2014 · Ostojic et al. — Wasserstoffreiches Wasser beeinflusste die Blutalkalität bei körperlich aktiven Männern.
Kurzfassung
Das tägliche Trinken von 2 L wasserstoffreichem Wasser (HRW) über 14 Tage erhöhte den arteriellen Blut-pH sowohl in Ruhe als auch nach dem Sport sowie die nüchternen Bikarbonatwerte signifikant bei 52 gesunden körperlich aktiven Männern — ohne berichtete Nebenwirkungen. Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie deutet auf einen möglichen alkalisiernden Effekt von HRW bei belastungsinduzierter Azidose hin. (Research in Sports Medicine, 2014.)
Kommentar
Beim intensiven Sport sammeln sich Laktat und H⁺-Ionen an und treiben den Blut-pH nach unten. Diese belastungsinduzierte Azidose beeinträchtigt die Muskelkontraktilität und beschleunigt die Ermüdung. Wenn HRW den Baseline- und Post-Sport-pH bescheiden anheben kann, könnte es theoretisch den Ermüdungseintritt verzögern. In dieser Studie erhöhte 14-tägiger HRW-Konsum den arteriellen Ruhe-pH um 0,04 Einheiten und den Post-Sport-pH um 0,07 Einheiten — kleine Verschiebungen, aber statistisch signifikant und richtungsweisend. Die nüchternen Bikarbonatwerte stiegen ebenfalls deutlich (28,3 → 30,5 mEq/L), was mit einem milden systemischen Alkalisierungseffekt konsistent ist. Die Studie ist methodisch solide: 52 Teilnehmer, doppelblind, randomisiert, mit direkten arteriellen Blutgasmessungen. Eine wichtige mechanistische Frage — ob die pH-Verschiebung durch H₂ selbst oder durch Spurenmineralien aus der Zubereitung verursacht wird — wird hier nicht vollständig geklärt. Die null Abbrüche und das Fehlen von Nebenwirkungen ergänzen das Sicherheitsprofil von HRW.
Wichtige Zitate
- „Die Einnahme von HRW erhöhte den nüchternen arteriellen Blut-pH signifikant um 0,04 (95%-Konfidenzintervall; 0,01–0,08; p < 0,001) und den Post-Sport-pH um 0,07 (95%-Konfidenzintervall; 0,01–0,10; p = 0,03) nach 14 Tagen Intervention.“ Original (EN): „Intake of HRW significantly increased fasting arterial blood pH by 0.04 (95% confidence interval; 0.01 - 0.08; p < 0.001), and postexercise pH by 0.07 (95% confidence interval; 0.01 - 0.10; p = 0.03) after 14 days of intervention.“ — das Kernergebnis: moderate, aber signifikante pH-Erhöhung in Ruhe und nach Sport
- „Die nüchternen Bikarbonate waren im HRW-Versuch nach dem Verabreichungsschema im Vergleich zur Prä-Verabreichung signifikant höher (30,5 ± 1,9 mEq/L vs. 28,3 ± 2,3 mEq/L; p < 0,0001).“ Original (EN): „Fasting bicarbonates were significantly higher in the HRW trial after the administration regimen as compared with the preadministration (30.5 ± 1.9 mEq/L vs. 28.3 ± 2.3 mEq/L; p < 0.0001).“ — Bikarbonatanstieg bestätigt den Alkalisierungseffekt
- „Diese Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die HRW-Einnahme sicher ist und einen alkalisierenden Effekt bei jungen körperlich aktiven Männern haben kann.“ Original (EN): „These results support the hypothesis that HRW administration is safe and may have an alkalizing effect in young physically active men.“ — Fazit der Autoren: Sicherheit bestätigt, alkalisierender Effekt wahrscheinlich
Unsere Einordnung
Eine gut konzipierte, ausreichend gepowerte Studie mit objektiven arteriellen Blutgasmessungen. Ergebnisse sind statistisch signifikant und intern konsistent. Die Effektgrößen sind klein (ΔpH ≈ 0,04–0,07), und ob sie sich in messbare Leistungsvorteile übersetzen, wurde hier nicht getestet. Der Mechanismus (ist es das H₂ selbst oder der Mineralgehalt des Wassers?) ist nicht isoliert. Limitationen: nur männliche, junge, körperlich aktive Population; Alkalisierungsmechanismus nicht mechanistisch bestätigt; kein Leistungsendpunkt getestet; arterielle Blutentnahme ist invasiv und begrenzt die Praxisrelevanz.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte RCT · n: 52 gesunde körperlich aktive Männer (26 HRW, 26 Placebo) · H₂-Gabe: 2 L/Tag HRW oral für 14 Tage
