1987 · Niggemann et al. — Nachweis intrakardialer Links-Rechts-Shunts bei Erwachsenen: eine prospektive Analyse der Variabilität der Standard-Indocyaningrün-Technik
Kurzfassung
Bei 66 erwachsenen Patienten, die durch die ultrasensitive Wasserstoffinhalationsmethode als shuntfrei bestätigt wurden, zeigte die Indocyaningrün-Farbstofftechnik prozentuale „Shunts“ von −9 % bis +26 % — womit zum ersten Mal der normale Variabilitätsbereich für diesen Diagnosetest etabliert wurde. Die praktische Implikation: Indocyaningrün-Ergebnisse unter +26 % können keinen echten Shunt zuverlässig diagnostizieren. (The American Journal of Cardiology, 1987.)
Kommentar
Diese Studie verwendet Wasserstoffinhalation als Referenzwahrheit — da H₂-Inhalation bekanntermaßen die sensibelste Technik zur Erkennung selbst kleinster Links-Rechts-Herzshunts ist. Bei 66 Patienten, bei denen H₂-Inhalation das Fehlen eines Shunts bestätigte, wurden Indocyaningrün-Kurven erzeugt. Die resultierende Variabilitätsanalyse definiert den Normalbereich für Indocyaningrün: bis zu +26 % scheinbares „Shunting“ kann auch ohne echten Shunt auftreten. H₂ ist hier keine Therapie — es ist der diagnostische Goldstandard zur Bestätigung der Patientenauswahl.
Wichtige Zitate
- „Bei 66 erwachsenen Patienten, bei denen die Wasserstoffinhalation (eine äußerst sensitive Technik zum Nachweis selbst kleinster intrakardialer Links-Rechts-Shunts) keinen Shunt ergab, wurden Indocyaningrün-Kurven erzeugt.“ Original (EN): „In 66 adult patients in whom hydrogen inhalation (an extremely sensitive technique for detecting even very small intracardiac left-to-right shunts) revealed no shunting, indocyanine green curves were generated.“ — H₂-Inhalation als Goldstandard-Vergleicher zur Auswahl echter Negativ-Patienten
- „Der prozentuale Links-Rechts-Shunt lag zwischen −9 % und +26 % (+7 ± 8 %, Mittelwert ± Standardabweichung).“ Original (EN): „the percentage left-to-right shunt...ranged from -9% to +26% (+7 +/- 8%, mean +/- standard deviation).“ — der normale Variabilitätsbereich für Indocyaningrün — der Schlüsselbefund
- „Wenn diese Technik zuverlässig zum Nachweis von Shunting eingesetzt werden soll, müssen ihre Ergebnisse einen prozentualen Shunt von mehr als +26 % aufweisen.“ Original (EN): „If this technique is to be used reliably to detect shunting, its results must demonstrate a percentage shunt in excess of +26%.“ — der diagnostische Schwellenwert für zuverlässige Indocyaningrün-Interpretation
Unsere Einordnung
Wichtiger Hinweis zum Thema: Dies ist eine kardiologische Diagnostik-Methodikstudie. H₂-Inhalation wird als Goldstandard-Methode verwendet, um das Fehlen von Shunting zu bestätigen — es ist der Referenzvergleicher, keine therapeutische Intervention. Die Studie ist methodisch sauber und der klinische Nutzen ist bedeutsam. Keine H₂-Therapie-Relevanz. Limitationen: n = 66 ausreichend für einen Normalbereich, aber auf erwachsene Patienten beschränkt; Einzelzentrum; H₂ nur als Referenzwerkzeug.
Studiendesign
- Typ: prospektive diagnostische Methodikstudie · n: 66 Erwachsene (per H₂-Inhalation als shuntfrei bestätigt) · H₂-Gabe: Inhalation als Goldstandard-Referenzmethode — nicht therapeutisch
- Ergebnis: Normalvariabilitätsbereich für Indocyaningrün etabliert (−9 % bis +26 %); zuverlässiger Shunt-Nachweis erfordert > +26 % per Indocyaningrün · H₂-Therapie-Relevanz: keine
Abstract (deutsche Übersetzung)
Intrakardialer Links-Rechts-Shunt kann durch eine Oximetrie-Analyse des Blutes aus den rechtsseitigen Herzkammern und eine prominente frühe Rezirkulation von Indocyaningrün nach Injektion in den zentralvenösen Kreislauf mit Probeentnahme aus einer systemischen Arterie nachgewiesen und quantifiziert werden. Obwohl die Variabilität von Oximetriemessungen bei Patienten ohne Shunting etabliert und ein Normalbereich für die Technik bestimmt wurde, wurde die Variabilität der Indocyaningrün-Methode bei Personen ohne Shunting nicht geklärt; daher wurde kein Normalbereich für Indocyaningrün festgelegt. Bei 66 erwachsenen Patienten, bei denen die Wasserstoffinhalation (eine äußerst sensitive Technik zum Nachweis selbst sehr kleiner intrakardialer Links-Rechts-Shunts) kein Shunting ergab, wurden Indocyaningrün-Kurven durch Injektion in die Pulmonalarterie erzeugt, während Blut aus einer systemischen Arterie entnommen wurde. Bei diesen Patienten reichte der prozentuale Links-Rechts-Shunt (das heißt, der Prozentsatz des Pulmonalblutflusses, der durch einen intrakardialen Shunt die Lungen erreicht) von −9 % bis +26 % (+7 ± 8 %, Mittelwert ± Standardabweichung). Es bestand kein definierbares Verhältnis zwischen dem prozentualen Links-Rechts-Shunt und der Indikatorverdünnungsmessung des Herzzeitvolumens. Diese Daten etablieren damit einen Normalbereich für die Indocyaningrün-Technik zum Nachweis und zur Messung von intrakardialen Links-Rechts-Shunts. Wenn diese Technik zuverlässig zum Nachweis von Shunting eingesetzt werden soll, müssen ihre Ergebnisse einen prozentualen Shunt von mehr als +26 % aufweisen.
Original-Abstract (englisch)
Intracardiac left-to-right shunting may be detected and quantitated by an oximetric analysis of blood from the right-sided cardiac chambers and prominent early recirculation of indocyanine green after it is injected into the central venous circulation and sampled from a systemic artery. Although the variability of oximetric measurements has been established in patients without shunting and a range of normal has been determined for the technique, the variability of the indocyanine green method among persons without shunting has not been clarified; as a result, a range of normal for indocyanine green has not been established. In 66 adult patients in whom hydrogen inhalation (an extremely sensitive technique for detecting even very small intracardiac left-to-right shunts) revealed no shunting, indocyanine green curves were generated by injection into the pulmonary artery as blood was sampled from a systemic artery. In these patients the percentage left-to-right shunt (that is, the percentage of pulmonary blood flow reaching the lungs through an intracardiac shunt) (determined with the equation of Carter et al) ranged from -9% to +26% (+7 +/- 8%, mean +/- standard deviation). There was no definable relation between the percentage left-to-right shunt and the indicator dilution measurement of cardiac output. Thus, these data establish a range of normal for the indocyanine green technique of detecting and measuring intracardiac left-to-right shunting. If this technique is to be used reliably to detect shunting, its results must demonstrate a percentage shunt in excess of +26%.
Quelle & Links
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