← Alle Studien

2021 · Kubota — Randomisierte Crossover-Studie zur klinischen Wirksamkeit an Mensch und Maus zur Förderung der Tränensekretion und zum Schutz der Tränendrüse durch molekularen Wasserstoff

Originaltitel: Randomized, crossover clinical efficacy trial in humans and mice on tear secretion promotion and lacrimal gland protection by molecular hydrogen

Kurzfassung

Molekularer Wasserstoff verbesserte die Tränenfilm-Stabilität und die Symptome beim trockenen Auge. In einer explorativen Crossover-Studie (10 Probanden) erhöhte ein H₂-erzeugendes Supplement die ausgeatmete H₂-Konzentration und stabilisierte den Tränenfilm signifikant (p < 0,01); im Mausmodell stieg die Tränensekretion. (Scientific Reports, 2021.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Das trockene Auge ist ein wachsendes Volksleiden — getrieben durch Bildschirmarbeit und die alternde Bevölkerung. Es entsteht durch einen instabilen Tränenfilm und eine durch oxidativen Stress angefachte Entzündung der Tränendrüse. Genau hier setzt diese Studie an: Sie kombiniert einen randomisierten Crossover-Versuch am Menschen mit kontrollierten Maus-Experimenten. Beim Menschen nahmen 10 Probanden ein H₂-erzeugendes Supplement ein; messbar stieg die ausgeatmete H₂-Konzentration (p < 0,01), und sowohl die Tränenfilm-Stabilität (p < 0,01) als auch die Beschwerden (p < 0,05) verbesserten sich signifikant. Im Tiermodell steigerte H₂ die Tränensekretion bei gesunden Mäusen (p < 0,05) und bremste den Tränenrückgang im Trockenauge-Modell (p = 0,007). Das ist ein hübscher Brückenschlag: Der Mechanismus wird an der Maus gezeigt, der Effekt am Menschen bestätigt. Ehrlich dazu: Die menschliche Gruppe ist winzig (n = 10) und explorativ — die Autoren selbst fordern größere Studien.

Wichtige Zitate

  1. „Die Verabreichung eines anhaltend H2-erzeugenden Supplements erhöhte die ausgeatmete H2-Konzentration beim Menschen (p < 0,01) und verbesserte die Tränenstabilität (p < 0,01) und die Symptome des trockenen Auges (p < 0,05) signifikant.“ Original (EN): „administering a persistent H2-generating supplement increased the human exhaled H2 concentration (p < 0.01) and improved tear stability (p < 0.01) and dry eye symptoms (p < 0.05) significantly.“ — der menschliche Befund: messbare H₂-Aufnahme plus klinische Besserung
  2. „H2 erhöhte die Tränensekretion bei gesunden Mäusen signifikant (p < 0,05) und unterdrückte den Tränenrückgang in einem murinen Trockenauge-Modell signifikant (p = 0,007).“ Original (EN): „H2 significantly increased tear secretion in healthy mice (p < 0.05) and significantly suppressed tear reduction in a murine dry eye model (p = 0.007).“ — der mechanistische Nachweis im Tiermodell
  3. „H2 könnte eine sichere und wirksame neue Behandlung der Trockenes-Auge-Erkrankung sein, und daher sind größere Studien gerechtfertigt.“ Original (EN): „H2 may be a safe and effective new treatment for dry eye disease and thus larger trials are warranted.“ — die vorsichtige, ehrliche Schlussfolgerung der Autoren

Unsere Einordnung

Interessant, weil sie eine ungewöhnliche, aber alltagsnahe Indikation (trockenes Auge) mit einem H₂-Trinksupplement angeht und Mensch- und Tierdaten verbindet — das stärkt die mechanistische Plausibilität. Für uns ein Beleg, dass H₂-Wasser/Supplemente über die „klassischen“ Felder hinaus untersucht werden. Limitation, ehrlich benannt: Die Humanstudie ist eine kleine explorative Pilotgruppe (n = 10), nicht placebo-doppelblind im großen Maßstab — daher Evidenz-Level 2. Der harte Wirksamkeitsbeweis steht aus; die Autoren selbst verlangen größere Studien. Der Tier-Anteil ist überzeugend, aber tierexperimentelle Effekte übertragen sich nicht automatisch 1:1 auf den Menschen.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Die Häufigkeit der Trockenes-Auge-Erkrankung nimmt weltweit zu — wegen der alternden Bevölkerung und der zunehmenden Nutzung von Informationstechnologie. Die Trockenes-Auge-Erkrankung äußert sich als Instabilität der Tränenschicht und Entzündung, verursacht durch osmotische Übersensibilisierung in der Tränenflüssigkeit; unseres Wissens ist jedoch kein Mittel verfügbar, das beide Pathologien gleichzeitig behandelt. Molekularer Wasserstoff (H2) ist bekanntermaßen gegen verschiedene Erkrankungen wirksam; daher wollten wir die Wirkungen von H2 auf die Tränendynamik und die Behandlung der Trockenes-Auge-Erkrankung aufklären. Wir zeigten, dass die Verabreichung eines anhaltend H2-erzeugenden Supplements die ausgeatmete H2-Konzentration beim Menschen erhöhte (p < 0,01) und die Tränenstabilität (p < 0,01) und die Symptome des trockenen Auges (p < 0,05) signifikant verbesserte. Darüber hinaus erhöhte H2 die Tränensekretion bei gesunden Mäusen signifikant (p < 0,05) und unterdrückte den Tränenrückgang in einem murinen Trockenauge-Modell signifikant (p = 0,007). H2 verbesserte signifikant und sicher die Tränenstabilität und die Symptome des trockenen Auges in einer kleinen explorativen Gruppe von 10 menschlichen Probanden, von denen einige vor der Behandlung über Symptome des trockenen Auges berichteten. Außerdem steigerte es die Tränensekretion bei normalen Mäusen rasch. Daher könnte H2 eine sichere und wirksame neue Behandlung der Trockenes-Auge-Erkrankung sein, und somit sind größere Studien gerechtfertigt.
Original-Abstract (englisch)
The incidence of dry eye disease is increasing worldwide because of the aging population and increasing use of information technology. Dry eye disease manifests as tear-layer instability and inflammation caused by osmotic hypersensitization in tear fluids; however, to our knowledge, no agent that treats both pathologies simultaneously is available. Molecular hydrogen (H2) is known to be effective against various diseases; therefore, we aimed to elucidate the effects of H2 on tear dynamics and the treatment of dry eye disease. We revealed that administering a persistent H2-generating supplement increased the human exhaled H2 concentration (p < 0.01) and improved tear stability (p < 0.01) and dry eye symptoms (p < 0.05) significantly. Furthermore, H2 significantly increased tear secretion in healthy mice (p < 0.05) and significantly suppressed tear reduction in a murine dry eye model (p = 0.007). H2 significantly and safely improved tear stability and dry eye symptoms in a small exploratory group of 10 human subjects, a subset of whom reported dry eye symptoms prior to treatment. Furthermore, it increased tear secretion rapidly in normal mice. Therefore, H2 may be a safe and effective new treatment for dry eye disease and thus larger trials are warranted.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 33742060

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.