- Vergleich: Leitungswasser-Placebo · Endpunkte: arterieller Blut-pH, pCO₂, Bikarbonat bei Baseline und nach Sport (Tag 0 und Tag 14)
- Ergebnis: Ruhe-pH +0,04 (p<0,001), Post-Sport-pH +0,07 (p=0,03), Bikarbonat 28,3→30,5 mEq/L (p<0,0001); null Abbrüche, keine Nebenwirkungen
Abstract (deutsche Übersetzung)
Eine wirksame und sichere Alkalisierungsmethode zur Behandlung der metabolischen Azidose könnte für Menschen interessant sein, die einen Anstieg der Plasmaaziditäterleben, wie z. B. bei belastungsinduzierter Azidose. In der vorliegenden Studie haben wir die Hypothese getestet, dass die tägliche orale Einnahme von 2 L wasserstoffreichem Wasser (HRW) über 14 Tage die arterielle Blutalkalität im Ruhezustand und nach dem Sport im Vergleich zum Placebo erhöhen würde. Diese Studie war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 52 vermutlich gesunden körperlich aktiven männlichen Freiwilligen. Sechsundzwanzig Teilnehmer erhielten HRW und 26 ein Placebo (Leitungswasser) für 14 Tage. Arterieller Blut-pH, Kohlendioxidpartialdruck (pCO₂) und Bikarbonate wurden im Ruhezustand und nach dem Sport zu Beginn (Tag 0) und am Ende der Interventionsperiode (Tag 14) gemessen. Die Einnahme von HRW erhöhte den nüchternen arteriellen Blut-pH signifikant um 0,04 (95%-Konfidenzintervall; 0,01–0,08; p < 0,001) und den Post-Sport-pH um 0,07 (95%-Konfidenzintervall; 0,01–0,10; p = 0,03) nach 14 Tagen Intervention. Die nüchternen Bikarbonate waren im HRW-Versuch nach dem Verabreichungsschema signifikant höher als vor der Verabreichung (30,5 ± 1,9 mEq/L vs. 28,3 ± 2,3 mEq/L; p < 0,0001). Kein Freiwilliger brach die Studie vor dem Ende ab, und kein Teilnehmer berichtete über störende Nebenwirkungen der Supplementierung. Diese Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die HRW-Einnahme sicher ist und bei jungen körperlich aktiven Männern einen alkalisierenden Effekt haben kann.
Original-Abstract (englisch)
Possible appliance of effective and safe alkalizing agent in the treatment of metabolic acidosis could be of particular interest to humans experiencing an increase in plasma acidity, such as exercise-induced acidosis. In the present study we tested the hypothesis that the daily oral intake of 2L of hydrogen-rich water (HRW) for 14 days would increase arterial blood alkalinity at baseline and post-exercise as compared with the placebo. This study was a randomized, double blind, placebo-controlled trial involving 52 presumably healthy physically active male volunteers. Twenty-six participants received HRW and 26 a placebo (tap water) for 14 days. Arterial blood pH, partial pressure for carbon dioxide (pCO2), and bicarbonates were measured at baseline and postexercise at the start (day 0) and at the end of the intervention period (day 14). Intake of HRW significantly increased fasting arterial blood pH by 0.04 (95% confidence interval; 0.01 - 0.08; p < 0.001), and postexercise pH by 0.07 (95% confidence interval; 0.01 - 0.10; p = 0.03) after 14 days of intervention. Fasting bicarbonates were significantly higher in the HRW trial after the administration regimen as compared with the preadministration (30.5 ± 1.9 mEq/L vs. 28.3 ± 2.3 mEq/L; p < 0.0001). No volunteers withdrew before the end of the study, and no participant reported any vexatious side effects of supplementation. These results support the hypothesis that HRW administration is safe and may have an alkalizing effect in young physically active men.
Quelle & Links
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