2022 Health psychology research RCT H₂-Therapie am Menschen Trinken (HRW) NeurologieImmunsystem / Entzündung
2022 · Fernández-Serrano et al. — Wirkung von Wasserstoffwasser und psychologischer Behandlung bei Frauen mit Panikstörung: eine randomisierte kontrollierte klinische Studie
Kurzfassung
Bei Frauen mit Panikstörung, die alle eine psychologische Behandlung erhielten, brachte zusätzliches wasserstoffreiches Wasser (1,5 L, über drei Monate) keine signifikant besseren Ergebnisse als ein Placebogetränk. Das Abstract ergänzt, dass die Werte proinflammatorischer Zytokine weiter sanken und sich Körperschmerzen und körperliche Gesundheit besserten, nennt dafür aber keine Zahlen oder p-Werte. Nach Herausrechnen der Effekte zwischen den Gruppen senkte die psychologische Behandlung die gemessenen Variablen signifikant, darunter Zytokine und Cortisol. Wie viele Frauen teilnahmen, steht nicht im Abstract. (Health Psychology Research, 2022.)
Kommentar
Entzündungen gelten als Vermittler bei Angststörungen, und diese Studie fragte, ob wasserstoffreiches Wasser, dem antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben werden, die psychologische Behandlung von Frauen mit Panikstörung ergänzt. Die Autoren beschreiben eine vollständig randomisierte, placebokontrollierte Studie. Die Behandlungsgruppe erhielt eine psychologische Behandlung und dazu drei Monate lang 1,5 L mit Wasserstoff angereichertes Wasser. Das Abstract sagt nicht, ob dies eine Tagesmenge war, und nennt keine Wasserstoffkonzentration. Die Kontrollgruppe erhielt eine psychologische Behandlung und ein Placebo, das nicht näher beschrieben wird. Endpunkte waren der Schweregrad von Angst und Depression, die Spiegel proinflammatorischer Zytokine, die Cortisol-Aufwachreaktion und der allgemeine Gesundheitszustand. Das Abstract nennt weder die Zahl der Teilnehmerinnen noch Verblindung, einen primären Endpunkt, die Messinstrumente oder unerwünschte Ereignisse.
Wichtige Zitate
- „Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlungsgruppe nicht signifikant besser abschnitt als die Kontrollgruppe.“ Original (EN): „The results show that the treatment group was not significantly better than the control group.“ — das Hauptergebnis zwischen den Gruppen, kein statistisch signifikanter Vorteil für Wasserstoffwasser
- „Es gab jedoch eine weitere Abnahme der gemessenen Werte proinflammatorischer Zytokine, mit einer Besserung von Körperschmerzen und körperlicher Gesundheit.“ Original (EN): „But there was a further reduction in measured pro-inflammatory cytokine scores, improving body pain and physical health.“ — Nebenbefunde, ohne Zahlen oder statistische Tests berichtet
- „Die Ergebnisse sprechen für das Vorliegen eines fehlangepassten Entzündungsprozesses bei Frauen mit Panikstörung.“ Original (EN): „The results support the presence of a maladaptive inflammatory process in women with panic disorder.“ — das Fazit der Autoren, das Entzündung bei Panikstörung betrifft, nicht Wasserstoff
Unsere Einordnung
Die Studie war randomisiert und nutzte ein Placebogetränk. Der Hauptvergleich zeigte keinen statistisch signifikanten Vorteil von wasserstoffreichem Wasser gegenüber Placebo. Die weitere Abnahme der Zytokine und die Besserung bei Körperschmerzen und körperlicher Gesundheit stehen ohne Zahlen, p-Werte oder Hinweis darauf, dass es geplante Endpunkte waren, und ändern daher nichts am Nullbefund. Einschränkungen: Das Abstract nennt weder Stichprobengröße, Wasserstoffkonzentration noch primären Endpunkt und gibt keine Auskunft zu Verblindung oder Placebo. Ob 1,5 L eine Tages- oder eine Gesamtmenge waren, bleibt unklar. Untersucht wurden nur Frauen, und beide Gruppen erhielten eine psychologische Behandlung, die die Autoren als Ursache der signifikanten Abnahme von Zytokinen und Cortisol nennen. Es wurden viele Endpunkte gemessen. Das Fazit der Autoren betrifft einen Entzündungsprozess bei Panikstörung, nicht eine Wirkung von Wasserstoff.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, placebokontrollierte Studie, Verblindung nicht angegeben · n: im Abstract nicht angegeben (Frauen mit Panikstörung) · H₂-Gabe: mit Wasserstoff angereichertes Wasser, 1,5 L über drei Monate (nicht angegeben, ob täglich), Konzentration nicht angegeben, zusätzlich zur psychologischen Behandlung
