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1999 · Cole — Folgen der unvollständigen Kohlenhydratabsorption beim Konsum von Fruchtsaft bei Säuglingen.

Originaltitel: Consequences of incomplete carbohydrate absorption from fruit juice consumption in infants.

Kurzfassung

Bei gesunden Säuglingen im Alter von ca. 5 Monaten verursachte Birnensaft (mit Sorbit und hohem Fruktoseanteil) eine durch Atemwasserstofftest nachweisbare Kohlenhydrat-Malabsorption und war mit erhöhter körperlicher Aktivität und Stoffwechselrate assoziiert. H₂ ist hier ein Atemluft-Biomarker, kein therapeutisches Mittel. (Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 1999.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit . Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese doppelblinde Studie an 14 Säuglingen nutzte die Atemwasserstoffanalyse zum Nachweis von Kohlenhydrat-Malabsorption nach Fruchtsaftkonsum. Birnensaft (sorbithaltig, hohes Fruktose/Glukose-Verhältnis) verursachte bei 5 von 7 Säuglingen Malabsorption, Weißtraubensaft (sorbifrei, niedriges Fruktose/Glukose-Verhältnis) nur bei 2 von 7. Säuglinge mit Malabsorption zeigten signifikant höhere körperliche Aktivität und Stoffwechselrate — eine interessante, aber klinisch nicht alarmante physiologische Reaktion. Atemluft-H₂ ist hier ein etabliertes diagnostisches Instrument für die GI-Kohlenhydratabsorption, ohne Bezug zur molekularen Wasserstofftherapie.

Wichtige Zitate

  1. „Kohlenhydrat-Malabsorption ist bei Säuglingen mit erhöhter körperlicher Aktivität und Stoffwechselrate assoziiert.“ Original (EN): „Carbohydrate malabsorption is associated with increased physical activity and metabolic rate in infants.“ — Das Hauptergebnis: Malabsorption verursacht messbare physiologische Veränderungen bei Säuglingen
  2. „Fruchtsäfte mit Sorbit und hohen Fruktosewerten sind möglicherweise nicht optimal für junge Säuglinge.“ Original (EN): „Fruit juices containing sorbitol and high levels of fructose may not be optimal for young infants.“ — Die praktische Ernährungsempfehlung für die Säuglingsernährung

Unsere Einordnung

Einordnung: Diese Studie ist keine H₂-Therapiestudie. Atemluft-H₂ wird als diagnostischer Marker der intestinalen Kohlenhydrat-Malabsorption bei Säuglingen eingesetzt. Es wurde kein Wasserstoff therapeutisch verabreicht. Dies ist eine pädiatrische Ernährungs-/GI-Physiologie-Studie. Keine therapeutischen Aussagen zu H₂ anwendbar. Sollte ohne klaren Hinweis nicht in einer H₂-Therapie-Datenbank erscheinen.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Die meisten Säuglinge konsumieren Fruchtsäfte bis zum 6. Lebensmonat. Fruchtsäfte mit Sorbit können jedoch mit einer Kohlenhydrat-Malabsorption ohne klinische Symptome assoziiert sein. Wir stellten die Hypothese auf, dass erhöhte körperliche Aktivität und Stoffwechselrate mit Kohlenhydrat-Malabsorption assoziiert sein könnten. METHODEN: Körperliche Aktivität und Stoffwechselrate wurden bei 14 gesunden Säuglingen (Alter 5,1 ± 0,8 Monate) über 3 Stunden in einer Atemkammer gemessen. Sieben erhielten Birnensaft, sieben Weißtraubensaft (120 mL) nach 2-stündigem Fasten. Die Studie war doppelt verblindet. Die Kohlenhydratabsorption wurde durch Atemwasserstoffgas-Analyse bestimmt. ERGEBNISSE: Im Vergleich zu Säuglingen ohne Kohlenhydrat-Malabsorption (Peak-Atemwasserstoff < 20 ppm über Baseline) zeigten 5 von 7 Birnensaft-Säuglingen und 2 von 7 Weißtraubensaft-Säuglingen Kohlenhydrat-Malabsorption (Peak ≥ 20 ppm über Baseline; p < 0,01). Diese Säuglinge zeigten auch erhöhte körperliche Aktivität (p < 0,001) und Stoffwechselrate (p < 0,05) nach dem Safttrinken. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Kohlenhydrat-Malabsorption ist bei Säuglingen mit erhöhter körperlicher Aktivität und Stoffwechselrate assoziiert. Fruchtsäfte mit Sorbit und hohen Fruktosewerten sind möglicherweise nicht optimal für junge Säuglinge.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Most infants consume fruit juices by 6 months of age. However, fruit juices containing sorbitol may be associated with carbohydrate malabsorption without clinical symptoms. We hypothesized that increased physical activity and metabolic rate may be associated with carbohydrate malabsorption. METHODS: Physical activity and metabolic rate were determined in 14 healthy infants ([mean +/- SD] age, 5.1 +/- 0.8 months; weight, 7.8 +/- 1.1 kg; length, 67 +/- 4.2 cm; and body fat, 26% +/- 5%) for 3 hours in a respiratory chamber. Seven were fed pear juice, and the other 7 were fed white grape juice (120 mL) after a 2-hour fast. Pear juice contains sorbitol and a high fructose-glucose ratio, whereas white grape juice is sorbitol free and has a low fructose-glucose ratio. Carbohydrate absorption was determined by breath hydrogen gas analysis. The study was double-blinded. RESULTS: When compared with the infants without carbohydrate malabsorption (peak breath hydrogen level < 20 ppm above baseline), 5 of the 7 infants fed pear juice and 2 of the 7 infants fed white grape juice exhibited carbohydrate malabsorption (peak breath hydrogen level > or = 20 ppm above baseline; P < .01). These infants also exhibited both increased physical activity (P < .001) and metabolic rate (P < .05) after juice consumption in comparison with infants with normal carbohydrate absorption. When grouped according to the type of juice consumed, only infants fed pear juice exhibited increases in physical activity (P < .01). CONCLUSIONS: Carbohydrate malabsorption is associated with increased physical activity and metabolic rate in infants. Most of the infants who had carbohydrate malabsorption consumed pear juice. Therefore, fruit juices containing sorbitol and high levels of fructose may not be optimal for young infants.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

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