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2018 · Yuan — Wasserstoffreiches Wasser mildert oxidativen Stress bei Ratten mit traumatischer Hirnverletzung über den Nrf2-Signalweg

Originaltitel: Hydrogen-rich water attenuates oxidative stress in rats with traumatic brain injury via Nrf2 pathway.

Kurzfassung

In einem Rattenmodell für traumatische Hirnverletzung (TBI) verbesserte wasserstoffreiches Wasser die Überlebensrate, reduzierte neurologische Defizite und senkte oxidative Stressmarker deutlich. Der Schutzmechanismus scheint über die Aktivierung des Nrf2-Signalwegs und die nachgelagerte Expression der Schutzenzyme HO-1 und NQO1 zu verlaufen. Dies ist eine Tierstudie — die Ergebnisse sind nicht direkt auf den Menschen übertragbar. (Journal of Surgical Research, 2018.)

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese Studie verwendete das klassische Feeney-Fallgewicht-Modell, um eine standardisierte TBI bei Ratten zu erzeugen, und behandelte die Tiere anschließend mit wasserstoffreichem Trinkwasser. Die Autoren verfolgten sowohl die 7-Tage-Überlebensraten als auch die neurologischen Schweregrade nach 24 Stunden. Mechanistisch wurden Oxidationsstressmarker (MDA, GPx, CAT) und der Nrf2-Kernproteingehalt gemessen — ein Zeichen dafür, dass der Transkriptionsfaktor aktiviert wurde und in den Zellkern einwanderte, um seine Funktion zu erfüllen. Die Ergebnisse sind kohärent: Wasserstoffreiches Wasser reduzierte nicht nur oxidative Schäden, sondern trieb Nrf2 auch in den Zellkern und erhöhte die nachgelagerten antioxidativen Enzyme. Die Studie ist für ein präklinisches Modell methodisch solide, mit drei klar getrennten Gruppen (Schein-OP, TBI, TBI+HW). Allerdings unterscheidet sich die Rattengehirnphysiologie und TBI-Dynamik erheblich von menschlicher TBI, und es wurden keine Dosisfindungs- oder pharmakokinetischen Daten für H₂ im Hirngewebe berichtet.

Wichtige Zitate

  1. „Die Gabe von wasserstoffreichem Wasser erhöhte die 7-Tage-Überlebensrate signifikant, reduzierte neurologische Defizite und senkte den intrazellulären oxidativen Stresslevel.“ Original (EN): „Hydrogen-rich water administration significantly increased 7-d survival rates, reduced neurologic deficits, and lowered intracellular oxidative stress levels.“ — Hauptbefund über Überleben und funktionelles Ergebnis
  2. „Wasserstoffreiches Wasser veranlasste Nrf2, in den Zellkern einzuwandern, was zu einer Zunahme der Expression nachgelagerter Faktoren wie HO-1 und NQO1 führte.“ Original (EN): „hydrogen-rich water caused Nrf2 to enter the cell nucleus, which resulted in increases in the expression of downstream factors such as HO-1 and NQO1.“ — Postulierter Mechanismus: Nrf2-Kerntranslokation aktiviert antioxidative Antwort
  3. „Nrf2-Kernproteinwerte waren in der TBI-Gruppe im Vergleich zur Schein-Gruppe hochreguliert und erreichten ihren Höhepunkt 24 h nach TBI; es wurden jedoch keine signifikanten Änderungen der Nrf2-mRNA-Spiegel nach TBI festgestellt.“ Original (EN): „Nrf2 nucleoprotein levels were upregulated in the TBI group compared with the sham group and peaked at 24 h after TBI; however, no significant changes in Nrf2 mRNA levels were noted after TBI.“ — Nuancierter Befund: TBI selbst aktiviert Nrf2-Protein, aber nicht mRNA — Wasserstoff verstärkt dies weiter

