2019 · Mikami — Trinken von Wasserstoffwasser steigert die Ausdauer und lindert psychometrische Ermüdung: eine randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie
Kurzfassung
Wasserstoffwasser kurz vor dem Sport senkte das Ermüdungsempfinden und steigerte die Ausdauer. In zwei randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Experimenten (n = 99 untrainiert; n = 60 trainiert) verbesserten sich subjektive Müdigkeit, maximale Sauerstoffaufnahme und Borg-Skala. (Can J Physiol Pharmacol, 2019.)
Kommentar
Diese Studie kommt aus dem Umfeld von Shigeo Ohta, einem der Pioniere der H₂-Forschung, und liefert einen positiven Ausdauer- und Anti-Müdigkeits-Befund. Sie besteht aus zwei Experimenten am Fahrradergometer. Im ersten tranken 99 gesunde, untrainierte Personen entweder Placebo oder H₂-Wasser 30 Minuten vor leichter Belastung — und die per visueller Analogskala gemessene Müdigkeit war in der H₂-Gruppe signifikant geringer. Spannend: Teilte man die Gruppe auf, profitierten gerade die Personen mit anfangs höheren Müdigkeitswerten am stärksten — wer also müder startet, scheint mehr von H₂ zu haben. Im zweiten Experiment wurden 60 trainierte Personen bei moderater Belastung getestet, diesmal nur 10 Minuten nach dem Trinken. Hier verbesserten sich sowohl die Ausdauer, gemessen an der maximalen Sauerstoffaufnahme, als auch die Ermüdung, gemessen mit der Borg-Skala — beides signifikant. Zusammengefasst: H₂-Wasser direkt vor dem Sport zeigte Anti-Müdigkeits- und Ausdauer-Effekte. Ehrlich zur Einordnung: Die Endpunkte sind teils subjektiv (Müdigkeits-Skalen), und das passt ins gemischte Gesamtbild der Sport-Studien — andere fanden bei kleiner Dosis keinen Effekt.
Wichtige Zitate
- „Bei diesen gesunden, untrainierten Teilnehmern (n = 99) war die per visueller Analogskala beurteilte psychometrische Ermüdung in der H₂-Gruppe nach milder Belastung signifikant verringert.“ Original (EN): „In these healthy non-trained participants (n = 99), psychometric fatigue judged by visual analogue scales was significantly decreased in the H2 group after mild exercise.“ — signifikant geringere Ermüdung bei untrainierten Teilnehmern
- „Als jede Gruppe in 2 Untergruppen unterteilt wurde, war die Untergruppe mit höheren Werten auf der visuellen Analogskala empfindlicher für die Wirkung von H₂.“ Original (EN): „When each group was divided into 2 subgroups, the subgroup with higher visual analogue scale values was more sensitive to the effect of H2.“ — wer müder startet, profitiert stärker
- „Ausdauer und Ermüdung waren in der H₂-Gruppe signifikant verbessert, beurteilt anhand der maximalen Sauerstoffaufnahme bzw. der Borg-Skala.“ Original (EN): „Endurance and fatigue were significantly improved in the H2 group as judged by maximal oxygen consumption and Borg's scale, respectively.“ — Ausdauer und Ermüdung verbessert bei trainierten Teilnehmern
Unsere Einordnung
Ein vergleichsweise großes, doppeltes RCT (zusammen 159 Teilnehmer) mit zwei voneinander getrennten Experimenten — das macht den Befund robuster als viele Mini-Studien im Sportbereich. Besonders wertvoll als Aufklärungsargument ist die Beobachtung, dass stärker ermüdete Personen mehr profitieren — das passt zur Idee, dass H₂ vor allem dort wirkt, wo oxidativer Stress hoch ist. Mitautor ist Tyler W. LeBaron (Molecular Hydrogen Institute), neben Shigeo Ohta — das stärkt die Fachnähe, ist aber auch als möglicher Interessenkonflikt zu nennen. Limitationen, ehrlich benannt: Ein Teil der Endpunkte ist subjektiv (Müdigkeits-Skalen, Borg), die für Erwartungseffekte anfällig sind, auch wenn das Design doppelblind und Placebo-kontrolliert ist. Im Gesamtbild steht dieser positive Befund neben ehrlichen Null-Ergebnissen anderer Sport-Studien — Dosis, Trainingszustand und Belastungstyp scheinen mitzuentscheiden.
