signifikant, und dieser Rückgang korrelierte mit niedrigerem HOMA-IR, Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin. Das Abstract berichtet keine Ergebnisse für die Marker des oxidativen Stresses und nennt weder die Dauer noch die tägliche Trinkmenge. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. (Diabetology International, 2022.)
Kommentar
Elektrolysiertes wasserstoffreiches Wasser (EHW) soll oxidativen Stress hemmen, sein Nutzen bei Typ-2-Diabetes war jedoch unklar. Diese multizentrische, prospektive, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie teilte 50 Patienten mit Typ-2-Diabetes EHW oder gefiltertem Wasser (FW) zu. Das Abstract nennt weder die Gruppengrößen noch die tägliche Trinkmenge, die Wasserstoffkonzentration oder die Dauer der Intervention. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Insulinresistenz, gemessen mit dem Homeostasis Model Assessment of Insulin Resistance (HOMA-IR). Zusätzlich wurden Marker des oxidativen Stresses (8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin im Urin, diacron-reaktive Sauerstoffmetaboliten und biologisches antioxidatives Potenzial im Plasma) sowie weitere klinische Daten erhoben, darunter das Serumlaktat. Bei EHW-Trinkern mit einem HOMA-IR über 1,73 wurde Laktat außerdem mit der Insulinsekretion 90 Minuten nach einer Glukosebelastung in Beziehung gesetzt.
Wichtige Zitate
- „Bei den Veränderungen von HOMA-IR gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der EHW- und der FW-Gruppe.“ Original (EN): „There were no significant differences in the changes in HOMA-IR between the EHW and FW groups.“ — der primäre Endpunkt: kein Unterschied zwischen Wasserstoffwasser und gefiltertem Wasser
- „Die Laktatwerte sanken jedoch in der EHW-Gruppe signifikant, und dieser Rückgang korrelierte signifikant mit einer Abnahme von HOMA-IR, Nüchternplasmaglukose und Nüchternplasmainsulin.“ Original (EN): „However, lactate levels decreased significantly in the EHW group, and this decrease was significantly correlated with a reduction in HOMA-IR, fasting plasma glucose, and fasting plasma insulin level.“ — ein sekundärer Befund innerhalb einer Gruppe; Korrelationen zeigen keine Ursache
- „In dieser Studie hatte EHW keine signifikante Wirkung auf die Veränderung von HOMA-IR; größere und längere Studien sind nötig, um die Wirkungen von EHW bei Patienten mit T2DM zu überprüfen.“ Original (EN): „There were no significant effect of EHW in the change in HOMA-IR in this study; larger-scale and longer-term study are needed to verify the effects of EHW in T2DM patients.“ — das Fazit der Autoren nennt den Nullbefund und fordert größere Studien
Unsere Einordnung
Die Studie war randomisiert, doppelblind und multizentrisch, mit einem benannten primären Endpunkt. Dieser Endpunkt, die Veränderung von HOMA-IR, zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Wasserstoffwasser und gefiltertem Wasser. Die Laktatbefunde sind eine Veränderung innerhalb der Wasserstoffgruppe plus Korrelationen. Sie können Hypothesen liefern, zeigen aber nicht, dass Wasserstoffwasser den Glukosestoffwechsel verändert. Einschränkungen: 50 Patienten, Gruppengrößen im Abstract nicht angegeben. Dauer, tägliche Trinkmenge und Wasserstoffkonzentration nennt das Abstract nicht. Der Titel spricht von der Unterdrückung oxidativen Stresses, doch das Abstract berichtet keine Ergebnisse für die Marker des oxidativen Stresses. HOMA-IR und Laktat sind Laborwerte, keine klinischen Endpunkte. Das Abstract beschreibt nicht, wie die beiden Wasser ununterscheidbar gemacht wurden.
