2020 Diabetes, metabolic syndrome and obesity : targets and therapy RCT H₂-Therapie am Menschen Trinken (HRW)
2020 · LeBaron et al. — Wirkung von 24 Wochen hochkonzentriertem wasserstoffreichem Wasser auf Körperzusammensetzung, Blutfettprofile und Entzündungs-Biomarker bei Männern und Frauen mit metabolischem Syndrom: randomisierte kontrollierte Studie
Kurzfassung
Bei 60 Erwachsenen mit metabolischem Syndrom senkten 24 Wochen hochkonzentriertes wasserstoffreiches Wasser (mehr als 5,5 Millimol H₂ pro Tag) gegenüber Placebo Cholesterin, Glukose und Hämoglobin A1c im Blut statistisch signifikant und verbesserten Entzündungs- und Redoxmarker. Body-Mass-Index und Taille-Hüft-Verhältnis zeigten nur eine Tendenz zu einer leichten Abnahme. Das Abstract nennt keine Gruppenwerte, Effektgrößen oder einen primären Endpunkt, die Größe der Veränderungen lässt sich daher nicht beurteilen. (Diabetes, Metabolic Syndrome and Obesity, 2020.)
Kommentar
Das metabolische Syndrom vereint Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen, erhöhten Blutzucker und Adipositas und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und neurologische Erkrankungen. Die Autoren prüften, ob eine langfristige Einnahme von hochkonzentriertem wasserstoffreichem Wasser diese Risikofaktoren verändert. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 60 Menschen mit metabolischem Syndrom (30 Männer, 30 Frauen) zunächst eine Woche lang beobachtet, um Ausgangsdaten zu erheben. Danach wurden sie Placebo oder Wasser mit mehr als 5,5 Millimol H₂ pro Tag für 24 Wochen zugeteilt. Laut Titel gehörten Körperzusammensetzung, Blutfettprofile und Entzündungs-Biomarker zu den Endpunkten. Die Ergebnisse nennen zusätzlich Blutzucker, Hämoglobin A1c und Marker der Redox-Homöostase. Das Abstract nennt weder die tägliche Wassermenge noch die Zusammensetzung des Placebos, die Gruppengrößen nach der Randomisierung, einen primären Endpunkt, Studienabbrüche oder unerwünschte Ereignisse.
Wichtige Zitate
- „Die Supplementierung mit hochkonzentriertem HRW senkte im Vergleich zu Placebo die Cholesterin- und Glukosewerte im Blut signifikant, verringerte das Hämoglobin A1c im Serum und verbesserte Biomarker für Entzündung und Redox-Homöostase (p < 0,05).“ Original (EN): „Supplementation with high-concentration HRW significantly reduced blood cholesterol and glucose levels, attenuated serum hemoglobin A1c, and improved biomarkers of inflammation and redox homeostasis as compared to placebo (P < 0.05).“ — das Hauptergebnis, berichtet ohne Effektgrößen oder Gruppenwerte
- „Darüber hinaus bewirkte H2 tendenziell eine leichte Abnahme des Body-Mass-Index und des Taille-Hüft-Verhältnisses.“ Original (EN): „Furthermore, H2 tended to promote a mild reduction in body mass index and waist-to-hip ratio.“ — die Körpermaße veränderten sich nur tendenziell, nicht signifikant
- „Unsere Ergebnisse stützen weiter die Annahme, dass hochkonzentriertes HRW als Therapieform zur Abschwächung von Risikofaktoren des metabolischen Syndroms vielversprechende Wirkungen haben könnte.“ Original (EN): „Our results give further credence that high-concentration HRW might have promising effects as a therapeutic modality for attenuating risk factors of metabolic syndrome.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, vorsichtig mit könnte formuliert
Unsere Einordnung
Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie über 24 Wochen. Das Abstract berichtet jedoch nur, dass sich mehrere Blutwerte mit p unter 0,05 von Placebo unterschieden. Es nennt keine Gruppenmittelwerte, Effektgrößen, Konfidenzintervalle und nicht die Zahl der Teilnehmenden, die die Studie abgeschlossen haben, daher lassen sich Größe und klinische Bedeutung der Veränderungen nicht beurteilen. Body-Mass-Index und Taille-Hüft-Verhältnis zeigten nur eine Tendenz. Einschränkungen: 60 Teilnehmende, kein benannter primärer Endpunkt, viele getestete Blutwerte, Surrogatmarker statt klinischer Ereignisse und im Abstract keine Angaben zu unerwünschten Ereignissen, Studienabbrüchen oder dem Placebo. Die Autoren formulieren ihre Schlussfolgerung vorsichtig und schreiben, das Wasser könnte Wirkungen auf Risikofaktoren des metabolischen Syndroms haben. Eine Bestätigung mit vollständig berichteten Ergebnissen ist nötig.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde Studie mit Placebo, 24 Wochen nach einer Beobachtungswoche · n: 60 (30 Männer, 30 Frauen) mit metabolischem Syndrom · H₂-Gabe: Trinkwasser mit hoher Wasserstoffkonzentration, mehr als 5,5 Millimol H₂ pro Tag
