2017 · Yang et al. — Schützende Wirkung von wasserstoffreichem Wasser auf die Leberfunktion von Darmkrebspatienten unter mFOLFOX6-Chemotherapie
Kurzfassung
Bei Patienten mit Darmkrebs unter mFOLFOX6-Chemotherapie stiegen Leberenzyme und indirektes Bilirubin in der Placebogruppe signifikant an, in der Gruppe mit wasserstoffreichem Wasser veränderten sie sich nicht signifikant. Randomisiert wurden 144 Patienten; in die Endauswertung gingen 76 Patienten der Wasserstoff- und 60 der Placebogruppe ein. Das Abstract vergleicht jede Gruppe mit ihrem eigenen Ausgangswert und berichtet keinen direkten statistischen Vergleich zwischen den Gruppen, ebenso wenig die Wasserstoffdosis oder wie lange die Patienten das Wasser tranken. (Molecular and Clinical Oncology, 2017.)
Kommentar
Die Autoren beschreiben Leberschäden durch die mFOLFOX6-Chemotherapie, vor allem als Anstieg von Leberenzymen und Bilirubin, und fragten, ob wasserstoffreiches Trinkwasser die Leberfunktion von Patienten mit Darmkrebs (kolorektales Karzinom) schützt. Diese kontrollierte, randomisierte, einfach verblindete Studie rekrutierte zwischen Juni 2010 und Februar 2016 an der onkologischen Abteilung einer Klinik in China 152 Patienten. Davon erfüllten 146 die Einschlusskriterien, 144 wurden zufällig wasserstoffreichem Wasser (n = 80) oder Placebo (n = 64) zugeteilt. In die Endauswertung gingen 76 bzw. 60 Patienten ein. Das Abstract nennt weder Wasserstoffkonzentration, tägliche Menge und Trinkdauer noch die Zahl der Chemotherapiezyklen und sagt nicht, wer verblindet war oder woraus das Placebo bestand. Die Leberfunktion nach der Chemotherapie wurde anhand von Alanin-Aminotransferase (ALT), Aspartat-Aminotransferase (AST), alkalischer Phosphatase, indirektem Bilirubin (IBIL) und direktem Bilirubin bestimmt.
Wichtige Zitate
- „Die Gruppe mit wasserstoffreichem Wasser zeigte vor und nach der Behandlung keine signifikanten Unterschiede der Leberfunktion, während die Placebogruppe signifikant erhöhte ALT-, AST- und IBIL-Werte aufwies.“ Original (EN): „The hydrogen-rich water group exhibited no significant differences in liver function before and after treatment, whereas the placebo group exhibited significantly elevated levels of ALT, AST and IBIL.“ — das Hauptergebnis, beruhend auf Vorher-nachher-Veränderungen innerhalb jeder Gruppe
- „Am Ende der Studie gingen 76 Patienten der Wasserstoffgruppe und 60 Patienten der Placebogruppe in die Endauswertung ein.“ Original (EN): „At the end of the study, 76 patients in the hydrogen treatment group and 60 patients in the placebo group were included in the final analysis.“ — Studienabbrecher und ungleiche Gruppengrößen nach der Randomisierung
- „Wasserstoffreiches Wasser schien somit die mFOLFOX6-bedingte Leberschädigung zu lindern.“ Original (EN): „Thus, hydrogen-rich water appeared to alleviate the mFOLFOX6-related liver injury.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, mit einer gewissen Vorsicht formuliert
Unsere Einordnung
Die Studie ist größer als die meisten Wasserstoffstudien und randomisiert, ihre Hauptauswertung vergleicht aber jede Gruppe mit ihrem eigenen Ausgangswert. Eine nicht signifikante Veränderung in der einen und eine signifikante in der anderen Gruppe zeigt für sich allein nicht, dass sich die Gruppen voneinander unterschieden. Einschränkungen: Das Abstract berichtet keinen direkten Test zwischen den Gruppen. Das Design war einfach verblindet an einer einzigen Klinik, und die Gruppengrößen nach der Randomisierung (80 und 64) sind ohne Erklärung ungleich. Wasserstoffdosis und Trinkdauer werden nicht angegeben, ein primärer Endpunkt wird nicht benannt. Leberenzyme und Bilirubin sind Laborwerte, keine klinischen Endpunkte. Unerwünschte Ereignisse und ein möglicher Einfluss auf die Antitumorwirkung der Chemotherapie werden nicht berichtet. Wasserstoffreiches Wasser wurde als Zusatz geprüft, um eine Nebenwirkung der Chemotherapie zu verringern, nicht als Krebsbehandlung.
