2020 · Asada et al. — Wirkungen von wasserstoffreichem Wasser, hergestellt durch Wechselstrom-Elektrolyse, auf die antioxidative Aktivität, DNA-oxidative Schäden und diabetesbezogene Marker.
Kurzfassung
Wasserstoffreiches Wasser, hergestellt durch Wechselstrom-Elektrolyse (AC) — mit nahezu der theoretischen Maximalkonzentration von 1,55 mg/L H₂ — zeigte bei neun Personen mit erhöhten diabetesbezogenen Serummarkern über acht Wochen vielversprechende Tendenzen bei Blutzuckermarkern und systemischen DNA-Oxidationsschäden. Bemerkenswert: Die H₂-Nanoblasen dieser Zubereitung überstanden das Kochen — was dem Henry'schen Gesetz widerspricht und auf eine verbesserte Stabilität hindeuten könnte. (Medical Gas Research, 2020.)
Kommentar
Diese kleine Pilotstudie aus Japan prüft eine neuartige AC-Elektrolyse-Methode zur H₂-Wasserherstellung und verbindet die physikochemische Charakterisierung mit einer kurzen klinischen Beobachtung. Der auffälligste technische Befund — dass Nanoblasen-Suspensionen zehnminütiges Kochen überstehen — ist faszinierend, widerspricht aber der etablierten Gaslöslichkeitsphysik und bedarf unabhängiger Replikation. Auf klinischer Seite zeigten die neun Teilnehmenden Tendenzen zu niedrigeren Nüchternglukose- und Fructosaminwerten sowie reduziertem urinären 8-OHdG (ein DNA-Oxidationsmarker) — die Studie ist jedoch unkontrolliert, nicht verblindet und viel zu klein für Wirksamkeitsaussagen. Zu lesen als Machbarkeitsnachweis für die AC-Elektrolyse-Produktionsmethode.
Wichtige Zitate
- „Orales Trinken von wasserstoffreichem Wasser, 1500 mL pro Tag, dauerte 8 Wochen bei neun Personen mit diabetesbezogenen Serummarkern oberhalb der Normalwerte.“ Original (EN): „Oral intake of hydrogen-rich water, 1500 mL per day, lasted for 8 weeks in nine people with the diabetes-related serum markers beyond the normal ranges.“ — Studienpopulation und Intervention
- „Die Probanden zeigten signifikante Tendenzen zu verringertem Nüchternblutzucker und Fructosamin sowie erhöhtem 1,5-Anhydro-D-Glucitol, gleichzeitig mit signifikanten Abnahmen des urinären 8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin-Gehalts.“ Original (EN): „The subjects exhibited significant tendencies for the decreased fasting blood glucose and fructosamine, and for the increased 1,5-anhydro-D-glucitol, concomitantly with significant decreases in urinary 8-hydroxy-2-deoxyguanosine contents and its rate of generation.“ — Ergebnissignale — als Tendenzen beschrieben, nicht als bestätigte Effekte
- „Nanopartikel-Suspensionen blieben selbst nach zehnminütigem Kochen effizient erhalten — entgegen dem Henry'schen Gesetz.“ Original (EN): „nanoparticle suspensions as abundant as 5.4 × 10⁷/mL were efficiently retained (up to 3.5 × 10⁷/mL) even after boiling for 10 minutes, being thermodynamically contrary to Henry's law.“ — ungewöhnliche physikochemische Behauptung, die unabhängige Replikation erfordert
Unsere Einordnung
Die Arbeit liefert eine interessante AC-Elektrolyse-Produktionsmethode, die nahezu Sättigungs-H₂ bei physiologischem pH-Wert erreicht — ein bedeutsamer technischer Fortschritt, wenn er bestätigt wird. Der klinische Arm ist jedoch sehr schwach: n = 9, keine Kontrollgruppe, keine Verblindung, und Ergebnisse nur als „signifikante Tendenzen“ beschrieben. Limitationen: Unkontrolliertes Design macht Confounding (Ernährung, Jahreszeit, Regression zur Mitte) unmöglich auszuschließen; die Nanoblasen-Kochstabilität ist außergewöhnlich und ohne mechanistische Erklärung; der Abstract wird teilweise durch einen Ethikvermerk ersetzt. Fazit: Vielversprechendes Signal für die AC-Elektrolyse-Produktion; unzureichende Evidenz für Diabetesansprüche.
