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2013 · Terawaki et al. — Transperitoneale Gabe von gelöstem Wasserstoff bei Peritonealdialysepatienten: ein neuer Ansatz zur Unterdrückung von oxidativem Stress in der Bauchhöhle

Originaltitel: Transperitoneal administration of dissolved hydrogen for peritoneal dialysis patients: a novel approach to suppress oxidative stress in the peritoneal cavity.

Kurzfassung

Bei sechs Peritonealdialysepatienten war nach einer einzelnen Testverweilzeit mit wasserstoffangereichertem Dialysat der Anteil reduzierten Albumins, ein Marker für geringeren oxidativen Stress, in der abgelassenen Flüssigkeit höher als mit Standarddialysat (62,31 % gegenüber 54,70 %). Auch im Serum war der Anteil reduzierten Albumins nach der Wasserstoffverweilzeit höher (65,75 % gegenüber 62,44 %). Laut Volltext liefen die beiden Tests in fester Reihenfolge ohne Randomisierung, und das Abstract nennt keine p-Werte. (Medical Gas Research, 2013.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit Kochsalz / IV. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Oxidativer Stress durch Glukoseabbauprodukte gilt als Mitursache von Schäden am Bauchfell bei der Peritonealdialyse, und allgemeine Antioxidanzien sind durch schädliche Wirkungen begrenzt. Sechs Patienten unter regelmäßiger Peritonealdialyse (laut Volltext alle Männer, mittleres Alter 55 Jahre) durchliefen je einen peritonealen Äquilibrationstest mit Standarddialysat und einen mit wasserstoffangereichertem Dialysat. Laut Volltext folgte der Wasserstofftest 2 Wochen nach dem Standardtest, für jeden Test wurden 2 l Dialysat mit 2,5 % Dextrose für 240 Minuten in die Bauchhöhle gegeben, und der Wasserstoff wurde zugesetzt, indem handelsübliche Dialysatbeutel mehr als 2 Stunden in wasserstoffangereichertes Wasser getaucht wurden. Das Abstract nennt die H₂-Konzentration des Dialysats nicht. Als Marker für oxidativen Stress wurde der Redoxzustand von Albumin in der abgelassenen Flüssigkeit und im Blut mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatografie gemessen. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt und erwähnt keine Verblindung.

Wichtige Zitate

  1. „Der mittlere Anteil reduzierten Albumins (ƒ(HMA)) im Effluat war mit H2-angereichertem Dialysat (62,31 ± 11,10 %) signifikant höher als mit Standarddialysat (54,70 ± 13,08 %).“ Original (EN): „Mean proportion of reduced albumin (ƒ(HMA)) in effluent was significantly higher in H2-enriched dialysate (62.31 ± 11.10%) than in standard dialysate (54.70 ± 13.08%).“ — das Hauptergebnis in der abgelassenen Dialyseflüssigkeit
  2. „Ebenso war das ƒ(HMA) im Serum nach Gabe von wasserstoffangereichertem Dialysat (65,75 ± 7,52 %) signifikant höher als nach Standarddialysat (62,44 ± 7,66 %).“ Original (EN): „Likewise, serum ƒ(HMA) after administration of hydrogen-enriched dialysate (65.75 ± 7.52%) was significantly higher than that after standard dialysate (62.44 ± 7.66%).“ — ein kleinerer Unterschied im Blut, den die Autoren als systemische Wirkung deuten
  3. „Die transperitoneale Gabe von H2 verringert den peritonealen und systemischen OS.“ Original (EN): „Trans-peritoneal administration of H2 reduces peritoneal and systemic OS.“ — das Fazit der Autoren, gezogen aus einer Testverweilzeit bei sechs Patienten

Unsere Einordnung

Die Studie zeigt, dass sich Wasserstoff mit Peritonealdialysat zuführen lässt und dass der Albumin-Redoxmarker nach einer Testverweilzeit in Flüssigkeit und Blut auf weniger Oxidation hinwies. Einschränkungen: sechs Patienten, eine Verweilzeit je Lösung und laut Volltext eine feste Reihenfolge ohne Randomisierung und ohne angegebene Verblindung. Das Abstract nennt Mittelwerte und Standardabweichungen, aber keine p-Werte, und die Standardabweichungen sind im Vergleich zu den Unterschieden groß. Der Albumin-Redoxzustand ist ein Labormarker; die Bauchfellfunktion im Zeitverlauf und klinische Endpunkte wurden nicht untersucht. Das Abstract berichtet keine unerwünschten Ereignisse; laut Volltext unterschieden sich Blutdruck und Herzfrequenz zwischen den beiden Tests nicht. Das Fazit, Wasserstoff verringere oxidativen Stress, ist fester formuliert, als eine Pilotstudie mit einer Einzelgabe bei sechs Patienten tragen kann.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Oxidativer Stress (OS) im Zusammenhang mit Glukoseabbauprodukten wie Methylglyoxal soll mit einer Verschlechterung des Bauchfells bei Patienten unter Peritonealdialyse (PD) zusammenhängen. Der Einsatz allgemeiner Antioxidanzien ist jedoch wegen ihrer schädlichen Wirkungen begrenzt. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss des neuartigen Antioxidans molekularer Wasserstoff (H2) auf den peritonealen OS zu klären, wobei der Redoxzustand von Albumin als Marker diente. METHODEN: Bei 6 Patienten unter regelmäßiger PD wurden während des peritonealen Äquilibrationstests mit Standarddialysat und mit wasserstoffangereichertem Dialysat Effluat- und Blutproben gewonnen. Der Redoxzustand von Albumin in Effluat und Blut wurde mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatografie bestimmt. ERGEBNISSE: Der mittlere Anteil reduzierten Albumins (ƒ(HMA)) im Effluat war mit H2-angereichertem Dialysat (62,31 ± 11,10 %) signifikant höher als mit Standarddialysat (54,70 ± 13,08 %). Ebenso war das ƒ(HMA) im Serum nach Gabe von wasserstoffangereichertem Dialysat (65,75 ± 7,52 %) signifikant höher als nach Standarddialysat (62,44 ± 7,66 %). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die transperitoneale Gabe von H2 verringert den peritonealen und systemischen OS.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Oxidative stress (OS) related to glucose degradation products such as methylglyoxal is reportedly associated with peritoneal deterioration in patients treated with peritoneal dialysis (PD). However, the use of general antioxidant agents is limited due to their harmful effects. This study aimed to clarify the influence of the novel antioxidant molecular hydrogen (H2) on peritoneal OS using albumin redox state as a marker. METHODS: Effluent and blood samples of 6 regular PD patients were obtained during the peritoneal equilibrium test using standard dialysate and hydrogen-enriched dialysate. The redox state of albumin in effluent and blood was determined using high-performance liquid chromatography. RESULTS: Mean proportion of reduced albumin (ƒ(HMA)) in effluent was significantly higher in H2-enriched dialysate (62.31 ± 11.10%) than in standard dialysate (54.70 ± 13.08%). Likewise, serum ƒ(HMA) after administration of hydrogen-enriched dialysate (65.75 ± 7.52%) was significantly higher than that after standard dialysate (62.44 ± 7.66%). CONCLUSIONS: Trans-peritoneal administration of H2 reduces peritoneal and systemic OS.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 23816239

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