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2018 · Sha et al. — Wirkung eines langfristigen Konsums von wasserstoffreichem Wasser auf die antioxidative Aktivität und die Darmflora bei jugendlichen Fußballspielerinnen aus Suzhou, China

Originaltitel: Effects of the long-term consumption of hydrogen-rich water on the antioxidant activity and the gut flora in female juvenile soccer players from Suzhou, China.

Kurzfassung

Bei jugendlichen Fußballspielerinnen gingen zwei Monate Trinken von wasserstoffreichem Wasser laut Abstract mit niedrigerem Malondialdehyd und niedrigeren Entzündungsmarkern im Serum sowie höheren antioxidativen Markern und mehr Hämoglobin einher als bei Spielerinnen, die normales Wasser tranken. Das Abstract berichtet höhere Diversitätsindizes der Darmflora nach zwei Monaten, laut Volltext waren diese Unterschiede aber nicht statistisch signifikant, und die Zusammensetzung der Darmflora änderte sich nicht signifikant. Das Abstract nennt keine Gruppengrößen. Laut Volltext tranken 28 Spielerinnen wasserstoffreiches und 10 normales Wasser, und die Gruppen unterschieden sich schon zu Beginn. (Medical Gas Research, 2018.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Fußballtraining führt zu Ermüdung, die die Autoren mit freien Radikalen in Verbindung bringen, und Wasserstoff wird als selektives Antioxidans beschrieben. Die Studie prüfte, ob zwei Monate Trinken von wasserstoffreichem Wasser antioxidative und entzündliche Marker sowie die Darmflora bei jugendlichen Fußballspielerinnen einer Sportschule in Suzhou verändert. Laut Volltext wurden 38 Spielerinnen „zufällig aufgeteilt“ in eine Gruppe mit wasserstoffreichem Wasser (n = 28) und eine Kontrollgruppe (n = 10). Laut Volltext ersetzte die Wasserstoffgruppe ihr übliches tägliches Trinkwasser durch dieselbe Menge wasserstoffreiches Wasser, während die Kontrollgruppe weiter normales Wasser trank. Eine Wasserstoffkonzentration, ein Placebo oder eine Verblindung werden nicht berichtet. Gemessen wurden Malondialdehyd, Superoxiddismutase, totale antioxidative Kapazität, Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α im Serum sowie Hämoglobin im Vollblut; Stuhlproben wurden per 16S-rDNA-Sequenzierung auf Diversität und Zusammensetzung der Darmflora untersucht. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt.

Wichtige Zitate

  1. „Der Konsum von wasserstoffreichem Wasser über zwei Monate senkte die Serumspiegel von Malondialdehyd, Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α signifikant und erhöhte anschließend die Serumspiegel von Superoxiddismutase und totaler antioxidativer Kapazität sowie das Hämoglobin im Vollblut signifikant.“ Original (EN): „the consumption of hydrogen-rich water for two months significantly reduced serum malondialdehyde, interleukin-1, interleukin-6, tumour necrosis factor-α levels; then significantly increased serum superoxide dismutase, total antioxidant capacity levels and haemoglobin levels of whole blood.“ — die Ergebnisse zu den Blutmarkern, wie das Abstract sie ohne Zahlen angibt
  2. „Allerdings gab es vor der Studie einige Unterschiede in den Bestandteilen der Darmflora zwischen den beiden Gruppen, während sich die Zusammensetzung der Darmflora im Studienzeitraum nicht signifikant veränderte.“ Original (EN): „Nevertheless, there were some differences in the gut flora components of these two groups before the trial, whereas there were no significant changes in the gut flora composition during the trial period.“ — die Gruppen unterschieden sich zu Beginn, und die Zusammensetzung der Darmflora änderte sich nicht
  3. „Somit könnte der Konsum von wasserstoffreichem Wasser über zwei Monate aufgrund seiner selektiven antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkung eine Rolle bei der Beeinflussung der Darmflora von Sportlern spielen.“ Original (EN): „Thus, the consumption of hydrogen-rich water for two months might play a role modulating in the gut flora of athletes based on its selective antioxidant and anti-inflammatory activities.“ — das Fazit der Autoren zur Darmflora, als Möglichkeit formuliert