Studiendesign
- Typ: kontrollierte, randomisierte, einfach verblindete Studie an einer Klinik in China (2010–2016) · n: 144 randomisiert (80 Wasserstoff, 64 Placebo), 76 und 60 ausgewertet · H₂-Gabe: wasserstoffreiches Trinkwasser während der mFOLFOX6-Chemotherapie (Dosis und Trinkdauer nicht angegeben)
- Vergleich: Placebo (nicht näher beschrieben)
- Ergebnis: Placebogruppe: signifikanter Anstieg von ALT, AST und indirektem Bilirubin nach der Chemotherapie. Wasserstoffgruppe: keine signifikante Veränderung der Leberfunktion vor und nach der Behandlung. Keine Statistik zum Gruppenvergleich im Abstract
Abstract (deutsche Übersetzung)
Die vorliegende Studie untersuchte die schützende Wirkung von wasserstoffreichem Wasser auf die Leberfunktion von Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC), die mit einer mFOLFOX6-Chemotherapie behandelt wurden. Geplant wurde eine kontrollierte, randomisierte, einfach verblindete klinische Studie. Insgesamt 152 Patienten mit CRC wurden zwischen Juni 2010 und Februar 2016 von der onkologischen Abteilung des Taishan Hospital (Taian, China) rekrutiert, von denen 146 die Einschlusskriterien erfüllten. Anschließend wurden 144 Patienten zufällig der Behandlungsgruppe (n = 80) und der Placebogruppe (n = 64) zugeteilt. Am Ende der Studie gingen 76 Patienten der Wasserstoffgruppe und 60 Patienten der Placebogruppe in die Endauswertung ein. Beobachtet wurden die Veränderungen der Leberfunktion nach der Chemotherapie, etwa veränderte Werte von Alanin-Aminotransferase (ALT), Aspartat-Aminotransferase (AST), alkalischer Phosphatase, indirektem Bilirubin (IBIL) und direktem Bilirubin. Die schädigende Wirkung der mFOLFOX6-Chemotherapie auf die Leberfunktion zeigte sich vor allem in erhöhten ALT-, AST- und IBIL-Werten. Die Gruppe mit wasserstoffreichem Wasser zeigte vor und nach der Behandlung keine signifikanten Unterschiede der Leberfunktion, während die Placebogruppe signifikant erhöhte ALT-, AST- und IBIL-Werte aufwies. Wasserstoffreiches Wasser schien somit die mFOLFOX6-bedingte Leberschädigung zu lindern.
Original-Abstract (englisch)
The present study was conducted to investigate the protective effect of hydrogen-rich water on the liver function of colorectal cancer (CRC) patients treated with mFOLFOX6 chemotherapy. A controlled, randomized, single-blind clinical trial was designed. A total of 152 patients with CRC were recruited by the Department of Oncology of Taishan Hospital (Taian, China) between June 2010 and February 2016, among whom 146 met the inclusion criteria. Subsequently, 144 patients were randomized into the treatment (n=80) and placebo (n=64) groups. At the end of the study, 76 patients in the hydrogen treatment group and 60 patients in the placebo group were included in the final analysis. The changes in liver function after the chemotherapy, such as altered levels of alanine aminotransferase (ALT), aspartate transaminase (AST), alkaline phosphatase, indirect bilirubin (IBIL) and direct bilirubin, were observed. The damaging effects of the mFOLFOX6 chemotherapy on liver function were mainly represented by increased ALT, AST and IBIL levels. The hydrogen-rich water group exhibited no significant differences in liver function before and after treatment, whereas the placebo group exhibited significantly elevated levels of ALT, AST and IBIL. Thus, hydrogen-rich water appeared to alleviate the mFOLFOX6-related liver injury.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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