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2026 · Zhang et al. — Senkt wasserstoffreiches Wasser den oxidativen Stress bei Patienten mit chronischer Höhenkrankheit? Eine randomisierte, verblindete, kontrollierte Studie

Originaltitel: Does Hydrogen-Rich Water Reduce Oxidative Stress in Patients with Chronic Mountain Sickness? A Randomized, Blinded, Controlled Trial.

Kurzfassung

Bei Erwachsenen mit chronischer Höhenkrankheit verringerte das Trinken von täglich 990 ml wasserstoffreichem Wasser über 8 Wochen den oxidativen Schaden gegenüber Placebo nicht: Malondialdehyd stieg in der Wasserstoffgruppe stärker an (+2,11, p < 0,001), ebenso die antioxidative Gesamtkapazität (+2,86, p = 0,043). Bei Teilnehmern mit einem Body-Mass-Index von 24 oder mehr fiel der Anstieg von Malondialdehyd größer aus (p = 0,02 für die Interaktion). Unerwünschte Ereignisse, am häufigsten Schwindel, traten bei 50 % der Wasserstoffgruppe und 37 % der Placebogruppe auf. (High Alt Med Biol, 2026.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Oxidativer Stress gilt als beteiligt an der chronischen Höhenkrankheit (CMS); das ist der Grund, Antioxidanzien zu prüfen. Die 8-wöchige Studie lief von Juli bis Dezember 2024 am Tibetischen Krankenhaus Nagqu in China. Erwachsene mit unbehandelter CMS, definiert über den Qinghai-Score, wurden per dynamischer Minimierung im Verhältnis 1:1 zugeteilt und erhielten täglich 990 ml wasserstoffreiches Wasser oder Placebo. Teilnehmer, Ärzte und Untersucher kannten die Zuteilung nicht. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration des Wassers, noch beschreibt es das Placebo. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung von sechs Markern für oxidativen Stress vom Ausgangswert bis Woche 8: Katalase, Glutathion, Malondialdehyd (MDA), Superoxiddismutase, 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und antioxidative Gesamtkapazität (T-AOC). Die Sicherheit wurde über gemeldete unerwünschte Ereignisse erfasst. Von 60 randomisierten Teilnehmern erhielt einer in der Placebogruppe keine Behandlung und wurde ausgeschlossen. Ausgewertet wurden 30 Teilnehmer in der Wasserstoffgruppe und 29 in der Placebogruppe.

Wichtige Zitate

  1. „In Woche 8 bewirkte HRW gegenüber Placebo größere Veränderungen bei MDA und T-AOC: MDA +2,11 (95-%-KI 1,13–3,09; p < 0,001); T-AOC +2,86 (95-%-KI 0,09–5,64; p = 0,043).“ Original (EN): „At week 8, HRW produced greater changes in MDA and T-AOC compared with placebo: MDA, +2.11 (95% CI: 1.13-3.09; p < 0.001); T-AOC, +2.86 (95% CI: 0.09-5.64; p = 0.043).“ — das Hauptergebnis: zwei Marker veränderten sich, einer gilt als prooxidativ, einer als antioxidativ
  2. „Unerwünschte Ereignisse traten bei 50 % (15/30) der Wasserstoffgruppe und 37 % (11/29) der Placebogruppe auf; am häufigsten war Schwindel.“ Original (EN): „Adverse events occurred in 50% (15/30) of the hydrogen group and 37% (11/29) of the placebo group; dizziness was the most common.“ — Sicherheit: unerwünschte Ereignisse waren in der Wasserstoffgruppe häufiger
  3. „HRW zeigte bei CMS sowohl prooxidative als auch antioxidative Wirkungen. Es verringerte jedoch den durch oxidativen Stress verursachten Schaden nicht und könnte bei Personen mit höherem BMI das oxidative Risiko erhöhen.“ Original (EN): „HRW demonstrated both pro-oxidative and antioxidative effects in CMS. However, it did not reduce oxidative stress-induced damage and may increase oxidative risk in individuals with higher BMI.“ — das Fazit der Autoren selbst: keine Verringerung des oxidativen Schadens

Unsere Einordnung

Es handelt sich um eine registrierte, randomisierte, verblindete und placebokontrollierte Studie. Sie fand keine Verringerung des oxidativen Schadens durch wasserstoffreiches Wasser. Malondialdehyd stieg stärker als unter Placebo, und auch die antioxidative Gesamtkapazität stieg. Die Autoren beschreiben sowohl prooxidative als auch antioxidative Wirkungen und ein mögliches zusätzliches oxidatives Risiko bei höherem Body-Mass-Index. Einschränkungen: 60 Teilnehmer an einem einzigen Krankenhaus und 8 Wochen Behandlung. Berichtet werden nur Labormarker, im Abstract keine Symptomwerte oder klinischen Endpunkte. Der primäre Endpunkt umfasst sechs Marker, das Abstract nennt Ergebnisse nur für zwei davon. Der Befund zum Body-Mass-Index stammt aus einer Subgruppenanalyse. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration noch die Einheiten der Markerveränderungen. Unerwünschte Ereignisse waren unter Wasserstoff häufiger (50 % gegenüber 37 %), und das Abstract sagt nicht, ob dieser Unterschied statistisch geprüft wurde.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

