2026 In vivo (Athens, Greece) Pilot / Beobachtung H₂-Therapie am Menschen Kochsalz / IVTrinken (HRW)
2026 · Lin et al. — Adjunktive Therapie mit molekularem Wasserstoff moduliert T-Zell-Marker und reduziert Anti-Ro-Antikörper bei refraktären oralen Ulzera des Morbus Behçet und des Sjögren-Syndroms: Ein Fallbericht
Kurzfassung
Eine 67-jährige Frau mit Morbus Behçet und primärem Sjögren-Syndrom — deren rezidivierende schmerzhafte orale Ulzera auf jahrelange Standardtherapie nicht angesprochen hatten — zeigte eine deutliche klinische Verbesserung und sinkende Anti-Ro-Antikörperspiegel, nachdem orale Wasserstoffkapseln als Ergänzungstherapie hinzugefügt wurden. Immunphänotypisierungen dokumentierten Verschiebungen in T-Zell-Subpopulationen, die mit Immunmodulation vereinbar sind. (In Vivo, 2026.)
Kommentar
Dieser Fallbericht ist einer von mehreren, die 2025–2026 von einer taiwanischen klinischen Gruppe veröffentlicht wurden, die Wasserstoff als Adjuvans bei refraktären Autoimmunerkrankungen erforscht. Die Kombination von Behçet und Sjögren bei einer Patientin ist klinisch ungewöhnlich und schafft einen komplexen immunologischen Hintergrund, der es schwierig macht, jede Veränderung auf eine einzelne Intervention zurückzuführen. Die Patientin hatte bereits Hydroxychloroquin, Colchicin, hochdosiertes intravenöses Vitamin C und Glutathion erhalten — einen beachtlichen antioxidativen Cocktail — litt aber weiterhin unter rezidivierenden Ulzera. Die Hinzunahme von Wasserstoffkapseln führte über mehrere Monate zu klinischer Verbesserung und messbaren immunologischen Veränderungen. Ob Wasserstoff der entscheidende Faktor war oder ob die kumulative antioxidative Last endlich eine therapeutische Schwelle überschritt, lässt sich aus einem einzelnen unkontrollierten Fall nicht bestimmen. Die berichteten immunologischen Marker (erhöhte naive T-Helfer-Fas+ und zytotoxische PD-1+-Subsets) sind biologisch interessant, bedürfen aber der Validierung in größeren Kohorten.
Wichtige Zitate
- „Über mehrere Monate zeigte sie eine deutliche klinische Verbesserung mit weniger Schleimhautblutungen und gesunkenen Anti-Ro-Antikörperspiegeln.“ Original (EN): „Over several months, she showed marked clinical improvement, with less mucosal bleeding and decreased anti-Ro antibody levels.“ — die primäre klinische Beobachtung
- „Die Immunphänotypisierung zeigte erhöhte naive T-Helfer-Fas-Zelloberflächentodesrezeptor-positive (Fas+) und zytotoxische T-Zell-PD-1-positive (PD-1+) Subpopulationen, was auf immunmodulatorische Effekte hindeutet.“ Original (EN): „Immunophenotyping revealed increased naïve T helper Fas cell surface death receptor-positive (Fas+) and cytotoxic T cell programmed death-1-positive (PD-1+) subsets, suggesting immunomodulatory effects.“ — mechanistisches Signal für Immunmodulation
- „Molekularer Wasserstoff könnte bei refraktären oralen Ulzera bei Behçet und primärem Sjögren-Syndrom helfen, mit klinischen und immunologischen Vorteilen.“ Original (EN): „Molecular hydrogen may aid refractory oral ulcers in Behçet's and primary Sjögren's syndromes, with clinical and immunologic benefits.“ — vorsichtiges Fazit der Autoren
Unsere Einordnung
Ein einzelner Fallbericht — die schwächste klinische Evidenzstufe. Keine Kontrolle, keine Randomisierung, kein Placebo; gleichzeitige Mehrfachmedikation macht eine kausale Zuschreibung unmöglich. Die klinisch interessanten Signale (Antikörperreduktion, Schleimhautheilung, T-Zell-Verschiebungen) rechtfertigen weitere Studien, lassen sich aber nicht verallgemeinern. Limitationen: n = 1, hochkomplexe Krankheitsüberlappung (Behçet + Sjögren), umfangreiche Begleitmedikation, kein Auswaschzeitraum, Beobachter-Bias nicht ausgeschlossen. Geeignet zur Hypothesengenerierung und zum Nachweis der Verträglichkeit; unzureichend für praxisleitende Empfehlungen.
