2025 · Maruyama et al. — Wirksamkeit der oralen Einnahme von wasserstoffreichem Gelee auf Zahnfleischentzündungen: eine doppelblinde, placebokontrollierte und explorative randomisierte klinische Studie
Kurzfassung
Bei Menschen mit Gingivitis zeigte die Einnahme von wasserstoffreichem Gelee dreimal täglich über 14 Tage beim Anteil der Messstellen mit Sondierungsblutung, dem primären Endpunkt, keinen statistisch signifikanten Unterschied gegenüber Placebo-Gelee (p > 0,05). Sondierungsblutung und entzündete parodontale Oberfläche gingen in beiden Gruppen gegenüber dem Ausgangswert signifikant zurück, die Besserung war also nicht spezifisch für Wasserstoff. Laut Volltext nahmen 20 Personen teil (10 je Gruppe); gesonderte Ergebnisse zu den sekundären Endpunkten und Nebenwirkungen nennt das Abstract nicht. (Healthcare, 2025.)
Kommentar
Oxidativer Stress ist an Beginn und Fortschreiten von Parodontalerkrankungen beteiligt; die Autoren prüften, ob über den Mund aufgenommener Wasserstoff gegen Gingivitis hilft. In dieser explorativen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie aßen Teilnehmer mit Gingivitis 14 aufeinanderfolgende Tage lang dreimal täglich 30 g eines Gelees mit 40 ppm Wasserstoff oder ein Placebo-Gelee. Primärer Endpunkt war der Anteil der Messstellen mit Sondierungsblutung. Sekundäre Endpunkte waren weitere orale Parameter, reaktive Sauerstoffmetaboliten im Serum, antioxidative Kapazität und oxidativer Index, die Zytokine Interleukin (IL)-1β, IL-6, IL-10, IL-17 und Tumornekrosefaktor alpha in der Sulkusflüssigkeit sowie unerwünschte Ereignisse. Die Gruppen wurden mit dem Mann-Whitney-U-Test verglichen, ergänzt durch eine Kovarianzanalyse mit Adjustierung für die entzündete parodontale Oberfläche (PISA) zu Studienbeginn. Das Abstract nennt die Zahl der Teilnehmer nicht. Laut Volltext (PMC11898518) waren es 20, je 10 pro Gruppe, ohne Ausfälle.
Wichtige Zitate
- „Es wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden (p > 0,05).“ Original (EN): „However, no significant differences were found between groups (p > 0.05).“ — der Vergleich zwischen den Gruppen, der die Wirkung des Wasserstoffs prüft
- „In der Versuchs- und der Kontrollgruppe nahmen der Anteil der Stellen mit BOP und die PISA am Ende des Versuchs gegenüber dem Ausgangswert signifikant ab.“ Original (EN): „In the experiment and control groups, the percentage of sites with BOP and PISA significantly decreased at the end of the experiment compared to the baseline.“ — beide Gruppen besserten sich, auch die Placebogruppe
- „Die Gabe von wasserstoffreichem Gelee über 14 Tage verringerte die Zahnfleischentzündung. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede festgestellt.“ Original (EN): „Administration of hydrogen-rich jelly for 14 days decreased gingival inflammation. However, no significant differences were identified compared to the control group.“ — die Schlussfolgerung der Autoren; der Rückgang trat auch mit Placebo-Gelee auf
Unsere Einordnung
Die Studie war randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert und benannte einen primären Endpunkt; ihr Nullergebnis ist daher im Rahmen ihrer Grenzen aussagekräftig. Wasserstoffreiches Gelee verringerte das Zahnfleischbluten nicht stärker als Placebo-Gelee. Beide Gruppen besserten sich, der Rückgang mit Wasserstoff lässt sich also nicht dem Wasserstoff zuschreiben. Der erste Satz der Schlussfolgerung, das Gelee habe die Zahnfleischentzündung verringert, beschreibt eine Veränderung gegenüber dem Ausgangswert, die auch mit Placebo eintrat. Einschränkungen: nur 20 Teilnehmer (10 je Gruppe, laut Volltext); die Autoren bezeichnen die Studie als explorativ; nur 14 Tage Einnahme; Ergebnisse der sekundären Endpunkte (Marker für oxidativen Stress, Zytokine) und zu unerwünschten Ereignissen werden im Abstract nicht berichtet, die Sicherheit lässt sich daraus also nicht beurteilen.
