2012 · Ishibashi et al. — Der Konsum von Wasser mit hoher Konzentration an molekularem Wasserstoff verringert oxidativen Stress und Krankheitsaktivität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis: eine offene Pilotstudie
Kurzfassung
In einer offenen Pilotstudie ohne Kontrollgruppe tranken 20 Menschen mit rheumatoider Arthritis 4 Wochen lang täglich 530 ml Wasser mit 4 bis 5 ppm Wasserstoff, dabei sank 8-OHdG im Urin um 14,3 % und die Krankheitsaktivität (DAS28) von 3,83 auf 3,02, beides statistisch signifikant. Beide Werte sanken auch in der folgenden 4-wöchigen Auswaschphase ohne Wasserstoffwasser, was es schwer macht, die Veränderungen dem Wasserstoff zuzuschreiben. In einer zweiten 4-wöchigen Trinkphase sank der DAS28 von 2,83 auf 2,26, 8-OHdG im Urin sank nicht weiter. (Medical Gas Research, 2012.)
Kommentar
Die Autoren gehen von der Hypothese aus, dass das Hydroxylradikal an der rheumatoiden Arthritis beteiligt ist und Wasserstoff als selektiver Fänger dieses Radikals die herkömmliche Therapie ergänzen könnte, indem er oxidativen Stress verringert. Zwanzig Patienten mit rheumatoider Arthritis tranken 4 Wochen lang täglich 530 ml Wasser mit 4 bis 5 ppm molekularem Wasserstoff. Nach einer 4-wöchigen Auswaschphase tranken sie dasselbe Wasser weitere 4 Wochen. 8-OHdG im Urin, hier als Marker für oxidativen Stress verwendet, und die Krankheitsaktivität, gemessen als DAS28 mit C-reaktivem Protein, wurden am Ende jeder 4-Wochen-Phase bestimmt. Die Studie war offen und hatte keine Kontrollgruppe. Der Abstract berichtet außerdem, dass dieses Wasser den Wasserstoffspiegel im Körper offenbar stärker anhebt als mit Wasserstoff gesättigtes Wasser mit 1,6 ppm, und beschreibt eine Untergruppe von fünf Patienten mit früher Erkrankung. Die übrige Medikation der Patienten und unerwünschte Ereignisse beschreibt er nicht.
Wichtige Zitate
- „8-OHdG im Urin war im Mittel signifikant um 14,3 % verringert (p < 0,01). Der DAS28 sank im selben Zeitraum ebenfalls von 3,83 auf 3,02 (p < 0,01).“ Original (EN): „Urinary 8-OHdG was significantly reduced by 14.3% (p < 0.01) on average. DAS28 also decreased from 3.83 to 3.02 (p < 0.01) during the same period.“ — das Hauptergebnis der ersten Trinkphase, gemessen am Ausgangswert ohne Kontrollgruppe
- „Nach der Auswaschphase waren sowohl 8-OHdG im Urin als auch der mittlere DAS28 im Vergleich zum Ende der Trinkphase gesunken.“ Original (EN): „After the wash-out period, both the urinary 8-OHdG and the mean DAS28 decreased, compared to the end of the drinking period.“ — die Werte besserten sich auch ohne Wasserstoffwasser, was die Zuordnung erschwert
- „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Hydroxylradikalfänger H2 den oxidativen Stress bei Patienten mit dieser Erkrankung wirksam verringert. Die Symptome der RA verbesserten sich mit dem hoch konzentrierten H2-Wasser signifikant.“ Original (EN): „The results suggest that the hydroxyl radical scavenger H2 effectively reduces oxidative stress in patients with this condition. The symptoms of RA were significantly improved with high H2 water.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, die über das hinausgeht, was eine unkontrollierte Pilotstudie zeigen kann
Unsere Einordnung
Diese Pilotstudie berichtet deutliche Veränderungen in einer kleinen Gruppe, ihr Aufbau kann eine Wirkung des Wasserstoffwassers aber nicht von anderen Einflüssen trennen. Ohne Kontrollgruppe lassen sich die Verbesserungen nicht dem Wasserstoff zuschreiben. 8-OHdG und DAS28 sanken auch in der Auswaschphase, in der kein Wasserstoffwasser getrunken wurde, andere Faktoren wie der Krankheitsverlauf oder die laufende Behandlung könnten also einen Teil der Veränderung erklären. Die Remission bei allen fünf Patienten mit früher, ACPA-negativer Erkrankung stammt aus einer sehr kleinen Untergruppe. Einschränkungen: eine Stichprobe von 20 Patienten, offenes Design, keine Kontrollgruppe und keine Randomisierung, zwei Phasen von je 4 Wochen, ein einziger Marker für oxidativen Stress, übrige Medikation im Abstract nicht beschrieben, keine Angaben zu unerwünschten Ereignissen. Die Schlussfolgerung der Autoren, Wasserstoff verringere oxidativen Stress wirksam, geht weiter, als dieses Design erlaubt.
