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2014 · Sakai et al. — Der Konsum von Wasser mit mehr als 3,5 mg gelöstem Wasserstoff könnte die vaskuläre Endothelfunktion verbessern.

Originaltitel: Consumption of water containing over 3.5 mg of dissolved hydrogen could improve vascular endothelial function.

Kurzfassung

Das Trinken von hochkonzentriertem wasserstoffreichem Wasser (7 ppm, 3,5 mg H₂ pro 500 mL) verbesserte die flussvermittelte Dilatation (FMD) der Armarterie im Vergleich zu Placebo signifikant. Die randomisierte Studie legt nahe, dass H₂ die Gefäßwände vor schädlichen reaktiven Sauerstoffspezies — insbesondere dem Hydroxyl-Radikal — schützen kann, indem es die Stickstoffmonoxid-Signalgebung erhält. (Vascular Health and Risk Management, 2014.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die Endothelfunktion, gemessen über die flussvermittelte Dilatation (FMD), gilt als einer der frühesten und empfindlichsten Marker für kardiovaskuläres Risiko. Dass ein einmaliges H₂-reiches Getränk in hoher Dosierung innerhalb von 30 Minuten eine messbare FMD-Verbesserung bewirkte, ist mechanistisch plausibel: H₂ neutralisiert selektiv das Hydroxyl-Radikal (•OH), das sonst Stickstoffmonoxid (NO) abbaut, bevor es die Gefäße erweitern kann. Die Studie ist klein (16 Teilnehmer in der H₂-Gruppe, 18 in der Placebo-Gruppe), aber ihr Design — randomisiert, placebokontrolliert, mit direkter Gefäßmessung — verleiht dem Ergebnis echtes Gewicht. Die Effektgröße (FMD +0,84 Prozentpunkte vs. −1,2 im Placebo) ist moderat, aber statistisch signifikant. Der Schwellenwert-Befund — dass offenbar mehr als 3,5 mg gelöstes H₂ erforderlich sind — hat praktische Relevanz für die Produktbewertung.

Wichtige Zitate

  1. „Die FMD stieg in der Hoch-H₂-Gruppe (acht Männer; acht Frauen) von 6,80 % ± 1,96 % auf 7,64 % ± 1,68 % und sank in der Placebo-Gruppe von 8,07 % ± 2,41 % auf 6,87 % ± 2,94 %.“ Original (EN): „FMD increased in the high-H2 group (eight males; eight females) from 6.80%±1.96% to 7.64%±1.68% and decreased from 8.07%±2.41% to 6.87%±2.94% in the placebo group.“ — der zentrale FMD-Befund: H₂ verbesserte, Placebo verschlechterte
  2. „Das Verhältnis zum Ausgangswert in den FMD-Veränderungen zeigte eine signifikante Verbesserung (P<0,05) in der Hoch-H₂-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe.“ Original (EN): „The ratio to the baseline in the changes of FMD showed significant improvement (P<0.05) in the high-H2 group compared to the placebo group.“ — statistische Signifikanz bestätigt
  3. „H₂ kann die Gefäße vor scherstress-bedingten schädlichen ROS, wie dem Hydroxyl-Radikal, schützen, indem es die Stickstoffmonoxid-vermittelte vasomotorische Antwort aufrechterhält.“ Original (EN): „H2 may protect the vasculature from shear stress-derived detrimental ROS, such as the hydroxyl radical, by maintaining the nitric oxide-mediated vasomotor response.“ — vorgeschlagener Mechanismus: H₂ erhält die NO-Signalgebung

Unsere Einordnung

Eine kleine, aber methodisch solide Pilotstudie mit einem aussagekräftigen objektiven Endpunkt (FMD-Ultraschall). Das Ergebnis ist positiv und statistisch signifikant, aber die Stichprobengröße (n=16/18) begrenzt die Verallgemeinerbarkeit. Das akute Einmaldosis-Design erlaubt keine Rückschlüsse auf langfristige kardiovaskuläre Effekte. Der erforderliche Schwellenwert von >3,5 mg H₂ pro Portion ist ein wichtiger praktischer Hinweis — viele handelsübliche Produkte unterschreiten diesen Wert. Limitationen: kleines n, einzelne akute Dosis, kein Follow-up, brachiale FMD als Surrogat (kein klinischer Ereignisendpunkt).