OHNE GLIEDERUNG (ZITIERHINWEIS): Zhang, Fengying, Yang Zhong, Qiuyue Li, Doudou Hao, Zhiyou Shi, Suying Zhu, Qian Zhang und Yunhong Wu. Senkt wasserstoffreiches Wasser den oxidativen Stress bei Patienten mit chronischer Höhenkrankheit? Eine randomisierte, verblindete, kontrollierte Studie. High Alt Med Biol. 27:133-142, 2026. HINTERGRUND: Oxidativer Stress ist an der Entstehung der chronischen Höhenkrankheit (CMS) beteiligt, was eine Begründung für antioxidative Therapien liefert. Diese Studie bewertete die Sicherheit und Wirksamkeit von wasserstoffreichem Wasser (HRW) als mögliches Antioxidans bei Personen mit CMS. METHODEN: Wir führten am Tibetischen Krankenhaus Nagqu in China eine 8-wöchige, randomisierte, verblindete, placebokontrollierte Studie durch. Erwachsene mit unbehandelter CMS (definiert über den Qinghai-Score) wurden mithilfe einer dynamischen Minimierungsmethode zufällig (1:1) zugeteilt und erhielten 990 ml/Tag HRW oder Placebo. Teilnehmer, Ärzte und Untersucher kannten die Gruppenzuteilung nicht. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Veränderung von Biomarkern des oxidativen Stresses vom Ausgangswert bis Woche 8, darunter Katalase, Glutathion, Malondialdehyd (MDA), Superoxiddismutase, 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin und antioxidative Gesamtkapazität (T-AOC). Die Sicherheit wurde über die Meldung unerwünschter Ereignisse erfasst. Die Studie ist abgeschlossen und unter der Kennung ChiCTR2400082685 bei chictr.org registriert. ERGEBNISSE: Vom 3. Juli bis 24. Dezember 2024 wurden 60 Teilnehmer randomisiert; eine Person in der Placebogruppe erhielt keine Behandlung und wurde von der Auswertung ausgeschlossen. In Woche 8 bewirkte HRW gegenüber Placebo größere Veränderungen bei MDA und T-AOC: MDA +2,11 (95-%-KI 1,13–3,09; p < 0,001); T-AOC +2,86 (95-%-KI 0,09–5,64; p = 0,043). Bei Teilnehmern mit einem Body-Mass-Index (BMI) ≥ 24 war der Anstieg von MDA ausgeprägter (Δ +2,57; p = 0,02 für die Interaktion). Unerwünschte Ereignisse traten bei 50 % (15/30) der Wasserstoffgruppe und 37 % (11/29) der Placebogruppe auf; am häufigsten war Schwindel. SCHLUSSFOLGERUNG: HRW zeigte bei CMS sowohl prooxidative als auch antioxidative Wirkungen. Es verringerte jedoch den durch oxidativen Stress verursachten Schaden nicht und könnte bei Personen mit höherem BMI das oxidative Risiko erhöhen.
Original-Abstract (englisch)
UNLABELLED: Zhang, Fengying, Yang Zhong, Qiuyue Li, Doudou Hao, Zhiyou Shi, Suying Zhu, Qian Zhang, and Yunhong Wu. Does hydrogen-rich water reduce oxidative stress in patients with chronic mountain sickness? a randomized, blinded, controlled trial. High Alt Med Biol. 27:133-142, 2026. BACKGROUND: Oxidative stress is implicated in the pathogenesis of chronic mountain sickness (CMS), providing a rationale for antioxidant therapies. This study evaluated the safety and efficacy of hydrogen-rich water (HRW) as a potential antioxidant in individuals with CMS. METHODS: We conducted an 8-week, randomized, blinded, placebo-controlled trial at the Tibetan Hospital of Nagqu, China. Adults with untreated CMS (defined by Qinghai score) were randomly assigned (1:1) to receive 990 ml/day of HRW or placebo using a dynamic minimization method. Participants, clinicians, and investigators were blinded to treatment allocation. The primary efficacy endpoint was change in oxidative stress biomarkers from baseline to week 8, including catalase, glutathione, malondialdehyde (MDA), superoxide dismutase, 8-hydroxy-2'-deoxyguanosine, and total antioxidant capacity (T-AOC). Safety was assessed by adverse event reporting. This trial has been completed and is registered at chictr.org under the identifier ChiCTR2400082685. RESULTS: From July 3 to December 24, 2024, 60 participants were randomized; one in the placebo group did not receive treatment and was excluded from the analysis. At week 8, HRW produced greater changes in MDA and T-AOC compared with placebo: MDA, +2.11 (95% CI: 1.13-3.09; p < 0.001); T-AOC, +2.86 (95% CI: 0.09-5.64; p = 0.043). In participants with body mass index (BMI) ≥24, the increase in MDA was more pronounced (Δ+2.57; p = 0.02 for interaction). Adverse events occurred in 50% (15/30) of the hydrogen group and 37% (11/29) of the placebo group; dizziness was the most common. CONCLUSION: HRW demonstrated both pro-oxidative and antioxidative effects in CMS. However, it did not reduce oxidative stress-induced damage and may increase oxidative risk in individuals with higher BMI.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 41371770

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