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2016 · Lipinski — Die Fünferregel 2015 und darüber hinaus: strukturelle Beschränkungen von Zielmolekül und Ligand, Ligandchemie-Struktur und Entscheidungen in Wirkstoffentdeckungsprojekten

Originaltitel: Rule of five in 2015 and beyond: Target and ligand structural limitations, ligand chemistry structure and drug discovery project decisions.

Kurzfassung

Dieses Paper des Schöpfers der berühmten „Fünferregel“ (Ro5) untersucht die physikochemischen Grenzen oraler Wirkstoffmoleküle erneut und diskutiert, wie Naturstoffe — mit ihren intramolekularen Wasserstoffbrückenbindungen — Ausnahmen von diesen Regeln bilden. Dies ist ein Theoriepaper zur Wirkstoffforschung/Medizinalchemie ohne Bezug zur molekularen Wasserstofftherapie.

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Unspezifiziert. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Christopher Lipinskis ursprüngliche „Fünferregel“ (1997) ist eines der meistzitierten Prinzipien in der pharmazeutischen Chemie: Sie beschreibt das physikochemische Profil (Molekulargewicht, Lipophilie, Wasserstoffbrückendonor/-akzeptor-Anzahl), das eine gute orale Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln vorhersagt. Dieses Update von 2016 überprüft diese Regeln im Kontext moderner Targets — einschließlich komplexerer, größerer Moleküle wie Makrozyklen und Naturstoff-Derivate. Das Paper diskutiert intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen als Schlüsselmechanismus, der es großen, regelverletzen-den Molekülen (wie Cyclosporin A) ermöglicht, durch „molekulares Chamäleon“-Verhalten dennoch oral absorbiert zu werden. Das Wort „Wasserstoff“ in diesem Paper bezieht sich ausschließlich auf Wasserstoffbrückenbindungen (–OH…N, –NH…O-Wechselwirkungen in Arzneimittelmolekülen) — ein völlig anderes Konzept als gelöstes molekulares Wasserstoffgas (H₂). Dieses Paper hat keinerlei Relevanz für H₂-Wasser, Wasserstoffinhalation oder eine Form der H₂-Therapie.

Wichtige Zitate

  1. „Das chamäleonartige Verhalten einiger Naturstoffe aufgrund intramolekularer Wasserstoffbrückenbindungen, exemplifiziert durch Cyclosporin A, ist ein wesentlicher Beitrag zu Ro5-Ausreißern bei Naturstoffen.“ Original (EN): „Chemistry chameleon-like behavior of some NPs due to intra-molecular hydrogen bonding as exemplified by cyclosporine A is a strong contributor to NP Ro5 outliers.“ — intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen als Wirkstoffchemie-Konzept — ohne Bezug zu H₂-Therapie
  2. „Das Fragment-abgeleitete Medikament Navitoclax ist ein Beispiel für das umfangreiche Fachwissen, die Ressourcen, die Zeit und die Schlüsselentscheidungen, die für die seltene Entdeckung eines Nicht-Naturstoff-Ro5-Ausreißers erforderlich sind.“ Original (EN): „The fragment derived, drug Navitoclax is an example of the extensive expertise, resources, time and key decisions required for the rare discovery of a non-NP Ro5 outlier.“ — illustriert die Schwierigkeit, Medikamente zu entwickeln, die die Fünferregel verletzen
  3. „Drei der vier Parameter der Ro5 sind grundlegend für die Struktur sowohl der Zielproteine als auch der Wirkstoffbindungsstellen.“ Original (EN): „Three of four parameters in Ro5 are fundamental to the structure of both target and drug binding sites.“ — die strukturelle Grundlage, warum die Fünferregel funktioniert

Unsere Einordnung

Dieses Paper ist vollständig unrelated zur molekularen Wasserstoff (H₂)-Therapie. „Wasserstoff“ bedeutet in diesem Kontext Wasserstoffbrückenbindungen in Arzneimittelmolekülen — ein Standardkonzept der organischen und medizinischen Chemie, das sich völlig von gelöstem H₂-Gas als therapeutischem Agens unterscheidet. Das Lipinski-Ro5-Paper ist eine Klassiker-Referenz in den pharmazeutischen Wissenschaften für das Design oraler Arzneimittel. Seine Aufnahme in eine H₂-Gesundheitsdatenbank scheint ein Artefakt des Keyword-Abgleichs zu sein (das Wort „Wasserstoff“ im Kontext von Wasserstoffbrückenbindungen). Leser, die sich für H₂-Therapie interessieren, sollten diesen Eintrag ignorieren.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Die Fünferregel (Ro5), basierend auf physikochemischen Profilen von Phase-II-Arzneimitteln, ist konsistent mit strukturellen Einschränkungen in Proteinzielen und Wirkstoff-Ziel-Liganden. Drei der vier Parameter der Ro5 sind grundlegend für die Struktur sowohl von Targets als auch von Wirkstoffbindungsstellen. Die chemische Struktur des Wirkstoffliganden hängt von der Ligandchemie und Designphilosophie ab. Zwei Extreme von Chemiestruktur und Designphilosophie existieren: Liganden, die im medizinalchemischen Syntheselabor ohne natürliche Selektion konstruiert wurden, und Naturstoff (NP)-Metabolite, die auf Basis evolutionärer Selektion biosynthetisiert wurden. Ausnahmen der Ro5 finden sich meist unter Naturstoffen. Das chamäleonartige Verhalten einiger Naturstoffe aufgrund intramolekularer Wasserstoffbrückenbindungen, exemplifiziert durch Cyclosporin A, ist ein wesentlicher Beitrag zu Ro5-Ausreißern bei Naturstoffen. Das Fragment-abgeleitete Medikament Navitoclax ist ein Beispiel für das umfangreiche Fachwissen, die Ressourcen, die Zeit und die Schlüsselentscheidungen, die für die seltene Entdeckung eines Nicht-Naturstoff-Ro5-Ausreißers erforderlich sind.
Original-Abstract (englisch)
The rule of five (Ro5), based on physicochemical profiles of phase II drugs, is consistent with structural limitations in protein targets and the drug target ligands. Three of four parameters in Ro5 are fundamental to the structure of both target and drug binding sites. The chemical structure of the drug ligand depends on the ligand chemistry and design philosophy. Two extremes of chemical structure and design philosophy exist; ligands constructed in the medicinal chemistry synthesis laboratory without input from natural selection and natural product (NP) metabolites biosynthesized based on evolutionary selection. Exceptions to Ro5 are found mostly among NPs. Chemistry chameleon-like behavior of some NPs due to intra-molecular hydrogen bonding as exemplified by cyclosporine A is a strong contributor to NP Ro5 outliers. The fragment derived, drug Navitoclax is an example of the extensive expertise, resources, time and key decisions required for the rare discovery of a non-NP Ro5 outlier.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 27154268

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