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2016 · Franceschelli — Neuer Ansatz in der translationalen Medizin: Wirkungen von elektrolysiertem reduziertem Wasser (ERW) auf den NF-κB/iNOS-Signalweg in der U937-Zelllinie bei verändertem Redox-Zustand

Originaltitel: New Approach in Translational Medicine: Effects of Electrolyzed Reduced Water (ERW) on NF-κB/iNOS Pathway in U937 Cell Line under Altered Redox State.

Kurzfassung

In einem Zellkulturexperiment schützte elektrolysiertes reduziertes Wasser (ERW) — das gelösten molekularen Wasserstoff enthält — menschliche Immunzellen (U937) vor oxidativen Schäden durch Wasserstoffperoxid, indem es die Aktivität antioxidativer Enzyme wiederherstellte und die Entzündungssignalgebung über den NF-κB/iNOS-Signalweg reduzierte. Dabei handelt es sich ausschließlich um einen Laborbefund in Zellen ohne direkte Implikationen für die menschliche Gesundheit. (International Journal of Molecular Sciences, 2016.)

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese In-vitro-Studie verwendete U937-Zellen — eine aus einem Lymphom stammende menschliche monozytische Zelllinie — als Modell für Immunzellen unter oxidativem Stress. Die Forscher setzten die Zellen Wasserstoffperoxid (H₂O₂) aus, um oxidative Schäden zu induzieren, und behandelten sie dann mit ERW. ERW wird durch Wasserelektrolyse nahe der Kathode erzeugt und zeichnet sich durch eine hohe gelöste H₂-Konzentration, hohen pH-Wert und stark negatives Redoxpotenzial aus. Die Hauptbefunde zeigten, dass ERW die Aktivität von drei wichtigen antioxidativen Enzymen (Superoxiddismutase, Katalase, Glutathionperoxidase) wiederherstellte, den Glutathionspiegel auffüllte und den NF-κB/iNOS-Entzündungsweg herunterregulierte, wodurch die durch Peroxynitrit induzierte Zytotoxizität vermindert wurde. Die Studie trägt zum mechanistischen Verständnis bei, wie H₂-haltiges Wasser das zelluläre Redoxgleichgewicht modulieren könnte. Zelllinien-Ergebnisse sind jedoch weit von der klinischen Realität entfernt: U937-Zellen entstammen einer Krebslinie, das Stressmodell ist artifiziell, und es gibt keine Dosis-Wirkungs-Charakterisierung für eine Übertragung auf den Menschen.

Wichtige Zitate

  1. „ERW hemmte oxidativen Stress, indem es die antioxidative Kapazität von Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase wiederherstellte.“ Original (EN): „ERW inhibited oxidative stress by restoring the antioxidant capacity of superoxide dismutase, catalase and glutathione peroxidase.“ — der zentrale Befund: drei antioxidative Enzyme durch ERW-Behandlung wiederhergestellt
  2. „ERW kann das zelluläre Redoxgleichgewicht schützen und das Risiko mehrerer Erkrankungen mit veränderter zellulärer Homöostase wie Entzündungen verringern.“ Original (EN): „ERW can protect the cellular redox balance, reducing the risk of several diseases with altered cellular homeostasis such as inflammation.“ — die weiter gefasste Interpretation der Autoren — vorsichtig formuliert
  3. „Dies bedeutet eine Verringerung der durch Peroxynitrit induzierten Zytotoxizität durch eine Herunterregulierung des NF-κB/iNOS-Signalwegs und könnte als Antioxidans für präventive und therapeutische Anwendungen genutzt werden.“ Original (EN): „This means a reduction of cytotoxicity induced by peroxynitrite via a downregulation of the NF-κB/iNOS pathway and could be used as an antioxidant for preventive and therapeutic application.“ — vorgeschlagener Mechanismus: NF-κB/iNOS-Suppression verringert entzündungsbedingte Zellschäden

