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1989 · Heizmann — GasPak Plus versus Anaerocult A – zwei Kohlendioxid/Wasserstoff-Systeme zur Kultivierung von Anaerobiern.

Originaltitel: GasPak Plus versus Anaerocult A--two carbon dioxide/hydrogen systems for cultivation of anaerobes.

Kurzfassung

Zwei handelsübliche CO₂/H₂-gasgeneratorsysteme zur Kultivierung anaerober Bakterien wurden verglichen und insgesamt als gleich effektiv befunden, obwohl das Wachstum zwischen einzelnen Bakterienspezies erheblich variierte. Diese In-vitro-Laborstudie testete 80 Stämme aus 28 anaeroben Spezies, die für die klinische Diagnostik relevant sind. (Zentralblatt für Bakteriologie, Mikrobiologie, und Hygiene, 1989.)

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

In dieser Studie wird Wasserstoffgas als Komponente einer anaeroben Inkubationsatmosphäre verwendet — es reagiert mit Sauerstoff in Gegenwart eines Katalysators, um die sauerstoffarme Umgebung zu schaffen, die für das Wachstum strikt anaerober Bakterien benötigt wird. Dies ist eine rein technische Mikrobiologiearbeit über Labormethoden zur Kultivierung klinisch relevanter Anaerobier. Wasserstoff ist hier ein chemisches Werkzeug für die mikrobiologische Kultur, kein therapeutisches Mittel. Der Befund, dass H₂S-produzierende Bakterien nur das Wachstum einer Spezies (Peptostreptococcus asaccharolyticus) in beiden Systemen hemmten, ist ein geringfügiger methodologischer Hinweis.

Wichtige Zitate

  1. „Das Vorhandensein von H₂S hemmte das Bakterienwachstum nur im Fall von Peptostreptococcus asaccharolyticus — ein Effekt, der in beiden Systemen beobachtet wurde.“ Original (EN): „The presence of H2S only inhibited bacterial growth in the case of Peptostreptococcus asaccharolyticus - an effect observed in both systems.“ — H₂S-Interferenz mit dem Gassystem war in der Praxis minimal
  2. „Unterschiede zwischen den Systemen waren beim Vergleich der Gesamt-KBE/ml einer bestimmten Spezies nicht erkennbar, und die Systeme bieten daher gleich effektive Umgebungen für die Inkubation anaerober Bakterien.“ Original (EN): „Differences between the systems were not apparent when comparing total CFU/ml of a given species and the systems therefore provide equally effective environments for incubation of anaerobic bacteria.“ — beide Systeme schneiden insgesamt vergleichbar ab
  3. „In beiden Systemen variierte das Wachstum jedoch von einer Spezies oder einem Stamm zum anderen. Bei Mischinfektionen kann die Erkennung bestimmter Anaerobier-Spezies daher mit einem der beiden Systeme schwierig sein.“ Original (EN): „In both systems, however, growth varied from one species or strain to another. In mixed infections, detection of certain species of anaerobes may therefore be difficult using either system.“ — praktische Einschränkung: Variabilität auf Stammebene kann die klinische Diagnostik beeinflussen

Unsere Einordnung

Dies ist eine technische In-vitro-Mikrobiologiestudie, die zwei Laborkultursysteme vergleicht. H₂-Gas dient hier als chemisches Reduktionsmittel zur Aufrechterhaltung anaerober Bedingungen — es hat keine therapeutische Rolle. Die Arbeit ist für klinisch-mikrobiologische Labore relevant, hat aber keinen Bezug zur molekularen Wasserstoff-Therapieforschung.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Zwei Einweg-Kohlendioxid/Wasserstoff-Gasgeneratorsysteme (GasPak Plus und Anaerocult A) wurden durch Beurteilung des Wachstums obligat anaerober Bakterien verglichen. Achtzig Stämme, die 28 Spezies anaerober Bakterien repräsentieren, die üblicherweise an verschiedenen Körperstellen vorkommen, wurden mittels eines Spiralplatten-Plattierers auf 4 Hirnherz-Schokoladenagar-Platten ausgesät; je 1 Platte wurde anschließend in 2 Anaerocult-A- und 2 GasPak-Plus-Systemen inkubiert. Das bakterielle Wachstum wurde als koloniebildende Einheiten pro ml (KBE/ml) ausgedrückt, die Reproduzierbarkeit des Plattiervorgangs wurde überprüft, und die potenzielle Interferenz von H₂S-produzierenden Bakterien mit dem Betrieb der Kohlendioxid/Wasserstoff-Systeme wurde untersucht. Das Vorhandensein von H₂S hemmte das Bakterienwachstum nur im Fall von Peptostreptococcus asaccharolyticus — ein Effekt, der in beiden Systemen beobachtet wurde. Die Reproduzierbarkeit des Plattiervorgangs mittels Spiralplatten war im akzeptablen Bereich. Unterschiede zwischen den Systemen waren beim Vergleich der Gesamt-KBE/ml einer bestimmten Spezies nicht erkennbar, und die Systeme bieten daher gleich effektive Umgebungen für die Inkubation anaerober Bakterien. In beiden Systemen variierte das Wachstum jedoch von einer Spezies oder einem Stamm zum anderen. Bei Mischinfektionen kann die Erkennung bestimmter Anaerobier-Spezies daher mit einem der beiden Systeme schwierig sein.
Original-Abstract (englisch)
Two disposable carbon dioxide/hydrogen gas-generating systems (GasPak Plus and Anaerocult A) were compared by assessing growth of obligate anaerobic bacteria. Eighty strains representing 28 species of anaerobic bacteria commonly occurring at various body sites were seeded onto 4 brain heart chocolate agar plates using a spiral plater; and 1 plate each was subsequently incubated in 2 Anaerocult A and 2 GasPak Plus systems. Bacterial growth was expressed as colony-forming units per ml (CFU/ml), reproducibility of the seeding procedure was checked, and the potential interference of H2S-producing bacteria with operation of the carbon dioxide/hydrogen systems was investigated. The presence of H2S only inhibited bacterial growth in the case of Peptostreptococcus asaccharolyticus - an effect observed in both systems. Reproducibility of the seeding procedure using the spiral plater was within acceptable range. Differences between the systems were not apparent when comparing total CFU/ml of a given species and the systems therefore provide equally effective environments for incubation of anaerobic bacteria. In both systems, however, growth varied from one species or strain to another. In mixed infections, detection of certain species of anaerobes may therefore be difficult using either system.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 2496538

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