Unsere Einordnung

Die Studie vergleicht zwei Gruppen über zwei Monate, ihr Aufbau begrenzt aber die Aussagekraft. Das Abstract berichtet niedrigere oxidative und entzündliche Marker mit wasserstoffreichem Wasser, während sich die Zusammensetzung der Darmflora nicht signifikant änderte. Einschränkungen: Das Abstract nennt weder Gruppengrößen noch Wasserstoffkonzentration noch einen primären Endpunkt und erwähnt weder Randomisierung noch Verblindung. Laut Volltext waren die Gruppen ungleich groß (28 und 10) und unterschieden sich zu Beginn: Die Kontrollspielerinnen waren älter (im Mittel 13,7 gegenüber 12,18 Jahren) und trainierten länger (3,4 gegenüber 1,21 Jahren). Die Kontrollgruppe trank normales Wasser ohne Placebo. Laut Volltext stiegen Interleukin-1 und Tumornekrosefaktor-α in beiden Gruppen an, mit Wasserstoff weniger stark; „gesenkt“ bedeutet im Abstract also einen geringeren Anstieg. Für die Diversitätsindizes der Darmflora nach zwei Monaten nennt der Volltext p-Werte von 0,369 bis 0,710. Es wurden viele Marker getestet. Die Studie zeigt nicht, dass wasserstoffreiches Wasser die Darmflora verändert.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Der Verbrauch einer beträchtlichen Menge körperlicher Energie führt im Fußball sowohl im Training als auch im Wettkampf unweigerlich zu Ermüdung. Immer mehr experimentelle Befunde bestätigen den Zusammenhang zwischen der Bildung und dem Abbau freier Radikale, Ermüdung und Sportverletzungen. Kürzlich wurde Wasserstoff als neues selektives Antioxidans mit möglichen nützlichen Anwendungen im Sport erkannt. Die vorliegende Studie untersuchte die Wirkung eines zweimonatigen Konsums von wasserstoffreichem Wasser auf die Darmflora bei jugendlichen Fußballspielerinnen aus Suzhou. Wie Enzymimmunoassays (ELISA) und die 16S-rDNA-Sequenzanalyse von Stuhlproben zeigten, senkte der Konsum von wasserstoffreichem Wasser über zwei Monate die Serumspiegel von Malondialdehyd, Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α signifikant und erhöhte anschließend die Serumspiegel von Superoxiddismutase und totaler antioxidativer Kapazität sowie das Hämoglobin im Vollblut signifikant. Außerdem verbesserte der Konsum von wasserstoffreichem Wasser die Diversität und Häufigkeit der Darmflora bei den Sportlerinnen. Alle untersuchten Indizes, darunter Shannon-, Sobs-, ACE- und Chao-Index, waren vor der Studie in der Kontrollgruppe höher als in der Gruppe, die wasserstoffreiches Wasser erhalten sollte; nach der zweimonatigen Intervention hatte sich dies jedoch bei allen Indizes umgekehrt, und sie lagen höher als in der Kontrollgruppe. Allerdings gab es vor der Studie einige Unterschiede in den Bestandteilen der Darmflora zwischen den beiden Gruppen, während sich die Zusammensetzung der Darmflora im Studienzeitraum nicht signifikant veränderte. Somit könnte der Konsum von wasserstoffreichem Wasser über zwei Monate aufgrund seiner selektiven antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkung eine Rolle bei der Beeinflussung der Darmflora von Sportlern spielen. Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission der Sportschule Suzhou genehmigt (Genehmigungsnummer: SSS-EC150903).
Original-Abstract (englisch)
Expending a considerable amount of physical energy inevitably leads to fatigue during both training and competition in football. An increasing number of experimental findings have confirmed the relationship between the generation and clearance of free radicals, fatigue, and exercise injury. Recently, hydrogen was identified as a new selective antioxidant with potential beneficial applications in sports. The present study evaluated the effect of 2-month consumption of hydrogen-rich water on the gut flora in juvenile female soccer players from Suzhou. As demonstrated by enzyme linked immunosorbent assay and 16S rDNA sequence analysis of stool samples, the consumption of hydrogen-rich water for two months significantly reduced serum malondialdehyde, interleukin-1, interleukin-6, tumour necrosis factor-α levels; then significantly increased serum superoxide dismutase, total antioxidant capacity levels and haemoglobin levels of whole blood. Furthermore, the consumption of hydrogen-rich water improved the diversity and abundance of the gut flora in athletes. All examined indices, including the shannon, sobs, ace, and chao indices, were higher in the control group than those proposed to result from hydrogen-rich water consumption prior to the trial, but these indices were all reversed and were higher than those in the controls after the 2-month intervention. Nevertheless, there were some differences in the gut flora components of these two groups before the trial, whereas there were no significant changes in the gut flora composition during the trial period. Thus, the consumption of hydrogen-rich water for two months might play a role modulating in the gut flora of athletes based on its selective antioxidant and anti-inflammatory activities. The study protocol was approved by the ethics committee of the Suzhou Sports School (approved number: SSS-EC150903).

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 30713665

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.