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2021 · van Gelder et al. — Die Sicherheit der Elektrooxidation zur Harnstoffentfernung in einer tragbaren künstlichen Niere wird durch die Bildung von Glukose-Abbauprodukten beeinträchtigt

Originaltitel: Safety of electrooxidation for urea removal in a wearable artificial kidney is compromised by formation of glucose degradation products.

Kurzfassung

Eine tragbare künstliche Niere (WAK), die Elektrooxidation zur Zerstörung von Harnstoff im Dialysat einsetzt, erzeugt gefährliche Glukose-Abbauprodukte — was den aktuellen Ansatz für den klinischen Einsatz unsicher macht. Wasserstoffgas ist ein Nebenprodukt des Elektrooxidationsprozesses, keine therapeutische Intervention. Dies ist eine In-vitro-Sicherheitsingenieursstudie ohne Relevanz für die biomedizinische Wasserstofftherapie.

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die tragbare künstliche Niere ist eine lang angestrebte Technologie, um Dialysepatienten von dreimal wöchentlichen Klinikbesuchen zu befreien. Eine zentrale Herausforderung ist die Harnstoffentfernung aus dem verbrauchten Dialysat. Elektrooxidation (EO) wendet elektrischen Strom an, um Harnstoff in Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoffgas umzuwandeln. Diese Studie fand, dass EO gleichzeitig hochgiftige Glukose-Abbauprodukte (GDPs) erzeugt — Glyoxal, Methylglyoxal und 3-Desoxyglucosone — in dramatisch erhöhten Konzentrationen (bis zum 353-fachen des Ausgangswerts in Peritonealeffluent). Diese GDPs sind nicht biokompatibel und würden schwere Schäden verursachen, wenn sie dem Patienten zurückgegeben würden. Wasserstoffgas erscheint hier ausschließlich als unerwünschtes Nebenprodukt des elektrochemischen Harnstoffumwandlungsprozesses, nicht als therapeutisches Molekül. Dieses Paper hat keine Relevanz für Wasserstoffwasser, H₂-Inhalationstherapie oder therapeutische Verwendung von molekularem Wasserstoff.

Wichtige Zitate

  1. „Glyoxal- und Methylglyoxal-Konzentrationen stiegen um das 26- bzw. 11-fache im urämischen Plasma und um das 209- bzw. 353-fache im Peritonealeffluent während der EO-Behandlung.“ Original (EN): „Glyoxal and methylglyoxal concentrations increased 26- and 11-fold, respectively, in uremic plasma and 209- and 353-fold, respectively, in peritoneal effluent during treatment with EO.“ — der Sicherheitsbefund: massive GDP-Erzeugung macht Elektrooxidation derzeit ungeeignet
  2. „EO zur Dialysatregeneration in einer WAK ist derzeit aufgrund der Erzeugung von GDPs, die nicht biokompatibel sind, nicht sicher.“ Original (EN): „EO for dialysate regeneration in a WAK is currently not safe due to the generation of GDPs which are not biocompatible.“ — die klare Schlussfolgerung: Elektrooxidation ist noch kein gangbarer Ansatz für tragbare Dialyse

Unsere Einordnung

Diese Studie ist nicht relevant für die biomedizinische Wasserstofftherapie. Wasserstoffgas entsteht als zufälliges Nebenprodukt eines elektrochemischen Harnstoffumwandlungsprozesses in einem Dialysetechnik-Experiment. Das Paper trägt zur Literatur über tragbare künstliche Nieren bei, indem es eine kritische Sicherheitsbarriere für die Elektrooxidation identifiziert. Es sollte in keinem Kontext in Bezug auf therapeutischen molekularen Wasserstoff zitiert werden.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Eine große Herausforderung für die Entwicklung einer tragbaren künstlichen Niere (WAK) ist die Entfernung von Harnstoff aus dem verbrauchten Dialysat, da Harnstoff das Abfallprodukt mit der höchsten täglichen molaren Produktion ist und schwer zu adsorbieren ist. Hier präsentieren wir Ergebnisse zu Glukose-Abbauprodukten (GDPs), die während der Elektrooxidation (EO) gebildet werden — einer Technik, die elektrischen Strom auf das Dialysat anwendet, um Harnstoff in Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoffgas umzuwandeln. Urämisches Plasma und Peritonealeffluent wurden 8 Stunden mit einer WAK mit und ohne EO-basierte Dialysatregeneration dialysiert. Proben wurden regelmäßig während der Behandlung entnommen. GDPs (Glyoxal, Methylglyoxal und 3-Desoxyglucosone) wurden in EO- und Nicht-EO-behandelten Flüssigkeiten gemessen. Glyoxal- und Methylglyoxal-Konzentrationen stiegen um das 26- bzw. 11-fache im urämischen Plasma (bei [Glukose] 7 mmol/L) und um das 209- bzw. 353-fache im Peritonealeffluent (bei [Glukose] 100 mmol/L) während der EO-Behandlung, während bei der Dialysatregeneration ohne EO keine Veränderung der GDP-Konzentrationen beobachtet wurde. EO zur Dialysatregeneration in einer WAK ist derzeit aufgrund der Erzeugung von GDPs, die nicht biokompatibel sind, nicht sicher.
Original-Abstract (englisch)
A major challenge for the development of a wearable artificial kidney (WAK) is the removal of urea from the spent dialysate, as urea is the waste solute with the highest daily molar production and is difficult to adsorb. Here we present results on glucose degradation products (GDPs) formed during electrooxidation (EO), a technique that applies a current to the dialysate to convert urea into nitrogen, carbon dioxide, and hydrogen gas. Uremic plasma and peritoneal effluent were dialyzed for 8 hours with a WAK with and without EO-based dialysate regeneration. Samples were taken regularly during treatment. GDPs (glyoxal, methylglyoxal, and 3-deoxyglucosone) were measured in EO- and non-EO-treated fluids. Glyoxal and methylglyoxal concentrations increased 26- and 11-fold, respectively, in uremic plasma (at [glucose] 7 mmol/L) and 209- and 353-fold, respectively, in peritoneal effluent (at [glucose] 100 mmol/L) during treatment with EO, whereas no change was observed in GDP concentrations during dialysate regeneration without EO. EO for dialysate regeneration in a WAK is currently not safe due to the generation of GDPs which are not biocompatible.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 34251693

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