2022 · Valenta — Akute Einnahme von wasserstoffreichem Wasser vor der Belastung verbessert die Laufleistung bei maximaler aerober Geschwindigkeit bei trainierten Leichtathletik-Läufern nicht: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie
Kurzfassung
Wasserstoffreiches Wasser unmittelbar vor dem Lauf bringt trainierten Läufern keinen Leistungsvorteil. In dieser randomisierten Doppelblind-Placebo-Crossover-Studie (24 trainierte Läufer) hatte die akute Einnahme von 1260 ml HRW keinerlei Effekt auf die Zeit bis zur Erschöpfung, den Laktatwert, die Herzfrequenz oder die Sauerstoffaufnahme. (PLoS ONE, 2022 — ein ehrlicher Null-Befund zur akuten Einnahme.)
Kommentar
Diesen Befund nehmen wir bewusst auf, denn er zeigt: Unsere Datenbank ist nicht geschönt. Hier kam für die akute Einnahme nichts heraus. Das Design ist hochwertig — randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, Crossover — mit 24 trainierten Leichtathletik-Läufern (Durchschnitt 17,5 Jahre, gute VO2max von 55 ml/kg/min). Sie tranken vor der Belastung 1260 ml H₂-Wasser, aufgeteilt in vier Dosen (120, 60, 30 und 10 Minuten vor dem Test). Dann liefen sie bei ihrer individuellen maximalen aeroben Geschwindigkeit bis zur Erschöpfung. Das Ergebnis ist klar negativ: Die Zeit bis zur Erschöpfung unterschied sich nicht (217 vs. 227 Sekunden, p = 0,20), der Laktatwert nicht (p = 0,42), die maximale Herzfrequenz nicht (p = 0,80) und die Sauerstoffaufnahme nicht (p = 0,33). Auch kein einziger Moderator-Faktor korrelierte mit der Leistung. Die Botschaft für die ehrliche Beratung: Eine einmalige Dosis H₂-Wasser kurz vor einem maximalen aeroben Lauf wirkt nicht als sofortiger Leistungsbooster. Das widerspricht nicht den positiven Studien zu regelmäßiger Einnahme über Wochen — dort geht es um Muskelschutz und Erholung über die Zeit, nicht um einen akuten Ergogenik-Effekt. Wichtig also: akut ≠ chronisch.
Wichtige Zitate
- „HRW hatte keine signifikanten Effekte auf die folgenden Variablen: Zeit bis zur Erschöpfung (217 ± 49 und 227 ± 53 s, p = 0,20)“ Original (EN): „HRW had no significant effects on the following variables: time to exhaustion (217 ± 49 and 227 ± 53 s, p = 0.20)“ — kein Effekt auf die zentrale Ausdauerleistung
- „Blutlaktatkonzentration nach der Belastung (9,9 ± 2,2 und 10,1 ± 2,0 mmol·L-1, p = 0,42)“ Original (EN): „post-exercise blood lactate concentration (9.9 ± 2.2 and 10.1 ± 2.0 mmol⋅L-1, p = 0.42)“ — kein Effekt auf den Laktatwert
- „Die Einnahme von 1260 ml HRW vor der Belastung zeigte bei trainierten Leichtathletik-Läufern keinen ergogenen Effekt auf die Laufleistung bis zur Erschöpfung bei maximaler aerober Geschwindigkeit.“ Original (EN): „Pre-exercise administration of 1260 ml of HRW showed no ergogenic effect on running performance to exhaustion at maximal aerobic speed in trained track and field runners.“ — klare Schlussfolgerung: kein akuter Leistungseffekt
Unsere Einordnung
Ein wichtiger Gegenpol in der Datenbank: Dieser sauber designte Null-Befund schützt vor Overreach. Für uns heißt das, im Sport-Kontext ehrlich zu differenzieren — H₂-Wasser ist kein akuter „Energy-Shot“ vor dem Wettkampf. Der Nutzen, den andere Studien zeigen (weniger Muskelschaden, bessere Erholung), entsteht eher bei regelmäßiger Anwendung und betrifft andere Endpunkte als die reine Sofort-Ausdauerleistung. Genau diese Unterscheidung macht die Kommunikation glaubwürdig. Limitation, ehrlich benannt: untersucht nur die akute Einzeldosis vor einem spezifischen, sehr kurzen Maximaltest (~3,5 min); junge männliche Läufer; sagt nichts über chronische Einnahme oder andere Belastungsprofile aus.
