2020 International journal of sports physiology and performance RCT H₂-Therapie am Menschen Trinken (HRW) Sport & Belastung
2020 · Botek et al. — Nahrungsergänzung mit wasserstoffreichem Wasser und Bergauflaufleistung: Einfluss des Leistungsniveaus der Athleten
Kurzfassung
Bei 16 männlichen Läufern hatte das Trinken von 1680 ml wasserstoffreichem Wasser zwischen 24 Stunden und 40 Minuten vor einem 4,2 km langen Bergauflauf gegenüber Placebo keine klare Wirkung auf die Laufzeit (90-%-Konfidenzintervall -10 bis 7 s). Die Wirkungen auf die durchschnittliche Herzfrequenz und die empfundene Anstrengung nach dem Lauf waren wahrscheinlich unbedeutend. Bei den 4 langsamsten Läufern verbesserte sich die Laufzeit wahrscheinlich (-36 bis -3 s), bei den 4 schnellsten war die Wirkung unklar. Diese Untergruppen umfassen je vier Läufer, und das Abstract nennt qualitative Effektbewertungen mit 90-%-Konfidenzintervallen statt p-Werten. (International Journal of Sports Physiology and Performance, 2020.)
Kommentar
Wasserstoffreichem Wasser wird eine ermüdungsmindernde Wirkung zugeschrieben, und diese Studie fragte, ob es das Bergauflaufen verbessert und ob eine Wirkung von der Laufleistung abhängt. 16 männliche Läufer unterschiedlichen Leistungsniveaus nahmen teil (Durchschnittsalter 31,6 Jahre, VO2max 57,2 ml·kg-1·min-1). Das Design war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie. Jeder Läufer trank zwischen 24 Stunden und 40 Minuten vor einem 4,2 km langen Bergauflauf 1680 ml entweder wasserstoffreiches Wasser oder Placebo. Die beiden Läufe lagen eine Woche auseinander. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration des Wassers noch beschreibt es das Placebo. Gemessen wurden die Laufzeit, die durchschnittliche Herzfrequenz während des Laufs und die empfundene Anstrengung unmittelbar nach dem Lauf. Die Laufzeit ist das wichtigste Leistungsmaß, das Abstract bezeichnet aber keinen primären Endpunkt. Ausgewertet wurde für alle Läufer und getrennt für die 4 langsamsten und die 4 schnellsten Läufer.
Wichtige Zitate
- „Bei Auswertung der Daten aller Läufer war die Wirkung des wasserstoffreichen Wassers auf die Laufzeit unklar (-10 bis 7 s, 90-%-Konfidenzintervall), auf die Herzfrequenz wahrscheinlich unbedeutend (-2 bis 3 Schläge/min) und auf die empfundene Anstrengung nach dem Lauf wahrscheinlich unbedeutend (-0,1 bis 1,0).“ Original (EN): „After analysis of data for all runners, HRW effect was unclear (-10 to 7 s, 90% confidence interval) for RT, likely trivial for heart rate (-2 to 3 beats·min-1), and likely trivial for postrace rating of perceived exertion (-0.1 to 1.0).“ — das Ergebnis für die ganze Gruppe, ohne klare Wirkung auf einen Endpunkt
- „Bei den 4 langsamsten Läufern (Laufzeit = 1490 [91] s) verbesserte wasserstoffreiches Wasser die Laufzeit wahrscheinlich (-36 bis -3 s), während bei den 4 schnellsten Läufern (Laufzeit = 1069 [53] s) die Wirkung auf die Leistung unklar war (-10 bis 26 s).“ Original (EN): „HRW for the 4 slowest runners (RT = 1490 [91] s) likely improved the RT (-36 to -3 s), whereas for the 4 fastest runners (RT = 1069 [53] s) the performance effect of HRW was unclear (-10 to 26 s).“ — das Ergebnis der Untergruppen mit je vier Läufern
- „Die Einnahme von wasserstoffreichem Wasser hatte, gemessen an den Gruppenmittelwerten, eine unklare ermüdungsmindernde Wirkung auf die Leistung. Es scheint jedoch, dass das Ausmaß dieser Wirkung auf die Leistung von der individuellen Laufleistung abhängt.“ Original (EN): „HRW intake had an unclear antifatigue effect on performance in terms of mean group values. However, it appears that the magnitude of the antifatigue effect of HRW on performance depends on individual running ability.“ — das Fazit der Autoren, das Gruppenergebnis und Hinweis aus den Untergruppen trennt
Unsere Einordnung
Die Studie ist randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert, jeder Läufer dient als seine eigene Kontrolle. Für die ganze Gruppe hatte wasserstoffreiches Wasser keine klare Wirkung auf Laufzeit, Herzfrequenz oder empfundene Anstrengung. Der Hinweis bei den 4 langsamsten Läufern beruht auf einer Untergruppe von vier Teilnehmern und auf einer Korrelation zwischen Laufzeit und dem Unterschied zwischen den Bedingungen und kann deshalb nur eine Hypothese liefern. Einschränkungen: 16 Männer, ein einziger Lauf pro Bedingung und ein einziges Einnahmeschema. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration noch die Art des Placebos oder unerwünschte Ereignisse. Die Ergebnisse stehen als qualitative Bewertungen mit 90-%-Konfidenzintervallen statt p-Werten, das Abstract sagt nicht, ob die Untergruppenanalyse vorab geplant war, und das Intervall der Korrelation (r = -0,79 bis -0,15) ist breit.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie, Läufe eine Woche auseinander · n: 16 Männer · H₂-Gabe: 1680 ml wasserstoffreiches Wasser zwischen 24 Stunden und 40 Minuten vor dem Lauf, Konzentration nicht angegeben