- Vergleich: Placebo (Zusammensetzung im Abstract nicht beschrieben)
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt benannt. Gegenüber Placebo: niedrigeres Cholesterin und niedrigere Glukose im Blut, niedrigeres Hämoglobin A1c, verbesserte Entzündungs- und Redoxmarker (p unter 0,05, keine Werte angegeben). Body-Mass-Index und Taille-Hüft-Verhältnis: Tendenz zu leichter Abnahme
Abstract (deutsche Übersetzung)
ZIEL: Das metabolische Syndrom ist mit mehreren medizinischen Risikofaktoren verbunden, darunter Dyslipidämie, Hyperglykämie und Adipositas, und hat sich zu einer weltweiten Pandemie entwickelt. Die Folgen dieses Zustands erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf- und neurologische Erkrankungen sowie die Sterblichkeit. Seine Pathophysiologie ist mit einer gestörten Redoxregulation, übermäßiger Entzündung und einer Störung der zellulären Homöostase verbunden. Molekularer Wasserstoff (H2) kann oxidativen Stress abschwächen, die Zellfunktion verbessern und chronische Entzündungen verringern. Präklinische und klinische Studien haben vielversprechende Wirkungen von H2-reichem Wasser (HRW) auf bestimmte Merkmale des metabolischen Syndroms gezeigt, die Wirkungen von langfristigem, hochkonzentriertem HRW bei diesem verbreiteten Krankheitsbild sind jedoch kaum untersucht. METHODEN: Wir führten eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 60 Personen (30 Männer und 30 Frauen) mit metabolischem Syndrom durch. Eine einwöchige Beobachtungsphase diente der Erhebung klinischer Ausgangsdaten, danach folgte die Randomisierung auf Placebo oder hochkonzentriertes HRW (> 5,5 Millimol H2 pro Tag) für 24 Wochen. ERGEBNISSE: Die Supplementierung mit hochkonzentriertem HRW senkte im Vergleich zu Placebo die Cholesterin- und Glukosewerte im Blut signifikant, verringerte das Hämoglobin A1c im Serum und verbesserte Biomarker für Entzündung und Redox-Homöostase (p < 0,05). Darüber hinaus bewirkte H2 tendenziell eine leichte Abnahme des Body-Mass-Index und des Taille-Hüft-Verhältnisses. SCHLUSSFOLGERUNG: Unsere Ergebnisse stützen weiter die Annahme, dass hochkonzentriertes HRW als Therapieform zur Abschwächung von Risikofaktoren des metabolischen Syndroms vielversprechende Wirkungen haben könnte.
Original-Abstract (englisch)
PURPOSE: Metabolic syndrome is associated with several medical risk factors including dyslipidemia, hyperglycemia, and obesity, which has become a worldwide pandemic. The sequelae of this condition increase the risk of cardiovascular and neurological disease and increased mortality. Its pathophysiology is associated with redox dysregulation, excessive inflammation, and perturbation of cellular homeostasis. Molecular hydrogen (H2) may attenuate oxidative stress, improve cellular function, and reduce chronic inflammation. Pre-clinical and clinical studies have shown promising effects of H2-rich water (HRW) on specific features of metabolic syndrome, yet the effects of long-term, high-concentration HRW in this prevalent condition remain poorly addressed. METHODS: We conducted a randomized, double-blinded, placebo-controlled trial in 60 subjects (30 men and 30 women) with metabolic syndrome. An initial observation period of one week was used to acquire baseline clinical data followed by randomization to either placebo or high-concentration HRW (> 5.5 millimoles of H2 per day) for 24 weeks. RESULTS: Supplementation with high-concentration HRW significantly reduced blood cholesterol and glucose levels, attenuated serum hemoglobin A1c, and improved biomarkers of inflammation and redox homeostasis as compared to placebo (P < 0.05). Furthermore, H2 tended to promote a mild reduction in body mass index and waist-to-hip ratio. CONCLUSION: Our results give further credence that high-concentration HRW might have promising effects as a therapeutic modality for attenuating risk factors of metabolic syndrome.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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