Studiendesign
- Typ: offene Pilotstudie ohne Kontrollgruppe, zwei 4-wöchige Trinkphasen mit 4-wöchiger Auswaschphase dazwischen · n: 20 mit rheumatoider Arthritis · H₂-Gabe: täglich 530 ml Wasser mit 4 bis 5 ppm H₂ getrunken
- Vergleich: keiner. Die Werte wurden mit dem Ausgangswert und zwischen den Phasen verglichen
- Ergebnis: erste Phase: 8-OHdG im Urin um 14,3 % gesenkt (p < 0,01), DAS28 von 3,83 auf 3,02 (p < 0,01). Beide sanken in der Auswaschphase weiter. Zweite Phase: DAS28 von 2,83 auf 2,26 (p < 0,01), 8-OHdG nicht weiter gesenkt, aber weiter unter dem Ausgangswert. Alle fünf Patienten mit früher, ACPA-negativer Erkrankung erreichten eine Remission, vier von ihnen wurden beschwerdefrei
Abstract (deutsche Übersetzung)
HINTERGRUND: Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch die Zerstörung von Knochen und Knorpel gekennzeichnet ist. Ihre Ursache ist unbekannt, doch es wird vermutet, dass das Hydroxylradikal an der Krankheitsentstehung beteiligt ist. Kürzlich wurde gezeigt, dass molekularer Wasserstoff (H2) das Hydroxylradikal selektiv abfängt. Zudem wurde ein Verfahren entwickelt, um Wasser mit einer extrem hohen H2-Konzentration herzustellen. Wir stellten die Hypothese auf, dass H2 im Wasser die herkömmliche Therapie ergänzen könnte, indem es den oxidativen Stress bei RA verringert. METHODEN: Zwanzig Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) tranken 4 Wochen lang täglich 530 ml Wasser mit 4 bis 5 ppm molekularem Wasserstoff (hoch konzentriertes H2-Wasser). Nach einer 4-wöchigen Auswaschphase tranken die Patienten weitere 4 Wochen das hoch konzentrierte H2-Wasser. 8-Hydroxydesoxyguanin (8-OHdG) im Urin und die Krankheitsaktivität (DAS28, mit Werten des C-reaktiven Proteins [CRP]) wurden am Ende jeder 4-Wochen-Phase bestimmt. ERGEBNISSE: Das Trinken von hoch konzentriertem H2-Wasser scheint die H2-Konzentration im Körper stärker anzuheben als mit H2 gesättigtes Wasser (1,6 ppm). 8-OHdG im Urin war im Mittel signifikant um 14,3 % verringert (p < 0,01). Der DAS28 sank im selben Zeitraum ebenfalls von 3,83 auf 3,02 (p < 0,01). Nach der Auswaschphase waren sowohl 8-OHdG im Urin als auch der mittlere DAS28 im Vergleich zum Ende der Trinkphase gesunken. In der zweiten Trinkphase sank der mittlere DAS28 von 2,83 auf 2,26 (p < 0,01). 8-OHdG im Urin sank nicht weiter, blieb aber unter dem Ausgangswert. Alle 5 Patienten mit früher RA (Dauer < 12 Monate), die keine Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide (ACPA) aufwiesen, erreichten eine Remission, und 4 von ihnen waren am Ende der Studie beschwerdefrei. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Hydroxylradikalfänger H2 den oxidativen Stress bei Patienten mit dieser Erkrankung wirksam verringert. Die Symptome der RA verbesserten sich mit dem hoch konzentrierten H2-Wasser signifikant.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Rheumatoid arthritis (RA) is a chronic inflammatory disease characterized by the destruction of bone and cartilage. Although its etiology is unknown, the hydroxyl radical has been suggested to be involved in the pathogenesis of RA. Recently, molecular hydrogen (H2) was demonstrated to be a selective scavenger for the hydroxyl radical. Also, the method to prepare water containing extremely high concentration of H2 has been developed. We hypothesized that H2 in the water could complement conventional therapy by reducing the oxidative stress in RA. METHODS: Twenty patients with rheumatoid arthritis (RA) drank 530 ml of water containing 4 to 5 ppm molecular hydrogen (high H2 water) every day for 4 weeks. After a 4-week wash-out period, the patients drank the high H2 water for another 4 weeks. Urinary 8-hydroxydeoxyguanine (8-OHdG) and disease activity (DAS28, using C-reactive protein [CRP] levels) was estimated at the end of each 4-week period. RESULTS: Drinking high H2 water seems to raise the concentration of H2 more than the H2 saturated (1.6 ppm) water in vivo. Urinary 8-OHdG was significantly reduced by 14.3% (p < 0.01) on average. DAS28 also decreased from 3.83 to 3.02 (p < 0.01) during the same period. After the wash-out period, both the urinary 8-OHdG and the mean DAS28 decreased, compared to the end of the drinking period. During the second drinking period, the mean DAS28 was reduced from 2.83 to 2.26 (p < 0.01). Urinary 8-OHdG was not further reduced but remained below the baseline value. All the 5 patients with early RA (duration < 12 months) who did not show antibodies against cyclic citrullinated peptides (ACPAs) achieved remission, and 4 of them became symptom-free at the end of the study. CONCLUSIONS: The results suggest that the hydroxyl radical scavenger H2 effectively reduces oxidative stress in patients with this condition. The symptoms of RA were significantly improved with high H2 water.
Quelle & Links
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