← Alle Studien

2020 · Yang — Wasserstoff hemmt das Wachstum des Endometriumkarzinoms über einen ROS/NLRP3/Caspase-1/GSDMD-vermittelten pyroptotischen Signalweg.

Originaltitel: Hydrogen inhibits endometrial cancer growth via a ROS/NLRP3/caspase-1/GSDMD-mediated pyroptotic pathway.

Kurzfassung

In Endometriumkarzinom-Zelllinien und einem Xenograft-Mausmodell erhöhte wasserstoffreiches Wasser reaktive Sauerstoffspezies (ROS) in Krebszellen, aktivierte den NLRP3-Inflammasom/GSDMD-Pyroptose-Signalweg und unterdrückte das Tumorwachstum. Es handelt sich um eine In-vitro- und Tierstudie — der paradoxe pro-oxidative Effekt von H₂ speziell in Tumorzellen ist der zentrale Befund, aber es liegen keine klinischen Belege bei Krebspatienten vor.

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese Studie untersucht einen provokanten und kontraintuitiven Aspekt: Während molekularer Wasserstoff weitgehend als Antioxidans untersucht wird, das gesunde Zellen schützt, berichten die Autoren hier über einen pro-oxidativen Effekt speziell in Endometriumkarzinomzellen — der ROS erhöht, um Pyroptose (eine entzündliche Form des programmierten Zelltods) über die NLRP3/Caspase-1/GSDMD-Kaskade auszulösen. Das Xenograft-Mausmodell bestätigt die Reduktion von Tumorvolumen und -gewicht mit wasserstoffreichem Wasser. Die mechanistische Geschichte — GSDMD als terminaler Exekutor der Pyroptose und seine höhere Ausgangsexpression in Krebsgewebe — ist wissenschaftlich interessant und intern konsistent. Jedoch gelten mehrere Vorbehalte: Die doppelte ROS-Rolle von H₂ (Antioxidans in normalen Zellen, Pro-Oxidans in Krebszellen) ist nicht vollständig erklärt; Xenograft-Modelle sind unvollkommene Proxies für menschliche Tumoren; und es existieren keine Sicherheits- oder Wirksamkeitsdaten am Menschen.

Wichtige Zitate

  1. „Wasserstoff-Vorbehandlung regulierte ROS und die Expression pyroptosebezogener Proteine hoch und erhöhte die Anzahl PI- und TUNEL-positiver Zellen sowie die Freisetzung von LDH und IL-1β.“ Original (EN): „Hydrogen pretreatment upregulated ROS and the expression of pyroptosis-related proteins, and increased the number of PI- and TUNEL-positive cells, as well as the release of LDH and IL-1β.“ — H₂ löste Zelltodmarker in Krebszellen über ROS-Akkumulation aus
  2. „H₂-Supplementierung bei Mäusen war ausreichend für den anti-tumoralen Effekt, das Xenograft-Volumen und -Gewicht von Endometriumtumoren zu hemmen.“ Original (EN): „hydrogen supplementation in mice was sufficient for the anti-tumor effect to inhibit xenograft volume and weight of endometrial tumors.“ — Tumorunterdrückung In-vivo im Maus-Xenograft-Modell bestätigt
  3. „Diese Studie erweiterte unsere ursprüngliche Analyse der Fähigkeit von Wasserstoff, die NLRP3-Inflammasom/GSDMD-Aktivierung in der Pyroptose zu stimulieren, und enthüllte mögliche Mechanismen zur Verbesserung anti-tumoraler Effekte.“ Original (EN): „This study extended our original analysis of the ability of hydrogen to stimulate NLRP3 inflammasome/GSDMD activation in pyroptosis and revealed possible mechanism(s) for improvement of anti-tumor effects in the clinical management of endometrial cancer.“ — Autoren verstehen dies als mechanistisches Fundament für zukünftige klinische Erforschung

