2020 · Dobashi et al. — Wasserstoffreiches Wasser unterdrückt die durch 3 aufeinanderfolgende Tage schwerer körperlicher Belastung induzierte Senkung der gesamten antioxidativen Kapazität des Blutes bei körperlich aktiven Männern.
Kurzfassung
In einer Crossover-Studie mit 8 aktiven Männern erhielt das Trinken von H₂-reichem Wasser (5,14 ppm) vor und nach jeder von 3 aufeinanderfolgenden intensiven Trainingseinheiten den antioxidativen Status des Blutes — gemessen als BAP/d-ROM-Verhältnis — während Placebowasser einen progressiven Abfall zuließ. Die körperliche Leistung unterschied sich nicht signifikant zwischen den Bedingungen, was bedeutet, dass H₂ den Redox-Status unterstützte, ohne Erschöpfung zu maskieren. (Medical Gas Research, 2020.)
Kommentar
Diese saubere Crossover-Studie greift eine praktisch relevante Frage der Sportwissenschaft auf: Kann H₂-reiches Wasser den kumulativen oxidativen Stress aus Tagen wiederholten intensiven Trainings abpuffern? Das BAP/d-ROM-Verhältnis ist ein etablierter, wenn auch unvollkommener Proxy für den systemischen Redox-Status. Der Befund, dass H₂-Wasser dieses Verhältnis über drei Trainingstage erhielt, während Placebo dies nicht tat, ist das zentrale Ergebnis. Wichtig: Die körperliche Leistung selbst war nicht signifikant unterschiedlich zwischen H₂ und Placebo — H₂ maskiert also nicht den Trainingsreiz, sondern moduliert die Redox-Konsequenz. Die Studiengröße (n = 8) ist klein, und das einfachblinde Design ist eine Limitation.
Wichtige Zitate
- „Im PW-Versuch nahmen die relativen Veränderungen des biologischen antioxidativen Potenzials/Diacron-reaktiver Sauerstoffmetaboliten als Index des systemischen antioxidativen Potenzials gegenüber dem Ausgangswert im Laufe der Tage schrittweise ab.“ Original (EN): „In PW trial, relative changes in biological antioxidant potential/diacron-reactive oxygen metabolites, as an index of systemic antioxidant potential, from baseline gradually decreased as the day passed.“ — Placebo-Arm zeigt progressiven Antioxidatien-Abfall über aufeinanderfolgende Belastungstage
- „HW unterdrückte die im PW beobachtete Verringerung des biologischen antioxidativen Potenzials/Diacron-reaktiver Sauerstoffmetaboliten.“ Original (EN): „HW suppressed the reduction in biological antioxidant potential/diacron-reactive oxygen metabolites observed in PW.“ — der zentrale Positivbefund — H₂-Wasser erhielt den Redox-Status gegenüber Placebo
- „Die körperliche Leistung unterschied sich in beiden Bedingungen über 3 aufeinanderfolgende Tage nicht signifikant.“ Original (EN): „Exercise performances in both conditions were not significantly different over 3 consecutive days.“ — Null-Ergebnis für Leistung — H₂ veränderte weder Output noch maskierte es Trainingserschöpfung
Unsere Einordnung
Eine gut strukturierte kleine Crossover-Studie mit klarem Messwert (Redox-Status) und ehrlichem Null-Befund für Leistung. Die Aufrechterhaltung des antioxidativen Status unter wiederholtem Belastungsstress ist ein bedeutsames Signal, obwohl die klinische Relevanz des BAP/d-ROM-Erhalts bei gesunden Athleten ungewiss ist. Limitationen: n = 8; einfachblind; H₂-Konzentration hoch (5,14 ppm) — nicht typisch für handelsübliche Produkte; kein Langzeit-Follow-up; keine Muskelbiopsie oder Entzündungsmarker-Daten; Leistungs-Null-Ergebnis wichtig, wurde aber 16 Stunden nach Training gemessen (akuter Leistungseinfluss nicht ausgeschlossen).