Unsere Einordnung

Dies ist eine Zellkulturstudie (In-vitro) — die Ergebnisse betreffen U937-Zellen unter künstlichen oxidativen Stressbedingungen und können nicht direkt auf Menschen übertragen werden. Die mechanistischen Befunde sind wissenschaftlich interessant und konsistent mit anderer H₂-Forschung zu antioxidativen und antiinflammatorischen Signalwegen. Zelllinien-Studien lassen sich jedoch erfahrungsgemäß häufig nicht in klinische Wirksamkeit übersetzen, und diese Studie liefert keinen Wirksamkeitsnachweis in lebenden Organismen. Auf Grundlage dieser Arbeit allein können keine Gesundheitsaussagen für Menschen gemacht werden.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Es ist bekannt, dass erhöhte Spiegel reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und reaktiver Stickstoffspezies (RNS) schädliche Auswirkungen haben können und den zellulären Redox-Zustand verändern. Elektrolysiertes reduziertes Wasser (ERW), das nahe der Kathode bei der Wasserelektrolyse erzeugt wird, weist einen hohen pH-Wert, eine hohe Konzentration gelösten Wasserstoffs und ein extrem negatives Redoxpotenzial auf. Mehrere Befunde zeigen, dass ERW die Fähigkeit eines Radikalfängers besitzt, was auf Wasserstoffmoleküle mit hohem Reduktionsvermögen zurückzuführen ist, die an der Redox-Regulation der Zellfunktion beteiligt sein können. Wir untersuchten die Wirkung von ERW auf H₂O₂-induzierten U937-Schaden, indem wir die Modulation des zellulären Redox-Zustands bewerteten. Western-Blot- und spektrophotometrische Analysen zeigten, dass ERW oxidativen Stress hemmte, indem es die antioxidative Kapazität von Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase wiederherstellte. Folglich stellt ERW die Fähigkeit der Glutathionreduktase wieder her, der Zelle ein wichtiges endogenes Antioxidans — GSH — bereitzustellen, und kehrt die hemmende Wirkung von H₂O₂ auf das Redoxgleichgewicht von U937-Zellen um. Dies bedeutet eine Verringerung der durch Peroxynitrit induzierten Zytotoxizität durch eine Herunterregulierung des NF-κB/iNOS-Signalwegs und könnte als Antioxidans für präventive und therapeutische Anwendungen genutzt werden. Zusammenfassend kann ERW das zelluläre Redoxgleichgewicht schützen und das Risiko mehrerer Erkrankungen mit veränderter zellulärer Homöostase wie Entzündungen verringern.
Original-Abstract (englisch)
It is known that increased levels of reactive oxygen species (ROS) and reactive nitrogen species (RNS) can exert harmful effects, altering the cellular redox state. Electrolyzed Reduced Water (ERW) produced near the cathode during water electrolysis exhibits high pH, high concentration of dissolved hydrogen and an extremely negative redox potential. Several findings indicate that ERW had the ability of a scavenger free radical, which results from hydrogen molecules with a high reducing ability and may participate in the redox regulation of cellular function. We investigated the effect of ERW on H₂O₂-induced U937 damage by evaluating the modulation of redox cellular state. Western blotting and spectrophotometrical analysis showed that ERW inhibited oxidative stress by restoring the antioxidant capacity of superoxide dismutase, catalase and glutathione peroxidase. Consequently, ERW restores the ability of the glutathione reductase to supply the cell of an important endogenous antioxidant, such as GSH, reversing the inhibitory effect of H₂O₂ on redox balance of U937 cells. Therefore, this means a reduction of cytotoxicity induced by peroxynitrite via a downregulation of the NF-κB/iNOS pathway and could be used as an antioxidant for preventive and therapeutic application. In conclusion, ERW can protect the cellular redox balance, reducing the risk of several diseases with altered cellular homeostasis such as inflammation.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 27598129

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.