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2019 · LeBaron et al. — Akute Gabe von molekularem Wasserstoff wirkt sich günstig auf submaximale Belastungsindizes aus. Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Pilotstudie

Originaltitel: Acute Supplementation with Molecular Hydrogen Benefits Submaximal Exercise Indices. Randomized, Double-Blinded, Placebo-Controlled Crossover Pilot Study.

Kurzfassung

Bei 19 gesunden Erwachsenen veränderten wasserstoffbildende Tabletten, eingenommen am Vortag und am Tag eines Laufbandtests bis zur Erschöpfung, die Maximal- und Minimalwerte gegenüber Placebo nicht, die durchschnittliche Herz- und Atemfrequenz während der Belastung war aber niedriger. In den Minuten 1 bis 9 des Tests lag die Herzfrequenz mit Wasserstoff im Mittel bei 121 Schlägen pro Minute, mit Placebo bei 126 und beim Ausgangstest bei 124 (p < 0,001), ohne nennenswerte Veränderung der Sauerstoffaufnahme. Laut Volltext waren die Effektstärken der Vergleiche in den Minuten 1 bis 9 klein (Cohens d < 0,14), und das Abstract nennt keinen primären Endpunkt. (Journal of Lifestyle Medicine, 2019.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Tabletten. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Wasserstoffreichem Wasser werden leistungssteigernde Wirkungen zugeschrieben, und diese Pilotstudie prüfte, ob eine kurzzeitige Einnahme Herzfrequenz und Atemwerte während der Belastung verändert. 19 gesunde Erwachsene (4 Frauen, 15 Männer) absolvierten zuerst einen Ausgangs-Stufentest auf dem Laufband bis zur Erschöpfung. Danach folgten zwei weitere Tests in einem randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Design, bei dem sie am Vortag und am Testtag entweder wasserstoffbildende Tabletten oder Placebo einnahmen. Laut Abstract lieferten die Tabletten 5 mg H₂. Laut Volltext wurden die Tabletten in Kapseln gegeben, die genauso aussahen wie die Placebokapseln mit Magnesiumsalzen statt metallischem Magnesium, und zwischen den Tests lagen mindestens vier Tage. Erfasst wurden Sauerstoffaufnahme (VO2), respiratorisches Austauschverhältnis (RER), Herzfrequenz und Atemfrequenz, verglichen mit paarweisen Tests mit Bonferroni-Korrektur. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt.

Wichtige Zitate

  1. „Wasserstoffreiches Wasser senkte die Herzfrequenz unter Belastung in den Minuten 1–9 des Stufentests (121 ± 26 Schläge/min) gegenüber Placebo (126 ± 26 Schläge/min) und Ausgangswert (124 ± 27 Schläge/min) (p < 0,001), ohne die VO2 wesentlich zu beeinflussen.“ Original (EN): „HRW decreased exercising HR during minutes 1-9 of the graded exercise test (121 ± 26 bpm) compared to placebo (126 ± 26 bpm) and baseline (124 ± 27 bpm) (p < 0.001) without substantially influencing VO2.“ — das Hauptergebnis zur Herzfrequenz im frühen, submaximalen Teil des Tests
  2. „Die Einnahme von wasserstoffreichem Wasser beeinflusste die Maximal- und Minimalwerte der Belastungsindizes (VO2, RER, HR und RR) nicht (p < 0,05).“ Original (EN): „HRW supplementation did not influence maximal or minimal indices of exercise performance (VO2, RER, HR and RR) (p < 0.05).“ — keine Wirkung auf Maximal- und Minimalwerte, der Volltext nennt p > 0,05
  3. „Weitere Studien sind nötig, um den Einfluss und die praktische Bedeutung von wasserstoffreichem Wasser bei unterschiedlichen Belastungsintensitäten sowie optimale Dosierungsschemata und die Wirkungen einer Dauereinnahme zu bestimmen.“ Original (EN): „Further studies are needed to determine the influence and practical significance of HRW on varying exercise intensities as well as optimal dosing protocols and the effects of chronic use.“ — der Aufruf der Autoren zu Studien zu Intensität, Dosis und Dauereinnahme

