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2023 · Zhou et al. — Wirkung einer Supplementierung mit molekularem Wasserstoff auf Ermüdung und aerobe Kapazität bei gesunden Erwachsenen: systematische Übersicht und Metaanalyse

Originaltitel: Effects of molecular hydrogen supplementation on fatigue and aerobic capacity in healthy adults: A systematic review and meta-analysis.

Kurzfassung

Über 19 Studien mit 402 gesunden Erwachsenen hinweg senkte Wasserstoff das subjektive Belastungsempfinden und das Blutlaktat um kleine, aber statistisch signifikante Beträge, ohne Wirkung auf die maximale oder Spitzen-Sauerstoffaufnahme oder die Ausdauerleistung. Die gepoolten Effekte lagen bei SMD −0,38 für das Belastungsempfinden und −0,42 für das Blutlaktat, für die Sauerstoffaufnahme (0,09) und die Ausdauerleistung (0,01) nahe null. Die Autoren werten dies als moderate Evidenz dafür, dass Wasserstoff die Ermüdung lindert, die aerobe Kapazität aber nicht verbessert. Die einzelnen Studien waren klein, und der Abstract nennt weder die Formen noch die Dosen des verwendeten Wasserstoffs. (Frontiers in Nutrition, 2023.)

Klassifiziert als Review / Meta-Analyse-Studie mit Unspezifiziert. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Hochintensive Belastung kann Ermüdung auslösen, möglicherweise über ein Übermaß an reaktiven Sauerstoffspezies, und Wasserstoff wurde als Mittel vorgeschlagen, sie zu verringern. Diese in PROSPERO registrierte systematische Übersicht (CRD42022351559) durchsuchte im August 2022 fünf Datenbanken nach randomisierten kontrollierten oder Crossover-Studien an gesunden Erwachsenen. Endpunkte waren das subjektive Belastungsempfinden (RPE), die maximale und die Spitzen-Sauerstoffaufnahme (VO2max, VO2peak) sowie die Ausdauerleistung. In den Ergebnissen wird zusätzlich das Blutlaktat berichtet. Die Daten wurden in standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) umgerechnet und in Metaanalysen mit zufälligen Effekten gepoolt. Subgruppenanalysen prüften Interventionsdauer, Trainingszustand und Belastungsart als mögliche Ursachen der Heterogenität. Eingeschlossen wurden siebzehn Publikationen mit 19 Studien und 402 Teilnehmenden. Der Abstract nennt nicht, in welcher Form, in welcher Dosis und wie lange Wasserstoff gegeben wurde, und berichtet keine Bewertung des Verzerrungsrisikos.

Wichtige Zitate

  1. „Die gepoolten Effektgrößen von H2 auf das RPE (SMDgepoolt = -0,38; 95-%-KI -0,65 bis -0,11; p = 0,006; I² = 33,6 %; p = 0,149) und auf das Blutlaktat (SMDgepoolt = -0,42; 95-%-KI -0,72 bis -0,12; p = 0,006; I² = 35,6 %; p = 0,114) waren klein, aber signifikant, bei geringer Heterogenität.“ Original (EN): „The pooled effect sizes of H2 on RPE (SMDpooled = -0.38, 95%CI -0.65 to -0.11, p = 0.006, I 2 = 33.6%, p = 0.149) and blood lactate (SMDpooled = -0.42, 95% CI -0.72 to -0.12, p = 0.006, I 2 = 35.6%, p = 0.114) were small yet significant with low heterogeneity.“ — die Ergebnisse zur Ermüdung: kleine gepoolte Effekte bei geringer Heterogenität
  2. „Die gepoolten Effektgrößen von H2 auf VO2max und VO2peak (SMDgepoolt = 0,09; 95-%-KI -0,10 bis 0,29; p = 0,333; I² = 0 %; p = 0,998) und auf die Ausdauerleistung (SMDgepoolt = 0,01; 95-%-KI -0,23 bis 0,25; p = 0,946; I² = 0 %; p > 0,999) waren nicht signifikant und vernachlässigbar, ohne Heterogenität.“ Original (EN): „The pooled effect sizes of H2 on VO2max and VO2peak (SMDpooled = 0.09, 95% CI -0.10 to 0.29, p = 0.333, I 2 = 0%, p = 0.998) and endurance performance (SMDpooled = 0.01, 95% CI -0.23 to 0.25, p = 0.946, I 2 = 0%, p > 0.999) were not significant and trivial without heterogeneity.“ — der Nullbefund für aerobe Kapazität und Ausdauerleistung
  3. „Diese Metaanalyse liefert moderate Evidenz dafür, dass eine H2-Supplementierung die Ermüdung lindert, die aerobe Kapazität bei gesunden Erwachsenen aber nicht steigert.“ Original (EN): „This meta-analysis provides moderate evidence that H2 supplementation alleviates fatigue but does not enhance aerobic capacity in healthy adults.“ — das Fazit der Autoren, einschließlich ihrer eigenen Einstufung der Evidenz

