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1998 · Swart — ¹³C-Atemtest in der gastroenterologischen Praxis.

Originaltitel: 13C breath test in gastroenterological practice.

Kurzfassung

Dieser Übersichtsartikel fasst den Einsatz von Atemtests — einschließlich Wasserstoffgasausscheidung und ¹³C-markiertem Kohlendioxid — in der gastroenterologischen Praxis als nicht-invasive Alternativen zu invasiven diagnostischen Verfahren zusammen. Anwendungen umfassen Magenentleerung, H.-pylori-Nachweis, bakterielle Überwucherung des Dünndarms, Pankreasfunktion und hepatische Stoffwechselkapazität. (Scandinavian Journal of Gastroenterology. Supplement, 1998.)

Klassifiziert als Review / Meta-Analyse-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Dieser Übersichtsartikel von Swart und Kollegen behandelt Atemtests als diagnostische Werkzeuge in der Gastroenterologie. Zwei Markertypen werden diskutiert: ausgeatmetes Wasserstoffgas (produziert durch Dickdarmbakterien bei der Fermentation unverdauter Substrate) und ¹³C-markiertes CO₂ (produziert durch Metabolismus isotopisch markierter Testsubstanzen). Der Artikel behandelt explizit Wasserstoff-Atemtests als klinisches Werkzeug. Das H₂ hier ist jedoch erneut ein durch Darmmikroben-Fermentation erzeugter diagnostischer Marker — kein therapeutisches molekulares H₂. Der Überblick hebt Atemtests als sicherere und einfachere Alternativen zu invasiven Methoden hervor, die aufgrund der indirekten Natur der Messungen nur semiquantitative Daten liefern.

Wichtige Zitate

  1. „Sowohl die Wasserstoffgasausscheidung als auch das Auftreten von Kohlendioxid in der Atemluft können untersucht werden.“ Original (EN): „Both hydrogen gas excretion and carbon dioxide appearance in breath can be studied.“ — zwei unterschiedliche Atemtest-Ansätze in der Gastroenterologie
  2. „Die Tests sind dennoch nützlich, da sie invasive Techniken oft durch ein einfaches Verfahren ersetzen, das sicher ist, da keine Radioaktivität involviert ist.“ Original (EN): „The tests are nevertheless useful because they often replace invasive techniques with a simple procedure that is safe because there is no radioactivity involved.“ — klinischer Nutzen von Atemtests: nicht-invasiv, sicher, strahlungsfrei
  3. „Atemtests wurden eingesetzt, um Magenentleerung, das Vorhandensein von Helicobacter pylori im Magen, bakterielle Dünndarmüberwucherung, exokrine Pankreasfunktion sowie hepatische Stoffwechselkapazität zu messen.“ Original (EN): „BTs have been used to measure gastric emptying, the presence of Helicobacter pylori in the stomach, small-bowel bacterial overgrowth, exocrine pancreatic function as well as liver metabolic capacity.“ — das Spektrum klinischer Anwendungen für Atemtests

Unsere Einordnung

Dies ist eine Übersichtsarbeit zur diagnostischen Atemtest-Methodik in der Gastroenterologie. Das diskutierte Wasserstoffgas ist ein diagnostischer Biomarker, der durch Darmbakterien bei der Kohlenhydratfermentation produziert wird — es ist kein molekulares H₂ als therapeutischer Wirkstoff. Der Überblick bietet einen soliden Einblick in klinische Atemtest-Anwendungen, hat aber keine Relevanz für H₂-Supplementierung, H₂-Wasser oder H₂-Inhalationstherapie.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Atemtests werden in der gastroenterologischen Praxis eingesetzt, um (patho)physiologische und metabolische Prozesse auf indirekte Weise zu untersuchen. Bei diesen Tests wird das Auftreten eines Metaboliten einer spezifischen Testsubstanz in der Atemluft untersucht. Die Annahme, die jedem Atemtest zugrunde liegt, ist, dass ein Schritt — der interessierende Prozess — in der Absorption und dem Metabolismus des Tracers geschwindigkeitsbestimmend ist. Sowohl die Wasserstoffgasausscheidung als auch das Auftreten von Kohlendioxid in der Atemluft können untersucht werden. Wenn eine kohlenstoffmarkierte Testsubstanz verwendet wird, wird das stabile Isotop ¹³C gegenüber dem radioaktiven Isotop ¹⁴C bevorzugt. Messungen von ¹³C in der Ausatemluft werden per Massenspektrometrie durchgeführt. Aufgrund der indirekten Natur von Atemtests, die eine Abfolge von Reaktionen und Stoffwechselpools einbezieht, liefern sie in der Regel semiquantitative Daten. Die Tests sind dennoch nützlich, da sie invasive Techniken oft durch ein einfaches Verfahren ersetzen, das sicher ist, da keine Radioaktivität involviert ist. Atemtests wurden eingesetzt, um Magenentleerung, das Vorhandensein von Helicobacter pylori im Magen, bakterielle Dünndarmüberwucherung, exokrine Pankreasfunktion sowie hepatische Stoffwechselkapazität zu messen; andere potenzielle Anwendungen von Atemtests werden derzeit untersucht.
Original-Abstract (englisch)
Breath tests (BTs) are used in gastroenterological practice to study (patho)physiological and metabolic processes in an indirect way. In these tests the appearance in breath of a metabolite of a specific test substance is studied. The assumption underlying each BT is that one step-the process of interest-in the absorption and metabolism of the tracer is rate-limiting. Both hydrogen gas excretion and carbon dioxide appearance in breath can be studied. When a carbon-labelled test substance is used. the stable isotope 13C is preferred to the radioactive isotope 14C. Measurements of 13C in expired air are performed by mass spectrometry. Because of the indirect nature of BTs, involving a sequence of reactions and metabolic pools, they usually supply semiquantitative data. The tests are nevertheless useful because they often replace invasive techniques with a simple procedure that is safe because there is no radioactivity involved. BTs have been used to measure gastric emptying, the presence of Helicobacter pylori in the stomach, small-bowel bacterial overgrowth, exocrine pancreatic function as well as liver metabolic capacity; other potential applications of BTs are being studied.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 9515746

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