Unsere Einordnung

Eine gut strukturierte präklinische Studie mit intern konsistenten Ergebnissen. Dies ist ein Tierexperiment — die Befunde können ohne klinische Studien nicht auf menschliche TBI-Patienten übertragen werden. Rattenmodelle für TBI sind für mechanistische Einblicke wertvoll, überschätzen aber regelmäßig den translationalen Erfolg. Das Nrf2-Pfad-Narrativ ist plausibel und passt zur übrigen H₂-Forschung, aber die spezifischen Dosen, Zeitfenster und H₂-Konzentrationen, die bei Ratten eingesetzt wurden, sind im klinischen Kontext möglicherweise nicht erreichbar oder relevant. Diese Arbeit enthält keine Humandaten.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Mehrere aktuelle Studien haben gezeigt, dass oxidativer Stress eine entscheidende Rolle in der Pathogenese der traumatischen Hirnverletzung (TBI) spielt und ein mögliches Therapieziel darstellt. Wasserstoffreiches Wasser hat kürzlich in verschiedenen neurologischen Erkrankungen neuroprotektive Wirkungen durch seine antioxidativen Eigenschaften gezeigt. Die Mechanismen seiner Wirkungen bei TBI sind jedoch noch nicht vollständig verstanden. Ziel dieser Studie war es, die neuroprotektive Rolle von wasserstoffreichem Wasser bei Ratten mit TBI zu bewerten und die möglichen Mechanismen zu beleuchten. MATERIAL UND METHODEN: Das TBI-Modell wurde nach der modifizierten Feeney-Fallgewichtsmethode erstellt. Im ersten Teil des Experiments maßen wir den oxidativen Stresslevel durch Beobachtung der Veränderungen in Katalase (CAT)-, Glutathionperoxidase (GPx)- und Malondialdehyd (MDA)-Expression. Wir bestimmten auch Nrf2-Spiegel, um die Rolle dieses Proteins bei den neuroprotektiven Effekten gegen TBI zu ermitteln. Im zweiten Teil verifizierten wir die neuroprotektiven Effekte von wasserstoffreichem Wasser bei TBI und beobachteten seine Effekte auf Nrf2. Alle Versuchsratten wurden in Schein-Gruppe, TBI-Gruppe und TBI + wasserstoffreiches Wasser (TBI + HW)-Gruppe aufgeteilt. Wir wählten zufällig 20 Ratten aus jeder Gruppe und protokollierten ihre 7-Tage-Überlebensraten. Modifizierte neurologische Schweregrad-Scores wurden von weiteren sechs Ratten pro Gruppe aufgezeichnet, die 24 Stunden nach dem Test geopfert wurden. Spektrophotometrie wurde zur Messung von GPx, CAT und MDA verwendet, während Western Blot, RT-PCR und Immunhistochemie zur Messung der Expression von Nrf2 und nachgelagerten Faktoren wie HO-1 und NQO1 eingesetzt wurden. ERGEBNISSE: GPx- und CAT-Aktivität waren in der TBI-Gruppe im Vergleich zur Schein-Gruppe 6 Stunden nach TBI signifikant verringert, und der MDA-Gehalt war erhöht. Der MDA-Gehalt erreichte seinen Höhepunkt 24 Stunden nach TBI. Nrf2-Kernprotein-Spiegel waren in der TBI-Gruppe im Vergleich zur Schein-Gruppe hochreguliert und erreichten ihren Höhepunkt 24 Stunden nach TBI; es wurden jedoch keine signifikanten Änderungen der Nrf2-mRNA-Spiegel nach TBI festgestellt. Die Gabe von wasserstoffreichem Wasser erhöhte die 7-Tage-Überlebensraten signifikant, reduzierte neurologische Defizite und senkte den intrazellulären oxidativen Stresslevel. Darüber hinaus veranlasste wasserstoffreiches Wasser Nrf2, in den Zellkern einzuwandern, was zu einer Zunahme der Expression nachgelagerter Faktoren wie HO-1 und NQO1 führte. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Ergebnisse zeigen, dass wasserstoffreiches Wasser neuroprotektive Wirkungen gegen TBI hat, indem es oxidativen Stress reduziert und den Nrf2-Signalweg aktiviert.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Several studies have recently found that oxidative stress plays a pivotal role in the pathogenesis of traumatic brain injury (TBI) and may represent a target in TBI treatment. Hydrogen-rich water was recently shown to exert neuroprotective effects in various neurological diseases through its antioxidant properties. However, the mechanisms underlying its effects in TBI are not clearly understood. The purpose of our study was to evaluate the neuroprotective role of hydrogen-rich water in rats with TBI and to elucidate the possible mechanisms underlying its effects. MATERIALS AND METHODS: The TBI model was constructed according to the modified Feeney weight-drop method. In part 1 of the experiment, we measured oxidative stress levels by observing the changes in catalase (CAT), glutathione peroxidase (GPx), and malondialdehyde (MDA) expressions. We also evaluated nuclear factor erythroid 2-related factor 2 (Nrf2) levels to determine the role of the protein in the neuroprotective effects against TBI. In part 2, we verified the neuroprotective effects of hydrogen-rich water in TBI and observed its effects on Nrf2. All the experimental rats were divided into sham group, TBI group, and TBI + hydrogen-rich water-treated (TBI + HW) group. We randomly chose 20 rats from each group and recorded their 7-d survival rates. Modified neurological severity scores were recorded from an additional six rats per group, which were then sacrificed 24 h after testing. Spectrophotometry was used to measure GPx, CAT, and MDA levels, whereas western blotting, reverse transcription polymerase chain reaction, and immunohistochemistry were used to measure the expression of Nrf2 and downstream factors like heme oxygenase 1 (HO-1) and NAD(P)H quinone oxidoreductase 1 (NQO1). RESULTS: GPx and CAT activity was significantly decreased, and MDA content was increased in the TBI group compared with the sham group at 6 h after TBI. MDA content peaked at 24 h after TBI. Nrf2 nucleoprotein levels were upregulated in the TBI group compared with the sham group and peaked at 24 h after TBI; however, no significant changes in Nrf2 mRNA levels were noted after TBI. Hydrogen-rich water administration significantly increased 7-d survival rates, reduced neurologic deficits, and lowered intracellular oxidative stress levels. Moreover, hydrogen-rich water caused Nrf2 to enter the cell nucleus, which resulted in increases in the expression of downstream factors such as HO-1 and NQO1. CONCLUSIONS: Our results indicate that hydrogen-rich water has neuroprotective effects against TBI by reducing oxidative stress and activating the Nrf2 pathway.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 29907217

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.