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1998 · Poppitt et al. — Energieumsatz und Netto-Substratverwertung bei Männern, die übliche und hohe Mengen an Nicht-Stärke-Polysacchariden zu sich nehmen

Originaltitel: Energy expenditure and net substrate utilization in men ingesting usual and high amounts of nonstarch polysaccharide.

Kurzfassung

Eine ballaststoffreiche Ernährung (Nicht-Stärke-Polysaccharide) hatte keinen messbaren thermogenen Effekt und keine kurzfristigen Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung bei gesunden Männern. Atemwasserstoff und Methan wurden als Stoffwechsel-Nebenprodukte der Darmmikroben gemessen — nicht als therapeutische Substanzen. Das praktische Ergebnis: Mehr Ballaststoffe essen kurbelt die Kalorienverbrennung nicht an. (American Journal of Clinical Nutrition, 1998.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit . Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese Stoffwechselkammer-Studie verwendete indirekte Kalorimetrie in einem strengen Cross-over-Design. Atemwasserstoff erscheint im Protokoll als Fermentationsmarker — ein Zeichen dafür, wie viel unverdaute Kohlenhydrate die Dickdarmbakterien erreichen — nicht als therapeutische Intervention. Der Ernährungskontext ist für die Mikrobiom-Forschung und das Gewichtsmanagement relevant, aber die Studie untersucht molekularen Wasserstoff nicht als Gesundheitsintervention. Das Null-Ergebnis zur Thermogenese ist für sich bemerkenswert: Mehr Ballaststoffe steigern den Energieverbrauch unter kontrollierten Bedingungen nicht messbar.

Wichtige Zitate

  1. „Unterschiede zwischen den 2 Diäten betrugen nur -0,005 ± 0,130 MJ/d … und waren nicht signifikant (P > 0,2).“ Original (EN): „Differences between the 2 diets were only -0.005±0.130 MJ/d … and were nonsignificant (P> 0.2).“ — kein thermogener Effekt der ballaststoffreichen Diät
  2. „Es gab keine thermogene Reaktion auf die NSP-reiche Diät, die für die Körpergewichtskontrolle vorteilhaft wäre, und keinen kurzfristigen Einfluss auf die Körperzusammensetzung.“ Original (EN): „There was no thermogenic response to the high-NSP diet, which would be advantageous for body weight control, and no short-term influence on body composition.“ — klares Null-Ergebnis zur Haupthypothese
  3. „Es wurde eine 24-stündige, indirekte, offene Kreislauf-Kalorimetrie durchgeführt, einschließlich der Messung von gesamtem Wasserstoffgas und Methan.“ Original (EN): „Twenty-four-hour, indirect, open-circuit calorimetry was performed, including measurements of total hydrogen gas and methane.“ — Wasserstoff als Fermentations-Nebenprodukt gemessen, nicht als therapeutische Substanz

Unsere Einordnung

Wichtiger Hinweis: Diese Studie untersucht molekularen Wasserstoff (H₂) nicht als therapeutische Intervention. Atemwasserstoff wird ausschließlich als Fermentationsmarker zur Beurteilung der Kohlenhydrat-Malabsorption und bakteriellen Darmaktivität eingesetzt — ein standardmäßiges gastroenterologisches Werkzeug. Das eigentliche Thema ist Ballaststoffernährung und Energiestoffwechsel. Die Studie ist gut konzipiert (randomisiertes Cross-over, Stoffwechselkammer, 24-h-Kalorimetrie, n = 12), und ihr Null-Ergebnis ist klar formuliert. Limitationen: kleine Stichprobe, kurze Dauer (~3 Wochen), kontrollierte Stoffwechselkammer-Bedingungen spiegeln möglicherweise kein Freizeitverhalten wider. Nicht relevant für H₂-Therapie.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Von Natur aus NSP-reiche Ernährungsweisen werden häufig zur Körpergewichtsregulation und Gesundheit empfohlen, aber die Konsequenzen für den Energieverbrauch und die Substratwahl sind nicht geklärt. ZIEL: Wir untersuchten, ob Energieverbrauch und Substratwahl unterschiedlich sind, wenn Männer eine NSP-reichere Diät gegenüber einer üblichen Mischkost verzehren. DESIGN: Ein randomisiertes Cross-over-Design wurde verwendet, bei dem 12 gesunde Männer für ca. 3 Wochen in einer Stoffwechsel-Suite eine Erhaltungsdiät erhielten. Durch gezielte Nahrungsmittelauswahl waren die übliche und die NSP-reiche Diät hinsichtlich Protein-, Fett- und Kohlenhydratgehalt ähnlich. Es wurde eine 24-stündige, indirekte, offene Kreislauf-Kalorimetrie durchgeführt, einschließlich der Messung von Wasserstoffgas und Methan. ERGEBNISSE: Der mittlere gesamte 24-h-Energieverbrauch und die prozentualen Anteile aus Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel betrugen 10 MJ/d bzw. 16 %, 35 % und 48 %. Unterschiede zwischen den 2 Diäten waren nur -0,005 ± 0,130 MJ/d, -0,3 ± 1,3 %, -0,2 ± 2,0 % und 0,6 ± 2,2 % und nicht signifikant (P > 0,2). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es gab keine thermogene Reaktion auf die NSP-reiche Diät, die für die Körpergewichtskontrolle vorteilhaft wäre, und keinen kurzfristigen Einfluss auf die Körperzusammensetzung, was aus dem fehlenden Wechsel im Protein-, Fett- oder Kohlenhydratstoffwechsel geschlossen werden kann.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Diets intrinsically high in nonstarch polysaccharides (NSPs) are frequently advised for body weight regulation and health, but the consequences for energy expenditure and fuel selection are undetermined. OBJECTIVE: We determined whether energy expenditure and fuel selection differ when men consume a diet intrinsically higher in NSP than a usual mixed diet. DESIGN: A randomized crossover design was used in which 12 healthy men were fed a maintenance diet for approximately 3 wk in a metabolic suite. By judicial choice of food exchanges, the usual- and high-NSP diets were similar in protein, fat, and carbohydrate contents. Twenty-four-hour, indirect, open-circuit calorimetry was performed, including measurements of total hydrogen gas and methane. Participants were weight stable (within 2 kg for 3 wk), entered an 11-m3 calorimetry chamber for 36 h with measurements taken in the last 24 h, and underwent a strictly controlled program of moderate physical activity (1.3 x basal metabolic rate). RESULTS: The mean total 24-h energy expenditure and percentages from protein, fat, and carbohydrate metabolism were 10 MJ/d and 16%, 35%, and 48%, respectively. Differences (mean+/-SEM) between the 2 diets were only -0.005+/-0.130 MJ/d, -0.3+/-1.3%, -0.2+/-2.0%, and 0.6+/-2.2%, respectively, and were nonsignificant (P> 0.2). CONCLUSIONS: There was no thermogenic response to the high-NSP diet, which would be advantageous for body weight control, and no short-term influence on body composition, as may be judged from a lack of change in protein, fat, or carbohydrate metabolism.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 9771858

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