← Alle Studien

2026 · Ye et al. — Wirkung von Interventionen mit wasserstoffreichem Wasser auf die Blutfettwerte bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas und damit verbundenen Stoffwechselstörungen: systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien

Originaltitel: The effect of hydrogen-rich water interventions on lipid profiles in adults with overweight or obesity and associated metabolic disorders: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.

Kurzfassung

Über 13 randomisierte Studien mit 757 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas hinweg senkte wasserstoffreiches Wasser gegenüber Placebo oder normalem Wasser das Gesamtcholesterin um 6,71 mg/dL und das LDL-Cholesterin um 3,21 mg/dL, die Triglyceride veränderten sich nicht signifikant. Das HDL-Cholesterin sank leicht, um 1,16 mg/dL. Die Autoren sehen diese Veränderungen unterhalb der Schwellen, die für das kardiovaskuläre Risiko von Bedeutung sind, und raten von einer routinemäßigen Anwendung von wasserstoffreichem Wasser als lipidsenkende Therapie außerhalb der Forschung ab. Die meisten Studien schlossen Menschen ein, die bereits kardiometabolische Erkrankungen hatten. (Diabetology & Metabolic Syndrome, 2026.)

Klassifiziert als Review / Meta-Analyse-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Eine adipositasbedingte Dyslipidämie erhöht das kardiovaskuläre Risiko, und wasserstoffreiches Wasser wurde als ergänzende Maßnahme vorgeschlagen. Die Autoren durchsuchten Scopus, PubMed, Web of Science und Embase nach randomisierten kontrollierten Studien, die bis November 2025 veröffentlicht wurden und wasserstoffreiches Wasser mit Placebo oder normalem Wasser bei Erwachsenen mit einem mittleren Body-Mass-Index von mindestens 25 kg/m² verglichen. Sie poolten gewichtete Mittelwertdifferenzen (WMD) mit 95-%-Konfidenzintervallen in Metaanalysen mit zufälligen Effekten. Eingeschlossen wurden zwölf Artikel mit 13 Studien und 757 Teilnehmenden. Die meisten Studien schlossen übergewichtige oder adipöse Erwachsene mit kardiometabolischen Begleiterkrankungen ein. Endpunkte waren Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride. Die Autoren beschreiben ihre Subgruppenanalysen als statistisch zu schwach und hypothesengenerierend. Der Abstract nennt weder Dosen noch Dauer der eingeschlossenen Studien, keine Heterogenitätswerte, kein Verzerrungsrisiko und keine Einstufung der Vertrauenswürdigkeit der Evidenz.

Wichtige Zitate

  1. „HRW senkte das Gesamtcholesterin (TC) signifikant (WMD: −6,71 mg/dL; 95-%-KI: −10,38 bis −3,04; p < 0,001), ebenso das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) (WMD: −3,21 mg/dL; 95-%-KI: −6,31 bis −0,10; p = 0,043).“ Original (EN): „HRW significantly reduced total cholesterol (TC) (WMD: − 6.71 mg/dL; 95% CI: − 10.38 to − 3.04; P < 0.001) and low-density lipoprotein cholesterol (LDL-C) (WMD: − 3.21 mg/dL; 95% CI: − 6.31 to − 0.10; P = 0.043).“ — die Hauptergebnisse: statistisch signifikante, aber kleine Senkungen des Cholesterins
  2. „Die Triglyceride veränderten sich nicht signifikant (WMD: −4,21 mg/dL; 95-%-KI: −17,75 bis 9,32; p = 0,54).“ Original (EN): „Triglycerides showed no significant change (WMD: − 4.21 mg/dL; 95% CI: − 17.75 to 9.32; P = 0.54).“ — der Nullbefund für die Triglyceride
  3. „Diese Wirkungen liegen unter den Schwellen, die für eine Senkung des kardiovaskulären Risikos als bedeutsam gelten, und sollten keine routinemäßige Anwendung von HRW als lipidsenkende Therapie außerhalb der Forschung rechtfertigen“ Original (EN): „These effects are below thresholds considered meaningful for cardiovascular risk reduction and should not justify routine use of HRW as a lipid-lowering therapy outside of research settings“ — die eigene Einschätzung der Autoren zur klinischen Bedeutung ihrer Ergebnisse

Unsere Einordnung

Die Übersicht fasst randomisierte Studien zusammen und gibt ihre Effekte in klinischen Einheiten an, sodass sich ihre Größe gut beurteilen lässt. Gesamt- und LDL-Cholesterin sanken statistisch signifikant, aber um kleine Beträge, auch das HDL-Cholesterin sank leicht. Die Triglyceride veränderten sich nicht signifikant. Die Autoren selbst stellen fest, dass diese Effekte unter den Schwellen liegen, die für eine Senkung des kardiovaskulären Risikos als bedeutsam gelten. Einschränkungen: Der Abstract nennt keine Heterogenitätswerte, keine Bewertung des Verzerrungsrisikos und keine Einstufung der Evidenz, und er beschreibt weder Dosen noch Studiendauer. Die obere Konfidenzgrenze beim LDL-Cholesterin (−0,10 mg/dL) liegt nahe null. Die meisten Studien schlossen Erwachsene mit bestehenden kardiometabolischen Erkrankungen ein, die Ergebnisse gelten also nicht für alle Menschen mit Übergewicht oder Adipositas. Die Subgruppenanalysen waren statistisch zu schwach. Blutfette sind Surrogatmarker, klinische Ereignisse berichtet der Abstract nicht.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