Studiendesign
- Typ: RCT, randomisiert/doppelblind/placebokontrolliert/Crossover · n: 24 trainierte männliche Läufer (17,5 ± 1,8 J., VO2max 55,0 ± 4,6 ml/kg/min) · Dauer: akute Einnahme vor einem Lauf-Test · H₂-Gabe: 1260 ml HRW in 4 Dosen (420/420/210/210 ml) bei 120/60/30/10 min vor Belastung
- Ergebnis: Zeit bis Erschöpfung 217 ± 49 vs. 227 ± 53 s (p = 0,20); Laktat 9,9 ± 2,2 vs. 10,1 ± 2,0 mmol/L (p = 0,42); max. Herzfrequenz 186 ± 9 vs. 186 ± 9 (p = 0,80); VO2 53,1 ± 4,5 vs. 52,2 ± 4,7 ml/kg/min (p = 0,33); kein Moderator korreliert (alle p ≥ 0,16)
Abstract (deutsche Übersetzung)
ZIEL: Diese Studie untersuchte die Effekte der akuten Einnahme von wasserstoffreichem Wasser (HRW) vor der Belastung auf die Laufzeit bis zur Erschöpfung bei maximaler aerober Geschwindigkeit bei trainierten Leichtathletik-Läufern. METHODEN: Vierundzwanzig männliche Läufer im Alter von 17,5 ± 1,8 Jahren, mit einem Body-Mass-Index von 21,0 ± 1,3 kg·m-2 und einer maximalen Sauerstoffaufnahme von 55,0 ± 4,6 ml·kg-1·min-1 (Mittelwert ± Standardabweichung) nahmen an dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie teil. Alle Läufer nahmen 1260 ml HRW zu sich, das in vier Dosen aufgeteilt und 120 min (420 ml), 60 min (420 ml), 30 min (210 ml) und 10 min (210 ml) vor der Belastung eingenommen wurde. Das Laufprotokoll bestand aus drei Phasen: Aufwärmen bei 10 km·h-1 für 3 min, gefolgt von einer Übergangsphase bei individuell bestimmter Geschwindigkeit ((10 km·h-1 + maximale aerobe Geschwindigkeit)/2) für 1 min und schließlich die dritte Phase bei individueller maximaler aerober Geschwindigkeit bis zur Erschöpfung. Gemessen wurden die Zeit bis zur Erschöpfung, kardiorespiratorische Variablen und die Blutlaktatkonzentration nach der Belastung. ERGEBNISSE: Beim Lauf bis zur Erschöpfung bei maximaler aerober Geschwindigkeit hatte HRW im Vergleich zum Placebo keine signifikanten Effekte auf die folgenden Variablen: Zeit bis zur Erschöpfung (217 ± 49 und 227 ± 53 s, p = 0,20), Blutlaktatkonzentration nach der Belastung (9,9 ± 2,2 und 10,1 ± 2,0 mmol·L-1, p = 0,42), maximale Herzfrequenz (186 ± 9 und 186 ± 9 Schläge·min-1, p = 0,80) und Sauerstoffaufnahme (53,1 ± 4,5 und 52,2 ± 4,7 ml·kg-1·min-1, p = 0,33). Keine als möglicher Moderator bewertete Variable korrelierte signifikant mit der Zeit bis zur Erschöpfung (Spearman-Korrelationskoeffizienten reichten von -0,28 bis 0,30, alle p ≥ 0,16). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Einnahme von 1260 ml HRW vor der Belastung zeigte bei trainierten Leichtathletik-Läufern keinen ergogenen Effekt auf die Laufleistung bis zur Erschöpfung bei maximaler aerober Geschwindigkeit.
Original-Abstract (englisch)
PURPOSE: This study investigated the effects of acute, pre-exercise, hydrogen rich water (HRW) ingestion on running time to exhaustion at maximal aerobic speed in trained track and field runners. METHODS: Twenty-four, male runners aged 17.5 ± 1.8 years, with body mass index = 21.0 ± 1.3 kg⋅m-2, and maximal oxygen uptake = 55.0 ± 4.6 ml⋅kg-1⋅min-1 (mean ± standard deviation) participated in this randomized, double-blind, placebo-controlled crossover study. All runners ingested 1260 ml of HRW which was divided into four doses and taken at 120 min (420 ml), 60 min (420 ml), 30 min (210 ml), and 10 min (210 ml) prior to exercise. The running protocol consisted of three phases: warm-up performed at 10 km⋅h-1 for 3 min, followed by a transition phase performed at an individually determined speed (10 km⋅h-1 + maximal aerobic speed)/2 for 1 min, and finally the third phase performed at individual maximal aerobic speed until exhaustion. Time to exhaustion, cardiorespiratory variables, and post-exercise blood lactate concentration were measured. RESULTS: When running to exhaustion at maximal aerobic speed, compared with placebo, HRW had no significant effects on the following variables: time to exhaustion (217 ± 49 and 227 ± 53 s, p = 0.20), post-exercise blood lactate concentration (9.9 ± 2.2 and 10.1 ± 2.0 mmol⋅L-1, p = 0.42), maximal heart rate (186 ± 9 and 186 ± 9 beats⋅min-1, p = 0.80), and oxygen uptake (53.1 ± 4.5 and 52.2 ± 4.7 ml⋅kg-1⋅min-1, p = 0.33). No variable assessed as a candidate moderator was significantly correlated with time to exhaustion (Spearman's correlation coefficients ranged from -0.28 to 0.30, all p ≥ 0.16). CONCLUSIONS: Pre-exercise administration of 1260 ml of HRW showed no ergogenic effect on running performance to exhaustion at maximal aerobic speed in trained track and field runners.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.