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1985 · Solomons et al. — Intestinaler Stoffwechsel eines zufallsverknüpften Polyglucose-Füllstoffs beim Menschen: In-vitro- und In-vivo-Studien zur Wasserstoffentwicklung

Originaltitel: Intestinal metabolism of a random-bonded polyglucose bulking agent in humans: in vitro and in vivo studies of hydrogen evolution.

Kurzfassung

Diese Studie von 1985 untersuchte, wie viel Polydextrose — ein vorgeschlagener kalorienarmer Füllstoff — von Darmbakterien fermentiert wird, wobei Atemwasserstoff als Fermentationsmarker diente. Polydextrose allein produzierte minimalen Atemwasserstoff (vergleichbar mit Glucose), aber gemischt mit Milch steigerte sie die Fermentation signifikant. Dies ist eine Lebensmittelsicherheits-/Ernährungsstudie, keine therapeutische H₂-Untersuchung. (Journal of Laboratory and Clinical Medicine, 1985.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit . Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Polydextrose ist ein synthetisches Glucosepolymer, das als kalorienarmer Füllstoff in Lebensmitteln verwendet wird. Die regulatorische Zulassung hing davon ab, zu verstehen, wie viel davon der Verdauung entgeht und den Dickdarm zur bakteriellen Fermentation erreicht. Diese Studie verwendete sowohl In-vitro-Fäkalinkubation als auch In-vivo-Atemwasserstofftests, um diese Frage zu beantworten. Der Befund, dass Polydextrose allein minimale Fermentation verursacht (vergleichbar mit Glucose), war kommerziell bedeutsam. Die unerwartete Interaktion mit Milch — bei der die Mischung den Atemwasserstoff wesentlich erhöhte — deutete darauf hin, dass Milchkohlenhydrate in Gegenwart von Polydextrose schlechter absorbiert werden oder dass Polydextrose selbst leichter fermentiert wird, wenn es mit anderen Substraten kombiniert wird. Keines dieser Szenarien betrifft H₂ als therapeutisches Mittel.

Wichtige Zitate

  1. „Die orale Einnahme von 15 g Polydextrose durch gesunde Probanden führte zu einer flachen Atemwasserstoff-Reaktion, vergleichbar mit der von Glucose, und signifikant geringer als die von Lactulose.“ Original (EN): „Oral ingestion of 15 gm polydextrose by healthy volunteers produced a flat breath hydrogen response, equivalent to that of glucose, and significantly less than that of lactulose.“ — Polydextrose allein zeigt minimale Fermentation — der wichtigste Sicherheitsbefund
  2. „Wenn entweder Milch oder Laktose-hydrolysierte Milch, die 18 g intrinsische Kohlenhydrate enthielt, mit 18 g Polydextrose gemischt wurde, wurde eine signifikant höhere Atemwasserstoffexkretion beobachtet als bei den jeweiligen Getränken allein.“ Original (EN): „When either milk or lactose-hydrolyzed milk containing 18 gm intrinsic carbohydrate was mixed with 18 gm polydextrose, a significantly greater breath hydrogen excretion was observed as compared with the respective beverages alone.“ — die unerwartete Interaktion: Polydextrose erhöht die Fermentation von Milchkohlenhydraten

Unsere Einordnung

Dies ist eine Diätsicherheits- und Darmphysiologiestudie, keine therapeutische H₂-Intervention. Atemwasserstoff wird ausschließlich als nicht-invasiver Marker der Kolonfermentation verwendet — das Messwerkzeug, nicht die Therapie. Es wird kein H₂ verabreicht, und es werden keine Gesundheitsergebnisse untersucht. Limitationen: kleine Stichprobe (genaues n nicht angegeben); nur Atemwasserstoff gemessen (keine Symptome, keine Mukosabeurteilung); In-vitro-Fäkalinkubationsdaten ergänzen, ersetzen aber nicht In-vivo-Befunde; Lebensmittelmatrix-Interaktionen sind komplex und mechanistisch nicht vollständig erklärt. Nicht auf H₂-Medizin anwendbar.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

In-vivo- und In-vitro-Experimente wurden durchgeführt, um das Ausmaß der intestinalen Fermentation von Polydextrose, einem zufallsverknüpften Glucosepolymer, das als kalorienarmer Füllstoff in gewichtsreduzierenden Diäten vorgeschlagen wurde, zu bestimmen. Die Entwicklung von Wasserstoffgas war der Index der bakteriellen Fermentation. Die orale Einnahme von 15 g Polydextrose durch gesunde Probanden produzierte eine flache Atemwasserstoff-Reaktion, vergleichbar mit der von Glucose, und signifikant geringer als die von Lactulose. Die In-vitro-Inkubation einer Polydextrose-Lösung mit Fäkalhomogenaten produzierte 24,8 % der Wasserstoffproduktion einer vergleichbaren Glucoselösung. Wenn entweder Milch oder Laktose-hydrolysierte Milch, die 18 g intrinsische Kohlenhydrate enthielt, mit 18 g Polydextrose gemischt wurde, wurde eine signifikant höhere Atemwasserstoffexkretion beobachtet als bei den jeweiligen Getränken allein. Es gibt eine minimale In-vivo-Fermentation von Polydextrose, wenn sie allein konsumiert wird, aber wenn sie in Lebensmittel gemischt wird, kann sie Kohlenhydratmalabsorption produzieren oder selbst leichter fermentiert werden.
Original-Abstract (englisch)
In vivo and in vitro experiments were conducted to determine the extent of intestinal fermentation of polydextrose, a random-bonded glucose polymer proposed as a low-calorie bulking agent in weight-reducing diets. The evolution of hydrogen gas was the index of bacterial fermentation. Oral ingestion of 15 gm polydextrose by healthy volunteers produced a flat breath hydrogen response, equivalent to that of glucose, and significantly less than that of lactulose. In vitro incubation of a polydextrose solution with fecal homogenates produced 24.8% of the hydrogen production of a comparable glucose solution. When either milk or lactose-hydrolyzed milk containing 18 gm intrinsic carbohydrate was mixed with 18 gm polydextrose, a significantly greater breath hydrogen excretion was observed as compared with the respective beverages alone. There is minimal in vivo fermentation of polydextrose when consumed alone, but when mixed into foods it may produce carbohydrate malabsorption or itself be more readily fermented.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 3989351

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