Unsere Einordnung

Dies ist eine In-vitro- und Tier-Xenograft-Studie — kein klinischer Versuch. Der Pyroptose-Mechanismus, durch den H₂ möglicherweise selektiv Krebszellen abtötet, ist wissenschaftlich interessant und erweitert das mechanistische Verständnis. Wesentliche Einschränkungen: Der pro-oxidative Effekt von H₂ in Krebszellen gegenüber dem antioxidativen Effekt in gesunden Zellen bedarf weiterer Erklärung; Xenograft-Modelle sind künstlich; klinische Sicherheit und Wirksamkeit bei Endometriumkarzinom-Patienten sind völlig unbekannt. Keine therapeutischen Behauptungen über H₂ zur Krebsbehandlung können allein durch diese Daten gestützt werden.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Pyroptose gehört zu einem neuartigen entzündlichen programmierten Zelltodweg, wobei die mögliche Prognose des Endometriumkarzinoms mit dem terminalen Protein GSDMD zusammenhängt. Wasserstoff übt einen biphasischen Effekt auf Krebs aus, indem er den Tumorzellentod fördert und normale Zellen schützt, was möglicherweise GSDMD-Signalweg-vermittelte Pyroptose initiiert. METHODEN: Wir führten immunhistochemische Färbung und Western-Immunblot-Analysen durch, um die Expression von NLRP3, Caspase-1 und GSDMD in menschlichem und Xenograft-Maus-Endometriumkarzinomgewebe und Zelllinien zu beobachten. Wir untersuchten, ob die Behandlung mit Wasserstoff die ROS-Akkumulation in Endometriumkarzinomzellen aus intrazellulären und mitochondrialen Quellen steigern kann. GSDMD-shRNA-Lentivirus wurde verwendet, um Endometriumkarzinomzellen zu transfizieren und die Funktion des GSDMD-Proteins in der Pyroptose zu untersuchen. Propidiumiodid-Färbung, TUNEL-Assay, Messung der Laktatdehydrogenase-Freisetzung und IL-1β-ELISA wurden verwendet, um die Pyroptose zwischen wasserstoffsupplementiertem oder normalem Kulturmedium zu analysieren. Wir führten ein In-vivo-Xenograft-Mausmodell mit menschlichem Endometriumtumor durch, um den anti-Tumor-Effekt bei Wasserstoffsupplementierung zu beobachten. ERGEBNISSE: Wir beobachteten eine Überexpression von NLRP3, Caspase-1 und GSDMD in menschlichem Endometriumkarzinom und Zelllinien. Wasserstoff-Vorbehandlung regulierte ROS und die Expression pyroptosebezogener Proteine hoch und erhöhte die Anzahl PI- und TUNEL-positiver Zellen sowie die Freisetzung von LDH und IL-1β; GSDMD-Depletion reduzierte deren Freisetzung. Wir zeigten ferner, dass Wasserstoffsupplementierung bei Mäusen ausreichend für den anti-tumoralen Effekt war, Xenograft-Volumen und -Gewicht von Endometriumtumoren zu hemmen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Studie erweiterte unsere ursprüngliche Analyse der Fähigkeit von Wasserstoff, die NLRP3-Inflammasom/GSDMD-Aktivierung in der Pyroptose zu stimulieren, und enthüllte mögliche Mechanismen zur Verbesserung anti-tumoraler Effekte im klinischen Management des Endometriumkarzinoms.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Pyroptosis belongs to a novel inflammatory programmed cell death pathway, with the possible prognosis of endometrial cancer related to the terminal protein GSDMD. Hydrogen exerts a biphasic effect on cancer by promoting tumor cell death and protecting normal cells, which might initiate GSDMD pathway-mediated pyroptosis. METHODS: We performed immunohistochemical staining and western immunoblotting analysis to observe expression of NLRP3, caspase-1, and GSDMD in human and xenograft mice endometrial cancer tissue and cell lines. We investigated treatment with hydrogen could boost ROS accumulation in endometrial cancer cells by intracellular and mitochondrial sources. GSDMD shRNA lentivirus was used to transfect endometrial cancer cells to investigate the function of GSDMD protein in pyroptosis. Propidium iodide (PI) staining, TUNEL assay, measurement of lactate dehydrogenase (LDH) release and IL-1β ELISA were used to analysis pyroptosis between hydrogen-supplemented or normal culture medium. We conducted in vivo human endometrial tumor xenograft mice model to observe anti-tumor effect in hydrogen supplementation. RESULTS: We observed overexpression of NLRP3, caspase-1, and GSDMD in human endometrial cancer and cell lines by IHC and western immunoblotting. Hydrogen pretreatment upregulated ROS and the expression of pyroptosis-related proteins, and increased the number of PI- and TUNEL-positive cells, as well as the release of LDH and IL-1β, however, GSDMD depletion reduced their release. We further demonstrated that hydrogen supplementation in mice was sufficient for the anti-tumor effect to inhibit xenograft volume and weight of endometrial tumors, as mice subjected to hydrogen-rich water displayed decreased radiance. Tumor tissue sections in the HRW groups presented moderate-to-strong positive expression of NLRP3, caspase-1 and GSDMD. Hydrogen attenuated tumor volume and weight in a xenograft mouse model though the pyroptotic pathway. CONCLUSIONS: This study extended our original analysis of the ability of hydrogen to stimulate NLRP3 inflammasome/GSDMD activation in pyroptosis and revealed possible mechanism (s) for improvement of anti-tumor effects in the clinical management of endometrial cancer.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 31924176

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.