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Das Redox-Ungleichgewicht zwischen Stickstoffmonoxid und im Endothel gebildetem Superoxid gilt als zentrale Ursache für die Entstehung endothelialer Dysfunktion. Eine dritte reaktive Sauerstoffspezies (ROS), H₂O₂, ist bekannt für sowohl förderliche als auch schädliche Auswirkungen auf das Gefäßsystem. Dennoch ist der Einfluss des Hydroxyl-Radikals, eines Abbauprodukts von H₂O₂, unklar, und es gibt keinen direkten Beleg dafür, dass das Hydroxyl-Radikal die Endothelfunktion in Leitungsgefäßen beeinträchtigt. Molekularer Wasserstoff (H₂) neutralisiert schädliche ROS, insbesondere das Hydroxyl-Radikal. ZIELE: Den Einfluss des Hydroxyl-Radikals auf das Endothel zu beurteilen und zu bestätigen, dass H₂ als gasförmiges Antioxidans ein nützlicher Modulator der Blutgefäßfunktion sein kann. METHODEN: Die Wirksamkeit von Wasser mit hoher H₂-Konzentration wurde durch Messung der flussvermittelten Dilatation (FMD) der Armarterie (A. brachialis) getestet. Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: die Hoch-H₂-Gruppe, die H₂-reiches Wasser mit 7 ppm H₂ (3,5 mg H₂ in 500 mL Wasser) trank, und die Placebo-Gruppe. Die Endothelfunktion wurde durch Messung der FMD der Armarterie bewertet. Nach Messung des Durchmessers der Armarterie und der FMD bei Baseline tranken die Freiwilligen sofort und nach einem 30-minütigen Intervall das H₂-reiche Wasser oder das Placebo-Wasser; die FMD wurde mit dem Ausgangswert verglichen. ERGEBNISSE: Die FMD stieg in der Hoch-H₂-Gruppe (acht Männer; acht Frauen) von 6,80 % ± 1,96 % auf 7,64 % ± 1,68 % (Mittelwert ± Standardabweichung) und sank in der Placebo-Gruppe (zehn Männer; acht Frauen) von 8,07 % ± 2,41 % auf 6,87 % ± 2,94 %. Das Verhältnis zum Ausgangswert in den FMD-Veränderungen zeigte eine signifikante Verbesserung (P<0,05) in der Hoch-H₂-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe. SCHLUSSFOLGERUNG: H₂ kann die Gefäße vor scherstress-bedingten schädlichen ROS, wie dem Hydroxyl-Radikal, schützen, indem es die Stickstoffmonoxid-vermittelte vasomotorische Antwort aufrechterhält.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: The redox imbalance between nitric oxide and superoxide generated in the endothelium is thought to play a pivotal role in the development of endothelial dysfunction. A third reactive oxygen species (ROS), H2O2, is known to have both beneficial and detrimental effects on the vasculature. Nonetheless, the influence of the hydroxyl radical, a byproduct of H2O2 decay, is unclear, and there is no direct evidence that the hydroxyl radical impairs endothelial function in conduit arteries. Molecular hydrogen (H2) neutralizes detrimental ROS, especially the hydroxyl radical. OBJECTIVES: To assess the influence of the hydroxyl radical on the endothelium and to confirm that a gaseous antioxidant, H2, can be a useful modulator of blood vessel function. METHODS: The efficacy of water containing a high concentration of H2 was tested by measuring flow-mediated dilation (FMD) of the brachial artery (BA). The subjects were randomly divided into two groups: the high-H2 group, who drank high-H2 water containing 7 ppm H2 (3.5 mg H2 in 500 mL water); and the placebo group. Endothelial function was evaluated by measuring the FMD of the BA. After measurement of diameter of the BA and FMD at baseline, volunteers drank the high-H2 water or placebo water immediately and with a 30-minute interval; FMD was compared to baseline. RESULTS: FMD increased in the high-H2 group (eight males; eight females) from 6.80%±1.96% to 7.64%±1.68% (mean ± standard deviation) and decreased from 8.07%±2.41% to 6.87%±2.94% in the placebo group (ten males; eight females). The ratio to the baseline in the changes of FMD showed significant improvement (P<0.05) in the high-H2 group compared to the placebo group. CONCLUSION: H2 may protect the vasculature from shear stress-derived detrimental ROS, such as the hydroxyl radical, by maintaining the nitric oxide-mediated vasomotor response.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 25378931

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