Studiendesign
- Typ: RCT (randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert; 2 Experimente) · n: 99 untrainiert (Exp. 1) + 60 trainiert (Exp. 2) · Dauer: akut (Trinken 30 min bzw. 10 min vor Belastung) · Methode der H₂-Gabe: Trinken von H₂-Wasser vs. Placebo-Wasser, Fahrradergometer
- Ergebnis-Kennzahlen: Exp. 1: psychometrische Ermüdung (VAS) signifikant geringer in H₂-Gruppe nach milder Belastung; Subgruppe mit höherer VAS sensibler. Exp. 2: Ausdauer (VO₂max) und Ermüdung (Borg-Skala) signifikant verbessert (Abstract ohne exakte p-Werte)
Abstract (deutsche Übersetzung)
Akute körperliche Belastung erhöht die reaktiven Sauerstoffspezies in der Skelettmuskulatur, was zu Gewebeschäden und Ermüdung führt. Molekularer Wasserstoff (H₂) wirkt als therapeutisches Antioxidans, direkt oder indirekt durch Induktion antioxidativer Enzyme. Hier untersuchten wir die Effekte des Trinkens von H₂-Wasser (mit H₂ angereichertes Wasser) auf psychometrische Ermüdung und Ausdauerkapazität in einem randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Verfahren. In Experiment 1 tranken alle Teilnehmer in der ersten Fahrradergometer-Trainingseinheit nur Placebo-Wasser, und zum Vergleich tranken sie in der zweiten Untersuchung 30 Minuten vor der Belastung entweder H₂-Wasser oder Placebo-Wasser. Bei diesen gesunden, untrainierten Teilnehmern (n = 99) war die per visueller Analogskala beurteilte psychometrische Ermüdung in der H₂-Gruppe nach milder Belastung signifikant verringert. Als jede Gruppe in 2 Untergruppen unterteilt wurde, war die Untergruppe mit höheren Werten auf der visuellen Analogskala empfindlicher für die Wirkung von H₂. In Experiment 2 wurden trainierte Teilnehmer (n = 60) auf ähnliche Weise wie in Experiment 1 einer moderaten Belastung per Fahrradergometer unterzogen, jedoch wurde die Belastung 10 Minuten nach dem Trinken von H₂-Wasser durchgeführt. Ausdauer und Ermüdung waren in der H₂-Gruppe signifikant verbessert, beurteilt anhand der maximalen Sauerstoffaufnahme bzw. der Borg-Skala. Zusammengenommen zeigte das Trinken von H₂-Wasser unmittelbar vor der Belastung Anti-Ermüdungs- und Ausdauer-Effekte.
Original-Abstract (englisch)
Acute physical exercise increases reactive oxygen species in skeletal muscle, leading to tissue damage and fatigue. Molecular hydrogen (H2) acts as a therapeutic antioxidant directly or indirectly by inducing antioxidative enzymes. Here, we examined the effects of drinking H2 water (H2-infused water) on psychometric fatigue and endurance capacity in a randomized, double-blind, placebo-controlled fashion. In Experiment 1, all participants drank only placebo water in the first cycle ergometer exercise session, and for comparison they drank either H2 water or placebo water 30 min before exercise in the second examination. In these healthy non-trained participants (n = 99), psychometric fatigue judged by visual analogue scales was significantly decreased in the H2 group after mild exercise. When each group was divided into 2 subgroups, the subgroup with higher visual analogue scale values was more sensitive to the effect of H2. In Experiment 2, trained participants (n = 60) were subjected to moderate exercise by cycle ergometer in a similar way as in Experiment 1, but exercise was performed 10 min after drinking H2 water. Endurance and fatigue were significantly improved in the H2 group as judged by maximal oxygen consumption and Borg's scale, respectively. Taken together, drinking H2 water just before exercise exhibited anti-fatigue and endurance effects.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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