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2020 · Ooi — Die akute Einnahme von wasserstoffreichem Wasser verbessert die ansteigende Laufleistung auf dem Laufband bei ausdauertrainierten Athleten nicht

Originaltitel: Acute ingestion of hydrogen-rich water does not improve incremental treadmill running performance in endurance-trained athletes

Kurzfassung

Eine einmalige Portion Wasserstoffwasser kurz vor dem Lauf brachte keine Leistungssteigerung. Bei 14 ausdauertrainierten Läufern unterschieden sich Laufzeit bis zur Erschöpfung, maximale Sauerstoffaufnahme und Belastungsempfinden nicht von Placebo. Ehrlicher Null-Befund. (Appl Physiol Nutr Metab, 2020.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Diese Studie ist wichtig, weil wir bei H₂ auch die ehrlichen Null-Ergebnisse zeigen — sonst wären wir unglaubwürdig. 14 ausdauertrainierte männliche Läufer wurden in einem doppelblinden Crossover-Design getestet: einmal mit H₂-Wasser, einmal mit Placebo. Die Dosierung war allerdings klein — zweimal 290 ml: eine Portion vor sechs submaximalen Laufabschnitten, eine weitere vor dem maximalen Steigerungstest auf dem Laufband. Gemessen wurden Atemgase, Herzfrequenz, das subjektive Belastungsempfinden und Blutwerte. Das Ergebnis ist klar negativ: Kein Unterschied in der Laufzeit bis zur Erschöpfung (618 gegen 619 Sekunden), keiner bei der maximalen Sauerstoffaufnahme, der maximalen Herzfrequenz oder dem Belastungsempfinden. Die Autoren schließen, dass diese kleine, akut eingenommene Dosis bei trainierten Athleten nicht leistungssteigernd war und die Pufferkapazität bei intensiver Belastung nicht verändert hat. Wichtig zur Einordnung: Das passt zu dem Bild, dass bei H₂-Wasser im Sport offenbar die Dosis und die Dauer entscheidend sind — andere Studien fanden Effekte erst bei kontinuierlicher Einnahme über zwei Wochen, nicht bei einer Einzelportion.

Wichtige Zitate

  1. „Es wurde kein statistischer Unterschied bei der Laufzeit bis zur Erschöpfung (618 ± 126 vs. 619 ± 113 s), der maximalen Sauerstoffaufnahme (56,9 ± 4,4 vs. 57,1 ± 4,7 mL·kg-1·min-1), der maximalen Herzfrequenz (184 ± 7 vs. 184 ± 7 Schläge·min-1) und dem RPE (19 ± 1 vs. 19 ± 1) bei den Läufern zwischen den Durchgängen beobachtet.“ Original (EN): „No statistical difference was observed in running time to exhaustion (618 ± 126 vs. 619 ± 113 s), maximal oxygen uptake (56.9 ± 4.4 vs. 57.1 ± 4.7 mL·kg-1·min-1), maximal HR (184 ± 7 vs. 184 ± 7 beat·min-1), and RPE (19 ± 1 vs. 19 ± 1) in the runners between the trials.“ — der klare Null-Befund mit allen Kennzahlen
  2. „Die Ergebnisse legen nahe, dass die Einnahme von 290 mL H2-Wasser vor dem submaximalen Laufbandlauf und einer zusätzlichen Dosis vor dem anschließenden ansteigenden Lauf bis zur Erschöpfung bei ausdauertrainierten Athleten nicht ausreichend ergogen war.“ Original (EN): „The results suggest that the ingestion of 290 mL of H2-water before submaximal treadmill running and an additional dose before the subsequent incremental running to exhaustion were not sufficiently ergogenic in endurance-trained athletes.“ — die nüchterne Schlussfolgerung der Autoren
  3. „Eine kleine Dosis H2-Wasser moduliert die Pufferkapazität während intensiver Ausdauerbelastung bei Athleten nicht.“ Original (EN): „A small dose of H2-water does not modulate buffering capacity during intense endurance exercise in athletes.“ — der wahrscheinliche Grund: zu kleine Dosis

