2017 · Mizuno et al. — Wasserstoffreiches Wasser zur Verbesserung von Stimmung, Angst und autonomer Nervenfunktion im Alltag
Kurzfassung
Bei 26 erwachsenen Freiwilligen senkte das Trinken von 600 ml wasserstoffreichem Wasser pro Tag über 4 Wochen den K6-Fragebogenwert und die sympathische Nervenaktivität in Ruhe, gemessen als Veränderung gegenüber dem Ausgangswert, signifikant stärker als Placebowasser. Die Autoren deuten beide Veränderungen als Wirkungen auf die Funktion des zentralen Nervensystems. Der Abstract nennt keine p-Werte oder Effektgrößen, keine Wasserstoffkonzentration und keine Ergebnisse der ebenfalls durchgeführten kognitiven Tests. (Medical Gas Research, 2017.)
Kommentar
Die Autoren beschreiben chronischen oxidativen Stress und Entzündungen als Ursachen nachlassender Gehirnfunktion und geringer Lebensqualität (QOL) und fragten, ob das Trinken von wasserstoffreichem Wasser (HRW) die Lebensqualität beeinflusst. Die Studie war randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert, mit zwei Crossover-Phasen. Ihre 26 erwachsenen Freiwilligen (13 Frauen, 13 Männer, Durchschnittsalter 34,4 ± 9,9 Jahre) tranken täglich 600 ml HRW oder täglich 600 ml Placebowasser, jeweils 4 Wochen lang. Die Endpunkte stammten aus psychophysiologischen Tests: Fragebögen, Tests der autonomen Nervenfunktion und Tests der kognitiven Funktion. Berichtet werden Veränderungsquotienten (Wert nach der Behandlung geteilt durch Wert davor) für den K6-Fragebogenwert und für die sympathische Nervenaktivität in Ruhe. Der Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration des Wassers noch die Auswaschphase zwischen den beiden Phasen, einen primären Endpunkt oder unerwünschte Ereignisse.
Wichtige Zitate
- „Die Veränderungsquotienten (nach der Behandlung/vor der Behandlung) für den K6-Wert und die sympathische Nervenaktivität im Ruhezustand waren nach Gabe von HRW signifikant niedriger als nach Gabe von PLW.“ Original (EN): „Change ratios (post-treatment/pre-treatment) for K6 score and sympathetic nerve activity during the resting state were significantly lower after HRW administration than after PLW administration.“ — das Hauptergebnis und die einzigen im Abstract berichteten Endpunkte, ohne Zahlen
- „In dieser doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit zweiphasigem Crossover-Design wurden 26 Freiwillige (13 Frauen, 13 Männer; Durchschnittsalter 34,4 ± 9,9 Jahre) randomisiert entweder einer Gruppe mit oralem HRW (600 ml/Tag) oder mit Placebowasser (PLW, 600 ml/Tag) für 4 Wochen zugeteilt.“ Original (EN): „In this double-blinded, placebo-controlled study with a two-way crossover design, 26 volunteers (13 females, 13 males; mean age, 34.4 ± 9.9 years) were randomized to either a group administered oral HRW (600 mL/d) or placebo water (PLW, 600 mL/d) for 4 weeks.“ — Design und Dosis: eine kleine Crossover-Studie an Freiwilligen, nicht an Patienten
- „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass HRW die Lebensqualität über Wirkungen stärken könnte, die Funktionen des zentralen Nervensystems in Bezug auf Stimmung, Angst und autonome Nervenfunktion steigern.“ Original (EN): „These results suggest that HRW may reinforce QOL through effects that increase central nervous system functions involving mood, anxiety, and autonomic nerve function.“ — das Fazit der Autoren, vorsichtig als Hinweis formuliert
Unsere Einordnung
Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie, jeder Freiwillige diente also als seine eigene Kontrolle. Zwei Messgrößen, der K6-Wert und die sympathische Nervenaktivität in Ruhe, sanken mit wasserstoffreichem Wasser stärker als mit Placebowasser. In dieser kleinen Stichprobe spricht das für eine Wirkung auf diese Messgrößen, zeigt aber keine Veränderung der Lebensqualität selbst. Einschränkungen: 26 Freiwillige und 4 Wochen je Phase. Der Abstract nennt keinen primären Endpunkt. Es wurden Fragebögen, autonome und kognitive Tests durchgeführt, berichtet werden aber nur zwei Ergebnisse. Unklar bleibt daher, wie viele Endpunkte verglichen wurden und was die übrigen zeigten. p-Werte, Wasserstoffkonzentration, Auswaschphase und unerwünschte Ereignisse fehlen. Die Teilnehmer waren Freiwillige, keine Patienten mit einer diagnostizierten Erkrankung. Der Bezug zur Lebensqualität ist eine Deutung der Autoren auf Grundlage von Ersatzmessgrößen.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie mit zwei Phasen · n: 26 erwachsene Freiwillige (13 Frauen, 13 Männer, Durchschnittsalter 34,4 ± 9,9 Jahre) · H₂-Gabe: wasserstoffreiches Wasser getrunken, 600 ml pro Tag über 4 Wochen (H₂-Konzentration nicht angegeben)