- Vergleich: psychologische Behandlung plus Placebo
- Ergebnis: Behandlungsgruppe nicht signifikant besser als Kontrolle. Weitere Abnahme der Werte proinflammatorischer Zytokine mit Besserung von Körperschmerzen und körperlicher Gesundheit, ohne Zahlen berichtet. Nach Herausrechnen der Effekte zwischen den Gruppen senkte die psychologische Behandlung die gemessenen Variablen signifikant, darunter Zytokine und Cortisol
Abstract (deutsche Übersetzung)
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Entzündungen ein wichtiger Vermittler in der Pathophysiologie von Angststörungen sind. Zudem erkranken Frauen häufiger an einer Angst- und Depressionsstörung, und zwar in Komorbidität mit einem breiten Spektrum von Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. In den letzten Jahren hat sich wasserstoffreiches Wasser wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften als vielversprechender therapeutischer Ansatz herausgebildet, um stressbedingten Störungen vorzubeugen und sie zu behandeln. Die vorliegende Studie soll die Wirkungen einer psychologischen Behandlung und eines wasserstoffreichen Getränks auf den Schweregrad von Angst und Depression, die Spiegel proinflammatorischer Zytokine, die Cortisol-Aufwachreaktion und den allgemeinen Gesundheitszustand bei Frauen mit Panikstörung untersuchen. Es handelt sich um eine vollständig randomisierte, placebokontrollierte Studie. Die Behandlungsgruppe erhielt gleichzeitig eine psychologische Behandlung und drei Monate lang 1,5 L mit Wasserstoff angereichertes Wasser, verglichen mit der Kontrollgruppe, die eine psychologische Behandlung und ein Placebo erhielt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlungsgruppe nicht signifikant besser abschnitt als die Kontrollgruppe. Es gab jedoch eine weitere Abnahme der gemessenen Werte proinflammatorischer Zytokine, mit einer Besserung von Körperschmerzen und körperlicher Gesundheit. Wenn die Behandlungseffekte zwischen den Gruppen herausgerechnet wurden, senkte die psychologische Behandlung die gemessenen Variablen signifikant, darunter Zytokine und Cortisol. Die Ergebnisse sprechen für das Vorliegen eines fehlangepassten Entzündungsprozesses bei Frauen mit Panikstörung.
Original-Abstract (englisch)
Research suggests that inflammation is an important mediator in the pathophysiology of anxiety disorders. In addition, women are more likely to develop an anxiety and depression disorder, in comorbidity with a wide spectrum of diseases related to the immune system. In recent years, hydrogen-rich water has emerged as a promising therapeutic strategy to prevent and intervene in stress-related disorders, due to its antioxidant and anti-inflammatory properties. The present study aims to analyze the effects of psychological treatment and a hydrogen-rich drink on the severity of anxiety and depression, pro-inflammatory cytokine levels, the cortisol awakening response, and general health state in a sample of women with panic disorder. This is a completely randomized, placebo-controlled study. The treatment group simultaneously received psychological treatment and 1.5 L of hydrogenated water for three months, compared to the control group that received psychological treatment and placebo. The results show that the treatment group was not significantly better than the control group. But there was a further reduction in measured pro-inflammatory cytokine scores, improving body pain and physical health. When between-group treatment effects were removed, psychological treatment significantly decreased measured variables, including cytokines and cortisol. The results support the presence of a maladaptive inflammatory process in women with panic disorder.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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