Unsere Einordnung

Das Crossover-Design ist randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert, und das Abstract nennt eine Bonferroni-Korrektur für multiple Vergleiche. Maximal- und Minimalwerte veränderten sich nicht, die durchschnittliche Herzfrequenz unter Belastung war mit Wasserstoff niedriger. In den Minuten 1 bis 9 lag die Herzfrequenz 5 Schläge pro Minute unter Placebo, aber nur 3 unter dem Ausgangstest, bei Standardabweichungen von 26 bis 27 Schlägen pro Minute. Laut Volltext waren die Effektstärken dieser Vergleiche in den Minuten 1 bis 9 klein (Cohens d < 0,14). Einschränkungen: Pilotstudie mit 19 Teilnehmern, eine einzige kurze Einnahmephase und physiologische Messwerte statt Leistungsendpunkten. Laut Volltext kam der Ausgangstest immer zuerst und war nicht Teil der Randomisierung. Das Abstract gibt den Nullbefund für die Maximalwerte mit p < 0,05 an, was angesichts des p > 0,05 im Volltext als Tippfehler erscheint. Ein primärer Endpunkt wird nicht genannt, unerwünschte Ereignisse werden nicht berichtet.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Klinische Studien berichten über therapeutische und leistungssteigernde Wirkungen von wasserstoffreichem Wasser (HRW). Ziel dieser Studie war es, die Wirkung einer akuten Gabe von HRW auf die körperliche Leistungsfähigkeit zu bestimmen, gemessen an folgenden Größen: VO2, respiratorisches Austauschverhältnis (RER), Herzfrequenz (HR) und Atemfrequenz (RR). METHODEN: Die Ausgangswerte aller Belastungsindizes wurden bei neunzehn gesunden Personen (4 Frauen, 23,4 ± 9,1 Jahre; 15 Männer, 30,5 ± 6,8 Jahre) mit einem Stufentest auf dem Laufband bis zur Erschöpfung bestimmt. Jede Person wurde in randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Crossover-Anordnung zweimal zusätzlich untersucht. Die Teilnehmer erhielten entweder HRW oder Placebo, eingenommen am Vortag und am Tag der Testung. HRW wurde mit wasserstoffbildenden Tabletten (5 mg H2) verabreicht [Produktname im Original]. Alle Daten wurden mit einer Statistiksoftware mittels paarweiser Vergleiche mit Bonferroni-Korrektur ausgewertet. ERGEBNISSE: Die HRW-Gabe beeinflusste die Maximal- und Minimalwerte der Belastungsindizes (VO2, RER, HR und RR) nicht (p < 0,05). HRW senkte jedoch die durchschnittliche Atem- und Herzfrequenz unter Belastung signifikant (p < 0,05). HRW senkte die Herzfrequenz unter Belastung in den Minuten 1–9 des Stufentests (121 ± 26 Schläge/min) gegenüber Placebo (126 ± 26 Schläge/min) und Ausgangswert (124 ± 27 Schläge/min) (p < 0,001), ohne die VO2 wesentlich zu beeinflussen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die akute Gabe der Tabletten [Produktname im Original] könnte die submaximale aerobe Leistung durch eine niedrigere Herzfrequenz unter Belastung verbessern. Weitere Studien sind nötig, um den Einfluss und die praktische Bedeutung von HRW bei unterschiedlichen Belastungsintensitäten sowie optimale Dosierungsschemata und die Wirkungen einer Dauereinnahme zu bestimmen.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Clinical studies have reported hydrogen-rich water (HRW) to have therapeutic and ergogenic effects. The aim of this study was to determine the effect of acute supplementation with HRW on exercise performance as measured by VO2, respiratory exchange ratio (RER), heart rate (HR), and respiratory rate (RR). METHODS: Baseline levels of all exercise indices were determined in nineteen (4 female, 23.4 ± 9.1 yr; 15 male, 30.5 ± 6.8 yr) healthy subjects using a graded treadmill exercise test to exhaustion. Each subject was examined two additional times in a randomized double-blinded, placebo-controlled crossover fashion. Subjects received either HRW or placebo, which was consumed the day before and the day of the testing. HRW was delivered using the hydrogen-producing tablets, DrinkHRW (5 mg of H2). All data was analyzed with SPSS using pairwise comparisons with Bonferroni adjustment. RESULTS: HRW supplementation did not influence maximal or minimal indices of exercise performance (VO2, RER, HR and RR) (p < 0.05). However, HRW significantly decreased average exercising RR and HR (p < 0.05). HRW decreased exercising HR during minutes 1-9 of the graded exercise test (121 ± 26 bpm) compared to placebo (126 ± 26 bpm) and baseline (124 ± 27 bpm) (p < 0.001) without substantially influencing VO2. CONCLUSION: Acute supplementation of DrinkHRW tablets may benefit submaximal aerobic exercise performance by lowering exercising HR. Further studies are needed to determine the influence and practical significance of HRW on varying exercise intensities as well as optimal dosing protocols and the effects of chronic use.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 30918832

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