Studiendesign
- Typ: explorative, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie · n: 20 (10 je Gruppe, laut Volltext) · H₂-Gabe: wasserstoffreiches Gelee zum Essen (40 ppm), 30 g dreimal täglich über 14 Tage
- Vergleich: Placebo-Gelee nach demselben Schema
- Ergebnis: primärer Endpunkt (Anteil der Messstellen mit Sondierungsblutung): kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p > 0,05). Sondierungsblutung und PISA gingen in beiden Gruppen gegenüber dem Ausgangswert signifikant zurück. Ergebnisse zu sekundären Endpunkten und Nebenwirkungen im Abstract nicht angegeben
Abstract (deutsche Übersetzung)
HINTERGRUND/ZIELE: An Entstehung und Fortschreiten von Parodontalerkrankungen ist oxidativer Stress beteiligt. Eine systemische Gabe von Antioxidantien könnte gegen Parodontalerkrankungen einschließlich Gingivitis klinischen Nutzen bringen. Kürzlich wurde ein Gelee mit einer hohen Wasserstoffkonzentration (40 ppm) entwickelt. Wir stellten die Hypothese auf, dass die orale Einnahme dieses wasserstoffreichen Gelees bei Gingivitis sicher und wirksam sein könnte. Diese klinische Studie sollte die Sicherheit und Wirksamkeit der oralen Einnahme von wasserstoffreichem Gelee gegen Zahnfleischentzündung untersuchen. METHODEN: Teilnehmer mit Gingivitis wurden angewiesen, 14 aufeinanderfolgende Tage lang dreimal täglich 30 g wasserstoffreiches Gelee (Versuchsgruppe) oder Placebo-Gelee (Kontrollgruppe) einzunehmen. Primärer Endpunkt dieser Studie war der prozentuale Anteil der Messstellen mit Sondierungsblutung (BOP). Sekundäre Endpunkte waren orale Parameter, reaktive Sauerstoffmetaboliten im Serum, antioxidative Kapazität, oxidativer Index, Zytokinkonzentrationen (Interleukin [IL]-1β, IL-6, IL-10, IL-17 und Tumornekrosefaktor alpha) in der Sulkusflüssigkeit sowie unerwünschte Ereignisse. Für alle Parameter wurde der Mann-Whitney-U-Test zum Vergleich zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe verwendet. Mit einer Kovarianzanalyse, kontrolliert für die entzündete parodontale Oberfläche (PISA) zu Studienbeginn, wurde der Zusammenhang zwischen der Wirkung des wasserstoffreichen Gelees und der Zahnfleischentzündung bewertet. ERGEBNISSE: In der Versuchs- und der Kontrollgruppe nahmen der Anteil der Stellen mit BOP und die PISA am Ende des Versuchs gegenüber dem Ausgangswert signifikant ab. Es wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden (p > 0,05). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Gabe von wasserstoffreichem Gelee über 14 Tage verringerte die Zahnfleischentzündung. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede festgestellt.
Original-Abstract (englisch)
Background/Objectives: Initiation and progression of periodontal disease include oxidative stress. Systemic application of antioxidants may provide clinical benefits against periodontal disease including gingivitis. Recently, a jelly containing a high concentration of hydrogen (40 ppm) was developed. We hypothesized that oral intake of this hydrogen-rich jelly may be safe and effective on gingivitis. This clinical trial was designed to investigate the safety and efficacy of oral intake of hydrogen-rich jelly against gingival inflammation. Methods: Participants with gingivitis were instructed to orally ingest 30 g of hydrogen-rich jelly (experimental group) or placebo jelly (control group) three times a day for 14 consecutive days. The primary outcome of this trial was the percentage of bleeding on probing (BOP) sites. Secondary outcomes were oral parameters, serum reactive oxygen metabolites, antioxidant capacity, oxidative index, concentrations of cytokine (interleukin [IL]-1β, IL-6, IL-10, IL-17, and tumor necrosis factor-alpha) in gingival crevicular fluid, and adverse events. For all parameters, Mann-Whitney U test was used for comparison between experimental and control groups. Analysis of covariance, controlling for baseline periodontal inflamed surface area, was performed to evaluate the association between the effect of the hydrogen-rich jelly and gingival inflammation. Results: In the experiment and control groups, the percentage of sites with BOP and PISA significantly decreased at the end of the experiment compared to the baseline. However, no significant differences were found between groups (p > 0.05). Conclusions: Administration of hydrogen-rich jelly for 14 days decreased gingival inflammation. However, no significant differences were identified compared to the control group.
Quelle & Links
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