Studiendesign
- Typ: multizentrische, prospektive, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie · n: 50 Patienten mit Typ-2-Diabetes (Gruppengrößen im Abstract nicht angegeben) · H₂-Gabe: Trinken von elektrolysiertem wasserstoffreichem Wasser (Menge, Konzentration und Dauer im Abstract nicht angegeben)
- Vergleich: gefiltertes Wasser
- Ergebnis: primärer Endpunkt (Veränderung von HOMA-IR) ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Serumlaktat sank innerhalb der Wasserstoffwasser-Gruppe signifikant, der Rückgang korrelierte mit niedrigerem HOMA-IR, Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin. Keine Ergebnisse für die Marker des oxidativen Stresses im Abstract. Keine behandlungsbedingten Nebenwirkungen beobachtet
Abstract (deutsche Übersetzung)
EINLEITUNG: Elektrolysiertes wasserstoffreiches Wasser (EHW) wirkt bekanntermaßen hemmend auf oxidativen Stress (OS). Sein Nutzen bei Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) ist jedoch unklar. Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von EHW bei T2DM zu untersuchen. METHODEN: Es handelte sich um eine multizentrische, prospektive, doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie mit 50 Patienten mit T2DM, die der EHW-Gruppe oder der Gruppe mit gefiltertem Wasser (FW) zugeteilt wurden. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Insulinresistenz (IR), bestimmt mit dem Homeostasis Model Assessment of Insulin Resistance (HOMA-IR). Untersucht wurden OS-Marker wie die Ausscheidung von 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin im Urin (8-OHdG), diacron-reaktive Sauerstoffmetaboliten im Plasma (d-ROM) und das biologische antioxidative Potenzial im Plasma (BAP) sowie weitere klinische Daten, darunter die Laktatkonzentration im Serum (Laktat). ERGEBNISSE: Bei den Veränderungen von HOMA-IR gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der EHW- und der FW-Gruppe. Die Laktatwerte sanken jedoch in der EHW-Gruppe signifikant, und dieser Rückgang korrelierte signifikant mit einer Abnahme von HOMA-IR, Nüchternplasmaglukose und Nüchternplasmainsulin. Der Serumlaktatwert korrelierte bei den EHW-Teilnehmern mit HOMA-IR > 1,73 zudem signifikant mit einer verminderten Insulin-Bolussekretion 90 Minuten nach Glukosebelastung. Es wurden keine durch die EHW-Behandlung bedingten Nebenwirkungen beobachtet. SCHLUSSFOLGERUNG: In dieser Studie hatte EHW keine signifikante Wirkung auf die Veränderung von HOMA-IR; größere und längere Studien sind nötig, um die Wirkungen von EHW bei Patienten mit T2DM zu überprüfen. ERGÄNZENDE INFORMATIONEN: Die Online-Version enthält ergänzendes Material unter 10.1007/s13340-021-00524-3.
Original-Abstract (englisch)
INTRODUCTION: Electrolyzed hydrogen-rich water (EHW) is known to have suppressive effects on oxidative stress (OS). However, its benefit in type 2 diabetes mellitus (T2DM) remains unclear. This study aimed to investigate the effect of EHW on T2DM. METHODS: This was a multicenter, prospective, double-blind, randomized controlled trial of 50 patients with T2DM who were assigned to the EHW or filtered water (FW) groups. The primary endpoint was changes in insulin resistance (IR) evaluated using the homeostasis model assessment of insulin resistance (HOMA-IR). OS markers such as urinary 8-hydroxy-2'-deoxyguanosine excretion (8-OHdG), plasma diacron-reactive oxygen metabolites (d-ROM), and plasma biological antioxidant potential (BAP) and other clinical data, including serum lactate concentration (lactate), were evaluated. RESULTS: There were no significant differences in the changes in HOMA-IR between the EHW and FW groups. However, lactate levels decreased significantly in the EHW group, and this decrease was significantly correlated with a reduction in HOMA-IR, fasting plasma glucose, and fasting plasma insulin level. Serum lactate level also significantly correlated to decreased insulin bolus secretion after 90 min with glucose loading in the EHW subjects with HOMA-IR > 1.73. No EHW treatment-related adverse effects were observed. CONCLUSION: There were no significant effect of EHW in the change in HOMA-IR in this study; larger-scale and longer-term study are needed to verify the effects of EHW in T2DM patients. SUPPLEMENTARY INFORMATION: The online version contains supplementary material available at 10.1007/s13340-021-00524-3.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.