Studiendesign
- Typ: Fallbericht · n: 1 (67-jährige Frau) · H₂-Gabe: orale Wasserstoffkapseln (adjunktiv zur bestehenden Medikation)
- Ergebnis: deutliche Reduktion von Schleimhautblutungen und Ulzera-Häufigkeit; Anti-Ro-Antikörper gesunken; Immunphänotypisierung zeigte Verschiebungen in Fas+- und PD-1+-T-Zell-Subpopulationen · Follow-up: ca. 20 Monate (Januar 2024 – August 2025)
Abstract (deutsche Übersetzung)
HINTERGRUND/ZIEL: Morbus Behçet ist eine systemische Vaskulitis, die venöse und arterielle Gefäße betrifft und durch schmerzhafte orale und genitale Ulzera charakterisiert ist. Das primäre Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die vor allem exokrine Drüsen — insbesondere Speichel- und Tränendrüsen — befällt und systemisch involviert sein kann. Molekularer Wasserstoff hat sich aufgrund seiner antioxidativen und immunmodulatorischen Wirkungen als mögliche adjuvante Therapie etabliert. Dieser Bericht bewertet die Wirksamkeit von molekularem Wasserstoff als adjunktive Therapie bei refraktären oralen Ulzera einer Patientin mit Morbus Behçet und primärem Sjögren-Syndrom. FALLBERICHT: Eine 67-jährige taiwanische Frau mit Morbus Behçet und primärem Sjögren-Syndrom litt seit 2018 unter rezidivierenden schmerzhaften oralen Ulzera und Schleimhautatrophie gemäß den ISG-Kriterien. 2020 erfüllte sie die EULAR/ACR-2016-Kriterien für das Sjögren-Syndrom aufgrund eines Schirmer-Tests (0/0 mm), eines positiven Anti-Ro-Antikörpers (29 U/ml) und des Befunds der Lippendrüsenbiopsie. Trotz Langzeittherapie mit Hydroxychloroquin, Colchicin sowie monatlichen hochdosierten intravenösen Gaben von Vitamin C und Glutathion rezidivierten die oralen Ulzera mit Petechien und Blutungen. Im Januar 2024 wurden orale Wasserstoffkapseln als adjunktive Therapie hinzugefügt. Im Verlauf von mehreren Monaten zeigte die Patientin eine deutliche klinische Verbesserung mit weniger Schleimhautblutungen und sinkenden Anti-Ro-Antikörperspiegeln. Die Immunphänotypisierung ergab erhöhte naive T-Helfer-Fas+-Zellen und zytotoxische PD-1+-T-Zell-Subpopulationen, was auf immunmodulatorische Effekte hindeutet. Die Therapie wurde gut vertragen, ohne schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Bis August 2025 hatten sich die oralen Ulzera deutlich gebessert, und die systemische Erkrankung blieb unter Erhaltungstherapie mit Hydroxychloroquin, Azathioprin, Kortikosteroidinfusionen und Wasserstofftherapie stabil. SCHLUSSFOLGERUNG: Molekularer Wasserstoff kann bei refraktären oralen Ulzera bei Behçet und primärem Sjögren-Syndrom von Nutzen sein, mit klinischen und immunologischen Vorteilen.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND/AIM: Behçet's Disease is a systemic vasculitis affecting both venous and arterial vessels, characterized by painful oral and genital ulcers. Primary Sjögren's Syndrome is an autoimmune disorder mainly targeting exocrine glands, especially the salivary and lacrimal glands, with possible systemic involvement. Molecular hydrogen has emerged as a potential adjuvant therapy due to its antioxidant and immunomodulatory effects. This report evaluates the efficacy of molecular hydrogen as adjunctive therapy for refractory oral ulcers in a patient with Behçet's disease and primary Sjögren's syndrome. CASE REPORT: A 67-year-old Taiwanese woman with Behçet's disease and primary Sjögren's syndrome had recurrent painful oral ulcers and mucosal atrophy since 2018, meeting the International Study Group (ISG) criteria. In 2020, she fulfilled the 2016 European League Against Rheumatism (EULAR)/American College of Rheumatology (ACR) criteria for Sjögren's syndrome based on Schirmer's test (0/0 mm), positive anti-Ro antibody (29 U/ml), and labial salivary gland biopsy findings. Despite long-term, hydroxychloroquine, colchicine, and monthly high-dose intravenous vitamin C and glutathione, her oral ulcers recurred with petechiae and bleeding. In January 2024, oral molecular hydrogen capsules were added as adjunctive therapy. Over several months, she showed marked clinical improvement, with less mucosal bleeding and decreased anti-Ro antibody levels. Immunophenotyping revealed increased naïve T helper Fas cell surface death receptor-positive (Fas+) and cytotoxic T cell programmed death-1-positive (PD-1+) subsets, suggesting immunomodulatory effects. The therapy was well tolerated, with no major adverse events. By August 2025, oral ulcers had markedly improved, and systemic disease remained stable on maintenance with hydroxychloroquine, azathioprine, corticosteroid infusions, and hydrogen therapy. CONCLUSION: Molecular hydrogen may aid refractory oral ulcers in Behçet's and primary Sjögren's syndromes, with clinical and immunologic benefits.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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