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2026 · Zhang et al. — Systematische Übersicht und Metaanalyse: Wirkt molekularer Wasserstoff strahlenschützend, ohne die Antitumorwirkung von Strahlentherapie oder gleichzeitiger Radiochemotherapie zu beeinträchtigen?

Originaltitel: A Systematic Review and Meta-Analysis: Does Molecular Hydrogen Exert Radioprotective Effects Without Compromising the Antitumor Efficacy of Radiotherapy or Concurrent Chemoradiotherapy?

Kurzfassung

Die gepoolten Daten aus drei klinischen Studien mit 130 Krebspatienten unter Strahlen- oder Radiochemotherapie zeigten keinen statistisch signifikanten Einfluss von molekularem Wasserstoff auf das Tumoransprechen gegenüber der Kontrolle (Risikoverhältnis 0,98, 95-%-KI 0,83 bis 1,15). Eine Sensitivitätsanalyse, die nur randomisierte Studien einschloss, ergab ein ähnliches Ergebnis (Risikoverhältnis 0,99). Die narrative Synthese aller sieben eingeschlossenen Studien (222 Patienten) berichtete weniger strahlenbedingte Nebenwirkungen, eine bessere Lebensqualität und keine nachteilige Wirkung auf hämatologische Parameter, diese Endpunkte wurden aber nicht gepoolt. (Cureus, 2026.)

Klassifiziert als Review / Meta-Analyse-Studie mit Unspezifiziert. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Strahlentherapie und gleichzeitige Radiochemotherapie verursachen häufig strahlenbedingte Nebenwirkungen. Wasserstoff wurde als Schutz für gesundes Gewebe vorgeschlagen, was die Frage aufwirft, ob er auch Tumoren schützen könnte. Die systematische Übersicht folgte den PRISMA-Leitlinien und war bei INPLASY registriert (INPLASY202680108). Die Autoren durchsuchten PubMed, Embase und Web of Science von Beginn an bis zum 8. Juli 2026 nach englischsprachigen klinischen Originalstudien an erwachsenen Krebspatienten (18 Jahre oder älter), die während einer Strahlen- oder gleichzeitigen Radiochemotherapie molekularen Wasserstoff zum Strahlenschutz erhielten. Sieben Studien mit 222 Patienten wurden qualitativ zusammengefasst. Drei davon mit 130 Patienten gingen in eine Metaanalyse des Tumoransprechens mit Random-Effects-Modell ein, ausgedrückt als Risikoverhältnis. Das Verzerrungsrisiko wurde mit validierten Instrumenten bewertet. Strahlentoxizität, Lebensqualität und hämatologische Parameter wurden narrativ zusammengefasst. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffformen, Dosen oder Behandlungsdauern der eingeschlossenen Studien noch die Zahl der randomisierten Studien oder das Ergebnis der Bewertung des Verzerrungsrisikos.

Wichtige Zitate

  1. „Molekularer Wasserstoff beeinflusste das Tumoransprechen gegenüber der Kontrollgruppe nicht signifikant (RR = 0,98, 95-%-KI 0,83–1,15).“ Original (EN): „Molecular hydrogen did not significantly affect tumor response compared with the control group (RR = 0.98, 95% CI 0.83-1.15).“ — das gepoolte Hauptergebnis aus drei Studien mit 130 Patienten
  2. „Die narrative Synthese zeigte zudem, dass molekularer Wasserstoff strahlenbedingte Nebenwirkungen verringerte, die Lebensqualität verbesserte und hämatologische Parameter nicht nachteilig beeinflusste.“ Original (EN): „The narrative synthesis further indicated that molecular hydrogen reduced radiation-induced toxicities, improved quality of life, and did not adversely affect hematological parameters.“ — Nebenbefunde aus der narrativen Synthese, statistisch nicht gepoolt
  3. „Zusammenfassend deuten diese systematische Übersicht und Metaanalyse darauf hin, dass molekularer Wasserstoff bei Krebspatienten unter Strahlentherapie oder gleichzeitiger Radiochemotherapie strahlenschützend wirken könnte, wobei die derzeit verfügbare Evidenz keine signifikante Verringerung des Tumoransprechens zeigt.“ Original (EN): „In conclusion, this systematic review and meta-analysis suggest that molecular hydrogen may have radioprotective effects in cancer patients receiving radiotherapy or concurrent chemoradiotherapy, with the currently available evidence showing no significant reduction in tumor response.“ — das Fazit der Autoren, als Möglichkeit formuliert

