← Alle Studien

2025 · Liu et al. — Klinische Wirksamkeit einer Wasserstofftherapie auf akute Strahlenenteritis und Entzündungsreaktion bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter gleichzeitiger Radiochemotherapie

Originaltitel: Clinical Efficacy of Hydrogen Therapy on Acute Radiation Enteritis and Inflammatory Response in Patients with Cervical Cancer Undergoing Concurrent Chemoradiation Therapy.

Kurzfassung

In einer randomisierten Studie hatten Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs, die unter Radiochemotherapie an jedem Bestrahlungstag zusätzlich Wasserstoff-Sauerstoff-Gas einatmeten (n = 28), niedrigere Entzündungswerte und eine mildere akute Strahlenenteritis als die Kontrollgruppe (n = 30, p < 0,05). Das Ansprechen der Tumoren auf die Krebsbehandlung unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant, wasserstoffbedingte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Das Abstract nennt keinen primären Endpunkt, beschreibt weder die Behandlung der Kontrollgruppe noch eine Verblindung und gibt die Ergebnisse nur als p < 0,05 an. (Advances in Radiation Oncology, 2025.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die akute Strahlenenteritis ist eine häufige entzündliche Nebenwirkung der gleichzeitigen Radiochemotherapie bei Gebärmutterhalskrebs; die Studie fragte, ob eingeatmeter Wasserstoff ihr vorbeugen kann. Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter gleichzeitiger Radiochemotherapie wurden prospektiv aufgenommen und zufällig einer Versuchsgruppe (n = 28) oder einer Kontrollgruppe (n = 30) zugeteilt. Die Versuchsgruppe atmete an jedem Bestrahlungstag 2 Stunden lang ein Gasgemisch aus 66,6 % Wasserstoff und 33,3 % Sauerstoff mit 3 l/min ein. Das Abstract sagt nicht, was die Kontrollgruppe erhielt, ob ein Scheingas verwendet wurde und wie viele Behandlungstage der Verlauf umfasste. Während der Behandlung erfassten die Untersucher Entzündungsmarker (C-reaktives Protein, das Neutrophilen-Lymphozyten- und das Thrombozyten-Lymphozyten-Verhältnis, Interleukin 6), Blutbildwerte und okkultes Blut im Stuhl. Als klinische Scores dienten LENT-SOMA, das Patient-Generated Subjective Global Assessment (PG-SGA) und die Enteritis-Grade nach der Radiation Therapy Oncology Group (RTOG). Das Tumoransprechen wurde nach den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) beurteilt.

Wichtige Zitate

  1. „Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die Versuchsgruppe signifikant niedrigere Werte für C-reaktives Protein, Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis, Interleukin 6 und den Anteil positiver Tests auf okkultes Blut im Stuhl (p < 0,05).“ Original (EN): „Compared with the control group, the experimental group showed significantly lower levels of C-reactive protein, neutrophil-to-lymphocyte ratio, interleukin 6, and fecal occult blood positivity rates (P < .05).“ — das wichtigste Laborergebnis, nur als p < 0,05 angegeben
  2. „beim Tumoransprechen nach den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen beobachtet“ Original (EN): „no significant difference in tumor response was observed between groups based on the Response Evaluation Criteria in Solid Tumors“ — das Tumoransprechen unterschied sich nicht, eine wichtige Prüfung für jede Zusatzbehandlung während einer Krebstherapie
  3. „Die Wasserstoffinhalation ist eine sichere und wirksame Zusatztherapie, die bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter Radiochemotherapie Entzündungen signifikant lindert und die klinischen Symptome der akuten Strahlenenteritis mildert, ohne die Ergebnisse der Antitumorbehandlung zu beeinträchtigen.“ Original (EN): „Hydrogen inhalation is a safe and effective adjunctive therapy that significantly alleviates inflammation and mitigates clinical symptoms of ARE in patients with cervical cancer who are undergoing CCRT, without compromising antitumor treatment outcomes.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, die eine einzelne Studie dieser Größe allein nicht bestätigen kann

Unsere Einordnung

Diese randomisierte Studie berichtet Unterschiede zugunsten der Wasserstoffinhalation bei Entzündungswerten, Toxizitätsscores und Enteritis-Graden. Wasserstoff wurde als Zusatz geprüft, um eine Nebenwirkung der Radiochemotherapie zu verringern, nicht als Krebsbehandlung; das Tumoransprechen unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant. Einschränkungen: 28 und 30 Patientinnen; Verblindung und Kontrollbedingung sind nicht beschrieben, sodass ärztlich bewertete Toxizitätsscores und die von den Patientinnen ausgefüllte Ernährungsbewertung durch das Wissen um die Gruppenzugehörigkeit beeinflusst sein könnten. Es ist kein primärer Endpunkt benannt, viele Endpunkte wurden geprüft, und die Ergebnisse werden nur als p < 0,05 angegeben, ohne Effektgrößen oder Konfidenzintervalle. Das Thrombozyten-Lymphozyten-Verhältnis wurde gemessen, sein Ergebnis aber nicht berichtet. Die Behandlungsdauer ist nicht angegeben. Dass sich das Tumoransprechen in einer kleinen Stichprobe nicht unterschied, schließt kleinere Effekte in beide Richtungen nicht aus. Die Bezeichnung der Wasserstoffinhalation als sicher und wirksam geht über das hinaus, was eine einzelne Studie belegen kann.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