ZIEL: Adipositasbedingte Dyslipidämie bleibt eine bedeutende gesundheitliche Herausforderung und trägt zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei. Wasserstoffreiches Wasser (HRW) wurde wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften als mögliche ergänzende Maßnahme vorgeschlagen. Diese systematische Übersicht und Metaanalyse sollte die Wirkung von HRW auf die Blutfettwerte bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas bewerten. METHODEN: Wir durchsuchten Scopus, PubMed, Web of Science und Embase nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), die bis November 2025 veröffentlicht wurden und HRW mit Placebo oder normalem Wasser bei Erwachsenen mit einem mittleren Body-Mass-Index (BMI) ≥ 25 kg/m² verglichen. Mit Metaanalysen nach dem Modell zufälliger Effekte wurden gepoolte gewichtete Mittelwertdifferenzen (WMD) und 95-%-Konfidenzintervalle (KI) geschätzt. ERGEBNISSE: Eingeschlossen wurden zwölf Artikel mit 13 RCTs (n = 757 Teilnehmende). HRW senkte das Gesamtcholesterin (TC) signifikant (WMD: −6,71 mg/dL; 95-%-KI: −10,38 bis −3,04; p < 0,001), ebenso das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) (WMD: −3,21 mg/dL; 95-%-KI: −6,31 bis −0,10; p = 0,043). Beim High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-C) zeigte sich eine kleine Senkung (WMD: −1,16 mg/dL; 95-%-KI: −1,92 bis −0,40; p = 0,003). Die Triglyceride veränderten sich nicht signifikant (WMD: −4,21 mg/dL; 95-%-KI: −17,75 bis 9,32; p = 0,54). Die meisten Studien schlossen übergewichtige oder adipöse Erwachsene mit kardiometabolischen Begleiterkrankungen ein. Die Subgruppenanalysen waren statistisch zu schwach und wurden als hypothesengenerierend betrachtet. SCHLUSSFOLGERUNG: Eine HRW-Supplementierung bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen bewirkt kleine, statistisch nachweisbare, klinisch aber bescheidene Senkungen von TC und LDL-C, bei minimalen Wirkungen auf TG und HDL-C. Diese Wirkungen liegen unter den Schwellen, die für eine Senkung des kardiovaskulären Risikos als bedeutsam gelten, und sollten keine routinemäßige Anwendung von HRW als lipidsenkende Therapie außerhalb der Forschung rechtfertigen. Die Ergebnisse gelten vor allem für Erwachsene mit bestehenden Stoffwechselerkrankungen und sollten nicht auf alle übergewichtigen oder adipösen Menschen verallgemeinert werden. Eine mögliche Rolle bleibt auf die einer ergänzenden Maßnahme im Rahmen der Forschung beschränkt, und weitere ausreichend große, längerfristige RCTs sind nötig, bevor HRW für die Behandlung der Dyslipidämie in Betracht gezogen werden kann.
Original-Abstract (englisch)
OBJECTIVE: Obesity-related dyslipidemia remains a significant health challenge, contributing to increased cardiovascular risk. Hydrogen-rich water (HRW) has been proposed as a potential adjunctive intervention due to its antioxidant and anti-inflammatory properties. This systematic review and meta-analysis aimed to evaluate the effects of HRW on lipid profiles in adults with overweight or obesity. METHODS: We searched Scopus, PubMed, Web of Science, and Embase for randomized controlled trials (RCTs) published up to November 2025 that compared HRW with placebo or standard water in adults with mean body mass index (BMI) ≥ 25 kg/m². Random-effects meta-analyses were performed to estimate pooled weighted mean differences (WMDs) and 95% confidence intervals (CIs). RESULTS: Twelve articles comprising 13 RCTs (n = 757 participants) were included. HRW significantly reduced total cholesterol (TC) (WMD: − 6.71 mg/dL; 95% CI: − 10.38 to − 3.04; P < 0.001) and low-density lipoprotein cholesterol (LDL-C) (WMD: − 3.21 mg/dL; 95% CI: − 6.31 to − 0.10; P = 0.043). A small reduction in high-density lipoprotein cholesterol (HDL-C) was observed (WMD: − 1.16 mg/dL; 95% CI: − 1.92 to − 0.40; P = 0.003). Triglycerides showed no significant change (WMD: − 4.21 mg/dL; 95% CI: − 17.75 to 9.32; P = 0.54). Most trials enrolled overweight or obese adults with cardiometabolic comorbidities. Subgroup analyses were underpowered and considered hypothesis-generating. CONCLUSION: HRW supplementation in overweight or obese adults produces small, statistically detectable but clinically modest reductions in TC and LDL-C, with minimal effects on TG and HDL-C. These effects are below thresholds considered meaningful for cardiovascular risk reduction and should not justify routine use of HRW as a lipid-lowering therapy outside of research settings and these findings primarily apply to adults with preexisting metabolic conditions and should not be generalized to all overweight/obese individuals. Any potential role remains limited to an investigational adjunct, and further adequately powered, longer-term RCTs are needed before HRW can be considered in dyslipidemia management.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 41888952

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.