Unsere Einordnung

Die Übersicht ist registriert und fasst randomisierte kontrollierte und Crossover-Studien zusammen. Bei aerober Kapazität und Ausdauerleistung lagen die gepoolten Effekte nahe null und waren nicht statistisch signifikant. Beim Belastungsempfinden und beim Blutlaktat waren die Effekte klein und statistisch signifikant. Das Belastungsempfinden ist eine subjektive Einschätzung und Laktat ein Blutwert, keiner von beiden zeigt also einen Leistungsgewinn. Einschränkungen: 402 Teilnehmende verteilt auf 19 Studien bedeuten, dass die einzelnen Studien klein waren. Der Abstract beschreibt weder Formen noch Dosen, Dauer oder Verzerrungsrisiko. Die Effekte auf die Ermüdung hingen von Trainingszustand, Interventionsdauer und Belastungsart ab, was die Übertragbarkeit der gepoolten Zahlen begrenzt. Die Autoren bezeichnen die Evidenz als moderat, der Abstract sagt aber nicht, wie diese Einstufung zustande kam. Eingeschlossen waren nur gesunde Erwachsene.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Ermüdung wird häufig durch hochintensive Belastung ausgelöst, möglicherweise über eine übermäßige Menge reaktiver Sauerstoffspezies, was zu verminderten Funktionen (etwa der aeroben Kapazität) und einem erhöhten Verletzungsrisiko führt. Studien deuten darauf hin, dass molekularer Wasserstoff (H2) mit seinen antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften eine vielversprechende Strategie sein könnte, um Ermüdung zu lindern und die aerobe Kapazität zu verbessern. Diese Wirkungen sind jedoch noch nicht umfassend beschrieben. ZIEL: Systematische Bewertung der Wirkung einer H2-Einnahme auf Ermüdung und aerobe Kapazität bei gesunden Erwachsenen. METHODEN: Die Suche wurde im August 2022 in fünf Datenbanken durchgeführt. Ausgewählt wurden Studien mit randomisiert-kontrolliertem oder Crossover-Design, die das subjektive Belastungsempfinden (RPE), die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max), die Spitzen-Sauerstoffaufnahme (VO2peak) und die Ausdauerleistung untersuchten. Die Daten (Mittelwert ± Standardabweichung und Stichprobengröße) wurden aus den eingeschlossenen Studien extrahiert und in die standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) umgerechnet. Es wurden Metaanalysen mit zufälligen Effekten durchgeführt. Mit Subgruppenanalysen wurden mögliche Ursachen der Heterogenität untersucht: Interventionsdauer, Trainingszustand und Belastungsart. ERGEBNISSE: Eingeschlossen wurden 17 Publikationen (19 Studien) mit 402 Teilnehmenden. Die gepoolten Effektgrößen von H2 auf das RPE (SMDgepoolt = -0,38; 95-%-KI -0,65 bis -0,11; p = 0,006; I² = 33,6 %; p = 0,149) und auf das Blutlaktat (SMDgepoolt = -0,42; 95-%-KI -0,72 bis -0,12; p = 0,006; I² = 35,6 %; p = 0,114) waren klein, aber signifikant, bei geringer Heterogenität. Die gepoolten Effektgrößen von H2 auf VO2max und VO2peak (SMDgepoolt = 0,09; 95-%-KI -0,10 bis 0,29; p = 0,333; I² = 0 %; p = 0,998) und auf die Ausdauerleistung (SMDgepoolt = 0,01; 95-%-KI -0,23 bis 0,25; p = 0,946; I² = 0 %; p > 0,999) waren nicht signifikant und vernachlässigbar, ohne Heterogenität. Die Subgruppenanalyse ergab, dass die Wirkung von H2 auf die Ermüdung signifikant vom Trainingszustand (untrainiert und trainiert), vom Zeitraum der H2-Gabe und von der Belastungsart (kontinuierliche und intermittierende Belastung) beeinflusst wurde. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Metaanalyse liefert moderate Evidenz dafür, dass eine H2-Supplementierung die Ermüdung lindert, die aerobe Kapazität bei gesunden Erwachsenen aber nicht steigert. REGISTRIERUNG DER SYSTEMATISCHEN ÜBERSICHT: www.crd.york.ac.uk/PROSPERO/, Kennung: CRD42022351559.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Fatigue is oftentimes induced by high-intensity exercise potentially via the exceeded amount of reactive oxygen species, leading to diminished functions (e.g., aerobic capacity) and increased risk of injuries. Studies indicate that molecular hydrogen (H2), with antioxidant and anti-inflammatory properties, may be a promising strategy to alleviate fatigue and improve aerobic capacity. However, such effects have not been comprehensively characterized. OBJECTIVE: To systematically assess the effects of in taking H2 on fatigue and aerobic capacity in healthy adults. METHODS: The search was conducted in August 2022 in five databases. Studies with randomized controlled or crossover designs that investigated the rating of perceived exertion (RPE), maximal oxygen uptake (VO2max), peak oxygen uptake (VO2peak), and endurance performance were selected. The data (mean ± standard deviation and sample size) were extracted from the included studies and were converted into the standardized mean difference (SMD). Random-effects meta-analyses were performed. Subgroup analysis was used to analyze potential sources of heterogeneity due to intervention period, training status, and type of exercise. RESULTS: Seventeen publications (19 studies) consisting of 402 participants were included. The pooled effect sizes of H2 on RPE (SMDpooled = -0.38, 95%CI -0.65 to -0.11, p = 0.006, I 2 = 33.6%, p = 0.149) and blood lactate (SMDpooled = -0.42, 95% CI -0.72 to -0.12, p = 0.006, I 2 = 35.6%, p = 0.114) were small yet significant with low heterogeneity. The pooled effect sizes of H2 on VO2max and VO2peak (SMDpooled = 0.09, 95% CI -0.10 to 0.29, p = 0.333, I 2 = 0%, p = 0.998) and endurance performance (SMDpooled = 0.01, 95% CI -0.23 to 0.25, p = 0.946, I 2 = 0%, p > 0.999) were not significant and trivial without heterogeneity. Subgroup analysis revealed that the effects of H2 on fatigue were impacted significantly by the training status (i.e., untrained and trained), period of H2 implementation, and exercise types (i.e., continuous and intermittent exercises). CONCLUSIONS: This meta-analysis provides moderate evidence that H2 supplementation alleviates fatigue but does not enhance aerobic capacity in healthy adults. SYSTEMATIC REVIEW REGISTRATION: www.crd.york.ac.uk/PROSPERO/, identifier: CRD42022351559.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 36819697

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.