Studiendesign
- Typ: randomisiert, einfachblind, Crossover-kontrolliert · n: 8 körperlich aktive Männer · H₂-Gabe: 500 mL H₂-reiches Wasser mit 5,14 ppm, vor und nach jeder Trainingseinheit über 3 Tage
- Trainingsprotokoll: Gegenbewegungssprung + maximale isometrische Kniestreckung + Sprint-Radfahren (3 × 10 Sek. bei 7,5 % Körpermasseresistenz) täglich über 3 Tage
- Ergebnis: BAP/d-ROM-Verhältnis im H₂-Arm erhalten vs. progressiver Abfall in Placebo; körperliche Leistung nicht signifikant unterschiedlich zwischen Bedingungen
Abstract (deutsche Übersetzung)
Wiederholtes Sprint-Training kann das intramuskuläre Redox-Gleichgewicht stören und systemischen oxidativen Stress sowie Muskelschäden verursachen. Es gibt wachsende Evidenz, dass molekularer Wasserstoff oxidativen und/oder entzündlichen Reaktionen entgegenwirkt. Daher untersuchten wir die Effekte von molekular wasserstoffreichem Wasser (HW) auf Muskelleistung und durch intensive Belastung induzierte Oxidationsstress-Marker. Eine einfachblinde, Crossover-randomisierte kontrollierte Studie wurde konzipiert. Acht männliche Freiwillige absolvierten zwei 3-tägige aufeinanderfolgende Belastungstests unter zwei Bedingungen: HW und Placebowasser (PW). Der Belastungstest umfasste einen Gegenbewegungssprung, maximale willkürliche isometrische Kontraktion der Kniestreckmuskeln und Sprint-Radfahren. Vor und nach dem Belastungstest tranken die Teilnehmenden 500 mL HW (5,14 ± 0,03 ppm H₂) oder PW (0,00 ± 0,00 ppm). Die körperliche Leistung unterschied sich in beiden Bedingungen über 3 aufeinanderfolgende Tage nicht signifikant. Im PW-Versuch nahmen die relativen Veränderungen des biologischen antioxidativen Potenzials/Diacron-reaktiver Sauerstoffmetaboliten als Redox-Index gegenüber dem Ausgangswert im Laufe der Tage schrittweise ab. HW unterdrückte jedoch diese Verringerung. Das Trinken von HW trug zur Aufrechterhaltung des Redox-Status während aufeinanderfolgender Tage intensiver Belastung bei und könnte akkumulativer Muskelermüdung vorbeugen.
Original-Abstract (englisch)
Repeated sprint exercise can interfere with intramuscular redox balance and cause systemic oxidative stress and muscle damage. There is growing evidence that molecular hydrogen counteracts oxidative and/or inflammatory responses. Therefore, we investigated the effects of molecular hydrogen-rich water (HW) on muscle performance and oxidative stress markers induced by strenuous exercise. A single-blind, crossover, randomized controlled trial has been designed. Eight male volunteers completed two 3-day consecutive exercise tests under two conditions: HW and placebo water (PW). The exercise test included a countermovement jump, maximal voluntary isometric contraction of knee extensors, and sprint cycling. The sprint cycling exercise was comprised three repetitions of 10-second maximal pedaling against a resistance of 7.5% body mass and 110-second active rest (no-load pedaling). Before and after the exercise test, participants drank the 500 mL of HW (5.14 ± 0.03 ppm in H2 concentration) or PW (0.00 ± 0.00 ppm). At 7 hours before the first exercise test (Day 1), as baseline, and 16 hours after the exercise test on each day, blood samples were obtained. Exercise performances in both conditions were not significantly different over 3 consecutive days. In PW trial, relative changes in biological antioxidant potential/diacron-reactive oxygen metabolites, as an index of systemic antioxidant potential, from baseline gradually decreased as the day passed. However, HW suppressed the reduction in biological antioxidant potential/diacron-reactive oxygen metabolites observed in PW. Drinking HW contributed to the maintenance of the redox status during consecutive days of strenuous exercise and might help prevent accumulative muscular fatigue. The study was approved by the Human Research Ethics Committee of the University of Yamanashi, Japan (approval No. H26-008) on December 17, 2014.
Quelle & Links
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