Studiendesign
- Typ: unkontrolliertes offenes Pilot · n: 9 (diabetesbezogen erhöhte Serummarker) · H₂-Gabe: AC-Elektrolyse-Wasserstoffwasser, 1.500 mL/Tag oral, 8 Wochen · H₂-Konzentration: 1,55 mg/L
- Ergebnis: Tendenzen zu verringertem Nüchternblutzucker, Fructosamin und urinärem 8-OHdG; erhöhtes 1,5-Anhydro-D-Glucitol; keine Kontrollgruppe — Effektzuschreibung unsicher
- Technischer Befund: AC-Elektrolyse erzeugt nach Berichten kochstabile Nanoblasen — Aussage widerspricht dem Henry'schen Gesetz und bedarf der Replikation
Abstract (deutsche Übersetzung)
Wasserstoffreiches Wasser wird herkömmlicherweise durch Gleichstrom-Elektrolyse hergestellt, jedoch kaum durch Wechselstrom-Elektrolyse (AC). Die AC-Präparationen aus Leitungswasser für 20–30 Minuten weisen eine gelöste Wasserstoffkonzentration von 1,55 mg/L auf — nahe dem theoretischen Maximum von 1,6 mg/L. Diese Präparationen zeigten ein Oxidations-Reduktionspotenzial von −270 mV (Leitungswasser: +576 mV) und einen pH-Wert von 7,7–7,8, womit sie physiologischen Körperflüssigkeiten näher kommen als herkömmliche Gleichstrom-elektrolytische Wasserstoffwässer. Wir untersuchten, ob das AC-elektrolytische Wasserstoffwasser nach dem Kochen noch wasserstoffreich ist bzw. antioxidative Fähigkeiten behält, und ob die orale Einnahme dieses Wassers klinisch wirksam bei Diabetes und der Prävention systemischer DNA-Oxidationsschäden ist. Spin-Trapping mit 5,5-Dimethyl-1-pyrrolin-N-oxid und Elektronen-Spin-Resonanz zeigten, dass das durch AC-Elektrolyse erzeugte wasserstoffreiche Wasser hydroxylradikalfangende Aktivitäten aufweist. Die Laser-Nanopartikel-Tracking-Methode ergab, dass Nanopartikel-Suspensionen von bis zu 5,4 × 10⁷/mL effizient erhalten blieben (bis zu 3,5 × 10⁷/mL) — selbst nach zehnminütigem Kochen, was thermodynamisch dem Henry'schen Gesetz widerspricht. Das orale Trinken von wasserstoffreichem Wasser, 1.500 mL pro Tag, dauerte 8 Wochen bei neun Personen mit diabetesbezogenen Serummarkern oberhalb der Normalwerte. Die Probanden zeigten signifikante Tendenzen zu verringertem Nüchternblutzucker und Fructosamin sowie erhöhtem 1,5-Anhydro-D-Glucitol, gleichzeitig mit signifikanten Abnahmen des urinären 8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin-Gehalts und seiner Entstehungsrate. Durch AC-Elektrolyse hergestelltes wasserstoffreiches Wasser könnte durch die Bildung abundanter hitzestabiler Nanoblasen und erhöhter Wasserstoffkonzentrationen wirksam darin sein, verschiedene diabetesbezogene Marker und systemische DNA-Oxidationsschäden zu verbessern.
Original-Abstract (englisch)
Hydrogen-rich water is conventionally prepared by direct current-electrolysis, but has been not or scarcely prepared by alternating current (AC)-electrolysis. The AC preparations from tap water for 20-30 minutes exhibit a dissolved hydrogen concentration of 1.55 mg/L, which was close to the theoretical maximum value of 1.6 mg/L. These preparations also displayed an oxidation-reduction potential of -270 mV (tap water: +576 mV) and pH of 7.7-7.8, being closer to physiological values of body fluids than general types of direct current-electrolytic hydrogen-rich water. We examined whether AC-electrolytic hydrogen-water is retained for hydrogen-abundance after boiling or for antioxidant abilities, and whether the oral administration of this water is clinically effective for diabetes and prevention against systemic DNA-oxidative injuries. 5,5-Dimethyl-1-pyrroline-N-oxide spin trapping and electron spin resonance revealed that the hydrogen-rich water generated by AC-electrolysis exhibited hydroxyl-radical-scavenging activities. Laser nanoparticle tracking method revealed that nanoparticle suspensions as abundant as 5.4 × 107/mL were efficiently retained (up to 3.5 × 107/mL) even after boiling for 10 minutes, being thermodynamically contrary to Henry's law. Oral intake of hydrogen-rich water, 1500 mL per day, lasted for 8 weeks in nine people with the diabetes-related serum markers beyond the normal ranges. The subjects exhibited significant tendencies for the decreased fasting blood glucose and fructosamine, and for the increased 1,5-anhydro-D-glucitol, concomitantly with significant decreases in urinary 8-hydroxy-2-deoxyguanosine contents and its rate of generation. Hydrogen-rich water prepared by AC-electrolysis may be effective in improving diverse diabetes-related markers and systemic DNA oxidative injuries through the formation of abundant heat-resistant nanobubbles and the increased hydrogen concentrations. The study protocol was officially approved by the Medical Ethics Committee of the Japanese Center for Anti-Aging Medical Sciences (approval No. 01S02) on September 15, 2009.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.