Unsere Einordnung

Bewusst als ehrlicher Null-Befund aufgenommen — das stärkt die Glaubwürdigkeit der gesamten Datenbank. Die Studie ist methodisch sauber: ein doppelblindes, Placebo-kontrolliertes Crossover-Design, jeder Teilnehmer ist seine eigene Kontrolle. Die zentrale Lehre für uns: Eine einmalige, kleine Dosis (2 × 290 ml) kurz vor dem Sport reicht nicht für einen ergogenen Effekt bei bereits gut trainierten Athleten. Das ist kein Argument gegen H₂ im Sport generell, sondern für realistische Erwartungen und passende Protokolle — andere Arbeiten (Mikami 2019, Botek 2019) fanden mit anderen Dosierungen/Designs positive Effekte, ebenso die Zwei-Wochen-Daueranwendung bei Hori et al. Limitationen, ehrlich benannt: kleine Stichprobe (n = 14), nur männliche, bereits austrainierte Läufer (geringes Verbesserungspotenzial), und eine niedrige Einzeldosis.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass wasserstoffreiches Wasser (H2-Wasser) günstige Wirkungen auf die physiologischen Reaktionen auf Belastung hat. Allerdings untersuchen nur wenige Studien sein ergogenes Potenzial. Diese randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirkungen der Einnahme von H2-Wasser auf physiologische Reaktionen und die Leistung beim ansteigenden Laufbandlauf. In einem doppelblinden Crossover-Design wurden 14 ausdauertrainierte männliche Läufer (Alter 34 ± 4 Jahre; Körpermasse 63,1 ± 7,2 kg; Größe 1,72 ± 0,05 m) randomisiert zugeteilt, um bei jeder Gelegenheit 2 Dosen von 290 mL H2-Wasser oder Placebo einzunehmen. Der erste Bolus wurde vor sechs 4-minütigen submaximalen Laufabschnitten gegeben, und der zweite Bolus wurde vor dem maximalen ansteigenden Lauftest konsumiert. Ausatemgas, Herzfrequenz (HF) und das wahrgenommene Belastungsempfinden (RPE) wurden aufgezeichnet; Blutproben wurden am Ende jeder submaximalen Stufe und nach dem maximalen Lauftest entnommen. Die kardiorespiratorischen Reaktionen, das RPE und die Blutgas-Indizes unterschieden sich bei jeder submaximalen Laufintensität (Bereich: 34 %–91 % der maximalen Sauerstoffaufnahme) nicht signifikant zwischen den H2-Wasser- und Placebo-Durchgängen. Es wurde kein statistischer Unterschied bei der Laufzeit bis zur Erschöpfung (618 ± 126 vs. 619 ± 113 s), der maximalen Sauerstoffaufnahme (56,9 ± 4,4 vs. 57,1 ± 4,7 mL·kg-1·min-1), der maximalen HF (184 ± 7 vs. 184 ± 7 Schläge·min-1) und dem RPE (19 ± 1 vs. 19 ± 1) bei den Läufern zwischen den Durchgängen beobachtet. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Einnahme von 290 mL H2-Wasser vor dem submaximalen Laufbandlauf und einer zusätzlichen Dosis vor dem anschließenden ansteigenden Lauf bis zur Erschöpfung bei ausdauertrainierten Athleten nicht ausreichend ergogen war. Neuheit: Die akute Einnahme von H2-Wasser scheint für die Ausdauerleistung nicht ergogen zu sein. Eine kleine Dosis H2-Wasser moduliert die Pufferkapazität während intensiver Ausdauerbelastung bei Athleten nicht.
Original-Abstract (englisch)
There is emerging evidence that hydrogen-rich water (H2-water) has beneficial effects on the physiological responses to exercise. However, few studies investigate its ergogenic potential. This randomized controlled trial examined the effects of H2-water ingestion on physiological responses and exercise performance during incremental treadmill running. In a double-blind crossover design, 14 endurance-trained male runners (age, 34 ± 4 years; body mass, 63.1 ± 7.2 kg; height, 1.72 ± 0.05 m) were randomly assigned to ingest 2 doses of 290-mL H2-water or placebo on each occasion. The first bolus was given before six 4-min submaximal running bouts, and the second bolus was consumed before the maximal incremental running test. Expired gas, heart rate (HR), and ratings of perceived exertion (RPE) were recorded; blood samples were collected at the end of each submaximal stage and post maximal running test. Cardiorespiratory responses, RPE, and blood gas indices were not significantly different at each submaximal running intensity (range: 34%-91% maximal oxygen uptake) between H2-water and placebo trials. No statistical difference was observed in running time to exhaustion (618 ± 126 vs. 619 ± 113 s), maximal oxygen uptake (56.9 ± 4.4 vs. 57.1 ± 4.7 mL·kg-1·min-1), maximal HR (184 ± 7 vs. 184 ± 7 beat·min-1), and RPE (19 ± 1 vs. 19 ± 1) in the runners between the trials. The results suggest that the ingestion of 290 mL of H2-water before submaximal treadmill running and an additional dose before the subsequent incremental running to exhaustion were not sufficiently ergogenic in endurance-trained athletes. Novelty Acute ingestion of H2-water does not seem to be ergogenic for endurance performance. A small dose of H2-water does not modulate buffering capacity during intense endurance exercise in athletes.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 31675478

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.