2026 · Pozdnyakova — Der kombinierte Einsatz von inhaliertem Stickstoffmonoxid und molekularem Wasserstoff bei Patienten mit Post-COVID-19-Syndrom
Kurzfassung
Die kombinierte Inhalation von Stickstoffmonoxid (NO) und molekularem Wasserstoff (H₂) lindert das Post-COVID-Syndrom besser als NO allein. In einer kontrollierten Studie mit 60 Patienten besserten sich Atemnot, Husten und Erschöpfung, die Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest stieg, und die reaktiven Sauerstoffspezies sanken — nur in der Kombigruppe signifikant stärker (p < 0,05). (Terapevticheskii arkhiv, 2026.)
Kommentar
Diese russische Studie testet H₂ als Zusatz zur etablierten Stickstoffmonoxid-Inhalation bei Long-/Post-COVID. Das Design ist eine prospektive, offene, kontrollierte Studie mit 60 Patienten (Durchschnittsalter 58 Jahre, 18 Männer, 42 Frauen), randomisiert in drei Gruppen: NO+H₂, nur NO und eine Kontrollgruppe. Behandelt wurde über zehn Tage, jeweils 90 Minuten per Nasenkanüle, mit H₂ unter 4 % Konzentration. Gemessen wurde mit ganzem Fragebogen-Arsenal — Atemnot-Skala, Fatigue-Skala, Angst-/Depressions-Skala, Lebensqualität (SF-36) — plus 6-Minuten-Gehtest und oxidativem Status im Blut. Ergebnis: Sowohl NO+H₂ als auch NO allein brachten die klinischen Beschwerden zurück und verbesserten Lebensqualität und Mikrozirkulation gegenüber der Kontrolle. Der entscheidende Punkt: Nur die Kombitherapie steigerte zusätzlich die Gehstrecke signifikant und senkte die reaktiven Sauerstoffspezies stärker als NO allein (p < 0,05). Keine schweren Nebenwirkungen. Ehrlich dazu: Es ist eine offene (nicht verblindete) Studie mit kleiner Gruppengröße (n = 20 pro Arm), und H₂ wirkt hier nur in Kombination mit NO — der isolierte H₂-Effekt lässt sich daraus nicht sauber ablesen.
Wichtige Zitate
- „Der Verlauf von iNO/iН2 und iNO führte zu einer Rückbildung der klinischen Manifestationen des PS (Atemnot, Husten, Fatigue), verbesserte die physische und psychische Komponente der Lebensqualität“ Original (EN): „The course of iNO/iН2 and iNO led to regression of the clinical manifestations of PS (dyspnea, cough, fatigue), improved the physical and psychological component of quality of life“ — Beschwerden und Lebensqualität bessern sich
- „In der Kombinationstherapie gab es eine Zunahme der im 6-Minuten-Gehtest zurückgelegten Strecke und eine Abnahme der reaktiven Sauerstoffspezies im Vergleich zu den iNO- und Kontrollgruppen (p < 0,05).“ Original (EN): „In combination therapy, there was an increase in distance traveled by 6-minute walk test and decrease in reactive oxygen species compared to iNO and control groups (p < 0.05).“ — der Zusatznutzen von H₂: mehr Belastbarkeit, weniger oxidativer Stress
- „Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse festgestellt.“ Original (EN): „No serious adverse events were noted.“ — Sicherheitsprofil unauffällig
Unsere Einordnung
Relevant für das H₂-Inhalations-Segment und das Long-COVID-Thema, das viele Kunden umtreibt. Die Studie zeigt einen messbaren Zusatznutzen von H₂ über NO hinaus — gerade beim oxidativen Stress, dem mechanistischen Kernargument von H₂. Limitation, ehrlich benannt: offenes Design (keine Verblindung, also Placebo-/Erwartungseffekte möglich), kleine Arme (n = 20), und H₂ wurde nur als Co-Intervention mit NO geprüft — der reine H₂-Beitrag bleibt unscharf. Evidenzstufe 2 (kontrollierte Pilotstudie, nicht verblindet).