- Vergleich: Placebogetränk (im Abstract nicht beschrieben)
- Ergebnis: ganze Gruppe: Laufzeit unklar (90-%-KI -10 bis 7 s), Herzfrequenz wahrscheinlich unbedeutend (-2 bis 3 Schläge pro Minute), empfundene Anstrengung nach dem Lauf wahrscheinlich unbedeutend (-0,1 bis 1,0). Möglicher negativer Zusammenhang zwischen den Laufzeitunterschieden und der durchschnittlichen Laufzeit (r = -0,79 bis -0,15). 4 langsamste Läufer: Laufzeit wahrscheinlich verbessert (-36 bis -3 s). 4 schnellste Läufer: unklar (-10 bis 26 s)
Abstract (deutsche Übersetzung)
ZIEL: Für wasserstoffreiches Wasser (HRW) wurde eine ermüdungsmindernde Wirkung gezeigt. Diese Studie untersuchte die Leistung beim Bergauflaufen sowie physiologische und wahrnehmungsbezogene Reaktionen nach Einnahme von 1680 ml HRW zwischen 24 Stunden und 40 Minuten vor dem Lauf bei Athleten mit unterschiedlicher Laufleistung. METHODEN: 16 Männer (Mittelwert [SD] Alter 31,6 [8,6] Jahre, VO2max 57,2 [8,9] ml·kg-1·min-1, Körperfett 13,4 % [4,4 %]) nahmen an der Studie teil. In einem randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Design tranken die Teilnehmer entweder HRW oder Placebo, bevor sie zwei 4,2 km lange Bergaufläufe im Abstand von einer Woche absolvierten. Erfasst wurden die Laufzeit (RT), die durchschnittliche Herzfrequenz während des Laufs und die empfundene Anstrengung unmittelbar nach dem Lauf. ERGEBNISSE: Bei Auswertung der Daten aller Läufer war die Wirkung von HRW auf die RT unklar (-10 bis 7 s, 90-%-Konfidenzintervall), auf die Herzfrequenz wahrscheinlich unbedeutend (-2 bis 3 Schläge·min-1) und auf die empfundene Anstrengung nach dem Lauf wahrscheinlich unbedeutend (-0,1 bis 1,0). Zwischen den RT-Unterschieden und der durchschnittlichen RT fand sich eine mögliche negative Korrelation (r = -0,79 bis -0,15). Bei den 4 langsamsten Läufern (RT = 1490 [91] s) verbesserte HRW die RT wahrscheinlich (-36 bis -3 s), während bei den 4 schnellsten Läufern (RT = 1069 [53] s) die Wirkung von HRW auf die Leistung unklar war (-10 bis 26 s). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die HRW-Einnahme hatte, gemessen an den Gruppenmittelwerten, eine unklare ermüdungsmindernde Wirkung auf die Leistung. Es scheint jedoch, dass das Ausmaß der ermüdungsmindernden Wirkung von HRW auf die Leistung von der individuellen Laufleistung abhängt.
Original-Abstract (englisch)
PURPOSE: Hydrogen-rich water (HRW) has been shown to have an antifatigue effect. This study assessed up-hill running performance, as well as physiological and perceptual responses after supplementation with 1680 mL HRW between 24 h and 40 min before running, in athletes of heterogeneous running ability. METHODS: Sixteen males (mean [SD] age 31.6 [8.6] y, VO2max 57.2 [8.9] mL·kg-1·min-1, body fat 13.4% [4.4%]) participated in this study. Using a randomized, double-blind, placebo-controlled crossover design, participants consumed either HRW or placebo prior to performing two 4.2-km up-hill races separated by a week. Race time (RT), average race heart rate, and immediately postrace rating of perceived exertion were assessed. RESULTS: After analysis of data for all runners, HRW effect was unclear (-10 to 7 s, 90% confidence interval) for RT, likely trivial for heart rate (-2 to 3 beats·min-1), and likely trivial for postrace rating of perceived exertion (-0.1 to 1.0). A possible negative correlation was found between RT differences and average RT (r = -.79 to -.15). HRW for the 4 slowest runners (RT = 1490 [91] s) likely improved the RT (-36 to -3 s), whereas for the 4 fastest runners (RT = 1069 [53] s) the performance effect of HRW was unclear (-10 to 26 s). CONCLUSIONS: HRW intake had an unclear antifatigue effect on performance in terms of mean group values. However, it appears that the magnitude of the antifatigue effect of HRW on performance depends on individual running ability.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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