- Vergleich: Placebowasser, 600 ml pro Tag über 4 Wochen, im Crossover
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt genannt. Veränderungsquotienten (nachher/vorher) für den K6-Wert und die sympathische Nervenaktivität in Ruhe nach wasserstoffreichem Wasser signifikant niedriger als nach Placebowasser (ohne p-Werte). Ergebnisse der kognitiven Tests und weiterer Fragebögen im Abstract nicht berichtet
Abstract (deutsche Übersetzung)
Gesundheit und ein erfülltes Leben wünscht sich jeder. Um die Lebensqualität (QOL) zu verbessern, einen gesunden Zustand zu erhalten und verschiedenen Krankheiten vorzubeugen, ist es wichtig, die Wirkungen von Faktoren zu bewerten, die die Lebensqualität möglicherweise steigern. Chronischer oxidativer Stress und Entzündungen verschlechtern die Funktion des zentralen Nervensystems und führen zu geringer Lebensqualität. Auch bei gesunden Menschen erhöhen Alterung, beruflicher Stress und mehrstündige geistige Belastung den oxidativen Stress. Das legt nahe, dass es zum Erhalt der Lebensqualität und zur Abschwächung der Folgen des Alterns beiträgt, wenn man die Anhäufung von oxidativem Stress durch täglichen Stress und tägliche Arbeit verhindert. Wasserstoff wirkt antioxidativ, kann Entzündungen verhindern und könnte so zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Wirkung des Trinkens von wasserstoffreichem Wasser (HRW) auf die Lebensqualität erwachsener Freiwilliger mit psychophysiologischen Tests zu untersuchen, darunter Fragebögen sowie Tests der autonomen Nervenfunktion und der kognitiven Funktion. In dieser doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit zweiphasigem Crossover-Design wurden 26 Freiwillige (13 Frauen, 13 Männer; Durchschnittsalter 34,4 ± 9,9 Jahre) randomisiert entweder einer Gruppe mit oralem HRW (600 ml/Tag) oder mit Placebowasser (PLW, 600 ml/Tag) für 4 Wochen zugeteilt. Die Veränderungsquotienten (nach der Behandlung/vor der Behandlung) für den K6-Wert und die sympathische Nervenaktivität im Ruhezustand waren nach Gabe von HRW signifikant niedriger als nach Gabe von PLW. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass HRW die Lebensqualität über Wirkungen stärken könnte, die Funktionen des zentralen Nervensystems in Bezug auf Stimmung, Angst und autonome Nervenfunktion steigern.
Original-Abstract (englisch)
Health and a vibrant life are sought by everyone. To improve quality of life (QOL), maintain a healthy state, and prevent various diseases, evaluations of the effects of potentially QOL-increasing factors are important. Chronic oxidative stress and inflammation cause deteriorations in central nervous system function, leading to low QOL. In healthy individuals, aging, job stress, and cognitive load over several hours also induce increases in oxidative stress, suggesting that preventing the accumulation of oxidative stress caused by daily stress and daily work contributes to maintaining QOL and ameliorating the effects of aging. Hydrogen has anti-oxidant activity and can prevent inflammation, and may thus contribute to improve QOL. The present study aimed to investigate the effects of drinking hydrogen-rich water (HRW) on the QOL of adult volunteers using psychophysiological tests, including questionnaires and tests of autonomic nerve function and cognitive function. In this double-blinded, placebo-controlled study with a two-way crossover design, 26 volunteers (13 females, 13 males; mean age, 34.4 ± 9.9 years) were randomized to either a group administered oral HRW (600 mL/d) or placebo water (PLW, 600 mL/d) for 4 weeks. Change ratios (post-treatment/pre-treatment) for K6 score and sympathetic nerve activity during the resting state were significantly lower after HRW administration than after PLW administration. These results suggest that HRW may reinforce QOL through effects that increase central nervous system functions involving mood, anxiety, and autonomic nerve function.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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