ZIEL: Die akute Strahlenenteritis (ARE) ist eine häufige toxische Entzündungsreaktion bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter gleichzeitiger Radiochemotherapie (CCRT). Molekularer Wasserstoff könnte als neuartiger antioxidativer und entzündungshemmender Wirkstoff die behandlungsbedingte Toxizität lindern. Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit von eingeatmetem Wasserstoff bei der Vorbeugung der ARE und bei der Beeinflussung der systemischen Entzündung zu bewerten. METHODEN: Geeignete Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter CCRT wurden prospektiv aufgenommen und zufällig einer Versuchsgruppe (n = 28) oder einer Kontrollgruppe (n = 30) zugeteilt. Die Versuchsgruppe erhielt an jedem Bestrahlungstag eine Inhalationstherapie mit einem Wasserstoff-Sauerstoff-Gasgemisch (66,6 % Wasserstoff, 33,3 % Sauerstoff; 3 l/min, 2 h/Tag). Entzündungsmarker, darunter C-reaktives Protein, Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis, Thrombozyten-Lymphozyten-Verhältnis und Interleukin 6, sowie Blutbildparameter, okkultes Blut im Stuhl, Scores nach Late Effects Normal Tissue Task Force-Subjective, Objective, Management, and Analytic, Scores des Patient-Generated Subjective Global Assessment und Enteritis-Grade nach der Radiation Therapy Oncology Group wurden während der Behandlung überwacht, ebenso die Bewertung nach den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors. ERGEBNISSE: Die Ausgangsmerkmale (Alter, Tumorstadium, Pathologie und Operationsvorgeschichte) waren zwischen den Gruppen ausgeglichen (p > 0,05). Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die Versuchsgruppe signifikant niedrigere Werte für C-reaktives Protein, Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis, Interleukin 6 und den Anteil positiver Tests auf okkultes Blut im Stuhl (p < 0,05). Auch die klinischen Bewertungen ergaben in der Wasserstoffgruppe niedrigere Scores nach Late Effects Normal Tissue Task Force-Subjective, Objective, Management, and Analytic und nach dem Patient-Generated Subjective Global Assessment sowie mildere Enteritis-Grade nach der Radiation Therapy Oncology Group (p < 0,05). Wichtig ist, dass beim Tumoransprechen nach den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen beobachtet wurde, was darauf hindeutet, dass die Wasserstofftherapie die Antitumorwirkung der CCRT nicht beeinträchtigte. Es wurden keine unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Wasserstoffinhalation berichtet. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Wasserstoffinhalation ist eine sichere und wirksame Zusatztherapie, die bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs unter CCRT Entzündungen signifikant lindert und die klinischen Symptome der ARE mildert, ohne die Ergebnisse der Antitumorbehandlung zu beeinträchtigen.
Original-Abstract (englisch)
PURPOSE: Acute radiation enteritis (ARE) is a common toxic inflammatory reaction in patients with cervical cancer undergoing concurrent chemoradiation therapy (CCRT). Molecular hydrogen, as a novel antioxidant and anti-inflammatory agent, may alleviate treatment-related toxicity. This study aimed to evaluate the efficacy of inhaled hydrogen in preventing ARE and modulating systemic inflammation. METHODS: Eligible patients with cervical cancer undergoing CCRT were prospectively enrolled and randomized into an experimental group (n = 28) or a control group (n = 30). The experimental group received inhalation therapy with a hydrogen-oxygen gas mixture (66.6% hydrogen, 33.3% oxygen; 3 L/min, 2 h/d) on each radiation therapy day. Inflammatory biomarkers-including C-reactive protein, neutrophil-to-lymphocyte ratio, platelet-to-lymphocyte ratio, and interleukin 6-as well as hemogram parameters, fecal occult blood, Late Effects Normal Tissue Task Force-Subjective, Objective, Management, and Analytic scores; Patient-Generated Subjective Global Assessment scores; and Radiation Therapy Oncology Group enteritis grades were monitored during treatment and Response Evaluation Criteria in Solid Tumors scores. RESULTS: Baseline characteristics (age, tumor stage, pathology, and surgical history) were balanced between groups (P > .05). Compared with the control group, the experimental group showed significantly lower levels of C-reactive protein, neutrophil-to-lymphocyte ratio, interleukin 6, and fecal occult blood positivity rates (P < .05). Clinical assessments also indicated lower Late Effects Normal Tissue Task Force-Subjective, Objective, Management, and Analytic and Patient-Generated Subjective Global Assessment scores and milder Radiation Therapy Oncology Group enteritis grading in the hydrogen group (P < .05). Importantly, no significant difference in tumor response was observed between groups based on the Response Evaluation Criteria in Solid Tumors, suggesting that hydrogen therapy did not interfere with the antitumor efficacy of CCRT. No adverse events related to hydrogen inhalation were reported. CONCLUSION: Hydrogen inhalation is a safe and effective adjunctive therapy that significantly alleviates inflammation and mitigates clinical symptoms of ARE in patients with cervical cancer who are undergoing CCRT, without compromising antitumor treatment outcomes.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 41020280

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.