Studiendesign
- Typ: prospektive, offene, kontrollierte RCT (3 Parallelgruppen) · n: 60 (3 × 20) · Dauer: 10 Tage, 90 min/Tag · Methode der H₂-Gabe: Inhalation per Nasenkanüle, 4 L/min, iH₂ < 4 %, iNO 60 ppm
- Ergebnis-Kennzahlen: Regression von Atemnot/Husten/Fatigue und bessere Lebensqualität in beiden Gas-Gruppen vs. Kontrolle (p < 0,05); nur Kombi NO+H₂: signifikant größere 6-Minuten-Gehstrecke und stärkere ROS-Senkung vs. NO und Kontrolle (p < 0,05); keine schweren Nebenwirkungen
Abstract (deutsche Übersetzung)
HINTERGRUND: Medizinische Gase, inhaliertes Stickstoffmonoxid (iNO) und molekularer Wasserstoff (iH2), wurden in der Therapie verschiedener Erkrankungen eingesetzt. In Kombination haben sich diese Gase als wirksamer und sicherer für Patienten erwiesen und könnten zu einer vielversprechenden Behandlungsoption für verschiedene Erkrankungen des Post-COVID-19-Syndroms (PS) werden. ZIEL: Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie iNO/iH2 mit der Monotherapie iNO und einer Kontrollgruppe bei Patienten mit Atemwegsstörungen im Rahmen des PS. MATERIAL UND METHODEN: Eine prospektive, offene, kontrollierte Studie mit 60 Patienten mit PS wurde in Parallelgruppen durchgeführt (das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 58,1 ± 12,9 Jahre, und die Stichprobe bestand aus 18 Männern und 42 Frauen). Die Teilnehmer wurden randomisiert 3 Gruppen zugeteilt: 1 (n = 20) – iNO/iH2-Behandlung; 2 (n = 20) – nur iNO-Behandlung; und 3 (n = 20) – Kontrollgruppe. Die Behandlungsdauer betrug 10 Tage, und die Behandlung umfasste die Inhalation über eine Nasenkanüle für 90 Minuten (Flussrate von 4 Litern pro Minute, iH2-Konzentrationen < 4 %, iNO – 60 ppm). Klinische Ergebnisse wurden mit Selbstbeobachtungstagebüchern, dem Modified Medical Research Council Dyspnea Scale-Fragebogen, der „Language of Dyspnea“-Skala, der Fatigue Assessment Scale, der Hospital Anxiety and Depression Scale und dem Short Form-36 Health Status Survey-Fragebogen erhoben. Zusätzlich wurde ein 6-Minuten-Gehtest durchgeführt, und Indikatoren des oxidativen Status im Blutserum sowie der Mikrozirkulation in der bulbären Konjunktiva wurden gemessen. ERGEBNISSE: Der Verlauf von iNO/iН2 und iNO führte zu einer Rückbildung der klinischen Manifestationen des PS (Atemnot, Husten, Fatigue), verbesserte die physische und psychische Komponente der Lebensqualität und trug zur Verbesserung der Mikrozirkulation bei (erhöhter Venolendurchmesser und erhöhte Geschwindigkeit) im Vergleich zur Kontrollgruppe (p < 0,05). In der Kombinationstherapie gab es eine Zunahme der im 6-Minuten-Gehtest zurückgelegten Strecke und eine Abnahme der reaktiven Sauerstoffspezies im Vergleich zu den iNO- und Kontrollgruppen (p < 0,05). Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse festgestellt. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Studie zeigt den Vorteil des iNO/iH2-Verlaufs im Vergleich zu iNO und Kontrolle im Rehabilitationsprogramm von Patienten mit PS. Die Sicherheit und Wirksamkeit des iNO/iH2-Verlaufs wurde nachgewiesen in Form einer Rückbildung der klinischen Manifestationen des PS, einer Verbesserung der Lebensqualität, der Belastungstoleranz, der Mikrozirkulationsparameter und der Wiederherstellung des oxidativen Status des Körpers.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Medical gases, inhaled nitric oxide (iNO) and molecular hydrogen (iH2), have been used in the therapy for various medical conditions. When combined, these gases have shown to be more effective and safer for patients, and may become a promising treatment option for various diseases рost-COVID-19 syndrome (PS). AIM: To compare the efficacy and safety of combined therapy iNO/iH2 with monotherapy iNO and a control group in patients with respiratory disorders during with PS. MATERIALS AND METHODS: A prospective, open-label, controlled trial involving 60 patients with PS was conducted in parallel groups (the mean age of the participants was 58.1 ± 12.9 years, and the sample consisted of 18 men and 42 women). The participants were randomly assigned to 3 groups: 1 (n = 20) - iNO/iH2 treatment; 2 (n = 20) - only iNO treatment; and 3 (n = 20) - control group. The duration of treatment was 10 days, and the treatment involved inhalation through a nasal cannula for 90 minutes (flow rate of 4 liters per minute, iH2 concentrations < 4%, iNO - 60 pmm). Clinical outcomes were assessed using self-observation diaries, Modified Medical Research Council Dyspnea Scale questionnaires, the "Language of Dyspnea" Scale, Fatigue Assessment Scale, Hospital Anxiety and Depression Scale, and Short Form-36 Health Status Survey questionnaires. Additionally, a 6-Minute Walk Test was performed, and indicators of oxidative status in blood serum and microcirculation in the bulbar conjunctiva were measured. RESULTS: The course of iNO/iН2 and iNO led to regression of the clinical manifestations of PS (dyspnea, cough, fatigue), improved the physical and psychological component of quality of life, and contributed to improvement in microcirculation (increased venule diameter and velocity) compared to the control group (p < 0.05). In combination therapy, there was an increase in distance traveled by 6-minute walk test and decrease in reactive oxygen species compared to iNO and control groups (p < 0.05). No serious adverse events were noted. CONCLUSION: The study demonstrates the advantage of the iNO/iH2 course in comparison with iNO and control in the rehabilitation program of patients with PS. The safety and effectiveness of the iNO/iH2 course has been proven in the form of regression of clinical manifestations of PS, improvement of quality of life, exercise tolerance, microcirculation parameters, and restoration of the oxidative status of the body.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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