Unsere Einordnung

Die Übersicht stellt eine Sicherheitsfrage, die in der Krebsbehandlung zählt: ob Wasserstoff zum Strahlenschutz die Strahlentherapie abschwächen könnte. Der gepoolte Schätzwert zeigte keine statistisch signifikante Veränderung des Tumoransprechens, und die auf randomisierte Studien beschränkte Analyse stimmte damit überein. Ein nicht signifikantes Ergebnis belegt keine Gleichwertigkeit. Bei drei Studien und 130 Patienten ist das Konfidenzintervall von 0,83 bis 1,15 sowohl mit einer mäßigen Abnahme als auch mit einer mäßigen Zunahme des Tumoransprechens vereinbar. Einschränkungen: wenige und kleine eingeschlossene Studien, und nur drei der sieben Studien gingen in die Metaanalyse ein. Das Abstract nennt weder Wasserstoffformen oder Dosen noch die Zahl der randomisierten Studien, die Ergebnisse zum Verzerrungsrisiko, die Heterogenität oder die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz. Die berichteten Vorteile bei Nebenwirkungen und Lebensqualität stammen nur aus der narrativen Synthese. Eingeschlossen wurden nur englischsprachige Studien.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Strahlentherapie und gleichzeitige Radiochemotherapie (CCRT) werden in der Krebsbehandlung häufig eingesetzt, gehen aber oft mit strahlenbedingten Nebenwirkungen einher. Molekularer Wasserstoff wurde als mögliches Strahlenschutzmittel vorgeschlagen, weil er gesundes Gewebe vor oxidativen Schäden schützt. Eine wichtige Sorge ist jedoch, ob molekularer Wasserstoff auch Tumorgewebe schützt. Ziel dieser systematischen Übersicht und Metaanalyse war es zu bewerten, ob molekularer Wasserstoff bei Krebspatienten unter Strahlentherapie oder CCRT das Tumoransprechen erhält und zugleich vor Strahlenschäden schützt. Die Übersicht wurde nach den Leitlinien Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA) durchgeführt. Geeignet waren englischsprachige klinische Originalstudien an erwachsenen Krebspatienten (≥ 18 Jahre), die mit Strahlentherapie oder CCRT behandelt wurden und molekularen Wasserstoff zum Strahlenschutz erhielten. Drei elektronische Datenbanken (PubMed, Embase und Web of Science) wurden von ihrem Beginn bis zum 8. Juli 2026 durchsucht. Sieben Studien mit 222 Patienten wurden qualitativ zusammengefasst, davon gingen 3 Studien mit 130 Patienten in die Metaanalyse ein. Verwendet wurde ein Random-Effects-Modell. Das Verzerrungsrisiko wurde mit validierten Instrumenten bewertet. Zur Schätzung des gepoolten Tumoransprechens diente das Risikoverhältnis (RR). Molekularer Wasserstoff beeinflusste das Tumoransprechen gegenüber der Kontrollgruppe nicht signifikant (RR = 0,98, 95-%-KI 0,83–1,15). Eine auf randomisierte kontrollierte Studien beschränkte Sensitivitätsanalyse ergab ein weitgehend übereinstimmendes Ergebnis (RR = 0,99, 95-%-KI 0,84–1,17). Die narrative Synthese zeigte zudem, dass molekularer Wasserstoff strahlenbedingte Nebenwirkungen verringerte, die Lebensqualität verbesserte und hämatologische Parameter nicht nachteilig beeinflusste. Zusammenfassend deuten diese systematische Übersicht und Metaanalyse darauf hin, dass molekularer Wasserstoff bei Krebspatienten unter Strahlentherapie oder gleichzeitiger Radiochemotherapie strahlenschützend wirken könnte, wobei die derzeit verfügbare Evidenz keine signifikante Verringerung des Tumoransprechens zeigt. Die Übersicht wurde bei INPLASY registriert (INPLASY202680108).
Original-Abstract (englisch)
Radiotherapy and concurrent chemoradiotherapy (CCRT) are widely used for cancer treatment but are frequently associated with radiation-induced toxicities. Molecular hydrogen has been proposed as a potential radioprotective agent because it protects normal tissues from oxidative damage. However, an important concern is whether molecular hydrogen also protects tumor tissues. This systematic review and meta-analysis aimed to evaluate whether molecular hydrogen preserves tumor response while providing radioprotection in cancer patients receiving radiotherapy or CCRT. The Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA) guidelines were followed for conducting this review. Eligible studies were English-language original clinical studies of adult cancer patients (≥18 years) treated with radiotherapy or CCRT and receiving molecular hydrogen for radioprotection. Three electronic databases (PubMed, Embase, and Web of Science) were searched from inception to 8 July 2026. Seven studies involving 222 patients were qualitatively synthesized, of which 3 involving 130 patients were included in the meta-analysis. The random-effects model was used. The risk of bias was evaluated with validated tools. The risk ratio (RR) was used to estimate the pooled tumor response. Molecular hydrogen did not significantly affect tumor response compared with the control group (RR = 0.98, 95% CI 0.83-1.15). Sensitivity analysis restricted to randomized controlled trials yielded a broadly consistent result (RR = 0.99, 95% CI: 0.84-1.17). The narrative synthesis further indicated that molecular hydrogen reduced radiation-induced toxicities, improved quality of life, and did not adversely affect hematological parameters. In conclusion, this systematic review and meta-analysis suggest that molecular hydrogen may have radioprotective effects in cancer patients receiving radiotherapy or concurrent chemoradiotherapy, with the currently available evidence showing no significant reduction in tumor response. This review was registered with INPLASY (INPLASY202680108).

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 42893256

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.